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Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. aus Sicht der Staatstheorie Jean Bodins

Titel: Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. aus Sicht der Staatstheorie Jean Bodins

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 34 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Rasmus Portmann (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Jean Bodin gilt als einer der einflussreichsten Staatstheoretiker des 16. Jahrhunderts und auch darüber hinaus. Seine Idee der Souveränität gilt als Grundidee des Absolutismus, der besonders in Frankreich das Merkmal des höfischen Lebens und der Staatsform wurde. Seine Idee der Souveränität gibt dem neuzeitlichen Denken eine neue Komponente. Sein Werk „Sechs Bücher über den Staat“ gilt als sein wichtigstes. Bodin konzipiert hier eine Idee, die das politische Dilemma im vom Bürgerkrieg geplagten Frankreich lösen soll. Die religiösen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten, genauer den Hugenotten, konnten vom französischen König ob ihres Umfanges und ihrer Brutalität nicht ignoriert werden. Die daraus folgende Krise des Königtums versuchte Bodin dann durch seine Theorie der höchsten Gewalt wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

In dieser Arbeit soll nun die Staatsidee Bodins auf die Herrschaft von Louis XIV. übersetzt werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage wie die Staatstheorie von Bodin auf die Herrschaft Louis XIV. umgesetzt wurde? Wie versuchte Louis XIV. seine absolutistische Macht zu etablieren und in welchem Maße war dies mit Bodins Staatstheorie in Einklang zu bringen ist?

Im ersten Teil soll die Staatstheorie von Bodin erläutert werden. Hierbei wird zuerst auf den historischen Kontext Bezug genommen und die politischen und gesellschaftlichen Umstände in Frankreich erläutert. Danach werden seine Staatsauffassung und sein Souveränitätsbegriff beschrieben der die Grundessenz für den im späteren Verlauf der Arbeit aufkommenden Absolutismus Louis XIV. ist. Neben der Erläuterung des Souveränitätsbegriffs soll auch auf die Beschränkung des Souveräns eingegangen werden die Bodin in seinem Werk „Sechs Bücher über den Staat“ einbringt. Hier ist zu untersuchen, wie weit diese Beschränkungen reichten und wie sie in der Praxis angewandt wurden. In der Diskussion der Beschränkungen des Souveräns spielen das Naturrecht und das göttliche Recht eine zentrale Rolle. Diese Diskussion ist nicht nur in Bezug auf diese Arbeit wichtig und interessant sondern kann als einer der Grundkonflikte der Neuzeit erachtet werden. Der Streit zwischen König und Adel/ Volk um Beschränkung der Macht und Macht des Adels oder des Volkes sind der Ursprung unzähliger Konflikte seit dem Ende des Mittelalters.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische und gesellschaftliche Umstände in Frankreich um 1570

3. Der Staat bei Bodin

3.1. Die Familie als Ursprung des Staates

3.2. Entstehung eines Staates

4. Die Republik in „Les six livres de la République“

5. Hierarchie bei Bodin

6. Souveränitätslehre

6.1. Geschichte der Souveränität

6.2. Merkmale der Souveränität

6.3. Konkurrenten der Macht

6.3.1. Die Kirche

6.3.2. Der Adel

6.3.3. Die Stände

7. Einschränkungen des Souveräns bei Bodin

8. Widerstandsrecht bei Bodin

9. Geschichtliche Entwicklung Frankreichs von Bodin bis Louis XIV. (1576-1661)

9.1. Heinrich IV.

9.2. Ludwig XIII., Richelieu und Mazarin

10. Die Staatstheorie Bodins angewandt auf Frankreich unter Louis XIV.

11. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Staatstheorie Jean Bodins auf die Herrschaft Ludwigs XIV. übertragen werden kann. Im Zentrum steht die Analyse, wie der „Sonnenkönig“ seine absolutistische Macht etablierte und in welchem Maße dieses Vorgehen mit Bodins theoretischen Konzeptionen, insbesondere in Bezug auf Souveränität, Machtkonzentration und die Einschränkung von Machtkonkurrenten, in Einklang zu bringen ist.

  • Die theoretischen Grundlagen des Souveränitätsbegriffs bei Jean Bodin.
  • Die historische Entwicklung der französischen Monarchie zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert.
  • Die methodische Unterordnung von Institutionen wie Kirche, Adel und Ständen unter die königliche Gewalt.
  • Die praktische Umsetzung des absolutistischen Herrschaftsanspruchs unter Ludwig XIV. und dessen Erfolg bzw. Scheitern im Vergleich zum theoretischen Idealtypus.

Auszug aus dem Buch

6.3. Konkurrenten der Macht

Subsumiert man nun die genannten Aspekte, kann man sagen, dass Bodin einen neuen „juristischen“ Souveränitätsbegriff geschaffen hat. Die Souveränität des Herrschers wird nun als diejenige Macht definiert die zuhöchst (summa potestas), allein (seule), unteilbar (indivisible) und dauerhaft (perpétuelle) herrscht. Er hat es geschafft die Konkurrenten auf die höchste Macht im Staate durch seine Konzeption zu beseitigen bzw. den Konkurrenten keine Möglichkeit mehr zur eigenständigen Machtausübung gegeben.

Die drei wichtigsten Konkurrenten des Souveräns waren die römische Kirche, der unabhängige Adel und die Stände.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung Jean Bodins für den Absolutismus dar und umreißt die Forschungsfrage, wie seine Staatstheorie auf die Herrschaft Ludwigs XIV. angewendet wurde.

2. Historische und gesellschaftliche Umstände in Frankreich um 1570: Das Kapitel beleuchtet den Kontext der Hugenottenkriege, welche die Notwendigkeit für Bodins Theorie der höchsten Gewalt zur Friedenssicherung begründeten.

3. Der Staat bei Bodin: Hier wird Bodins Staatsdefinition analysiert, die auf Rechtssicherheit und dem Streben nach menschlichem Glück durch den Staat basiert.

4. Die Republik in „Les six livres de la République“: Der Begriff der Republik wird hier im Sinne einer öffentlichen Angelegenheit und der Direktverbindung zwischen Herrscher und Untertanen geklärt.

5. Hierarchie bei Bodin: Dieses Kapitel erläutert, wie Bodin kosmologische Ordnung und eine strikte personelle sowie rechtliche Hierarchie in seine Staatstheorie integriert.

6. Souveränitätslehre: Hier werden die Kernaspekte der Souveränität, ihre historischen Wurzeln und die Notwendigkeit der Beseitigung von Machtkonkurrenten behandelt.

7. Einschränkungen des Souveräns bei Bodin: Trotz des absoluten Anspruchs zeigt Bodin Grenzen des Souveräns auf, insbesondere durch göttliches Recht und das Naturrecht.

8. Widerstandsrecht bei Bodin: Bodin vertritt ein striktes Widerstandsverbot für Untertanen, um den Staat vor Anarchie zu schützen, gestattet jedoch anderen Souveränen ein Interventionsrecht.

9. Geschichtliche Entwicklung Frankreichs von Bodin bis Louis XIV. (1576-1661): Ein historischer Abriss der Konsolidierung der königlichen Macht über Heinrich IV. bis hin zu Richelieu und Mazarin.

10. Die Staatstheorie Bodins angewandt auf Frankreich unter Louis XIV.: Dieses Kapitel führt die Theorie Bodins und die historische Praxis Ludwigs XIV. zusammen, wobei die Intendanten als zentrales Machtinstrument hervorgehoben werden.

11. Fazit: Das Fazit schließt mit der Feststellung, dass Ludwig XIV. dem Idealtypus Bodins sehr nahe kam, jedoch an menschlicher Schwäche und finanziellen Nöten scheiterte.

Schlüsselwörter

Jean Bodin, Souveränität, Absolutismus, Ludwig XIV., Monarchie, Machtkonzentration, Staatstheorie, Frankreich, Hugenottenkriege, Intendanten, Rechtsprechung, Naturrecht, Gesellschaftsordnung, Herrschaft, Machtkriege

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Staatstheorie von Jean Bodin und ihre praktische Umsetzung im absolutistischen Frankreich unter der Herrschaft von Ludwig XIV.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Souveränitätslehre, die historische Transformation Frankreichs in den Bürgerkriegen des 16. Jahrhunderts sowie die Entwicklung hin zur absolutistischen Monarchie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit die von Bodin konzipierte Theorie der „absoluten Monarchie“ in der Realpolitik Ludwigs XIV. Anwendung fand und wo die Grenzen dieser Übereinstimmung lagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise, um Bodins theoretische Vorgaben mit der historischen Praxis der französischen Herrscher zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der Souveränitätslehre Bodins und die historische Untersuchung der Entwicklung Frankreichs, die in einer Anwendung auf die Ära Ludwigs XIV. gipfelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jean Bodin, Souveränität, Absolutismus, Ludwig XIV. und Machtkonzentration beschreiben.

Welche Rolle spielten die Hugenottenkriege für Bodins Theorie?

Die Hugenottenkriege dienten als historischer Hintergrund, da Bodin die darin erkennbare Anarchie durch seine Theorie der höchsten, unteilbaren Gewalt überwinden wollte.

Warum sah Bodin die Familie als wichtigen Baustein des Staates?

Bodin betrachtete die Familie als das natürliche Abbild des Staates und als hierarchische Struktur, die den Zusammenhalt und die Ordnung im Staat erst ermöglicht.

Wie bewertet die Arbeit den Erfolg Ludwigs XIV. hinsichtlich Bodins Theorie?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Ludwig XIV. den Idealtypus Bodins fast perfekt umsetzte, letztlich aber an der Belastung des Staates durch Kriege und höfische Ausgaben scheiterte.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. aus Sicht der Staatstheorie Jean Bodins
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar „Ideengeschichte der Alleinherrschaft“
Note
3,0
Autor
Rasmus Portmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
34
Katalognummer
V339614
ISBN (eBook)
9783668290891
ISBN (Buch)
9783668290907
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theorie Politik Ideengeschichte Bodin Frankreich Ludwig Alleinherrschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rasmus Portmann (Autor:in), 2016, Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. aus Sicht der Staatstheorie Jean Bodins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339614
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Leseprobe aus  34  Seiten
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