Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen an das Produkt-Informations-Management (PIM) im Handel in Hinblick auf dessen Einsatz im Cross-Channel-Retailing.
Ausgehend von der Unternehmensstrategie eines Handelsunternehmens soll das Produkt-Informations-Management orientiert an den relevanten unternehmerischen Herausforderungen und den daraus resultierenden Anforderungen aufgebaut werden.
Zunächst zeigt eine Analyse des themenrelevanten Umfeldes im theoretischen Teil die Notwendigkeit und die Nutzenwirkung eines zentralen PIMs.
Für die Definition des Business-Modells wird nach einer Analyse des themenrelevanten Umfeldes die Methode „Business-Modell-Canvas“ und „Value Proposition Design“ von Ostermann verwendet, welche eine stakeholder-orientierte Definition des Wertangebotes und der dazu erforderlichen Ressourcen und Aktivitäten gewährleistet.
Dadurch entsteht eine Strategie zum Aufbau eines PIM um eine bestmögliche Nutzenwirkung auf die übergreifende Cross-Channel-Retailing Strategie zu erreichen. Diese Nutzenwirkung wird durch den Einbezug aller Stakeholder der jeweiligen Geschäftsfelder (z.B. unterschiedliche Vertriebskanäle) bei der Definition des dem PIM zugrundeliegenden Business Modells erreicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis
2 Abkürzungsverzeichnis
3 Abstract / Management Summary
4 Einleitung
5 Theorieteil
5.1 Begriffsklärung Produkt-Informations-Management
5.2 Abgrenzung zwischen ERP und PIM
5.3 Heutige Bedarfstreiber für Produkt-Informations-Management
5.4 Herausforderungen für die Migros im Themenkontext
5.5 Cross-Channel-Retailing – Anforderungen an ein PIM
5.6 Organisatorische Anforderungen an ein PIM
5.6.1 Berührungspunkte des Produkt-Informations-Managements
5.6.2 Stakeholder-orientiertes Produkt-Informations-Management
5.7 Nutzen-Wirkungs-Übersicht PIM
5.8 Finanzperspektive: Kosten und Nutzen eines PIM
5.8.1 Finanzielles Potenzial durch PIM als Enabler für Cross-Channel-Retailing
5.8.2 Gewinnen neuer KundInnen
5.8.3 Steigerung der Reputation
5.8.4 Schneller Time-To-Market
5.8.5 Stärkung Verhandlungsposition im Einkauf
5.8.6 Erhöhung Automatisierungsgrad
5.8.7 Eliminieren von redundanten Aufwänden
5.9 PIM im MIGROS-Konzern
5.9.1 Umsetzungsstand PIM heute
5.9.2 Konzernübergreifende Aktivitäten
5.9.3 Netzwerkeffekte im MIGROS-Konzern
5.9.4 Synergiepotenzial im MIGROS-Konzern
5.10 Lösungsthese und Zwischenfazit
6 Auswertungsteil
6.1 Die 9 Bausteine der PIM Business-Model-Canvas
6.1.1 Kundensegmente / Customer Segments
6.1.1.1 Interne Service-KonsumentInnen
6.1.1.2 Externe Datenbezüger
6.1.2 Wertangebote / Value Proposition
6.1.3 Kundenbeziehung / Customer Relationship
6.1.4 Schlüsselaktivitäten / Key Activities
6.1.5 Schlüsselressourcen / Key Ressourcen
6.1.6 Schlüsselpartner / Key Partners
6.1.6.1 Lieferanten
6.1.6.2 IT-Services
6.1.6.3 Interne Informations-Quellen
6.1.6.4 Externe Informations-Quellen
6.1.6.5 Beratungsunternehmen
6.1.7 Absatzkanäle / Channels
6.1.8 Kostenstruktur / Cost Structure
6.1.9 Einnahmequellen / Revenue Streams
6.1.10 Zusammenfassung
6.2 Umsetzung der PIM-Strategie
6.3 Teilziele
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen an ein zentrales Produkt-Informations-Management (PIM) im Kontext des Cross-Channel-Retailings. Ziel ist es, basierend auf der Unternehmensstrategie der Migros, ein nachhaltiges Business-Modell für ein PIM-Programm zu entwickeln, das durch eine effiziente Datenorganisation Synergien nutzt und die Kundenbedürfnisse über alle Vertriebskanäle hinweg optimal bedient.
- Analyse der Bedarfstreiber für ein zentrales PIM im Handel
- Entwicklung einer PIM-Strategie mittels Business-Model-Canvas
- Identifikation organisatorischer Anforderungen und Stakeholder-Bedürfnisse
- Quantifizierung des Nutzens und Definition messbarer Teilziele für das PIM-Programm
Auszug aus dem Buch
5.1 Begriffsklärung Produkt-Informations-Management
Das Produkt-Informations-Management ist eine Disziplin des Stammdaten-Management (Master-Data-Management). (Schuech, Gansor, & Ziller, 2012, S. 86)
Stammdatenobjekte sind [...] Geschäftsobjekte im Unternehmen, die in wertschöpfenden Prozessen verwendet werden. Ein Stammdatenobjekt wird durch die Struktur (Bauplan) und das Verhalten (Funktionen und Regelwerk) beschrieben“. (Schuech, Gansor, & Ziller, 2012, S. 29).
Für Produktinformationen lässt sich diese Definition wie folgt konkretisieren: Das Produkt-Informations-Management beschäftigt sich mit der zentralen Beschaffung und Verwaltung von strukturierten (Stammdaten und Eigenschaften) und unstrukturierten (Beschreibungen, Bilder und andere Media-Assets) Informationen, welche im Produktlebenszyklus zu einem Produkt entstehen. Zusätzlich mit deren Qualitätssicherung, basierend auf definierten Standards, und mit deren Bereitstellung an alle relevanten Bereiche und wertschöpfenden Prozesse und Systeme im Unternehmen. (Schuech, Gansor, & Ziller, 2012, S. 87)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Produktinformationen im modernen Kaufentscheidungsprozess ein und definiert die Abgrenzung zwischen Single-, Multi- und Cross-Channel-Retailing.
Theorieteil: Hier werden theoretische Grundlagen des PIM, dessen Abgrenzung zu ERP-Systemen sowie die spezifischen Anforderungen und Bedarfstreiber, insbesondere im Kontext der Migros, detailliert analysiert.
Auswertungsteil: In diesem Teil wird das PIM-Programm unter Anwendung des Business-Model-Canvas-Frameworks konzeptionell ausgearbeitet, einschließlich der Rollenverteilung, Prozessdefinitionen und der strategischen Roadmap.
Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die strategische Notwendigkeit eines zentralen PIM zusammen und bestätigt die Ausgangshypothese hinsichtlich der Effizienzsteigerungen und Synergieeffekte für den Konzern.
Schlüsselwörter
Produkt-Informations-Management, PIM, Cross-Channel-Retailing, Migros, Business-Model-Canvas, Master-Data-Management, Datenqualität, Stakeholder-Management, Wertangebot, Digitalisierung, Synergiepotenzial, Handelsstrategie, Stammdaten, Kundenorientierung, Prozessmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und den Aufbau eines zentralen Produkt-Informations-Managements (PIM) innerhalb eines grossen Handelskonzerns, um den steigenden Anforderungen im Cross-Channel-Retailing gerecht zu werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die strategische Ausrichtung von Produktinformationen, der Vergleich zwischen verschiedenen Retail-Strategien, die Analyse von Bedarfstreibern im digitalen Handel sowie die organisatorische Verankerung eines PIM-Programms.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Definition einer Strategie zur Realisierung eines zentralen PIM-Programms, das die Produktinformationen über alle Kanäle hinweg konsistent zur Verfügung stellt und somit den wirtschaftlichen Erfolg sowie die Kundenzufriedenheit steigert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt zur Modellierung des PIM-Programms das "Business-Model-Canvas"-Framework von Osterwalder et al. sowie ergänzend SWOT-Analysen zur Validierung des Geschäftsmodells.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einleitung die Ist-Situation bei der Migros untersucht, der Nutzen eines zentralen PIM quantifiziert und konkrete Bausteine für ein tragfähiges Business-Modell sowie Umsetzungspläne abgeleitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Produkt-Informations-Management, Cross-Channel-Retailing, Business-Model-Canvas, Datenqualität und Migros-Konzern.
Wie unterscheidet sich die PIM-Strategie für die Migros von anderen Unternehmen?
Die Besonderheit liegt in der Konzernstruktur mit zahlreichen unterschiedlichen Tochterunternehmen und Sortimenten, weshalb ein "Konzern-PIM" Synergien durch gemeinsame Datenstandards und ein übergreifendes Programm-Board nutzen muss.
Welche Rolle spielt die "Balanced Scorecard" in diesem PIM-Konzept?
Die Balanced Scorecard wird als Instrument verwendet, um die Auswirkungen des PIM-Systems auf unterschiedliche Perspektiven (Prozess, Qualität, Finanzen) messbar zu machen und in das Controlling zu integrieren.
- Quote paper
- Manfred Jürgens (Author), 2016, Konzernübergreifendes Produkt-Informations-Management im Cross-Channel-Retailing. Vertriebskanäle der Migros Genossenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339685