Diese Untersuchung handelt von den Besonderheiten der synoptischen Evangelien Matthäus, Markus und Lukas. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von ausgewählten Beispielen herauszufinden, ob die Synoptiker ein spezielles Frauenbild für ihr Evangelium entwickelten.
Es stellen sich dabei die Fragen, ob es in den Evangelien ein einheitliches Frauenbild gibt oder sie sich voneinander unterscheiden? Legt der eine vielleicht mehr Wert auf die Darstellung der Frau, als der andere? Wie werden die Frauen dargestellt von denen sie berichten? Und letztlich die Frage, wie stehen diese Beschreibungen der eigentlichen Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft um 100 nach Chr. gegenüber? Gibt es Auffälligkeiten oder Widersprüche, die ein besonderes Licht auf ein Evangelium werfen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Frauen bei den Synoptikern
2.1 Die Schwiegermutter des Petrus
2.2 Die blutflüssige Frau
2.3 Die salbende Sünderin
2.4 Jesu Jüngerinnen
3. Das Frauenbild der synoptischen Evangelien – ein Fazit!
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas), um herauszufinden, ob ein einheitliches Verständnis der Rolle der Frau vorliegt oder ob sich die Evangelisten in ihrer Darstellung unterscheiden. Dabei wird analysiert, wie Frauen in verschiedenen biblischen Erzählungen dargestellt werden und in welchem Verhältnis dieses Bild zur historischen Lebenswirklichkeit von Frauen im 1. Jahrhundert nach Christus steht.
- Analyse ausgewählter Perikopen (Schwiegermutter des Petrus, blutflüssige Frau, salbende Sünderin)
- Untersuchung der Rolle und Funktion von Jesu Jüngerinnen
- Vergleich der verschiedenen Darstellungsweisen bei den Synoptikern
- Gegenüberstellung des biblischen Frauenbildes mit dem historischen Kontext des Patriarchats
- Evaluation des Umgangs Jesu mit Frauen im Vergleich zu zeitgenössischen gesellschaftlichen Konventionen
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Schwiegermutter des Petrus
Betrachtet man die Erzählung bei Matthäus, so fällt mit einem Blick auf, dass er die Geschichte kürzte. Es wird weder erzählt, dass Jesus aus der Synagoge kam, noch dass er von Jüngern, Jakobus und Johannes, begleitet wurde. Dies wird lediglich in V. 29 des Markus-Evangeliums erwähnt, der den Weg zum Haus somit detaillierter berichtet. Auch die Beschreibung des Fiebers, als ein hohes Fieber, lässt Matthäus unbeachtet. Matthäus ist zudem der Einzige der Drei, der Simon durchgängig „Petrus“ nennt. Ein weiterer, wichtiger Unterschied ist, dass bei Matthäus niemand für die kranke Schwiegermutter bittet oder Jesus auf die Frau aufmerksam machen muss. Er sieht die Frau von ganz allein. Dies bestärkt Jesus, als den einzigen Handelnden im ersten Teil der Perikope. Paul Gaechter sieht darin bei Matthäus eine Hervorhebung Jesu Gütigkeit im Vergleich zu den anderen Evangelien. Betrachtet man die jeweils letzten Verse der Perikopen, so fällt eines auf: Jede hat ihre Eigenart. Bei Matthäus nimmt Jesu die Hand der Schwiegermutter und auf der Stelle wird sie geheilt. Auch die körperliche Schwäche, die eine Krankheit mit sich bringt, scheint verschwunden, da sie sofort bereit ist Jesus zu bewirten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der historischen und gesellschaftlichen Situation der Frau im 1. Jahrhundert sowie Definition der Forschungsfragen und Zielsetzung der Arbeit.
2. Frauen bei den Synoptikern: Detaillierte exegetische Analyse ausgewählter Frauengestalten und der Rolle der Jüngerinnen anhand von vier spezifischen Perikopen.
3. Das Frauenbild der synoptischen Evangelien – ein Fazit!: Zusammenfassung der Ergebnisse, in der die These von der fehlenden Selbstbestimmung der Frauen in den Evangelien revidiert und die wertschätzende Haltung Jesu betont wird.
Schlüsselwörter
Synoptische Evangelien, Frauenbild, Jesus, Patriarchat, Heilung, Jüngerinnen, Matthäus, Markus, Lukas, Religion, Salbung, Glauben, Frauengestalten, Antike, Exegese
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und Darstellung von Frauen in den synoptischen Evangelien Matthäus, Markus und Lukas.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen der Vergleich der biblischen Erzählungen, die Funktion von Frauen als Jüngerinnen sowie die Analyse des Umgangs Jesu mit Frauen im Kontrast zur patriarchalen Gesellschaft der damaligen Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob es ein einheitliches Frauenbild in den Evangelien gibt und wie sich dieses durch unterschiedliche redaktionelle Schwerpunkte der Autoren darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine synoptische Vergleichsanalyse angewandt, bei der ausgewählte Perikopen textlich und theologisch gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden vier spezifische Erzählungen (Schwiegermutter des Petrus, blutflüssige Frau, salbende Sünderin, Jesu Jüngerinnen) detailliert analysiert und deren theologischer Gehalt ausgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Synoptische Evangelien, Frauenbild, Jesus, Patriarchat, Heilung und Nachfolge definieren.
Warum wird Matthäus als eher Jesus-zentriert beschrieben?
Matthäus fokussiert laut Analyse stärker auf die Person Jesu als Wunderheiler und kürzt Erzählungen, um seine Verkündigung des Heils in den Mittelpunkt zu rücken, während die Identität der Frauen dabei in den Hintergrund tritt.
Welche besondere Rolle kommt Lukas bei der Darstellung der Sünderin zu?
Lukas hebt sich ab, indem er die salbende Frau explizit als Sünderin identifiziert und durch deren bewusste Lebenswende und Glauben aufwertet, wobei er das Verhalten Jesu als Vorbild für eine offene Gemeinschaft propagiert.
Was unterscheidet die Darstellung der Jüngerinnen von anderen Frauengestalten?
Jüngerinnen fungieren über ihre Heilungserfahrung hinaus als ständige Begleiterinnen Jesu, die ihn und seine Nachfolger aktiv unterstützen und sogar Zeuginnen bei der Kreuzigung und dem leeren Grab sind.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2013, Das Frauenbild in den synoptischen Evangelien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339782