Trotz seiner brillanten Leistungen als Feldherr steht Pompeius, heute wie auch damals, im Schatten seines Zeitgenossens Gaius Iulius Caesar. Dieser war, genauso wie Pompeius, ein großer Feldherr. Zeitlebens konkurrierten die beiden um Erfolg und Ansehen, auch wenn sie sich zeitweilig, aus politischen Selbstzwecken, gegenseitig unterstützten. Am Ende des Bürgerkriegs zwischen Caesar und Pompeius, schlug Caesar Pompeius in die Flucht, der kurz darauf ermordet wurde. Seine Niederlage gegen Caesar und sein Tod, stellten Pompeius fortan in den Schatten Caesars.
In den neueren Geschichtsbüchern wird Pomepius' Leben und Person nahezu emphatisch beschrieben. Dabei steht er in vieler Literatur im beständigen Vergleich zu Caesar. Seine militärischen Fähigkeiten werden ihm zwar anerkennend eingeräumt aber es überwiegt das Unverständnis über seine marionettenartige innenpolitische Wankelmütigkeit. Klar ist, dass seine strategi-sche Brillanz, die er im Krieg klar bewies, auf dem politischem Parkett Roms nicht fruchtete. Nie konnte er seine militärischen Gewinne in politische Erfolge ummünzen.
Was dem Historiker zunächst von Pompeius übrig bleibt, ist die Tragödie um eine herausragende Persönlichkeit, dessen Wesen und Handeln bei erster Betrachtung nicht leicht versteh- und kategorisierbar ist. Seine Person bietet einen zu untersuchen interessanten Forschungsansatz an. Und zwar die Frage danach warum solch ein strategisch starker Feldherr innenpolitisch derart scheitern konnte. Und im Prüfen der Literatur, ob die Erklärungsansätze von Historikern über Pompeius' Persönlichkeit und sein Verhalten zutreffend sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgeschichte: Die Anfänge der Krise der römischen Republik und Sullas Herrschaft
3. Gnaeus Pompeius Strabo
3.1 Gnaeus Pompeius´ Jugend und sein militärisches Aufstreben
3.2 Aufstieg unter Sulla
4. Der Feldherr des Senats und das Konsulat mit Crassus
4.1 Der Seeräuberkrieg
4.2 Der Krieg gegen Mithridates und die Neuordnung des Ostens
4.3 Die Neuordnung des Ostens
4.4 Pompeius in Syrien und Iudaea
5. Die Rückkehr und Innenpolitische Probleme
5.1 Das erste Triumvirat
5.2 Zwischen Caesar, Triumvirat und Senat
6. Der Bürgerkrieg
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der strategischen Brillanz von Gnaeus Pompeius Magnus als Feldherr und seinem innenpolitischen Scheitern. Dabei wird analysiert, warum er trotz militärischer Erfolge im römischen politischen System der späten Republik keinen dauerhaften Erfolg verbuchen konnte und inwiefern gängige historische Erklärungsansätze seine Persönlichkeit zutreffend kategorisieren.
- Analyse des biographischen Lebensweges von Pompeius unter Berücksichtigung familiärer Prägungen
- Untersuchung des Verhältnisses zwischen militärischer Autorität und senatsgeprägter Innenpolitik
- Bewertung der Rolle von Pompeius innerhalb der politischen Bündnissysteme, insbesondere des ersten Triumvirats
- Kritische Würdigung des Pompeius-Bildes in der modernen Forschung im Vergleich zu seinem Zeitgenossen Caesar
Auszug aus dem Buch
3. Gnaeus Pompeius Strabo
Gnaeus Pompeius Strabo, der Vater des Gnaeus Pompeius Magnus, lebte von 106 v. Chr. bis 87 v. Chr. und war der erste aus der Familie, der in seiner politischen Karriere nicht nur, wie dessen Vater Sextus Pompeius, Stadthalter in Makedonien war, sondern sogar bis zum Senator aufstieg. Im Jahre 89 v. Chr., während des Bundesgenossenkriegs, war er Konsul. Dabei befehligte er drei Legionen gegen die italischen Bundesgenossen im Norden und half damit zum Sieg Roms. Nach dem Bundesgenossenkrieg brachte er seine Legionen zurück nach Picenum, in die Heimat seiner Familie,. 78 v. Chr. schritt er Sulla gegen Gaius Marius hilfreich zur Seite und belagerte mit seinen Truppen nördlich die Stadt Rom. Allerdings starb er noch bevor die Schlacht zu Ende ging.
Strabo soll ein harter Feldherr gewesen sein. Es wird beschrieben, dass er mit erbarmungsloser Härte gegen die besiegte Stadt Asculum vorging. Dass er nicht im Sinne Roms handelte, zeigte sich, als ihm danach vorgeworfen wurde, dass er die Kriegsbeute nicht nach Rom brachte, sondern den Gewinn einbehielt. Missfallen beim Senat löste auch sein eigenwilliges Handeln als Prokonsul und die eigenständig befähigte Ansiedlung seiner Veteranen aus. Er wurde angeklagt und musste sein Kommando über seine Armee an den Konsul Pompeius Rufus abgeben. Nach ordentlichem Abtritt und der Übergabe, wurde am nächsten Tag Pompeius Rufus erschlagen aufgefunden. In der bedränglichen Situation des Bürgerkriegs wurde Strabo sofort wieder das Kommando übergeben. Strabo soll danach der Mord an Pompeius Rufus nachgesagt worden sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Beurteilung von Pompeius ein und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für sein innenpolitisches Scheitern trotz militärischer Exzellenz.
2. Vorgeschichte: Die Anfänge der Krise der römischen Republik und Sullas Herrschaft: Dieses Kapitel erläutert die soziopolitischen Rahmenbedingungen der späten Republik und Sullas reformpolitische Maßnahmen, die den Boden für spätere Konflikte bereiteten.
3. Gnaeus Pompeius Strabo: Hier wird der familiäre Hintergrund von Pompeius durch die Rolle seines Vaters Strabo und dessen prägenden Einfluss auf den jungen Gnaeus beleuchtet.
4. Der Feldherr des Senats und das Konsulat mit Crassus: Das Kapitel behandelt den Aufstieg von Pompeius zu einem der bedeutendsten Feldherren Roms durch militärische Kampagnen und seine erste politische Zusammenarbeit mit Crassus.
5. Die Rückkehr und Innenpolitische Probleme: Fokus auf die schwierige Phase nach den großen Ostfeldzügen und die Bildung des ersten Triumvirats als Reaktion auf innenpolitische Blockaden.
6. Der Bürgerkrieg: Diese Sektion analysiert den Ausbruch und Verlauf des bewaffneten Konflikts zwischen Pompeius und Caesar bis zur entscheidenden Niederlage bei Pharsalos.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Pompeius abschließend als einen herausragenden Feldherrn, dem jedoch das politische Systemverständnis fehlte.
Schlüsselwörter
Gnaeus Pompeius Magnus, Römische Republik, Gaius Iulius Caesar, Sulla, Bürgerkrieg, Triumvirat, Militärgeschichte, Senat, Innenpolitik, Strategie, Feldherr, Politische Krise, Klientelsystem, Antike, Machtkampf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken des römischen Politikers und Feldherrn Pompeius, mit einem besonderen Fokus auf den Gegensatz zwischen seinen brillanten militärischen Erfolgen und seinem innenpolitischen Scheitern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die römische Innenpolitik der späten Republik, die militärischen Feldzüge in Spanien und im Osten, das Bündnisgeflecht des ersten Triumvirats sowie die Ursachen für den Untergang der römischen Republik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, warum Pompeius im militärischen Bereich als genialer Stratege agierte, jedoch politisch an der Wankelmütigkeit und dem Widerstand des Senats scheiterte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse aktueller wissenschaftlicher Sekundärliteratur und Biographien, um ein fundiertes Bild von Pompeius zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen biographischen Abriss, der von seiner Jugend über seine militärischen Aufstiege unter Sulla und seine Rolle im Senat bis hin zum Bürgerkrieg gegen Caesar reicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Pompeius, Bürgerkrieg, Triumvirat, Senat, militärische Strategie und der Wandel der römischen Republik.
Welche Rolle spielte Sulla für die Entwicklung von Pompeius?
Sulla agierte als Gönner und Vorbild für Pompeius, dessen Aufstieg eng mit der sullanischen Herrschaftsordnung und deren späterer Aushebelung durch Pompeius selbst verknüpft ist.
Warum wird Pompeius im Fazit als "tragische Figur" bezeichnet?
Die Tragik ergibt sich aus seinem Streben nach Anerkennung und dem Wohl des Staates, das ihn jedoch in eine politische Abhängigkeit trieb, die letztlich in den Konflikt mit Caesar und seinen Untergang mündete.
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- Anonym (Autor:in), 2008, Pompeius. Aufstieg und Niederlage eines Staatsmannes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339520