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Der Hof in Hartmann von Aues "Erec". Lassen sich Muster der Artusromane wiederfinden?

Titel: Der Hof in Hartmann von Aues "Erec". Lassen sich Muster der Artusromane wiederfinden?

Hausarbeit , 2013 , 12 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Lars Marwinski (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie wird die höfische Welt in Hartmann von Aues "Erec" dargestellt? Lassen sich Muster der Artusromane wiederfinden?

Die Erzählungen um den sagenumworbenen König Artus sind auch heute noch hinlänglich bekannt, etwa durch Filme, Spiele oder Bücher. So erinnert sich fast jeder an das Szenario, als Artus das Schwert Excalibur aus einem Felsen zieht. Die Thematik rund um Artus wurde im Mittelalter durch die sogenannten Artusromane weitergeführt, wobei zu sagen ist, dass in dieser Gattung nicht König Artus selbst, sondern ein Ritter der Held ist. In dieser Hausarbeit werde ich einen dieser Romane untersuchen; "Erec" von Hartmann von Aue, der ca. 1180 von ihm verfasst wurde. "Erec" ist zudem der erste Artusroman in deutscher Sprache, vorher waren die Erzählungen vor allem in Frankreich durch Begründer Chrétien de Troyes bekannt.

Ein besonderes Augenmerk bei der Analyse lege ich dabei auf das Konzept des mittelalterlichen Hofes, zu dieser Zeit Dreh- und Angelpunkt im sozialen Leben. Ich werde im Verlaufe dieser Arbeit Szenen analysieren, in welchen der Hof vorkommt, unter Berücksichtigung seiner Darstellung durch Hartmann von Aue.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Artusroman

3. Erec- Inhalt

4. Der Hof im Erec

4.1. „Die ritterlich-höfische Kultur des Mittelalters“

4.2. Textanalyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Darstellung und Funktion des mittelalterlichen Hofes im Artusroman "Erec" von Hartmann von Aue, wobei der Fokus auf dem gesellschaftlichen Leben, der ritterlichen Kultur und dem Stellenwert des Hofes als zentraler Handlungsort liegt.

  • Konzept des mittelalterlichen Hofes als soziales und kulturelles Zentrum
  • Analyse der Doppelwegstruktur im Erec
  • Gegensatzpaar: Hof vs. Wildnis/Wald als Schauplätze
  • Tugendsystem und höfische Liebeskonzepte (Minne)
  • Die Rolle der höfischen Öffentlichkeit und Ehre

Auszug aus dem Buch

4.2. Textanalyse

Dass dieses Konstrukt auch im Erec eine besonders tragende Rolle spielt, verdeutlicht schon schon die Folge der jeweiligen Schauplätze im Romangeschehen: Hierzu erarbeitete der Germanist Joachim Schröder in Marburg eine genaue Schauplatzabfolge der Werke Erecs und Iwein, ebenfalls von Hartmann von Aue geschrieben, in welcher er das Vorkommen der Handlungsorte aufzählt. Im Erec kommt der Artushof sechsmal vor, Karnant, die Burg von Erecs Vater, zweimal. Zudem tauchen weitere Burgen, wie z.B. die Burg von Guivreiz, achtmal auf. Der dreifach erwähnte Tunierplatz darf dabei ebenfalls zum Hof gezählt werden „weil dort das Hochzeitsturnier anläßlich der am Artushof geschlossenen Hochzeit […] veranstaltet wird.“ Den Gegenpart zum Hof bildet dabei die Natur, meist durch den Wald verkörpert, welche ebenfalls achtmal Schauplatz ist. Zusammengerechnet findet die Romanhandlung also ca. zu 70% zu Hof statt, was die herausgehobene Stellung des Hofes andeutet.

Diese Stellung wird im Textabschnitt, in welchem die Hochzeit von Erec und Enide resümiert wird (V.2126-2156), untermauert: Auf diesem Fest sind viele bekannte Ritter zugegen (2129), was die besondere Exklusivität zeigen soll, unter welcher die Gäste zur Hochzeit am Artushof eingeladen wurden, der hiermit auch als soziales Zentrum in Erscheinung tritt. Außerdem wird auf die Tugendhaftigkeit dieser Ritter angespielt, indem von Aue schreibt, dass die Ritter nicht zu viel der Köstlichkeiten aufgrund ihrer Höflichkeit in Anspruch nehmen. Die Höflichkeit ist u.a. auch Punkt des Tugendsystems, auf welches ich im Punkt 3.1 hingewiesen habe. Dieses Tugendsystem sei für einen Ritter Kriterium, um angemessen für den Hof zu sein. Aber auch andere Aspekte, auf welche in 3.1 hingewiesen wurde, sind im Textabschnitt erkennbar. Von Aue geht da z.B. betont auf die kulturellen Darbietungen für den Hof als kulurellen Mittelpunkt während des Festes ein, wie z.B. „daz vil süeze seitspil […], sagen unde singen […]“(2152-2155), womit gute Musik und Tanz gemeint sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Artusromantik ein, benennt "Erec" als ersten deutschen Artusroman und definiert den Hof als zentralen Analysegegenstand.

2. Artusroman: Dieses Kapitel erläutert die Gattungsmerkmale des Artusromans, insbesondere die Doppelwegstruktur und die Rolle des Hofes als ideales Herrscherbild.

3. Erec- Inhalt: Hier wird der Handlungsverlauf von "Erec" kurz wiedergegeben, von den ersten Abenteuern bis zur Rückkehr in die höfische Gesellschaft.

4. Der Hof im Erec: Dieser Hauptteil analysiert das Konzept des Hofes anhand von Werner Paravacinis Definitionen und untersucht spezifische Textstellen hinsichtlich des höfischen Lebens.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Hof im "Erec" durchweg als positives soziales und kulturelles Zentrum dargestellt wird.

Schlüsselwörter

Artusroman, Hartmann von Aue, Erec, Mittelalter, Hofkultur, Doppelwegstruktur, Aventiure, Rittertum, Höfische Liebe, Minne, Literaturanalyse, Gesellschaftsleben, Tugendsystem, Enide, Karnant.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des mittelalterlichen Hofes in dem Artusroman "Erec" von Hartmann von Aue.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das höfische Leben, das ritterliche Tugendsystem, höfische Liebeskonzepte und die räumliche Trennung zwischen Hof und Wildnis (Wald).

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie der Hof als soziales und kulturelles Zentrum im Erec dargestellt wird und welche Bedeutung er für das Handeln der Protagonisten hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse sowie den Vergleich mit mediävistischen Theorien zur höfischen Kultur (u.a. nach Werner Paravacini).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert ausgewählte Textstellen, die das Bild des Hofes sowie dessen Gegenspieler, den Wald, illustrieren und auf soziale Konventionen hin untersuchen.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die wichtigsten Begriffe sind Artusroman, Doppelwegstruktur, Rittertum, Minne und höfische Kultur.

Warum wird im Erec der "Wald" als Gegenpart zum Hof genutzt?

Der Wald symbolisiert im Erec die Trennung des Helden von der menschlichen Gesellschaft und dient als "Aventiureumgebung", in der Erec seine Ehre durch Abenteuer wiederherstellen muss.

Welche Rolle spielt die "Doppelwegstruktur" in der Argumentation?

Sie dient als Strukturmerkmal, das erklärt, warum Erec den Hof verlässt, in eine Krise gerät und durch das Bestehen von Abenteuern schließlich zu einer stabilen höfischen Identität zurückkehrt.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Enide im Roman?

Enide wird als Partnerin des Helden betrachtet, deren Beziehung zu Erec als höfisches Ideal dargestellt wird, wobei sie zeitweise für das "Verligen" des Helden verantwortlich gemacht wird.

Inwiefern beeinflusst die "Höflichkeit" die Ritter im Erec?

Höflichkeit ist ein zentraler Bestandteil des Tugendsystems; sie bestimmt, wie sich ein Ritter am Hof zu verhalten hat, etwa in Bezug auf den maßvollen Genuss bei Festlichkeiten.

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Details

Titel
Der Hof in Hartmann von Aues "Erec". Lassen sich Muster der Artusromane wiederfinden?
Hochschule
Universität Münster
Note
2,7
Autor
Lars Marwinski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V339647
ISBN (eBook)
9783668297647
ISBN (Buch)
9783668297654
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Artusroman Hof Ritter Chrétien de Troyes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lars Marwinski (Autor:in), 2013, Der Hof in Hartmann von Aues "Erec". Lassen sich Muster der Artusromane wiederfinden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339647
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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