Ich habe mich in meiner Hausarbeit für das Thema „Die Hitlerjugend von 1933 bis 1944“ entschieden. Auch wenn das Dritte Reich längst der Vergangenheit angehört, ist dieses Thema doch immer wieder aktuell und im Alltag von solcher Präsenz, dass es sich durchaus lohnt, sich damit näher zu befassen. Uns hat hierbei besonders der Stand der Kinder und Jugendlichen zu der Zeit interessiert. Leitfragen sind für mich: „Wie verliefen Bildung und Erziehung im Dritten Reich?“ „Was machte die Organisation der Hitlerjugend für die Kinder so interessant (oder auch uninteressant)?“ Auf diese und ähnliche Fragen will ich in meiner Hausarbeit eine Antwort finden. Ich habe es auch für wichtig gehalten, die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Situation zu behandeln und näher zu betrachten. Demnach gehe ich zunächst auf die Person Adolf Hitler ein, explizit auf den gesetzlichen Prozess seiner Machtergreifung. Im Anschluss stelle ich noch einige weitere nationalsozialistische Jugendverbände vor, die über kurze oder längere Zeit neben der Hitlerjugend bestanden haben. Auch auf die wohl noch immer unbeantwortete Frage „Wie konnte das passieren?“ werde ich zum Teil versuchen einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Adolf Hitler – Biographie
2.1 Familienverhältnisse, Figur seines Vaters, seine frühen Ambitionen und schulische Erfahrungen
2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.3 Hitlers politische Laufbahn
3. Gesetzgebung im Nationalsozialismus – ein wichtiger Schritt im Prozess der Machtergreifung Hitlers
3.1 Die Notverordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat
3.2 Das Ermächtigungsgesetz
3.3 Die Zerschlagung der Gewerkschaften
3.4 Verbot der Sozialdemokratischen Partei
3.5 Gesetz gegen die Neubildung von Parteien
3.6 Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat
3.7 Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches
3.8 Die Nürnberger Gesetze
3.9 Gesetz über die Hitlerjugend
4. Die Hitlerjugend (HJ)
4.1 Allgemeines über die Hitlerjugend
4.2 Der Dienst in der Hitlerjugend
4.2.1 Heimabende
4.3 Die Jugend im Krieg
4.3.1 Führer- und Führerinnenschulen
4.4 Die demographische Entwicklung der Hitlerjugend von 1932 bis 1939
5. Nationalsozialistische Jugendverbände
5.1 Nationalsozialistischer Studentenbund
5.2 Nationalsozialistischer Schülerbund
5.3 Nationalsozialistische Berufsschulorganisation
5.4 Nationalsozialistische Pfadfinderschaft
6. Schule und Bildung im Nationalsozialismus
6.1 Bericht: Der Weg einer Schule im NS-Regime von 1933 bis 1944
6.2 Adolf-Hitler-Schulen (AHS)
7. Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Organisation der Hitlerjugend im Zeitraum von 1933 bis 1944. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie Bildung und Erziehung im Dritten Reich gestaltet wurden und welche Faktoren die Hitlerjugend für Kinder und Jugendliche trotz ihrer ideologischen Ausrichtung interessant machten.
- Biographische und machtpolitische Hintergründe Adolf Hitlers.
- Analyse der nationalsozialistischen Gesetzgebung zur Etablierung des Führerstaates.
- Struktureller Aufbau und ideologische Indoktrination in der Hitlerjugend.
- Auswirkungen der totalen Kriegführung auf die Jugendorganisationen und das Schulwesen.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Heimabende
Der Heimabend ist ein Zusammentreffen der Hitlerjugend, um Lieder zu singen und sich auszutauschen, über Politik, oder Weltanschauliches. 1933 ist die Hitlerjugend, genau wie das gesamte Volk, arm. Man trifft sich deswegen in Heimen, Nebenzimmern, oder Jugendherbergen – Jungen und Mädchen getrennt – und 15 bis 25 Teilnehmer versammeln sich auf Stühlen oder Tischen in einem Halbkreis. Der Abend wird durch den HJ-Führer eröffnet, der das Thema angibt.
Der Hitlerjugend wird durch den Reichsrundfunk über die Anfangsschwierigkeiten hinweggeholfen. Durch das 14-tägige Senden von „Die Stunde der jungen Nation“ wird der Heimabend zu einem zusätzlichen Erlebnis.
Ende 1933 hat sich die Hitlerjugend als Organisation gefestigt. 1934 ist der Schritt von der Improvisation des Heimabends in die Organisation durch das „Jahr der Schulung“ getan. Um den Heimabend noch anschaulicher zu gestalten, werden die „Heimabendmappen“ eingeführt, die eine große Zustimmung finden, da Themen des Abends übersichtlich gestaltet sind und Lieder und Vorlesungen beinhalten.
1939 erscheint ein Bildband der Heimabende, der „Handatlas“ für die Hitlerjugend. Wie in allen Sparten der Jugendarbeit, bringt die Reichsjugendführung auch in die weltanschauliche Schulung bald System. Es gibt ein Erlebnis- und Erziehungsjahr für die Hitlerjugend, wobei die Hauptthemen der Schulung das Brauchtum im Jahresablauf, Leben und Werk des Führers und Reichskanzlers, die deutsche Geschichte und die nationalsozialistischen Weltanschauung für das Jungvolk und die Jungmädel bilden. Die älteren Jahrgänge und erst recht die Jugendführer und -führerinnen werden in der deutschen Geschichte, in der Erb- und Rassenlehre, sowie in weiteren Grundfragen des Nationalsozialismus geschult. Die nationale Geschichtsschulung wird dabei manchmal zu einer Art Religionsersatz. Friedrich der Große ist ein Hauptthema der Hitlerjugend, denn er wird zur Symbolfigur, wobei die Jugend diesem Ideal nachstrebt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung der Hitlerjugend und formuliert die Leitfragen zur erzieherischen und ideologischen Wirkung auf die Jugend im Dritten Reich.
2. Adolf Hitler – Biographie: Dieses Kapitel beleuchtet den Lebensweg Hitlers, seine schulischen Erfahrungen und die historischen Ereignisse, die den Aufstieg zum Diktator begünstigten.
3. Gesetzgebung im Nationalsozialismus – ein wichtiger Schritt im Prozess der Machtergreifung Hitlers: Hier werden die juristischen Maßnahmen analysiert, durch welche das demokratische System der Weimarer Republik ausgehebelt und die absolute Macht gesichert wurde.
4. Die Hitlerjugend (HJ): Das Kapitel behandelt den strukturellen Aufbau, die Ideologie und den Alltag der HJ sowie deren Wandlung durch den totalen Krieg.
5. Nationalsozialistische Jugendverbände: Hier werden konkurrierende oder ergänzende NS-Jugendverbände wie der Studenten- und Schülerbund vorgestellt, die letztlich in die HJ eingegliedert wurden.
6. Schule und Bildung im Nationalsozialismus: Die Untersuchung der Schulkultur und Bildungspolitik zeigt die schrittweise Instrumentalisierung des Unterrichts für die nationalsozialistische Ideologie und den Krieg auf.
7. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Anziehungskraft der HJ und die Unausweichlichkeit der staatlichen Kontrolle für Jugendliche in dieser Ära.
Schlüsselwörter
Hitlerjugend, Nationalsozialismus, Machtergreifung, Erziehung, Indoktrination, Führerstaat, Heimabend, Zweiter Weltkrieg, Jugendverbände, Bildungspolitik, Totaler Krieg, Propaganda, Rassenlehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung, Struktur und Ideologie der Hitlerjugend zwischen 1933 und 1944 sowie der damit verbundenen Bildungspolitik im Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Biographie Adolf Hitlers, die juristische Zerschlagung der Demokratie, die paramilitärische Erziehung der Jugend und die zunehmende Einbindung junger Menschen in den Kriegseinsatz.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die das NS-Regime die Freizeit und Erziehung von Kindern und Jugendlichen kontrollierte und diese für die Ziele des Staates instrumentalisierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine historische Literaturanalyse, wobei sie neben Fachliteratur auch Primärquellen wie Gesetze, Berichte und Liedtexte aus dieser Zeit auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Gesetzeslage zur Machtergreifung, eine detaillierte Betrachtung der HJ-Organisation, den Einfluss auf das Schulsystem und die Dokumentation der fortschreitenden Militarisierung des Jugendalltags.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie "totale Erziehung", "Führerstaat", "Zwangsmitgliedschaft" und "Indoktrination" beschreiben die zentralen Aspekte der Untersuchung am treffendsten.
Was unterscheidet die Hitlerjugend von anderen Jugendverbänden?
Im Gegensatz zu früheren oder konfessionellen Verbänden war die HJ durch das Verbot aller Konkurrenzorganisationen und die spätere Einführung der Jugenddienstpflicht ein staatliches Instrument mit totalitärem Erziehungsanspruch.
Welche Rolle spielten die Adolf-Hitler-Schulen?
Diese Schulen dienten als Eliteeinrichtungen, um gezielt den "Führernachwuchs" nach nationalsozialistischen Rassenvorgaben und unter dem Prinzip "Jugend führt Jugend" auszubilden.
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- Nicole Budzinski (Author), Christin Remmers (Author), 2004, Hitler und die Hitlerjugend von 1933 bis 1944, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33974