Einstellungsunterschiede zwischen Eltern und kinderlosen Menschen

Forschung und Statistik (FOST)


Hausarbeit, 2015

21 Seiten, Note: 2,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Hypothesen
1.1. Einstellung
1.2. Bedeutung von Einstellung
1.3. Hypothesen

2. Methoden
2.1. Fragebogen
2.2. Teilnehmer
2.3. Berechnungen

3. Ergebnisse
3.1. Kennwerte der Untersuchung
3.2. Überprüfungen der Hypothesen
3.3. Überprüfung der Zusammenhangshypothesen
3.3.1. Zusammenhang Gruppenzugehörigkeit und Alter
3.3.2. Zusammenhang Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht

4. Diskussion der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit Einstellungsunterschieden von Eltern und kinderlosen Menschen, dabei wurden die Bereiche "Verantwortungsbewusstsein", "Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation", "Zukunftsangst" und "Hygienebewusstsein" näher beleuchtet. Zur Personengruppe Eltern wurden all diejenigen zugeordnet die in ihrem bisherigen Leben mindestens einmal Mutter bzw. Vater waren, auch wenn das Kind schon aus dem Haus ist oder in Folge einer Trennung bei einem anderen Elternteil lebt.

Die Datenerhebung erfolgte mittels Online- Fragebogen. Insgesamt wurden 40 Teilnehmer, gleichmäßig auf die beiden Gruppen aufgeteilt, zu 20 Items befragt. Zu jedem der vier genannten Bereiche wurden fünf Fragen entwickelt. Die Ergebnisse wurden auf einer 5 stufigen Likert-Skala erhoben.

Das Ergebnis der ausgewerteten Daten zeigt keine signifikanten Einstellungsunterschiede zwischen den beiden Untersuchungsgruppen.

Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten wird eine größere Zufallsstichprobe benötigt. Dabei kann auch ein anderes Ergebnis entstehen.

1. Einführung und Hypothesen

Die Einstellung wird von der Gruppenzugehörigkeit, dem sozialen Hintergrund und der gesellschaftlichen Schicht beeinflusst. Die Einstellung wiederrum beeinflusst sehr stark das persönliche Handeln. In der folgenden Forschungsarbeit werden die Einstellungsunterschiede von Eltern und Kinderlosen unter Betrachtung von vier verschieden Einstellungsmerkmalen untersucht.

1.1. Einstellung

Einstellung ist ein vielfach beschriebener Begriff. Es gibt jedoch keine eindeutige Definition von Einstellung. Augoustinos, Walker & Donaghue (1995) beschreiben den Begriff der Einstellung mit dem Modell of attitudes (Abb. 1.1).

Abb.1.1: Modell of attitudes nach Augoustinos, Walker & Donaghue

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Überzeugung wird durch bewusste Abläufe geprägt, wie beispielsweise das Überlegen von Vor- und Nachteilen, Emotionen beschreiben die Gefühle die ich einer Person oder einem Gegenstand entgegenbringe (Augoustinos, Walker & Donaghue, 1995). Der dritte Teil, das Verhalten, beschreibt wie ich mich gegenüber der Person bzw. dem Gegenstand verhalte.

Sicher ist, jeder handelt grundsätzlich nach seiner Einstellung, das heißt er bringt intuitiv bestimmten Personen oder Gegenständen mehr oder weniger viel Zuneigung entgegen. Unsere Einstellung ist jedoch auch beeinflussbar. Beispielsweise kann unsere Handlung unsere Einstellung nachhaltig verändern (Myers, 2008, S.639 ff.). Somit stelle ich fest, dass Handlung und Einstellung in einer wechselseitigen Beziehung zueinander stehen. Dies wird anhand mehrerer psychologischer Phänomene deutlich. Zum einen veranschaulicht das Stanfort-Prison Experiment, wie das Rollenverhalten unsere Einstellung prägt (Myers, 2008, S.641). Anfangs fremdeln wir mit einer neuen Rolle, allerdings sind wir gewillt die Rollenerwartung zu erfüllen und passen uns an. Nach und nach gehen die Werte der Rolle in unsere Einstellung über.

Weitergehend beschreibt Myers (2008), dass sozialer Druck bewirken kann, dass Personen gegen ihre Einstellung handeln.

Auch das Foot-in-the Door Prinzip zeigt, dass Menschen, die hingegen ihrer Einstellung handeln, diese irgendwann anpassen. Bittet man jemanden beispielsweise um einen kleinen Gefallen, den man kaum ausschlagen kann, obwohl er gegen die eigene Einstellung geht, so ist dieser Jemand im Anschluss auch ehr dazu bereit einen größeren Gefallen, der auch gegen die eigene Einstellung geht, zu leisten. Durch sein Handeln passt er seine Einstellung an. Zurückzuführen sind diese genannten Phänomene auf die sogenannte „kognitive Dissonanz“. Rothgangel (2004) verfasst eine Beschreibung für die kognitive Dissonanz nach Festinger (1957). „Er nimmt an, dass Menschen versuchen, eine möglichst große Übereinstimmung (Konsonanz) zwischen ihren Einstellungen und ihrem Verhalten herzustellen.“ (Rothgangel, 2004, S. 246)

1.2. Bedeutung von Einstellung

Die Einstellungen beeinflussen das Handeln. Diese Erkenntnis ist enorm wichtig für den Marketingbereich. Um ein Produkt optimal zu platzieren ist es wichtig zu wissen, wie die Kundengruppe eingestellt ist. Wenn dem Unternehmen bekannt ist das besonders Eltern ein ausgeprägtes Hygienebewusstsein haben, dann kann die Werbung für bestimmte Produkte im Hygienesegment an dem Ort platziert werden wo diese Kundengruppe stark frequentiert.

Neben den Vertrieblern ist diese Erkenntnis auch interessant für Personalabteilungen. Die Sozialkompetenzen der Bewerber werden sind ebenso wichtig wie die fachlichen Kompetenzen. Der zukünftige Mitarbeiter soll sich perfekt ins Team integrieren, daher ist es wichtig, dass seine Einstellung zu der des Unternehmens passt.

Es gibt unzählige Beispiele warum die Einstellung wichtig ist. Das alltägliche Leben ist von Einstellung, z.B. in Verbindung mit Rollenverhalten, geprägt, daher ist meine Forschungsarbeit für viele Personengruppen interessant und von Bedeutung.

1.3. Hypothesen

Grundsätzlich stelle ich die Hypothese auf, dass es einen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen gibt.

Dabei nehme ich Bezeug auf die vier Merkmale, Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein.

- Alternativhypothesen (H1)

Verantwortungsbewusstsein:

H1: Eltern haben ein größeres Verantwortungsbewusstsein als kinderlose Menschen.

Erläuterung: Eltern tragen die Verantwortung für sich und ihre Kinder, jede Entscheidung die Sie treffen kann Einfluss auf die Kinder haben.

Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation:

H1: Kinderlose Personen sind zufriedener mit Ihrer privaten Lebenssituation.

Erläuterung: Kinderlose Menschen haben mehr Zeit um sich Ihren Hobbys zu widmen und können zwanglos Ihr Leben gestalten. Daher sind Sie zufriedener.

Hygienebewusstsein:

H1: Eltern haben ein größeres Hygienebewusstsein als kinderlose Menschen.

Erläuterung: Kinder haben ein anfälliges Immunsystem, daher legen Eltern größeren Wert auf die Hygiene.

Zukunftsangst:

H1: Eltern haben größere Zukunftsangst als kinderlose Menschen.

Erläuterungen: Eltern haben Angst, dass nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder keine gute Zukunft haben.

- Nullhypothesen (H0)

H0: Es besteht kein Unterschied, in Bezug auf das jeweilige Merkmal, bei Eltern und kinderlosen Menschen.

2. Methoden

Das Untersuchungsdesign der wissenschaftlichen Untersuchung ist rein korrelativ. Es werden die zwei Untersuchungsgruppen, Eltern und Kinderlose, mit den vier Merkmalsausprägungen der Einstellungen unabhängig voneinander gemessen und dann verglichen. Eine Interpretation zur Kausalität wird nicht getroffen. Die Untersuchung erfolgt mittels Fragebogen.

2.1. Fragebogen

Der Fragebogen wurde online über das Tool Google Formulare erstellt und über Facebook und per Mail verbreitet. So sollte dieser möglichst schnell viele Personen, wohnortunabhängig, erreichen. Der Fragebogen trägt den Titel, „Forschungsarbeit im Modul Forschung und Statistik“. Es gab keinen weiteren Hinweis auf das Forschungsthema und die Teilnehmer nicht zu beeinflussen.

Der Fragebogen macht die Variable „Einstellungen“ quantitativ messbar. Für jeden der vier Einstellungsbereiche wurden jeweils fünf Items, also Fragestellungen entwickelt. Die Fragestellungen wurden so gewählt, dass nur eine eindeutige Beantwortung möglich ist. Auf die Fragen nach dem Geschlecht, Alter und der Elternschaft folgten die Items zu den vier Themenbereichen in unterschiedlicher Reihenfolge. Dadurch soll das Risiko der Beeinflussung in eine bestimmte Richtung minimiert werden. Die Items zu den Einstellungsbereichen Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein wurden auf einer 5-stufigen Likert-Skala gesammelt. Die Abstände der Antworten sind gleich groß, das Intervallskalenniveu geht von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 5 (trifft überhaupt nicht zu). Die 3 ist der mittlere, also neutrale Wert. Ganz bewusst habe ich eine 5-stufige Likert Skala gewählt. Eine noch engere Skalierung würde zu weniger eindeutigen Ergebnissen und Informationsverlust führen. Eine breitere Skalierung ermöglicht eine größere Streuung, birgt aber das Risiko von Ausreißern.

Die nominalskalierten Eingangsfragen zu Geschlecht und Elternschaft konnten mit männlich oder weiblich bzw. mit ja oder nein beantwortet werden. Zusätzlich wurde das Alter ordnialskaliert abgefragt. Jede Frage ist als Pflichtfrage deklariert, in der Summe umfasste der Bogen 23 Fragen.

2.2. Teilnehmer

Der Fragebogen wurde bei Facebook in unterschiedlichen Gruppen veröffentlicht und via E-Mail an Bekannte und Arbeitskollegen verschickt. Die Befragung erfolgte anonym, es wurden keine persönlichen Daten abgefragt und keine IP-Adressen gespeichert. Nach gut 36 Stunden hatte ich die vorgegebene Teilnehmerzahl erreicht. Die Ergebnisse wurden in Google Tabellen gesammelt und von mir auf 40 Teilnehmer reduziert, da die Aufgabenstellung eine Teilnehmerzahl von 20 Eltern und 20 kinderlosen Menschen vorsieht. Dabei wurden die ersten Ergebnisse gewählt, alle übrigen wurden gelöscht, sodass die Teilnehmer dem Zufallsprinzip unterliegen. Das Geschlechterverhältnis wurde dadurch ebenfalls dem Zufall überlassen. Bei beiden Forschungsgruppen haben mehr Frauen als Männer teilgenommen (Abb. 2.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1: Übersicht über das Geschlecht der Teilnehmer, sortiert nach den Gruppen Eltern und kinderlose

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3. Berechnungen

Zu den vier Einstellungsvariablen gibt es jeweils 5 zusammenhängende Items. Zu diesen Items habe ich das arithmetische Mittel für jeden Teilnehmer berechnet. Mit den vorliegenden Werten wurde wiederrum der Mittelwert und die Standardabweichung pro Einstellungsbereich über alle Teilnehmer hinweg berechnet. Die Diagramme wurden mittels Excel erstellt und veranschaulichen die Ergebnisse.

3. Ergebnisse

3.1. Kennwerte der Untersuchung

Die Kennwerte stelle ich getrennt nach Eltern und Kinderlose tabellarisch dar. Der Fokus meiner Untersuchung liegt auf den Mittelwerten und den Standardabweichungen, da diese am aussagekräftigsten sind.

Tab. 3.1: Forschungsergebnisse zu den Eltern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3.2: Forschungsergebnisse zu den kinderlosen Teilnehmern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand der vorliegenden Tabellen (Tab.3.1 & Tab.3.2) kann ich ablesen, dass die Teilnehmer bei beiden Untersuchungsgruppen am häufigsten weiblich und zwischen 21-30 Jahren alt waren. Dieses wird durch den Modalwert dargestellt, der den am häufigsten genannten Wert angibt. Außerdem stelle ich fest, dass bei beiden Untersuchungsgruppen die höchsten Mittelwerte (3,41/3,05) bei der Itemgruppe Zukunftsangst errechnet wurden. Beide liegen über dem neutralen Wert von 3. Außerdem lassen sich für diese Gruppe die höchsten Standardabweichungen feststellen (0,79/0,69).

Die Daten aus den Auswertungstabellen wurden, getrennt zwischen Eltern und kinderlosen, in einem Boxplot dargestellt. Diese Grafik lässt eine schnelle und informative Übersicht zu. Auf der x-Achse sind die untersuchten Merkmale zu erkennen, die y-Achse zeigt die Stärke der Ausprägung an.

Die Ausläufer, auch Whisker, genannt zeigen den Minimal- bzw. den Maximalwert an. Damit wird gleichzeitig die Range deutlich und Ausreißer werden minimiert dargestellt. Die Boxen selbst zeigen den Interquartilsabstand auf, welcher vom 1. und 3. Quartil markiert wird. Die Box spiegelt 50 % der getroffenen Aussagen wieder, das heißt, je größer der Interquartilsabstand, desto größer ist die Streuung der Daten und desto größer ist die Box. Der horizontale Strich in der Box zeigt den Median an, also der Wert der die sortierte Stichprobe halbiert.

In den vorliegenden Boxplot (Abb.3.1 & 3.2) fällt die hohe Repräsentativität des Merkmals Verantwortungsbewusstsein bei den Eltern auf. Die blaue Box, die 50 % der gegeben Antworten aufzeigt, ist im Vergleich zu den anderen Boxen sehr klein. Außerdem ist der, nach unten verlaufende, Whisker sehr kurz. Die Ausreißer nach oben sind nicht weiter auffällig. Bestätigt wird die Repräsentativität mit einem Blick auf die geringe Standardabweichung von 0,43. Weiterhin fällt die Uneinigkeit der befragten Eltern im Bereich Zukunftsangst ins Auge. Sowohl die Box als auch die nach oben und nach unten verlaufenden Whisker sind im Vergleich sehr groß. In der Gesamtübersicht verzeichnet dieses Merkmal die höchste Standardabweichung, nämlich 0,79. Ein ähnliches Bild zeichnet das Merkmal Hygienebewusstsein, nur das hier der nach unten verlaufende Whisker sehr klein ist. Die Standardabweichung ist mit 0,71 nur minimal kleiner.

Im Boxplot der kinderlosen Personen fällt auf, dass der Median, von sämtlichen Bereichen der Einstellung, einen höheren Wert hat als der Median des selben Einstellungsmerkmals der Vergleichsgruppe.

Abb. 3.1: Boxplot zu den Ergebnissen der Eltern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.2: Boxplot zu den Ergebnissen der kinderlosen Teilnehmer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2. Überprüfungen der Hypothesen

Die Likert-Skala auf der y-Achse entspricht den Ergebnissen aus dem Fragebogen.

1 ist eine hohe Merkmalsausprägung, 5 bedeutet eine geringe Merkmalsausprägung, 3 ist ein neutraler Wert. Die Standardabweichung ist mittels Fehlerindikator eingezeichnet, dieser gibt die durchschnittliche Abweichung der Ergebnisse vom Mittelwert an.

Abb. 3.3: Übersicht der Mittelwerte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verantwortungsbewusstsein: Verantwortungsbewusstsein stellt den Wert mit der niedrigsten Differenz zwischen den beiden Untersuchungsgruppen. Die Differenz liegt bei 0,18. Beide Gruppen sind unter dem Mittelwert, dies zeigt ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.

Hygienebewusstsein: Das Hygienebewusstsein ist bei beiden Gruppen der am stärksten ausgeprägte Wert. Dieser liegt deutlich unter dem neutralen Wert von 3. Zusätzlich ist mit einer Differenz von 0,20 die Differenz der Vergleichsgruppen ebenfalls sehr gering.

Zukunftsangst: Der Mittelwert des Merkmals Zukunftsangst liegt bei beiden Gruppen über dem neutralen Wert von 3 und zeigt damit eine geringe Ausprägung an. Die Differenz zwischen den Vergleichsgruppen ist hier mit 0,36 am höchsten.

Lebenszufriedenheit: Es ist eine Differenz von 0,25 zwischen den Mittelwerten der Untersuchungsgruppen im Merkmal Lebenszufriedenheit festzustellen. Beide Werte liegen deutlich unter dem neutralen Wert.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Gruppe der Eltern bei jedem untersuchten Merkmal eine stärkere Ausprägung vorweist. Jeder Wert liegt weiter vom neutralen Wert entfernt als die Vergleichsgruppe der kinderlosen. Es lässt sich beobachten, dass weder die Mittelwerte noch die Standardabweichungen bei allen Einstellungsvariablen weit auseinander liegen. In der Abb. 3.3 ist deutlich zu erkennen, dass bei keinem Einstellungsbereich die Standardabweichung größer als die Differenz zum anderen Mittelwert ist. Dies bestätigt die Nullhypothesen, die Alternativhypothesen können nicht bestätigt werden und werden somit verworfen.

3.3. Überprüfung der Zusammenhangshypothesen

3.3.1. Zusammenhang Gruppenzugehörigkeit und Alter

Abb. 3.4: Übersicht über die Altersverteilung der Teilnehmer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Den Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Alter überprüfe ich mithilfe des Spearman’s Rho. Spearman´s Rangkorrelationkoeffezient testet die Zusammenhangsmaße für ordinalskalierte Variablen. Dabei werden die beiden Variablen Elternschaft und Alter gegenübergestellt. Das Ergebnis ist ein Wert von 0,18. Bei einem Wert von 0 ist keine Korrelation vorhanden. Ein Wert von 1 oder -1 bedeutet eine vollständige Korrelation. Dieser Wert spricht für einen schwachen Zusammenhang. Je älter die befragten Teilnehmer sind, desto eher gehörte Sie zur Gruppe der Eltern.

3.3.2. Zusammenhang Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht

Den Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht prüfe ich durch dem Chi-Quadrat Test. Dabei werden die beiden nominalskalierten Variablen gegenübergestellt. Hat das Chi-Quadrat den Wert 0, so liegt kein Zusammenhang vor. Je größer der Wert desto stärker der Zusammenhang. Im vorliegenden Fall handelt es sich um zwei Untersuchungsgrößen und somit um den Freiheitsgrad 1. Bei einem Test auf dem üblichen 5% Niveau beträgt die relevante Fläche 0,95. Anhand der Tabelle der Chi² Verteilungen (Interferenzstatistik I, 2013, S.82, Studienheft FOST 3/H, (0313K03). Hamburg: Euro-FH) stelle ich fest, dass der kritische Wert bei 3,841 liegt. Der errechnete Chi² hat einen Wert von 0,102 und liegt weit unterhalb vom kritischen Wert 3,841 damit ist kein Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht festzustellen.

4. Diskussion der Ergebnisse

Grundsätzlich wird die Nullhypothesen H0 vorläufig bestätigt. Die Alternativhypothesen H1 werden eingeschränkt verworfen. Somit stelle ich generell fest, dass es keine Einstellungsunterschiede zwischen Eltern und kinderlosen Menschen gibt.

Jedoch bin ich der Meinung, dass mit den von mir ausgearbeiteten Werten keine allgemeingültige Aussage darüber getroffen werden kann, ob es wirklich keinen Zusammenhang zwischen der Elternrolle und den Einstellungsmerkmalen gibt. In allen vier untersuchten Einstellungsbereichen sind die Mittelwerte der Eltern geringer, als die der kinderlosen Menschen. Das spricht für eine größere Zustimmung bei dem jeweils abgefragten Item. Jedoch ist der Unterschied in meinen Augen so gering, dass man daraus keine Schlüsse ziehen kann. Auch die Überprüfung der Einflüsse von Geschlecht und Alter auf die Gruppenzugehörigkeit ergab keine, bzw. nur eine sehr geringe Korrelation. Selbst wenn es eine signifikante Korrelation gäbe, lässt sich aus dieser noch keine Kausalität ableiten. Um Korrelationsergebnisse kausal interpretieren zu können, benötigt es weitere Forschungsansätze.

Folgende Gründe lassen mich außerdem zu dem Entschluss kommen, dass meine erarbeiteten Ergebnisse zu keinem aussagekräftigen Ergebnis führen. Zum einen halte ich die Größe, der durch die Aufgabenstellung regulierten Stichprobe, mit 20 Teilnehmern jeder Gruppe, für zu klein. In meinen Augen lassen sich die Ergebnisse daher nicht auf die Population übertragen. Außerdem war die Hälfte meiner Befragten Versuchsteilnehmer zwischen 21-30 Jahren alt. Somit bilden die Probanden keinen Bevölkerungsquerschnitt ab. Eine generelle Verallgemeinerung der Ergebnisse auf die Gruppen Eltern und kinderloser Menschen, wäre somit unzulässig. Das ist auch dadurch bedingt, dass der Kreis der befragten Personen durch die Methode der Online-Publizierung eingeschränkt war. Wahrscheinlich haben mehr gute Bekannte von mir teilgenommen um mir einen Gefallen zu tun. Aufgrund der Anonymität kann ich die externe Validität somit nicht überprüfen.

Alles in allem ist diese Forschungsarbeit wenig repräsentativ. Um eine wirkungsvolle Untersuchung durchzuführen benötigt es mehr Teilnehmer die einen Bevölkerungsquerschnitt abbilden können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Einstellungsunterschiede zwischen Eltern und kinderlosen Menschen
Untertitel
Forschung und Statistik (FOST)
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
2,4
Autor
Jahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V339674
ISBN (eBook)
9783668294035
ISBN (Buch)
9783668294042
Dateigröße
722 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eltern, Kinderlose, Einstellungsunterschiede, Likert-Skala
Arbeit zitieren
Yannic Ungruhe (Autor:in), 2015, Einstellungsunterschiede zwischen Eltern und kinderlosen Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339674

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