Ethik in der Transplantationsmedizin


Hausarbeit, 2015

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise

2 Grundlagen und Begriffserklärungen
2.1 Definition Ethik
2.2 Definition Transplantationsmedizin
2.3 Transplantationsgesetz

3 Voraussetzungen und Probleme der Organspende
3.1 Hirntod
3.2 Zustimmung zur Organspende
3.3 Probleme der postmortalen Organentnahme
3.4 Probleme der Lebendspende

4 Zuteilung der Spenderorgane
4.1 Gerechtigkeitsprobleme der Organzuteilung
4.2 Wartelisten in Deutschland

5 Ausblick

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Entwicklung der Transplantationsmedizin stellt in den zurückliegenden 30 Jahren betrachtet einen großen Forschritt der medizinischen Behandlungsmöglichkeiten dar1. In der heutigen Zeit ist die Transplantation von Spenderorganen eine gängige und erfolgreiche Methode um Menschenleben zu retten. Organe wie Niere, Leber, Herz, Lunge, Pankreas und Dünndarm können vom verstorbenen Spender auf einen Empfänger übertragen werden um diesem ein neues Leben zu schenken2.

Laut Transplantationsgesetz (TPG) sind zur Entnahme von Organen zwei Vorausset- zungen erforderlich. Zum einen die Zustimmung des Spenders oder die der Angehöri- gen, die im Sinne des Verstorbenen befugt sind zu entscheiden. Zum anderen das Vor- liegen des Hirntods eines potentiellen Spenders. Ob allein mit dem Ausfall des Gehirns schon von Tod gesprochen werden kann hängt davon ab was unter Leben oder Tod ver- standen und wahrgenommen wird. Die Transplantationsmedizin, der viele Menschen ein neues Leben verdanken wirft eine Reihe ethischer Fragen auf. Wann ist ein Mensch tot? Ob und unter welchen Umständen sind Eingriffe in den menschlichen Körper zum Zwecke der Organentnahme ethisch vertretbar? Die Transplantationsmedizin ist ein Thema der Ethik, weil die körperliche Unversehrtheit des Menschen angetastet wird und es um Leben und Tod geht- von Seiten des Spenders wie auch auf Seiten des Organ- empfängers3.

1.2 Ziel der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, dem Leser die Relevanz des aktuellen und weitläufig diskutierten Themas nahezubringen und die ethische Betrachtung der Transplantationsmedizin aufzuzeigen.

Ziel der Arbeit soll es schließlich sein vor dem Hintergrund der gewonnen Informationen die ethische Betrachtung einer gerecht fertigenden Organspende in der Transplantationsmedizin darzustellen.

1.3 Vorgehensweise

In Kapitel 2 wird eine Grundlage der Transplantationsmedizin für ein besseres Ver- ständnis der Begrifflichkeiten erarbeitet. Das Kapitel 3 soll zunächst in den Themenbe- reich der Organspende und deren Voraussetzungen wie auch Probleme der postmortalen Organentnahme und der Lebendspende eingeführt werden. Verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der Zuteilung der Spenderorgane werden in Kapitel 4 genauer be- trachtet.

2 Begriffserklärung und Grundlagen

2.1. Definition Ethik

“ Ethik (auch Moralphilosophie; griechisch ethos: Gewohnheit, Herkommen, Sitte, Brauch) ist eine philosophische Disziplin, die sich mit dem Handeln des Menschen be- schÄftigt, insbesondere im Hinblick auf dessen wertorientierte Zielsetzung und Rechtfer- tigung4. “

Der Begriff Ethik wird als Lehre bzw. Theorie des Handelns gemäß der Unterscheidung von gut und böse verstanden. Moral ist der Gegenstand der Ethik5. Die Ethik beschäftigt sich mit Fragen wie: Welches Vorgehen ist in bestimmten Situationen das richtige bzw. moralisch korrekte? Die Ethik systematisiert, sucht nach Begründungen und entwickelt Kriterien6. Sie ist eine Teildisziplin der Philosophie, die sich wissenschaftlich mit dem moralischen Handeln beschäftigt und deren Beschreibung, Beurteilung und Begrün- dung. Moralische Verhaltensregeln wurden schon früh von der Menschheit aufgestellt. Diese finden sich z.B. in den 10 Geboten der Bibel wieder7. Bei den Zielen der Ethik geht es vor allem um eine verantwortbare Praxis. Diese soll dem Menschen Hilfen für seine sittlichen Entscheidungen liefern.

Die Anwendung von Prinzipien der Ethik auf einen einzelnen Fall ist im Allgemeinen nicht durch diese leistbar sondern erfordert ein geschultes Gewissen und praktische Ur- teilskraft. Die praktische Urteilskraft ist somit entscheidend, da allgemeine Prinzipien immer wieder auf neue Situationen und Lebenslagen angewendet werden müssen8.

2.2 Definition Transplantationsmedizin

1954 in Boston gelang die erste Nierentransplantation zwischen eineiigen Zwillingen. Die erste erfolgreiche Herztransplantation erfolgte 1967 durch den Südafrikaner Christiaan Barnard in Kapstadt. Der Beginn der Transplantationsära war geweckt9.

Die Transplantationsmedizin beschäftigt sich mit dem Ersatz bzw. Austausch von nicht regenerierbaren Körperteilen durch die Übertragung von Zellen, Gewebe und Organen auf einen anderen Körper. Heutzutage werden verschiedene Teile des menschlichen Körpers transplantiert wie Nieren, Leber, Herz, Lungen, aber auch Haut, Blutgefäße und sonstige Zellen. Nierentransplantationen machen den größten Teil der Transplantationen aus und sind bislang am weitesten in die ambulante und stationäre Regelversorgung integriert. Die Pankreas- und Inselzelltransplantation ist hingegen noch ein Verfahren, das an wenigen spezialisierten Zentren angeboten wird10.

Für die Zuteilung der Spenderorgane ist die Stiftung Eurotransplant verantwortlich. Sie arbeitet eng mit Organspende- Organisationen, Krankenhäusern, Transplantationszentren und Laboratorien zusammen. Mitglieder von Eurotransplant sind Deutschland, Belgien, Luxemburg, Kroatien, Niederlande, Österreich und Ungarn. Die internationale Zusammenarbeit ermöglicht ein gemeinsames Spender-Meldesystem, eine zentrale Warteliste und eine Bündelung des erfahrenen Fachpersonals.

Durch die große Spenderanzahl steigt die Chance einen optimalen Spender zu finden und das wirkt sich positiv auf das Langzeitergebnis der Transplantation aus11. Der Er- folg der Transplantationsmedizin hängt von der Bereitschaft des Organspenders ab.

1 Vgl. E. Nagel (2000), S. 227 ff.

2 Vgl. Bundesamt für Gesundheit (2012), o.S.

3 Vgl. C.Berndt (2013), o.S.

4 S. Kuhnert (2003), o.S.

5 Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2014),o.S.

6 Vgl. o.V. (2008), o.S.

7 Vgl. J. G. Mayer (2008), S. 48

8 Vgl. o.V. (2015), o.S.

9 Vgl. G. Kirste (2006), S. 41

10 Vgl. C.P.Strassburg (2009), S. 521

11 Vgl. Eurotransplant (2014), o.S.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ethik in der Transplantationsmedizin
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V339494
ISBN (eBook)
9783668294783
ISBN (Buch)
9783668294790
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Transplantationsmedizin, Organtransplantation, Organspende, Ethik, Hirntod, Unversehrtheit
Arbeit zitieren
Marina Rüttger (Autor), 2015, Ethik in der Transplantationsmedizin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339494

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