Frankreich ist international für seine rigorose Sprachnormierung bekannt. Wo diese ihren Ursprung hat, welche Institutionen beteiligt sind und welche Aufgaben Letztere haben, soll in der vorliegenden Arbeit geklärt werden. Des Weiteren soll am Beispiel Belgien untersucht werden, wie Sprachnormierung in anderen frankophonen Ländern funktioniert.
Um ein besseres Verständnis für die Thematik zu schaffen, werde ich zu Anfang auf die verschiedenen zentralen Begriffe zu sprechen kommen, die mit der Sprachnormierung ein-hergehen. Im Anschluss daran werde ich mich kurz mit Ursprung und Entwicklung der französischen Sprachnormierung befassen. Anschließend werde ich speziell auf die an der Sprachnormierung beteiligten Institutionen Frankreichs eingehen.
Es sei bereits gesagt, dass mit der Zeit zahlreiche Sprachnormierungsinstitutionen entstanden sind. Auf alle einzeln einzugehen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen – aus diesem Grund werde ich nur die wichtigsten und größten Institutionen mit ihren Zielsetzungen und Aufgaben behandeln. Ähnlich verhält es sich mit dem Beispiel Belgien, auf welches ich im Anschluss eingehen werde. Zum Schluss ziehe ich einen Vergleich zwischen den beiden behandelten Ländern, welcher mich zum abschließenden Fazit führen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Standardsprache, Sprachnorm und Sprachnormierung
3 Vorgeschichte der französischen Sprachnormierung
4 Sprachnormierung in Frankreich
4.1 Die Académie française
4.1.1 Ziele und Aufgaben der Académie française
4.1.2 Die Bedeutung der Académie française
4.2 Haut Comité pour la défense et l’expansion de la langue française
4.3 Délégation générale à la langue française et aux langues de la France
5 Sprachnormierung in Belgien
5.1 Conseil und Service de la langue française
5.2 L’Académie royale de langue et de littérature françaises de Belgique
5.3 L’office du bon langage
5.4 La maison de la Francité
5.5 Weitere Institutionen
5.6 Der bon usage des Maurice Grevisse
6 Vergleich der Sprachnormierung in Frankreich und Belgien
7 Fazit
8 Bibliographie
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Mechanismen und Institutionen der Sprachnormierung in Frankreich und Belgien. Ziel ist es, den Ursprung, die staatliche Organisation und die praktische Umsetzung der Sprachpflege in beiden Ländern zu analysieren, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Umgang mit der Standardsprache und deren Varietäten aufzuzeigen.
- Grundlagen der Begriffe Standardsprache, Sprachnorm und Sprachnormierung.
- Die historische Entwicklung der französischen Sprachnormierung.
- Analyse zentraler französischer Institutionen wie der Académie française.
- Vergleichende Untersuchung der Sprachpolitik und Normierungsinstitutionen in Belgien.
- Diskussion des Wandels von einer rigorosen Normierung hin zur Akzeptanz sprachlicher Varietäten.
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Académie française
Die älteste und prestigereichste aller Sprachnormierungsinstitutionen, die Académie française, ist 1635 unter Kardinal Richelieu als Sprachpflege- und Normierungsinstitution gegründet worden, mit dem Ziel „[de] donner à l’unité du royaume forgée par la politique une langue et un style qui la symbolisent et la cimentent“20, welches Richelieus Idee der Stärkung der nationalen Identität deutlich wiederspiegelt.
Die Académie française besteht aus 40 auf Lebenszeit berufenen Mitgliedern, die seit Beginn an wöchentliche Sitzungen im Collège des Quatre- Nations halten, welches sich im Institut de France am Seine- Ufer befindet.21 Unter den Mitgliedern, unter denen sich auch der Sécrétaire perpétuel befindet, findet sich eine breit gefächerte Zusammensetzung, bestehend aus „des poètes, des romanciers, des hommes de théâtre, des philosophes, des médecins, des hommes de science, des ethnologues, des critiques d’art, des militaires, des hommes d’État, des hommes d’Église“22. Erst im Jahre 1980, rund 350 Jahre nach der Gründung der Académie française, wurde die erste Frau als Mitglied gewählt – ihr Name war Marguerite Yourcenar.23
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sprachnormierenden Institutionen Frankreichs und Belgiens zu untersuchen und zu vergleichen.
2 Standardsprache, Sprachnorm und Sprachnormierung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und den theoretischen Rahmen, der für das Verständnis der Sprachnormierung notwendig ist.
3 Vorgeschichte der französischen Sprachnormierung: Hier werden die historischen Wurzeln der französischen Sprachpolitik, von ersten gesetzlichen Regelungen bis hin zur Etablierung des bon usage, dargelegt.
4 Sprachnormierung in Frankreich: Dieses Kapitel analysiert die wichtigsten französischen Institutionen, primär die Académie française, sowie staatliche Komitees zur Sprachpflege.
5 Sprachnormierung in Belgien: Hier werden die spezifischen belgischen Institutionen und der Einfluss der internen Sprachenpolitik auf die Sprachnormierung beleuchtet.
6 Vergleich der Sprachnormierung in Frankreich und Belgien: Der Vergleich arbeitet die Unterschiede in der Intensität der Sprachplanung sowie die gemeinsame Entwicklung hin zur Plurilingualität heraus.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass sich die Sprachnormierung von einem rigorosen Regelwerk hin zur Förderung der Sprachschönheit und Identität gewandelt hat.
8 Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Sprachnormierung, Frankreich, Belgien, Académie française, Standardsprache, bon usage, Sprachpolitik, Identität, Sprachpflege, Varietäten, Frankophonie, Sprachgesetzgebung, Sprachplanung, Norm, Plurilingualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der Sprachnormierung in Frankreich und Belgien und untersucht die Rolle verschiedener Institutionen bei der Sprachpflege.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Standardsprache, die staatliche Kontrolle von Sprachnormen und der Wandel hin zur Anerkennung sprachlicher Varietäten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, wie die Sprachnormierung in Frankreich und Belgien funktioniert und welche Institutionen dabei eine tragende Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung institutioneller Aufgaben und Dokumente zur Sprachpolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die historische Entwicklung, die Funktionen der Académie française und vergleicht diese mit den spezifischen Gegebenheiten und Institutionen in Belgien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sprachnormierung, Standardsprache, Sprachpolitik, Académie française sowie der soziolinguistische Kontext in Frankreich und Belgien.
Wie unterscheidet sich die Rolle der belgischen Institutionen von der französischen?
Während in Frankreich staatliche Stellen lange Zeit sehr rigoros agierten, zeichnen sich belgische Institutionen vermehrt durch eine stärkere Einbindung privater Vereine und eine höhere Akzeptanz von Varietäten aus.
Warum wurde in Belgien erst relativ spät staatlich eingegriffen?
Die Sprachpolitik in Belgien war lange durch den internen Sprachenstreit geprägt, weshalb eine einheitliche staatliche Sprachplanung erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewann.
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- Anonym (Author), 2012, Sprachnormierung in Frankreich und Belgien. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339503