Beratung von Eltern medienabhängiger Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I


Masterarbeit, 2016

71 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mediennutzung der Schüler/innen
2.1 Definition von Medien

3 Empirische Befunde
3.1 Die Ergebnisse der JIM-Studie

4 Mediensucht
4.1 Definition von Sucht
4.2 Stoffgebundene und Stoffungebundene Sucht
4.3 Diagnosekriterien und Erhebungsinstrumente
4.4 Empirische Befunde
4.5 Kritik

5 Einfluss der Medien auf die Schulleistungen
5.1 Die KFN-Studie
5.2 Das Fallbeispiel „Ted“
5.3 Computersuchthilfe für süchtige Schüler/innen
5.4 Computersuchthilfe für Lehrer

6 Medienerziehung in der Familie
6.1 Strukturwandel der Jugend
6.2 Familie im Wandel
6.3 Veränderungen als Bewältigungsprozess für Eltern und ihre Kinder
6.4 Medienerzieherisches Handeln in Familien

7 Elternberatung als Teil des Lehrerberufs
7.1 Was ist Beratung?
7.2 Gesprächstechniken
7.3 Vorbereitung des Elterngesprächs
7.4 Gesprächsphasen
7.5 Schwierige Gesprächssituationen/ Konflikte

8 Medienpädagogische Elternberatung
8.1 Wie Eltern ihre Kinder im Umgang mit Medien stärken können
8.2 Mediensuchtprävention

9 Fazit

10 Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Die zunehmende Durchdringung des Alltags mit digitalen Medien hat einen großen Einfluss auf den Lebensraum der Schüler und Schülerinnen, sodass dieser größtenteils durch digitale Erlebniswelten geprägt ist. Durch die ubiquitäre Verfügbarkeit von Internet, digitalen Kommunikationsmitteln und Computerspielen sowie TV wird den Schülern und Schülerinnen der Sekundarstufe I jederzeitiger Zugang zu virtuellen Welten ermöglicht. „Die tägliche Kommunikation und Vernetzung mittels SchülerVZ und StudiVZ ist ebenso selbstverständlicher Bestandteil des Alltags, wie die Pflege der webgestützten Selbstpräsentation in einem persönlichen Blog oder einer eigenen Website“ (Dittler; Hoyer 2010, S. 7). Zudem haben auch digitale Spiel- und Erlebniswelten einen großen Stellenwert in der Freizeit der Schüler/innen. Barsch und Erlinger (2002, S. 54) bezeichnen Kinder und Jugendliche als „Profiteure“ der Entwicklung der Medien, die unbefangen und intensiv das nutzen, was vom Mediensystem zur Verfügung gestellt wird. Während hier selbst kleine Kinder involviert sind, z.B. durch das Fernsehen, falten sich für Schüler/innen der Sekundarstufe I die Möglichkeiten, die Angebote des Mediensystems zu nutzen immer weiter aus. Für sie gibt es typische Nutzungsorte, -zeiten und Nutzungsstile, die Jugendliche gemeinsam prägen und nachfragen, (auch) um sich dadurch als Angehörige ihrer jeweiligen Gruppen auszuweisen (vgl. ebd.).

Die exzessive Nutzung von Bildschirmmedien kann jedoch zu einer Beeinträchtigung der körperlichen, sozialen und kognitiven Entwicklung führen und so die Chancen auf ein erfülltes und gelingendes Leben verringern. Daher ist es wichtig, dass für Schüler/innen eine Grundlage geschaffen wird, die einen dosierten, aktiven und technisch versierten Umgang mit Bildschirmmedien zur Bereicherung ihrer Lebenswelt ermöglicht. Dadurch dass die Mediensucht in den letzten Jahren die wissenschaftliche Aufmerksamkeit errungen hat, bekommt der Schutz vor problematischer Bildschirmmediennutzung eine neue Dringlichkeit. Das Ausmaß der Mediennutzung von Schüler(n)/innen hängt stark von der Mediensozialisation im Elternhaus ab. So können Formen der Medienerziehung im Elternhaus z.B. das Risiko für Computerspielabhängigkeit oder für die suchtartige Nutzung sozialer Netzwerke erhöhen. „Als erste Konsequenz aus dem vermehrten Auftreten von Mediensucht in diesem Sinne ergibt sich die Forderung, dass gelingende Medienerziehung heute keinesfalls mehr unreflektiert in immer weiter zunehmender Nutzung von Bildschirmmedien bestehen kann, sondern immer den Aspekt der Vorbeugung gegen problematische und sogar suchtartige Nutzung, also die 'Mediensuchtprävention' mit berücksichtigen muss“ (Bleckmann et al. 2013, S. 1). Daher wird vor allem Eltern eine wesentliche Rolle zugeschrieben. Daher sollen in der vorliegenden Arbeit innovative Präventionsmaßnahmen zur Beratung von Eltern medienabhängiger Schüler/Schülerinnen in der Sekundarstufe I dargestellt werden.

Für diesen Zweck wird zunächst im ersten Teil der Arbeit ein theoretisches Fundament geschaffen. Diesbezüglich werden allgemein relevante Definitionen von Medien und Sucht herangezogen, die für das Verständnis dieser Arbeit einen elementaren Charakter aufweisen. In diesem Zusammenhang wird die exzessive Mediennutzung bzw. die Mediensucht von Schüler(n)/innen dargestellt. Einen Schwerpunkt dieser Ausarbeitung bildet die JIM-Studie, die für die Untersuchung der Medienausstattung und des Medienkonsums der Schüler/innen in ihrer Freizeit herangezogen wird. Anschließend wird der Einfluss der exzessiven Mediennutzung auf die Schulleistungen herausgearbeitet. Im zweiten Teil der vorliegenden Arbeit soll auf die Medienerziehung in der Familie eingegangen werden. Hier wird unter anderem deutlich, dass der übermäßige Mediengebrauch der Schüler/innen ihre Eltern vor große Herausforderungen stellt. Zudem zeigen die Ergebnisse im ersten Teil der Arbeit, dass die Schulleistungen stark durch die Medienabhängigkeit der Schüler/innen beeinträchtigt werden. Im Hinblick darauf ist es essentiell, dass Eltern und Lehrer miteinander kooperieren. Daher soll hier abschließend die medienpädagogische Elternberatung, die auch als Aufgabe der Lehrer angesehen wird, aufgeführt werden.

2 Mediennutzung der Schüler/innen

Die zahlreichen Facetten der Digitalisierung spielen heutzutage eine große Rolle in der Entwicklung der Schüler/innen. Der Umgang mit Computer, Handy oder Internet ist selbstverständlich und wird nicht hinterfragt oder als etwas Besonderes betrachtet. Er ist nämlich voll und ganz in den Alltag und die Alltagskommunikation der Schüler/innen integriert. Diese Tatsache ruft bei den Erwachsenen von Anfang an Skepsis hervor, sodass sie für jede Art von Missständen schnell die Medienwelt der Jugendlichen verantwortlich machen. Hierbei handelt es sich um eine Medienwelt, die vielen Erwachsenen kaum oder nur oberflächlich bekannt ist und zu der sie meist auch wenig Zugang haben oder wollen. Es ist deutlich, dass die letzten zehn Jahre durch einen enormen Wandel des Medienangebots geprägt sind. Hier ist nämlich eine rasante technische und inhaltliche Entwicklung von digitalen Medien zu beobachten (vgl. Feierabend 2010, S. 29). Besonders diese bieten eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten und sind dadurch zu einem wichtigen Bestandteil des Alltags von Schüler(n)/innen geworden.

2.1 Definition von Medien

Der Medienbegriff taucht sowohl in der Umgangssprache als auch in der pädagogischen Diskussion und Literatur in verschiedenen Zusammenhängen auf. Hier wird z.B. thematisiert, dass Medien das Lernen unterstützen sollen oder dass die Medien zu heimlichen Erziehern geworden sind. Zudem wird angenommen, dass das Medium „Werbung“ dazu führt, dass sich bei Schüler(n)/innen eine Konsumorientierung ausgebreitet hat. Darüber hinaus wird diskutiert, dass Medienkunde als unterrichtliches Fach eingeführt werden sollte und dass Lehrpersonen eine medienerzieherische Ausbildung benötigen. So wird zum Teil ein unklarer Medienbegriff verwendet, der unter Umständen zu widersprüchlichen Aussagen führt.

Der Begriff „Medium“ meint in der Regel ein Mittel oder einen Mittler bzw. etwas „Vermittelndes“. Er wird für sehr unterschiedliche Sachverhalte verwendet wie z.B. Tafel und Kreide, Landkarte und Atlas, für Radio und Fernsehen, für Hörspiel und Unterrichtsfilm, für Lehrervortrag und Arbeitsblatt etc. (vgl. Tulodziecki 1997, S. 33). Somit werden als Medien materielle oder immaterielle Formen bezeichnet, in denen sich ein Inhalt oder Sachverhalt einem Subjekt darstellt. „Medien fungieren als Bedeutungsträger, die Subjekt und Welt miteinander verbinden“ (Schachtner 2005, S. 1278). So können Medien als Mittler verstanden werden, durch die in kommunikativen Zusammenhängen bestimmte Zeichen mit technischer Unterstützung übertragen, gespeichert, wiedergegeben oder verarbeitet und in abbildhafter oder symbolischer Form präsentiert werden. Dabei fungieren die Zeichen als Träger von Bedeutungen für die an der Kommunikation beteiligten Personen (vgl. Tulodziecki 1997, S. 37).

Vor diesem Hintergrund ist der Begriff „Neue Medien“ zu nennen, der in den 70er Jahren auftritt, „und zwar als Oberbegriff für alle Verfahren und technischen Mittel, die mithilfe innovativer oder erweiterter Technologien neuartige, also in dieser Art bis dahin nicht gebräuchlichen Nutzungsformen bereits vorhandener Massen- und Speichermedien wie Kabel und Satellitenfernsehen, Bildschirmtext, Videografie oder Bildplatte ermöglichten“ (Hüther 2005, S. 346). Heute wird der Begriff vorwiegend als Bezeichnung für die auf digitaler computertechnischer Basis arbeitenden vernetzten Multimediatechnologien verwendet. Somit stehen vor allem technische Aspekte und die dadurch neu erschlossenen Nutzungsbereiche sowie ihr alltagsrelevanter Gebrauchswert im Vordergrund. Zu den Merkmalen neuer Medien zählen Digitalität, Vernetzung, Globalität, Mobilität, Konvergenz und Interaktivität. In diesem Zusammenhang kann das „Handy“ mit seinen zahlreichen Funktionen (Tuner, Digitalkamera, Internetzugang, integrierten Spielen, etc.) als Beispiel aufgeführt werden. Hier ist eine Verkoppelung von Einzelmedien zu Multimedia-Systemen zu erkennen, was auf den Nutzer konsumstimulierend wirkt. „Die Multifunktonalität ihrer Inhalte und die Breite ihres Nutzungsspektrums sind wesentliche Gründe für die Attraktivität und steigende Akzeptanz der Neuen Medien“ (ebd. S. 348)

3 Empirische Befunde

3.1 Die Ergebnisse der JIM-Studie

Die JIM-Studie gibt seit 1998 jährlich eine Untersuchung zu der Mediennutzung der Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren in Deutschland heraus. So ist die JIM-Studie inzwischen zu einem Standardwerk geworden, das regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen des Medienumgangs von Schüler(n)/innen in Deutschland informiert. Sie liefert Informationen zur Geräteausstattung, zu Freizeit- und Medienbeschäftigungen, zu Fragen der Medienbindung, zum Stellenwert von Fernseher, Radio, Computer und Internet sowie des Mobiltelefons (vgl. Rathgeb 2012, S. 45). Hier werden die wichtigsten Kennzahlen wie Häufigkeit und Dauer sowie inhaltliche Aspekte abgebildet. „Einen Schwerpunkt bildet 2015 das Interesse an verschiedenen Themen sowie die hierfür präferierten Informationskanäle“ (JIM-Studie 2015, S. 3). Zudem werden in der JIM-Studie 2015 als weitere Aspekte die Nutzung von Bewegtbildangeboten auf den verschiedenen Plattformen und damit die Relevanz von linearen und non-linearen Angeboten für die „Generation Smartphone“ dargestellt (vgl. ebd.).

3.1.1 Medienausstattung der Schüler/innen

Die technischen Möglichkeiten für Schüler/innen, Medien zu nutzen, sind mittlerweile enorm. Die Haushalte, in denen Schüler/innen heutzutage aufwachsen, sind in hohem Maße mit Mediengeräten ausgestattet. So sind in praktisch allen Familien Mobiltelefone (meist Smartphones), Computer/Laptop sowie Fernseher und ein Internetzugang vorhanden. 93 Prozent der Haushalte haben eine Digitalkamera. Zudem sind MP3- und DVD-Player jeweils in etwa neun von zehn Haushalten vorhanden. Auch mobile Spielkonsolen oder ein Tablet-PC finden zunehmend mehr Verbreitung und stehen in jeweils drei von fünf Familien zur Verfügung. Mittlerweile sind auch in 45 Prozent der Familien ein Fernsehgerät mit Internetzugang vorhanden (vgl. JIM-Studie 2015, S. 6).

Jenseits der Haushaltsausstattung sind die Medien von besonderem Interesse, die sich im eigenen Besitz der Schüler/innen befinden, über die sie also mehr oder weniger frei verfügen können. Hier steht mit einer Besitzrate von 98 Prozent das Handy bzw. Smartphone an erster Stelle (vgl. Abb. 1). Zudem kann man an der Abbildung erkennen, dass neun von zehn Schüler(n)/innen vom eigenen Zimmer aus mit einem Tablet, Laptop oder Computer ins Internet gehen können. So besitzen etwa drei Viertel der Schüler/innen einen eigenen Laptop oder Computer (76 %) , knapp sechs von zehn Schüler(n)/innen verfügen über einen MP3-Player (59 %) oder einen Fernseher (57 %). Des Weiteren hat fast jeder Zweite ein Radio (54 %) im eigenen Zimmer und eine Spielkonsole. Auch haben die Schüler/innen die digitale Fotografie für sich entdeckt, sodass 47 Prozent der Schüler/innen eine Digitalkamera besitzen. Darüber hinaus wird es deutlich, dass mit 29 Prozent knapp ein Drittel der Schüler/innen über einen eigenen Tablet-PC verfügt, und etwa jeder Vierte besitzt einen DVD-Player (26 %) oder einen DVD-Rekorder mit Festplatte bzw. eine Set-Top-Box (23 %) zum zeitversetzten Sehen. So haben auch 15 Prozent der Schüler/innen einen Fernseher mit Internetzugang im eigenen Zimmer stehen, während E-BookReader mit neun Prozent noch die geringste Verbreitung finden (vgl. JIM-Studie 2015, S. 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Gerätebesitz Jugendlicher 2015

Quelle: JIM-Studie (2015), S. 8

Vergleicht man die Ergebnisse der Studie 2015 mit den Ergebnissen aus dem Vorjahr, zeigt sich bei Schüler(n)/innen die deutlichste Steigerung der Besitzrate bei Tablet-PCs (+9 PP). „Stationäre Spielkonsolen (+5 PP) und Smartphones (+4 PP) sind ebenso etwas weiter verbreitet als im Vorjahr“ (JIM-Studie 2015, S. 7). Dagegen ist der Trend bei MP3-Playern weiterhin rückläufig (-7 PP) und auch Digitalkameras (-6 PP) scheinen immer öfter nicht mehr zusätzlich zur Smartphone-Kamera benötigt zu werden (vgl. ebd.).

Des Weiteren sind hier auch geschlechtsspezifische Unterschiede zu erkennen. So sind MP3-Player (Mädchen: 63 %, Jungen: 54 %), Radio (Mädchen: 57 %, Jungen: 51 %), DVD-Rekorder mit Festplatte (Mädchen: 26 %, Jungen: 20 %) und E-Book-Reader (Mädchen: 13 %, Jungen: 5 %) bei Mädchen häufiger zu finden als bei Jungen. Gleiches gilt auch für Digitalkameras und in geringem Maße für Handy/Smartphone, Tablet-PC und externe DVD-Player. Die deutlichsten Unterschiede sind hinsichtlich der Ausstattungsrate mit festen Spielkonsolen (Mädchen: 36 %, Jungen: 63 %) und Digitalkameras (Mädchen: 58 %, Jungen: 37 %) zu erkennen. Auch bei Computer/Laptop (Mädchen: 72 %, Jungen: 80 %) differiert die Besitzrate. Ansonsten sind die Zugangschancen zwischen den Geschlechtern weitgehend gleich verteilt (vgl. Abb. 1).

Darüber hinaus verdeutlicht die JIM-Studie, dass es hinsichtlich der Geräteausstattung kaum mehr merkliche Unterschiede gibt zwischen den Schüler(n)/innen der Sekundarstufe I und den älteren Befragten. „Einzig bei der Ausstattung mit Computern/Laptops (12-13 Jahre: 63 %, 18-19 Jahre: 93 %) und Fernsehgeräten (12-13 Jahre: 42 %, 18-19 Jahre: 69 %) zeigt sich noch eine deutliche Steigerung der Besitzrate“ (ebd., S. 8). So ist die mobile Spielkonsole wie in den vergangenen Jahren weiterhin das einzige Mediengerät, dessen Besitzrate mit zunehmendem Alter der Schüler/innen zurückgeht (12-13 Jahre: 57 %, 18-19 Jahre: 44 %) (vgl. ebd.).

3.1.2 Medienkonsum in der Freizeit der Schüler/innen

Die Ergebnisse zum Gerätebesitz belegen, inwieweit die Medien inzwischen zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Lebens- und Alltagswelt der Heranwachsenden geworden sind. Demzufolge wachsen Schüler/innen heutzutage mit einem enorm breiten Medienrepertoire auf. „Eine zentrale Kenngröße der Mediennutzung ist nach wie vor die Untersuchung der Nutzungshäufigkeit, da sie einen Hinweis auf die Alltagsrelevanz der jeweiligen Medien gibt“ (JIM-Studie 2015, S. 11). Betrachtet man die tägliche Nutzung der Medien, ist das Handy mit Abstand das am häufigsten verwendete Medium, da neun von zehn Schüler(n)/innen ihr Mobiltelefon täglich nutzen. Darauf folgt auf Platz zwei das Internet, dessen Dienste vier Fünftel der Schüler/innen täglich in Anspruch nehmen. Zudem hören drei von fünf Befragten täglich MP3-Dateien und gut die Hälfte zählt zu den täglichen Radiohörern und Fernsehzuschauern (vgl. ebd.).

Im Hinblick auf die regelmäßige Nutzung der Medien in der Freizeit (mindestens mehrmals pro Woche) kann man feststellen, dass sich an der generellen Rangfolge nichts Grundlegendes ändert (vgl. Abb. 2). So gehören in erster Linie Handy- und Internetnutzung zum festen Alltagsrepertoire. Auch der Fernsehen wird regelmäßig genutzt und spielt mit 80 Prozent weiterhin eine zentrale Rolle im Alltag der Schüler/innen. Des Weiteren hat hier auch Musik einen hohen Stellenwert. So gehören die Audiomedien Radio und MP3 mit drei Vierteln regelmäßigen Nutzern zum Alltag. Etwa die Hälfte der Schüler/innen fotografiert regelmäßig mit einer Digitalkamera. Außerdem stellt für knapp jeden Zweiten das Spielen von digitalen Spielen am PC, an der Konsole oder im Internet eine reguläre Freizeitbeschäftigung dar. 38 Prozent der Schüler/innen schaut sich regelmäßig Filme auf DVD oder Video an. Ferner lesen knapp zwei Fünftel regelmäßig gedruckte Bücher (36 %), während E-Books noch nicht im Alltag verankert sind und nur von fünf Prozent der Schüler/innen regelmäßig genutzt werden. „Knapp jeder Dritte nutzt mindestens mehrmals pro Woche einen Tablet-PC (30 %), ein Viertel beschäftigt sich mit Offline-Tätigkeiten am Computer (24 %)“ (ebd.). Ebenso liest jede/r vierte Schüler/in regelmäßig in einer gedruckten Tageszeitung, während 15 Prozent die Online-Version bevorzugen. So wird es deutlich, dass insgesamt 34 Prozent der regelmäßigen Nutzer das Zeitungsangebot wahrnehmen. Darüber hinaus kann man anhand der Abbildung feststellen, dass etwa jeder Fünfte zu den Lesern gedruckter Zeitschriften oder Magazine (19 %) gezählt werden kann, während 15 Prozent die Online-Ausgabe der jeweiligen Titel präferieren. Zudem hören 14 Prozent der Schüler/innen Hörspielkassetten oder -CDs und zwölf Prozent drehen regelmäßig selbst digitale Filme. „Kinobesuche sollten sinnvoller Weise über eine etwas weitere Zeitspanne betrachtet werden: Innerhalb von 14 Tagen gehen 16 Prozent der Jugendlichen ins Kino, 62 Prozent sehen dort mindestens einmal im Monat einen Film an“ (JIM-Studie 2015, S. 12). Dennoch lässt sich hieraus erschließen, dass das Kino im Vergleich zu den anderen genannten Medien einen geringeren Stellenwert für Schüler/innen einnimmt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Medienbeschäftigung in der Freizeit 2015‘

Quelle: JIM-Studie (2015), S. 11

Im Hinblick auf die Medienbeschäftigung in der Freizeit präsentiert die JIM-Studie auch hier einen Vergleich zwischen Mädchen und Jungen (vgl. Abb. 3). Demzufolge widmen sich regelmäßig deutlich mehr Mädchen als Jungen in ihrer Freizeit der digitalen Fotografie (Mädchen: 63 %, Jungen: 46%). Des Weiteren zeigen sie eine merklich höhere Affinität zum Bücher lesen (Mädchen: 45 %, Jungen: 27%). Dagegen nutzen mehr als viermal so viele Jungen wie Mädchen regelmäßig digitale Spiele (Mädchen: 17 %, Jungen: 76%). Hier zeigt sich auch eine Präferenz der Jungen bei der Nutzung von DVD/Video (Mädchen: 33 %, Jungen: 43%), Tablets (Mädchen: 27 %, Jungen: 32%) sowie Tageszeitungsinhalten (Mädchen: 20 %, Jungen: 30%). „Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich beim Anschauen von DVDs und Videos (+6 PP) sowie bei der Nutzung von Hörspielen (+4 PP) auf CD oder Kassette ein Zuwachs in der Nutzungshäufigkeit, während hinsichtlich der Nutzungsfrequenz der PrintTageszeitung (-7 PP) ein Rückgang sichtbar wird“ (JIM-Studie 2015, S.13).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Medienbeschäftigung in der Freizeit 2015 – täglich/mehrmals pro Woche (Vergleich zwischen Jungen und Mädchen)

Quelle: JIM-Studie (2015), S. 12

4 Mediensucht

Bildschirmmedien wie Fernsehen, Computer, Spielkonsolen (Videospiele) und zunehmend auch Mobiltelefone (Smartphones) spielen eine wesentliche Rolle im Leben von Schüler(n)/innen (vgl. Spitzer 2012, S. 79). Daher steht der Medienkonsum von Schüler(n)/innen seit langer Zeit im Fokus des öffentlichen wie wissenschaftlichen Interesses. „Galt die Aufmerksamkeit zunächst dem Fernsehkonsum, Neil Postmans Diagnose vom 'Verschwinden der Kindheit' (1984) ist ein prominentes Beispiel hierfür, sind aktuell vor allem interaktive Medienbeschäftigungen wie das Computerspielen und bestimmte Internetnutzungsweisen von Interesse“ (Baier; Rehbein 2010, S. 243). Hierbei gilt das Interesse einerseits der Dauer der Beschäftigung und andererseits der Verfügbarkeit gewalthaltiger oder pornographischer Inhalte, die mögliche Entwicklungsschäden hervorrufen können. Diese Aspekte geraten auch deshalb verstärkt in den Blick, da mittlerweile nahezu jeder Schüler und jede Schülerin Zugang zu den entsprechenden technischen Voraussetzungen hat (vgl. ebd.). In diesem Zusammenhang stellt insbesondere die Dauer und Intensität der Computer- und Internetnutzung von Schüler(n)/innen ein großes Problem dar. Allerdings ist das Wissen über die exzessive Computer-und Internetnutzung der Schüler/innen noch sehr begrenzt und bezieht sich im Wesentlichen auf Computerspiele. „Auf der Basis einer repräsentativen Studie an Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen schätzen Rehbein et al. (2010) drei Prozent der männlichen und 0,3 % der weiblichen Jugendlichen in Deutschland als abhängig vom Computerspielen ein“ (Thomasius; Aden; Petersen 2012, S. 91).

Empirische Studien haben gezeigt, dass Computerspielsucht oder pathologischer Internetgebrauch in schwerer Ausprägung häufig mit komorbiden psychischen Störungen ( z.B. Depressionen, Angststörungen, Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom) assoziiert sind. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass Computerspielsucht bei Schüler(n)/innen über Jahre fortdauern kann, nicht generell aus dem Bestehen anderer psychiatrischer Störungen erklärt werden kann und auch Depressionen, Ängste und reduzierte Schulleistungen zur Folge haben kann (vgl. ebd.). Es besteht bisher keine Einigung darüber, ob es sich bei diesem Phänomen um eine eigenständige Krankheit oder das Symptom einer bereits bekannten psychischen Erkrankung und eine Abhängigkeitserkrankung im engeren Sinne oder um pathologischen Computer- bzw. Internetgebrauch im Sinne einer Impulskontrollstörung handelt (vgl. Vukicevic; Wildt 2012, S. 99).

„Entgegen der Erwartungen wurde die Internetabhängigkeit auch im Jahr 2013 nicht in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) der American Psychiatric Association (APA) aufgenommen, in dem seit 1952 psychische Erkrankungen kategorisiert werden“ (Rommeley 2014, S. 6). So wird es weiterhin diskutiert, ob es sich bei der Internetabhängigkeit um eine stoffungebundene Sucht als eigenständige und nach einheitlichen Kriterien diagnostizierbare Erkrankung handelt und als solche aufgenommen werden kann. Hier ist eine weiterführende Forschung notwendig, um festzustellen, ob im Zusammenhang mit dem exzessiven und pathologischen Computerspielbzw. Internetgebrauch tatsächlich von einer Sucht im Sinne eines klinischen Krankheitsbildes gesprochen werden kann (vgl. ebd.).

4.1 Definition von Sucht

In den Medien tauchen oft Begriffe wie „Internetsucht“, „Onlinesucht“, „pathologischer Internetgebrauch“, „Computerspiel-Sucht“ oder allgemein auch „Mediensucht“ auf (vgl. Broschüre der Computersuchthilfe für Jugendliche, S. 7). Um die Bedeutsamkeit und die Wirkung einer Sucht für betroffene Schüler/innen aufzuzeigen, soll der Begriff „Sucht“ zunächst näher erläutert werden.

Der Begriff „Sucht“ stammt vom althochdeutschen Wort „siech“ ab und ist eine Bezeichnung für Krankheit (vgl. Klein 2008, S. 2). Heutzutage werden zahlreiche Substanzen und Stoffe mit dem Begriff Sucht in einen Kontext gebracht. Demnach definiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1957 „Sucht“ als einen Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge, was durch folgende vier Kriterien gekennzeichnet ist:

1. Ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels,
2. eine Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung),
3. die physische und meist auch psychische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge,
4. die Schädlichkeit für den Einzelnen und/ oder die Gesellschaft

(Quelle: DrogenGenussKultur).

Im Jahre 1964 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Begriff „Sucht“ durch den Begriff der „Abhängigkeit“ ersetzt. Dennoch werden in Deutschland heute beide Begriffe gleichbedeutend verwendet, so auch in dieser Arbeit. Allerdings wird hier zwischen „stoffgebundenen Süchten“ und „stoffungebundenen Süchten“ unterschieden.

4.2 Stoffgebundene und Stoffungebundene Sucht

Die „stoffgebundene Sucht“ bezieht sich gewöhnlich auf eine Droge, d.h. eine bestimmte Substanz, wobei die Aufnahme der Droge Priorität gegenüber anderen Verhaltensweisen erlangt, die früher einen höheren Stellenwert hatten. Demnach tritt das zwanghafte Bedürfnis und die zwanghafte Suche nach der Droge in den Vordergrund. „Eine solchermaßen definierte Abhängigkeit setzt ein Verlangen voraus, dem sich Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen unterordnen“ (Baier; Rehbein 2010, S. 245). Die Sucht ruft negative Auswirkungen in verschiedenen Lebensbereichen hervor wie z.B. der Berufsausübung oder den sozialen Kontakten. Im Rahmen dieser Definition lassen sich z.B. Alkoholsucht, Heroinsucht usw. als Abhängigkeit ohne weiteres klassifizieren. Es gibt jedoch auch Hinweise, dass nicht allein eine Sucht von bestimmten Substanzen, sondern auch von bestimmten Verhaltensweisen bestehen kann. Dieses wird als „stoffungebundene Sucht“ bezeichnet (vgl. ebd.). Dabei stellt sich der gewünschte, als Belohnung empfundene psychotrope Effekt (Kick-Erleben, Entspannung, Ablenkung) durch körpereigene, biochemische Veränderungen ein, die durch bestimmte exzessiv durchgeführte Verhaltensweisen ausgelöst werden (vgl. Mücken, S. 10). „Gemeinsames Merkmal der verschiedenen Formen der Verhaltenssucht ist somit die exzessive Ausführung des Verhaltens, also eine Ausführung über das normale Maß hinaus“ (ebd.).

4.3 Diagnosekriterien und Erhebungsinstrumente

In den gängigen Klassifikationssystemen (ICD-10 oder DSM-IV) zählen zu den Abhängigkeitserkrankungen bisher ausschließlich stoffgebundene Süchte wie Alkohol und illegale Drogen. Stoffungebundene Verhaltenssüchte wie Computerspielsucht werden bislang unter „Störungen der Impulskontrolle“ eingeordnet. „Die Merkmale einer Medienabhängigkeit weisen in ihrer Phänomenologie aber auch eine sehr große Ähnlichkeit mit den Merkmalen einer stoffgebundenen Abhängigkeit auf“ (Teske 2009, S. 333). Demzufolge ergab eine Untersuchung, dass bei Computerspielsüchtigen dieselben Hirnareale emotional angesprochen werden wie bei einem Alkoholabhängigen (vgl. ebd.).

Von der „stoffungebundenen Sucht“ wird dann gesprochen, wenn ein Verhalten in der Intensität so stark ausgeprägt ist und in seiner Funktionalität so eingesetzt wird, dass die Kriterien der Abhängigkeit erfüllt sind. So entwickelte der Fachverband für Medienabhängigkeit auf der Grundlage des aktuellen Forschungsstandes und der Erfahrungswerte Kriterien zur Diagnosestellung einer Medienabhängigkeit. Als erstes Kriterium wird die „Einengung des Denkens und Verhaltens“ genannt. So wird die Mediennutzung zur wichtigsten Aktivität der Betroffenen und dominiert das Denken (andauernde gedankliche Beschäftigung, auch verzerrte Wahrnehmung und Gedanken in Bezug auf die Mediennutzung), die Gefühle (unstillbares und unwiderstehliches Verlangen) und das Verhalten (Vernachlässigung sozial erwünschter Verhaltensweisen). Zudem kann das zeitliche Ausmaß der Mediennutzung nicht mehr kontrolliert werden, was als „Kontrollverlust“ bezeichnet wird. Als ein weiteres Kriterium wird die „Toleranzentwicklung“ aufgeführt. Demnach kann die gewünschte Wirkung nur durch zunehmend häufigere oder längere Nutzungszeiten (möglicherweise auch durch immer extremere Inhalte) erzielt werden, bei gleich bleibenden Nutzungszeiten bleibt die gewünschte affektregulierende Wirkung aus. Des Weiteren sind auch „Entzugserscheinungen“ zu erkennen. So treten bei Verhinderung oder Reduzierung der Mediennutzung diese in Form von Nervosität, Unruhe und/oder vegetativer Symptomatik (Zittern, Schwitzen etc.) auf. Hinzu kommt das Kriterium „Dysfunktionale Regulation von Affekt oder Antrieb“. Hierbei werden durch die bei der Mediennutzung verspürte Erregung (Kick- und Flow- Erlebnisse) oder Entspannung (Abtauchen) negative affektive Zustände im Sinne einer vermeidenden Stressbewältigung verdrängt. Darüber hinaus werden reale Verabredungen mit Freunden zugunsten der Kontakte im Internet vernachlässigt, was durch das Kriterium „Vermeidung realer Kontakte zugunsten virtueller Beziehungen“ zum Ausdruck gebracht wird. Letztlich wird das Kriterium „Fortsetzung des Spielens trotz bestehender oder drohender negativer Konsequenzen“ aufgeführt. Dieses verdeutlicht, dass die exzessive Mediennutzung trotz auftretender Probleme wie z.B. Streit mit der Familie oder Freunden oder Leistungsabfall in der Schule weiterhin fortgesetzt wird (vgl. Mücken, S. 11).

Je nach Ansatz finden sich die genannten Kriterien für die Diagnose einer Medienabhängigkeit auch in den Kategorisierungen anderer Forschungsarbeiten wieder. „Unterschiede sind vor allem darin zu erkennen, wie viele der Kriterien auf eine Person zutreffen müssen und wie lange dieser problematische Zustand bestehen muss, so dass nicht mehr von einem vorübergehenden Problem gesprochen werden kann (zwischen einem und sechs Monaten)“ (Rommeley 2014, S. 9). Mithilfe dieser Kriterien wurden verschiedene Erhebungsinstrumente entwickelt wie z.B. die Compulsive Internet Use Scale (CIUS) von Meerkerk et al. (2009) (siehe Anhang).

Auch Heinz Strauf (2015, S. 8) beschäftigt sich mit Symptomen der Mediensucht bezogen auf die Situation der Schüler/innen. So erklärt er, dass Schüler/innen nicht mehr in der Lage sind, ihr Konsumverhalten zu kontrollieren. Hinzu kommen negative Gefühle, die ausgelöst werden, wenn der Schüler/ die Schülerin einmal auf die Nutzung verzichten muss. „Dieser Verzicht schlägt sich dann in Niedergeschlagenheit oder auch in Aggressivität nieder, der Jugendliche bekommt Angst, er wird reizbar“ (ebd.). Des Weiteren gelingt es den betroffenen Schüler(n)/innen nicht mehr, Kontakt zu Freunden aufzunehmen, da sie ihre Zeit größtenteils in die Nutzung der Medien investieren.

„Bei der Mediensucht als allgemeinem Begriff handelt es sich (noch) nicht um eine Sucht im herkömmlichen, medizinisch allgemein anerkannten Sinne“ (ebd. S. 9). Strauf ist der Auffassung, dass man bei der Mediensucht von einer eigenständigen Krankheit sprechen muss. Sie sei nämlich nicht die Auswirkung einer anderen Krankheit, die möglicherweise darunter „verborgen“ liegt. So beschäftigt sich Strauf mit der Frage, warum man bei der Mediensucht von einem Gesundheitsproblem spricht, obwohl die Schüler/innen von keinem gesundheitsgefährdenden „Stoff“ wie z.B. Alkohol, Cannabis oder Nikotin abhängig sind, sondern „nur“ sehr viel Zeit mit einem Medium (z.B. Computer) verbringen. Dazu zählt Strauf einige Symptome auf, die bei betroffenen Schüler(n)/innen festgestellt wurden, welche zur Therapie in einer Klinik untergebracht waren. So klagten die Betroffenen über Einsamkeitsgefühle, depressive Symptome, Angstzustände, diffuse Schmerzen (z.B. Kopfschmerzen, Gliederschmerzen) und Konzentrationsprobleme. Zudem stellten die Therapeuten fest, dass sich die betroffenen Schüler/innen in einem schlechteren psychischen Zustand befanden als ihre Gleichaltrigen. Des Weiteren nennt Strauf einige Anzeichen der Mediensucht, die auf eine Gefährdung der Schüler/innen hinweisen. So erklärt er, dass wenn Schüler/innen gelegentlich lange vor dem Computer sitzen, noch keine Gefahr besteht. Verbringen sie allerdings regelmäßig länger als vier Stunden pro Tag vor diesem Medium, kann das ein Warnsignal sein. Ferner kann auch das Nachlassen der schulischen Leistungen ein Anzeichen sein. „Denn der Leistungsabfall könnte mit der exzessiven Nutzung des Computers oder des Smartphones oder dem ständigen Chatten zusammenhängen, weil einfach keine Zeit mehr für die Erledigung der schulischen Pflichten bleibt“ (Strauf 2015, S. 9). Auch die Vernachlässigung der häuslichen Pflichten der Schüler/innen kann als ein weiteres Anzeichen aufgefasst werden. Hinzu kommt, dass der Kontakt zu den Freunden nachlässt oder schließlich vollständig abbricht. Deutlich wird die vorliegende Sucht auch dann, wenn Schüler/innen ihren bisherigen Hobbys nicht mehr nachgehen, weil ihnen die Zeit hierfür fehlt. Schließlich haben die Betroffenen keine Kontrolle mehr über den Konsum der digitalen Medien, sodass sie von diesen vollständig „gefangen“ genommen werden (vgl. ebd.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Beratung von Eltern medienabhängiger Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Note
1,5
Autor
Jahr
2016
Seiten
71
Katalognummer
V339769
ISBN (eBook)
9783668385818
ISBN (Buch)
9783960950226
Dateigröße
1094 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediensucht, Medienabhängigkeit, Präventionsmaßnahmen, Elternberatung, Medienerziehung
Arbeit zitieren
Bahar Eker (Autor:in), 2016, Beratung von Eltern medienabhängiger Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339769

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