Betriebswirtschaftliche Probleme bei der Unternehmensgründung und mögliche Lösungsansätze


Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Gründer
2.2 Unternehmensgründung und Existenzgründung
2.3 Die Geschäftsidee
2.4 Der Businessplan

3 Verschiedene Möglichkeiten der Problembetrachtung
3.1 Unterteilung in Gründungsprozesse
3.1.1 Die Vorgründungsphase
3.1.2 Die Gründungsphase
3.1.3 Die Frühentwicklungsphase
3.1.4 Auswertung
3.2 Unterteilung in endogene/exogene Bereiche
3.2.1 Auswertung
3.3 Unterteilung in 5 Problembereiche
3.3.1 Auswertung
3.4 Entscheidung für die Unterteilung in 5 Problembereiche

4 Die fünf Problembereiche
4.1 persönliche Probleme
4.2 organisatorische Probleme
4.2.1 Rechtsform
4.2.1.1 Einzelunternehmen
4.2.1.2 Personengesellschaften
4.2.1.3 Kapitalgesellschaften
4.2.1.4 Auswertung
4.2.2 Mitarbeiter
4.3 finanzielle Probleme
4.3.1 Eigenfinanzierung
4.3.2 Fremdfinanzierung
4.3.2.1 Öffentliche Förderprogramme
4.3.2.2 Private Finanzierungshilfen
4.3.3 Auswertung
4.4 Marketingprobleme
4.4.1.1 Online-Marketing
4.4.1.2 Standort
4.4.1.3 Kunden
4.4.1.4 Produkt
4.4.1.5 Auswertung
4.5 bürokratische Probleme
4.5.1 Gewerbeanmeldung und Eintragung ins Handelsregister
4.5.2 Finanzamt
4.5.2.1 Einkommen-/Körperschaft-/Gewerbesteuer
4.5.2.2 Umsatzsteuer

5 Bedeutung eines Businessplans zur Problemprävention

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Am Anfang einer jeden Unternehmensgründung steht eine Idee.

Eine Idee, die es in dieser Form noch nicht gab. Eine Idee, welche das Leben eines Menschen von Grund auf verändern soll.

Es ist allerdings keinesfalls einfach, diese Idee in die Tat umzusetzen. Aus dem Zitat von Goethe lässt sich schließen, dass es bereits im 18. Jahrhundert kein „Zuckerschlecken“ war, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Doch was unterscheidet die Umstände und Probleme des 18. Jahrhunderts von den Unseren, heute im Jahr 2015? Zum einen ist natürlich sehr viel Zeit vergangen, weswegen es mittlerweile einige tausend dieser Gründerpersönlichkeiten gab, die ihre Idee bereits in die Tat umgesetzt haben. Um ein Vielfaches schwieriger ist es daher, noch ein neues Produkt, einen innoavativen Herstellungsprozess oder eine revolutionäre Vermarktungsstrategie zu entwickeln. Allein im 1. Halbjahr 2014 meldeten 378.400 Menschen in Deutschland ein Gewerbe an, von denen 17,7% also rund 61.300 Gründer mit einer neuen Idee aufwarteten1

Darüber hinaus haben sich die Rahmenbedingungen seit jener Zeit verändert, weswegen von 2008-2013 bereits 29% der Neugründungen innerhalb der ersten drei Jahre abgebrochen wurden (Vgl. Abb. 1).

Abbildung 1: Eitel, Gründungsmonitor 2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Oftmals sind es Probleme, auf die der Gründer überhaupt keinen Einfluss ausüben kann, welche letztendlich sein Scheitern am Markt verursacht.

Diese Probleme sind vielfältig. Bevor er sich überhaupt an den Wirtschaftsmarkt begeben kann, muss ein Unternehmer schon etliche Hürden wie die Bürokratie oder die Kapitalbeschaffung überwinden. Auch für die beste Idee kann dies bereits das Aus bedeuten. Die Schwierigkeiten können auch in der persönlichen Eignung des Gründers selbst liegen, der Organisation und Strukturierung seines Unternehmens oder der Situation am Markt.

In meiner Bachelorarbeit befasse ich mich zum einen damit, die Probleme zu erörtern, mit denen die Unternehmer bei der Gründung ihres Unternehmens zu kämpfen haben. Zum anderen werde ich versuchen, sofern dies möglich, für die Probleme einen Lösungsansatz zu finden.

2 Grundlagen und Definitionen

2.1 Gründer

Aus Vereinfachungsgründen und zur besseren Veranschaulichung werde ich, wie bereits in der Einleitung, in meiner Bachelorarbeit von „dem Gründer“ sprechen. Es steht außer Frage, dass auch mehrere Personen zusammen ein Unternehmen in Form einer Personen- oder Kapitalgesellschaft gründen können. Doch typisierend für eine Unternehmensgründung stellt man sich eine einzelne Person als den Gründer vor.

Zur Vereinfachung der Lesbarkeit werde ich im Test auch nur die männliche Schreibweise verwenden. Natürlich sind auch weibliche Gründer zahlreich vertreten.

2.2 Unternehmensgründung und Existenzgründung

Als betriebswirtschaftlichen Begriff „Unternehmensgründung“ bezeichnet man in der Gründungsforschung den ersten Abschnitt im Lebenszyklus eines Unternehmens.2

Die Unternehmensgründung versteht man als mehrstufigen Ablauf, der im Normalfall alle Planungs- und Vorbereitungsschritte enthält, die benötigt werden, um eine Idee durch Erschaffung einer lebensfähigen Unternehmung in die Tat umzusetzen.3

Die Existenzgründung ist hiervon abzugrenzen. Wird vereinzelt in der Gründungsforschung von einer Gleichbedeutung von Unternehmens- und Existenzgründung ausgegangen, so ist die herrschende Meinung jedoch, dass zwischen diesen beiden wesentliche Unterschiede bestehen.

Zwar haben beide Gründungen gemeinsam, dass sie zu einem Unternehmen im betriebswirtschaftlichen Sinne hinführen, allerdings ist die Existenzgründung weitaus personenbezogener als die Unternehmensgründung.4 Die Unternehmensgründung ist vom Gründer selbst unabhängig, da bei dieser die Idee und nicht die Person, wie bereits in der Einleitung erwähnt, im Mittelpunkt steht.5 Der Gründer ist hier auch nicht omnipräsent/ allgegenwärtig, wie dies bei der Existenzgründung der Fall ist.6 Zur Hilfe werden Mitarbeiter eingestellt, um die Arbeitsprozesse zu optimieren und den Gründer zu entlasten.

Die Existenzgründung wird von Nathusius, einem deutschen Manager und Unternehmer, als Prozess definiert, in dessen Verlauf eine Person berufliche Unabhängigkeit erwirbt.7 Aufgrund des Personenbezugs ist sie deshalb im Einzelhandel wie zum Beispiel bei Eisdielen oder Imbissbuden typisch. Dadurch bildet die Existenzgründung sowohl die wirtschaftliche als auch die finanzielle Lebensgrundlage des Gründers.8

Oftmals stellt eine Unternehmensgründung gleichzeitig eine Existenzgründung dar, jedoch sind die Begriffe, wie bereits erläutert, voneinander abzugrenzen. Eine Gründung, die beide Fälle umfasst, geschieht nur, wenn ein Unternehmen gegründet wird, also ein eigenständiger Organismus, welches in dieser Form vorher noch nicht existiert hat, und gleichzeitig auch die Existenzgrundlage des Gründers geschaffen wird.9 Hierbei werden in einer Gründung zum einen die Merkmale der Existenz- zum anderen auch die Charakteristika der Unternehmensgründung erfüllt.

In den folgenden Seiten meiner Bachelorarbeit werde ich mich speziell mit der Unternehmensgründung beschäftigen, dennoch aber zwangsläufig gewisse Aspekte der Existenzgründung mit einbeziehen.

2.3 Die Geschäftsidee

Was hat es mit dieser bereits in der Einführung genannten „Idee“ auf sich? Laut Lexikon kann eine Idee ein „leitender Gedanke“ oder auch ein „Einfall zu der Lösung eines Problems“10 sein.

Bezieht man den Begriff „Idee“ auf die Gründungsforschung ist grundsätzlich von einer Geschäftsidee die Rede. Diese wird als „Einfall oder neuer Gedanke, welcher als Basis für vertiefende Überlegungen bezüglich einer Unternehmensgründung dient“ definiert.11

Es kommen somit zahlreiche Möglichkeiten in Frage, was eine Geschäftsidee konkret für ein Unternehmen darstellt: Beispielsweise kann sie ein neuartiges Produkt oder ein effizienterer Herstellungsprozess eines bereits bekannten Produktes sein. Theoretisch sind der Geschäftsidee keine Grenzen gesetzt.

Jede Unternehmensgründung startet also mit einer Geschäftsidee.

Doch oft ist nur so eine Geschäftsidee nicht besonders überzeugend, vor allem dann, wenn man fremde Dritte von seinem Vorhaben gewinnen will, wie beispielsweise eine Bank für die Kreditgewährung. Diese fordern, wenn ein Unternehmensgründer bei ihr nach einem Kredit anfragt, ausführlichere Informationen in Form eines sogenannten Businessplans.

2.4 Der Businessplan

Unter einem Businessplan, der in der deutschen Sprache den ursprünglichen Begriff „Geschäftskonzept“ verdrängt hat, versteht man die Beschreibung von unternehmerischen Vorhaben, in denen die unternehmerischen Ziele, geplante Strategien und Maßnahmen sowie die Rahmenbedingungen dargestellt werden.12

Er soll eine anfängliche Idee zu einem großen Konzept formen und komplett auf den Grund gehen.13

Ein solcher Businessplan erfüllt genauer gesagt grundsätzlich zwei verschiedene Zwecke. Einerseits hilft er dem Gründer dabei sich vor der Eröffnung des Geschäftsbetriebs eine intensive Analyse der Geschäftsidee vorzunehmen (unternehmensinterner Nutzen).14 Zum anderen ermöglicht er, potentielle Geldgeber wie Banken detaillierte Informationen zu den Gründern, zum Geschäftsmodell und zu den Finanzplanungen zu gewähren (unternehmensexterner Nutzen).15

Diese Ausführungen sollten vorab lediglich einen kurzen Überblick über den Businessplan geben, da ich ihn in den folgenden Kapiteln noch einige Male erwähnen werde. Ausführlicher, aufgrund der Tatsache, dass er essentiell zur Problemprävention bei der Unternehmensgründung ist, werde ich ihn ab Seite 38 im Kapitel 5 erläutern.

3 Verschiedene Möglichkeiten der Problembetrachtung

Wie bereits erwähnt, können vielerlei Arten von Problemen bei der Unternehmensgründung auftauchen. Ein Ziel meiner Bachelorarbeit ist es, diese Probleme aufzuzeigen, vor allem aber sie zu erklären und zu ihrer Lösung beizutragen.

Nun könnte man alle Probleme der Reihe nach nur aufzählen, jedoch ist es effizienter, sich systematisch einen Überblick über sie zu verschaffen und anschließend in verschiedene Kategorien zu unterteilen.

Im folgenden Kapitel gilt es, die verschiedenen Betrachtungsweisen der zahlreichen Schwierigkeiten aufzuzeigen und die meiner Meinung nach beste davon herauszuarbeiten, um die Probleme dann im weiteren Verlauf möglichst anschaulich darzustellen.

Im Anschluss daran werde ich deren Vor- und Nachteile kurz aufzeigen, um danach eine Entscheidung zu fällen.

3.1 Unterteilung in Gründungsprozesse

Die Gründung eines Einzelunternehmens ist aus juristischer Perspektive gesehen, der Zeitpunkt der Legalisierung eines individuellen Organisationskonstruktes.16

Betriebswirtschaftlich gesehen dauert die Unternehmensgründung meist mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate oder gar Jahre an. Aufgrund dessen kann man die Gründungsphase wiederum in mehrere Prozesse unterteilen. Bereits im Jahr 1977 entwickelten Gründungsforscher ein Modell nach dem man die Gründungsphase in drei Unterphasen untergliedern konnte17 Diese nannten sie Vorgründungs-(bzw. Vorbereitungs-), Gründungs- und Frühentwicklungsphase (Vgl. Abb. 2).

Alternative Modelle beinhalten zudem die Amortisationsphase sowie die Expansionsphase, auf die ich hier aber keinen Schwerpunkt legen möchte.18

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Pfohl: Prozess der Unternehmensgründung

3.1.1 Die Vorgründungsphase

Die Vorgründungsphase ist der dem eigentlichen Gründungsakt vorhergehende Zeitraum.19 In dieser Phase setzt der Gründer sich mit den Chancen und Risiken auseinander und konkretisiert seine Pläne bezüglich seiner Geschäftsidee in Form eines Businessplans.20

3.1.2 Die Gründungsphase

Kennzeichnend für die Gründungsphase ist, dass die tatsächliche juristische Unternehmensgründung in Form einer Gewerbeanmeldung oder einer Firmenbucheintragung vollzogen wird.21 Darüber hinaus erledigt der Gründer die Bereitstellung erster Produktionsfaktoren, den organisatorischen Aufbau des Unternehmens und die Herstellung des ersten Kontakts sowohl zu Lieferanten als auch zu zukünftigen Kunden22

3.1.3 Die Frühentwicklungsphase

In der Frühentwicklungsphase wird die Entwicklungstätigkeit des Unternehmens vollständig abgeschlossen. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass mit der Produktion und bereits mit Verkäufen begonnen wird.23 Allein die Frühentwicklungsphase wird grundsätzlich mit etwa fünf Jahren bemessen. Das Unternehmen ist während dieser Zeit besonders auf Hilfe von außen angewiesen, da in den ersten Jahren der Absatz für gewöhnlich äußerst niedrig ausfällt.24

3.1.4 Auswertung

Bestimmte Probleme treten ausschließlich in der Vorgründungs-, Gründungs- oder Frühentwicklungsphase auf. Daher würde es Sinn machen, diese auch in der Bachelorarbeit in zeitlicher Reihenfolge abzuhandeln, um damit eine echte Unternehmensgründung mit allen möglichen Problemen zu simulieren. Nachteilhaft dabei ist, dass einige Probleme mit verschiedenen Aspekten in mehreren Phasen auftauchen. Somit müsste ich bereits abgehandelte Probleme in ähnlicher Form erneut bei einem späteren Kapitel aufgreifen, was die Abhandlung unübersichtlich und kompliziert zu lesen machen würde.

3.2 Unterteilung in endogene/exogene Bereiche

Dem endogenen Bereich sind die Probleme zuzuordnen, auf die die Handlungen des Unternehmers Einfluss haben. Dies sind zum einen Probleme bezüglich der Finanzen, aber auch des Produktes oder in der Person des Gründers an sich.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Gründer keine Machtmöglichkeit über die exogenen Probleme ausüben kann, da diese von außen vorgegeben werden. Zu diesen zählen unter anderem die öffentlichen Rahmenbedingungen oder auch die Kundenpräferenzen.

3.2.1 Auswertung

Eine Unterteilung in endogene beziehungsweise exogene Probleme wird, da man nur in zwei Kategorien untergliedert, der Komplexität der Realität weitestgehend nicht gerecht. Deshalb erlangte diese Art der simplen Untergliederung in der Gründungsforschung auch keine großen Beliebtheit. Vorteilhaft hierbei ist für den Unternehmer lediglich, dass er sieht, bei welchen Problemen er sein Konzept ändern kann, damit dies einen positiven Effekt für sein Unternehmen bedeutet.

3.3 Unterteilung in 5 Problembereiche

Nach meinen gewonnenen Erkenntnissen lassen sich die Probleme, mit welchen Unternehmensgründer zu kämpfen haben, auch in 5 Problembereiche (Problemcluster) unterteilen. Diese sind:

1. persönliche: Hierunter fallen Probleme, welche die Gründerperson selbst betreffen wie seine Charaktereigenschaften und seine persönliche Eignung als Unternehmensgründer.
2. organisatorische Betroffen sind Probleme bezüglich der Rechtsform, dem Aufbau eines Unternehmens, einschließlich deren Mitarbeiter, ebenso die Erstellung eines Businessplans.
3. finanzielle Selbstverständlich stehen in diesem Zusammenhang sämtliche finanziellen Aspekte, unter anderem die Geldbeschaffung und Rückzahlung des Fremdkapitals.
4. Marketing Alle Hindernisse, die mit Marketing im unmittelbaren Zusammenhang stehen, werden hier erfasst. Als Beispiele dafür gelten Absatzprobleme, Probleme mit der Logistik oder auch Werbung und Kundeninteresse.
5. bürokratische In Deutschland herrscht eine stark ausgeprägte Bürokratie. Der Unternehmensgründer muss mit staatlichen Stellen, wie beispielsweise dem Gewerbeamt und dem Finanzamt in Kontakt treten.

Nicht selten scheitert eine ausgeklügelte Geschäftsidee an den dort auferlegten Regelungen

3.3.1 Auswertung

Diese Art der Unterteilung in Problembereiche ist meiner Ansicht nach sehr übersichtlich, da dies auch die Vorgehensweise der meisten Menschen, bei der Sortierung ihrer vielzähligen Probleme im Kopf, ist. Zum anderen kann man als Unternehmer bei der Erstellung seines Businessplans nacheinander die jeweiligen Punkte und die dazugehörigen Probleme abarbeiten.

3.4 Entscheidung für die Unterteilung in 5 Problembereiche

Die Dauer eines gesamten Unternehmens wird typischerweise in Phasen unterteilt. Es empfiehlt sich dennoch bei der genaueren Betrachtung nur einer dieser Phasen, in diesem Fall der Gründungsphase, diese in Themengebiete zu unterteilen und nicht wiederum in kleinere Phasen bzw. Prozesse.

Ausschlaggebender Grund hierbei war für mich auch bei der Einarbeitung in dieses Thema schlichtweg die Überschaubarkeit der Probleme, da man nicht immer alle Probleme im Blick haben muss. Lediglich diese, welche man mit dem jeweiligen Thema in Zusammenhang bringen konnte, waren relevant.

Eine Aufteilung in endogene bzw. exogene Probleme bietet deutlich weniger Differenzierbarkeit, da nur in zwei Gruppen anstatt in fünf aufgeteilt wird.

Somit werde ich mich beim restlichen Aufbau meiner Bachelorarbeit an den fünf Problembereichen orientieren.

4 Die fünf Problembereiche

4.1 persönliche Probleme

Persönliche Probleme bei der Unternehmensgründung finden ihre Ursache sowohl in der Person des Unternehmers selbst, als auch bei seinem engen sozialen Umfeld, wie der Familie oder guten Freunden.

Beim Unternehmer treten persönliche Probleme meist auf, wenn für die Unternehmensgründung notwendige Charaktereigenschaften fehlen.

Laut den meisten Gründungsforschern sind Risikobereitschaft und Kreativität die Kerneigenschaften, die ein guter Gründer auf jeden Fall mitbringen sollte.25

Nun stellt sich die Frage, ob ein Gründungsvorhaben scheitern muss, sollte der Gründer diese laut den Gründungsforschern unabdingbaren Attribute vermissen lassen. Nach Collrepp wird der Erfolg eines Unternehmens sogar zu einem großen Teil von der Person des Gründers festgelegt.26 Allerdings hängt es auch von der Art des Unternehmens ab, welche Eigenschaften ausschlaggebend sind.27

Im Jahr 2013 waren 30% aller Unternehmensgründer zwischen 25 und 34 Jahren alt, welches das typische Alter für die Gründung einer Familie ist.28 Ein auf jeder Checkliste für Unternehmensgründungen befindlicher Punkt stellt deshalb die „Vereinbarkeit mit der Familie“ dar. Denn besonders in der arbeitsintensiven Gründungsphase ist es wichtig, sich den Rückhalt der Familie zu sichern. Dieser Rückhalt ist zum einen hauptsächlich moralisch und emotional.29 Bei Unvereinbarkeit mit der Familie ist ein Zerbrechen einer der beiden vorprogrammiert.

4.2 organisatorische Probleme

4.2.1 Rechtsform

Der Gründer muss sich bereits in der Vorgründungsphase für eine Rechtsform entscheiden. Eine falsche Wahl kann Konsequenzen in allen Bereichen des Unternehmens haben. Sowohl finanziell und organisatorisch, aber auch wirtschaftlich und steuerlich spielt die Rechtsform eine entscheidende Bedeutung. Das Problem dabei ist, dass es bei den meisten Unternehmen nicht die eine richtige Rechtsform gibt, sondern Vor- und Nachteile der verschiedenen Rechtsformen abzuwägen sind. Diese Ausarbeitung wird häufig einem externen Berater überlassen, welcher abhängig von den Interessen seines Kunden einen rechtlich möglichen Vorschlag unterbreitet.30

Wenn man die verschiedenen Vorzüge darstellen will, empfiehlt sich eine Unterteilung in Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften31, um anhand dessen zu ermitteln, was für das eigene Unternehmen die vorteilhafteste Wahl ist (Vgl. Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Kollmann, Rechtsform, Ü bersicht

Alternativ bietet sich eine Aufschlüsselung in Gewerbearten

(Dienstleistungsgewerbe, Handelsgewerbe und Industriegewerbe) an.32 Die Liste der Kriterien ist zahlreich, weswegen ich mich auf die wesentlichen beschränken werde.33 Dies sind in meinen Augen Haftung, Kosten, Ansehen, sowie die steuerliche Belastung.

4.2.1.1 Einzelunternehmen

Als Einzelunternehmen, der häufigsten Rechtsform in Deutschland, werden Kleingewerbetreibende, Einzelkaufleute und die Freien Berufe zusammengefasst.34

Ihnen gemeinsam ist, dass der Unternehmer allein, d.h. ohne weitere Gesellschafter tätig ist.35 Die Haftung erfolgt unmittelbar und unbeschränkt, also sowohl mit dem Betriebs- als auch mit dem gesamten Privatvermögen des Gründers.36 Da die Unsicherheit bezüglich des Erfolgs bei neuen Unternehmen relativ hoch ist, empfiehlt sich das Einzelunternehmen somit nicht beim Industriegewerbe, vor allem auch aufgrund der Produkt- beziehungsweise der Produzentenhaftung.37 Bei diesen haftet kurz gesagt der Produzent gegenüber jedem Abnehmer für Fehler seines Produkts.38

Ein Pro für die Rechtsform Einzelunternehmen bilden die niedrigen Kosten bei der Gründung. Es ist lediglich eine Anmeldung des Unternehmens beim Gewerbeamt und, wenn es sich um gewerbetreibende Kaufleute handelt, zusätzlich eine Eintragung ins Handelsregister erforderlich.39 Dazu kommt, dass kein Mindestkapital, wie dies zum Beispiel bei einer GmbH der Fall ist, benötigt wird.

Das Einzelunternehmen genießt darüber hinaus ein relativ neutrales Ansehen, was allerdings durch eine Eintragung ins Handelsregister, wodurch es den Zusatz e.K. (eingetragener Kaufmann) erhält, etwas angehoben werden kann. Ein weiterer Punkt der für die Gründung eines Einzelunternehmens spricht ist, dass nahezu keine Anforderungen für eine Gewerbeanmeldung erfüllt werden müssen. Dies stellt aber zugleich auch einen großen Nachteil dieser Unternehmensform dar, da hierdurch auch Unqualifizierte ein Unternehmen gründen können und somit das Risiko für den Kunden bzw. staatliche Einrichtungen wächst. Ein Ausgleich hierzu wird dadurch geschaffen, dass der Gründer hier dem Endabnehmer bzw. staatlichen Stellen auch mit seinem Privatvermögen haftet, was diesen eine gewisse Sicherheit garantiert.

Einkommensteuerrechtlich wird der Gewinn des Unternehmens entweder den gewerblichen Einkünften nach §15 Einkommensteuergesetz (EStG) oder, im Fall der Freien Berufe nach §18 EStG den Einkünften des Gründers hinzugerechnet. Falls das Unternehmen der Gewerbesteuer unterliegt, erhält es einen Freibetrag in Höhe von 24.500€ nach §11 Abs.1 Nr.1 GewStG Gewerbesteuergesetz.

[...]


1 Vgl. Günterberg (2014), ifm-bonn.org/statistiken/gruendungen-und- unternehmensschliessungen/#accordion=0&tab=0

2 Vgl. Pfohl (2006), S. 360

3 Vgl. Unterkofler (1994), S. 35

4 Vgl. Kollmann (2005), S. 405

5 Vgl. Kollmann (2005), S. 406

6 Vgl. Kollmann (2005), S. 406

7 Vgl. Nathusius (1980) S. 177

8 Vgl. Pfohl (2006), S. 361

9 Vgl. Pfohl (2006), S. 361

10 Vgl. Lexikon (2014)

11 Vgl. Kollmann (2005) S. 155

12 Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/business-plan.html? referenceKeywordName=Gesch%C3%A4ftsplan

13 Vgl. http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/businessplan

14 Vgl. Kollmann (2005) S. 57

15 Vgl. Kollmann (2005) S.57

16 Vgl. Hommel (2002) S. 3

17 Vgl. Unterkofler (1989) S. 38

18 Vgl. Hering (2005) S. 363

19 Vgl. Hering (2005) S. 14

20 Vgl. Hering (2005) S. 14

21 Vgl. Gruber-Mücke ( 2007) S. 64 ; Hering (2005) S.14

22 Vgl. Hering (2005) S.14

23 Vgl. Hering (2005) S.14

24 Vgl. Gruber-Mücke ( 2007) S. 64

25 Vgl. u.A. Herzog (1998) S. 272, Hahn/Esser (1999) S. 75

26 Vgl. Collrepp (2011) S. 5

27 Vgl. Collrepp (2011) S. 5

28 Vgl. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183850/umfrage/unternehmensgruender-nach- altersklassen-in-deutschland/

29 Vgl. Collrepp (2011) S.4

30 Vgl. Lüdicke/Sistermann (2008) S.58

31 Vgl. Schefczyk (2003) S.63f

32 Vgl. Egger/Gronemeier (1996) S.4

33 Vgl. Lüdicke/Sistermann (2008) S.60

34 Vgl. Schefczyk (2003) S. 63

35 Vgl. Schefczyk (2003) S. 63

36 Vgl. Hebig (2014) S. 135

37 Vgl. Egger/Gronemeier (1996)

38 Vgl. Karg (2011) , http://www.it-recht-kanzlei.de/produkthaftung-produzentenhaftung.html

39 Vgl. Hebig (2014) S. 135

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Betriebswirtschaftliche Probleme bei der Unternehmensgründung und mögliche Lösungsansätze
Hochschule
Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg; ehem. Fachhochschule Ludwigsburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
47
Katalognummer
V339675
ISBN (eBook)
9783668293212
ISBN (Buch)
9783668293229
Dateigröße
3997 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL, Betriebschwirtschaft, Unternehmensgründung, Probleme, Unternehmen, Gründung, Wirtschaft, Ludwigsburg, Bachelorarbeit
Arbeit zitieren
Tom Engelhardt (Autor), 2015, Betriebswirtschaftliche Probleme bei der Unternehmensgründung und mögliche Lösungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339675

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