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Nixe, Nymphe oder Schlangenweib? Das Dämonische in Thüring von Ringoltingens "Melusine"

Title: Nixe, Nymphe oder Schlangenweib? Das Dämonische in Thüring von Ringoltingens "Melusine"

Term Paper , 2012 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sarah Kaiser (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Liest man die Melusinen-Geschichte von Thüring von Ringoltingen ist natürlich sofort klar – Melusina ist kein gewöhnlicher Mensch. Aber was genau ist Melusina? Um was für ein Wesen handelt es sich und lässt sie sich in irgendeine bekannte Kategorie einordnen?

Ziel dieser Hausarbeit ist es, diesen Fragen auf den Grund zu gehen und zu versuchen, die mittelalterliche Weltanschauung in Bezug auf Dämonen, Geister und Monster zu erläutern. Dementsprechend soll auch die Figur der Melusina eingeordnet werden.

Zunächst sollen die bekanntesten mythischen Wesen definiert werden und mit Hilfe dessen, soll versucht werden die Figur der Melusina einzuordnen. Außerdem soll anhand der Primärliteratur herausgearbeitet werden, wo sich Merkmale des Dämonischen im Werk wiederfinden lassen und wie sich diese im Laufe der Erzählung entwickeln. Dem wird eine kurze inhaltliche Zusammenfassung vorangestellt. Im Fazit soll dann rekapituliert werden, ob eine erfolgreiche Einordnung erfolgen konnte und ob diese nachvollziehbar anhand der Primärliteratur ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Bild von Dämonen, Monstern und Fabelwesen im Mittelalter

2.1 Dämonen

2.2 Monster

2.3 Fabelwesen

2.4 Einordnung der Melusina

3 Die Entwicklung und Merkmale des Dämonischen der Melusina

3.1 Inhaltliche Zusammenfassung der Handlung

3.2 Die dämonischen Merkmale

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die literarische Figur der Melusina aus der Erzählung von Thüring von Ringoltingen unter Rückgriff auf mittelalterliche Weltanschauungen in die Kategorien Dämon, Monster oder Fabelwesen einzuordnen und ihre spezifischen Wesensmerkmale zu analysieren.

  • Definition und Abgrenzung von Dämonen, Monstern und Fabelwesen im Mittelalter.
  • Untersuchung der körperlichen und mentalen Merkmale der Figur Melusina.
  • Analyse der narrativen Entwicklung und der Handlungen der Figur im Werk.
  • Synthese der Erkenntnisse zur Einordnung der Melusina als Mischwesen.

Auszug aus dem Buch

Die dämonischen Merkmale

Nun soll anhand der Primärliteratur untersucht werden, ob sich Anzeichen oder Charakteristika des Dämonischen in der Melusina Figur finden lassen.

Bereits in dem Moment des ersten Aufeinandertreffens von Reymund und Melusina, zeichnet sich ab, dass Melusina im Besitz von übermenschlichen Kräften ist. Melusina spricht Reymund mit seinem Namen an, den Reymund ihr aber noch nicht genannt hat.

Da er horet / daß sie in mit dem Namen nennet / das name in sehr wunder / und sprach: » A c h E d l e Jungfraw / mich kan nit gnug verwundern / daß ir mein Namen wißt / denn mich duncket nit / daß ich euch kenne / doch so sihe ich wol ein unseglich schon Angesicht / von Leib und Gestalt wol gezieret / unnd zuchtig / nun saget mir mein Hertz und Muht / ich sol in meinem Hertzenleid ein Trost von euch empfahen / dadurch mir m e i n kummer etwas gemindert werde.«

Reymund lässt sich weiter von ihr beschwichtigen. Melusina weiß, dass sie mit Gottes Hilfe von sich ablenken und Reymund überzeugen kann.

Da nun Reymund horet / daß sie von Gott saget / da gewann er einen besonderen Trost / unnd gedacht in seinem Hertzen: Nun mag ich etwas Trosts haben / daß die Jungfrauw kein Gespenst noch keines Unglaubens / sondern von Christlichem Blut kommen / unnd nicht Unglaubig sey / und sprach zu ir: »Schone Adeliche Jungfraw / ich wil mein Hertz unnd Gemuht richten / euch zu horen / und eweren gantzen willen vollgringen / Aber ich kan noch mag mir selbs nicht entziehen / mu? je mit urlaub euwer Gnad fragen / wie das kommet / daß ihr mein Namen mocht wissen / unnd wie euch auch furkommen moge oder kundt gethan / das grosse leyd und ungefell / das mir zu handen gangen und widerfahren ist / damit ich doch / ob man mit der wahrheit nicht gestattet / so mein Leib gewurget hette / unnd ich euch nicht sahe / da mir das groß ungefell widerfuhr.«

Melusina ist also entweder in der Lage das Geschehen zu beeinflussen und weiß deswegen von den Geschehnissen zwischen Reymund und dem Grafen oder sie hat eine Art mentale Kraft mit der sie Reymunds Gedanken lesen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Interesse an der rätselhaften Figur der Melusina und skizziert die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung ihrer Einordnung in den Kontext mittelalterlicher Dämonologie.

2 Das Bild von Dämonen, Monstern und Fabelwesen im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert das mittelalterliche Verständnis von übernatürlichen Wesen als Teil der göttlichen Schöpfung und grenzt die Begriffe Dämon, Monster und Fabelwesen theoretisch voneinander ab.

3 Die Entwicklung und Merkmale des Dämonischen der Melusina: Nach einer inhaltlichen Zusammenfassung der Erzählung werden hier die konkreten körperlichen Deformationen und übernatürlichen Fähigkeiten der Melusina untersucht, um ihre hybride Natur zu verdeutlichen.

4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass Melusina aufgrund ihrer vielschichtigen Eigenschaften, die Merkmale von Dämonen, Monstern und Fabelwesen vereinen, nicht eindeutig in eine einzige Kategorie einzuordnen ist.

Schlüsselwörter

Melusina, Thüring von Ringoltingen, Mittelalter, Dämonologie, Monster, Fabelwesen, Chimäre, Literaturanalyse, Mittelalterliche Literatur, Übernatürliches, Metamorphose, Dämon, Sagenforschung, Elementargeister, Primärliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Figur der Melusina aus dem Werk von Thüring von Ringoltingen und untersucht deren Einordnung in die mittelalterlichen Kategorien von Dämonen, Monstern und Fabelwesen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Weltbild in Bezug auf das Übernatürliche, die Definition mythischer Wesen sowie die Analyse spezifischer Textstellen zur Charakterisierung der Melusina.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Andersartigkeit der Melusina greifbar zu machen und zu prüfen, ob die Figur nach mittelalterlichen Maßstäben eindeutig einem der untersuchten Wesenstypen zugeordnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Primärquelle (Thüring von Ringoltingen) und der Einbettung in den zeitgenössischen theoretischen Diskurs basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Dämonen und Monster sowie eine detaillierte inhaltliche Zusammenfassung und eine anschließende merkmalsbasierte Untersuchung der Melusina-Figur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Melusina, Dämonen, Monster, Fabelwesen, Mittelalter, Chimäre und Metamorphose.

Wie beeinflussen die "dämonischen Merkmale" die Sicht auf Melusina im Roman?

Die Merkmale, wie das Vorhersehen von Ereignissen oder der Schlangenschwanz, führen dazu, dass Melusina von den Charakteren im Werk zunehmend als unheimliches und potenziell gefährliches Wesen wahrgenommen wird.

Warum ist eine eindeutige Einordnung der Melusina nach Ansicht des Autors nicht möglich?

Weil Melusina sowohl die Charakteristika eines Fabelwesens als auch eines Monsters und eines Dämonen in sich vereint, wodurch ihre wahre Gestalt für den Leser und Reymund gleichermaßen ungreifbar bleibt.

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Details

Title
Nixe, Nymphe oder Schlangenweib? Das Dämonische in Thüring von Ringoltingens "Melusine"
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistische Mediävistik)
Grade
1,7
Author
Sarah Kaiser (Author)
Publication Year
2012
Pages
15
Catalog Number
V339571
ISBN (eBook)
9783668292253
ISBN (Book)
9783668292260
Language
German
Tags
Thüring von Ringoltiden Melusine Aberglaube Dämonen Mittelalter Gedankenwelt Weltanschauung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Kaiser (Author), 2012, Nixe, Nymphe oder Schlangenweib? Das Dämonische in Thüring von Ringoltingens "Melusine", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339571
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