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Ursachen der Sintflut im Alten Testament und im Atrahasīs-Mythos

Title: Ursachen der Sintflut im Alten Testament und im Atrahasīs-Mythos

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 39 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kaja Bradtmöller (Author)

Theology - Biblical Theology
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In dieser Ausarbeitung wird der Blick auf die Ursachen der Sintflut im Genesis-Buch gelegt. Gleichzeitig gilt es zu beachten, dass die Sintfluterzählung kein Unikum des Alten Testaments ist: Sie begegnet in vielen Kulturen. Für die alttestamentliche Version ist anzunehmen, dass sie wesentlich von mesopotamischen Mythen geprägt wurde und in Teilen eine Neuerzählung ebendieser darstellt. Die Übertragung einer Erzählung eines anderen Volkes in die eigene Vorstellungswelt und den eigenen Kontext geschieht nicht ohne die Überarbeitung des Gegenstandes. Daher ist die Untersuchung der beibehaltenen und besonders der abgeänderten Strukturen äußerst interessant.

Zum Vergleich eignet sich hier der mesopotamische Atraḫasīs-Mythos, der wie das Alte Testament die Sintflut in einem urgeschichtlichen Kontext erzählt. Daher wird dieser nach der Analyse der Genesis-Schilderung ebenfalls herangezogen und auf die Ursachen der Flut hin untersucht. Mit dem Vergleich der beiden Versionen ergibt sich auch die Frage nach dem Grund für die Übernahme oder die Veränderung bestimmter Aspekte, sodass im letzten Schritt dieser Untersuchung eine Interpretation der festgestellten Ergebnisse erfolgt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Sintflut im Alten Testament

2.1 Abgrenzung und intratextueller Kontext

2.2 Gliederung und Struktur

2.3 Literarkritische Untersuchung

2.4 Die Ursachen der Sintflut im Alten Testament

2.4.1 Die Bosheit der Menschen

2.4.2 Das Auftreten Gottes

3. Die Sintflut im Atraḫasīs-Mythos

3.1 Allgemeines zum Atraḫasīs-Mythos

3.2 Gliederung und Inhalt

3.3 Die Ursachen der Sintflut im Atraḫasīs -Mythos

3.3.1 Der Lärm der Menschen

3.3.2 Der impulsive Enlil

3.3.3 Die Neuordnung der Schöpfung

4. Vergleich und Interpretation

4.1 Die Menschen

4.2 Gott und Götter

4.3 Die neue Ordnung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der Sintflut in zwei bedeutenden antiken Überlieferungen: dem alttestamentarischen Schöpfungsbericht und dem mesopotamischen Atraḫasīs-Mythos. Dabei wird analysiert, welche anthropologischen und theologischen Konzepte hinter der Entscheidung zur Vernichtung der Schöpfung stehen und inwieweit diese Erzählungen als Reaktion auf existenzielle menschliche oder göttliche Krisen zu verstehen sind.

  • Analyse der Sintfluterzählung im Alten Testament unter Einbezug von Quellentexten (Jahwist und Priesterschrift).
  • Untersuchung des mesopotamischen Atraḫasīs-Mythos und seiner strukturellen Bedeutung für die Deutung der Sintflut.
  • Vergleichende Interpretation der Motive "Bosheit des Menschen" (Genesis) und "Bevölkerungswachstum/Lärm" (Atraḫasīs).
  • Gegenüberstellung des Gottesbildes im monotheistischen Kontext Israels und im polytheistischen Pantheon Mesopotamiens.
  • Bewertung der neuen Schöpfungsordnung als notwendige Konsequenz nach dem katastrophalen Weltenbrand.

Auszug aus dem Buch

Die Bosheit der Menschen

Auf den ersten Blick lässt sich die Frage nach der Ursache der Sintflut leicht beantworten. Der jahwistische Flutprolog nennt der Menschen Bosheit und das allezeit böse Dichten und Trachten ihres Herzens (Gen 6,5). In der Priesterschrift begründet gar Gott in Gen 6,13 selbst sein Handeln: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.

Die beiden Quellen scheinen sich einig zu sein über die Ursache der Flut. Die Klarheit der Ursache entpuppt sich allerdings als Illusion, fragt man, was sich hinter diesen nebulösen Wörtern ‚Bosheit‘ und ‚Frevel‘ eigentlich verbirgt. Wie bereits bei der Untersuchung des intratextuellen Kontextes festgestellt wurde, erkennt von Rad in dem Aufbau der Urgeschichte ein Anwachsen der Sünde seit dem Sündenfall bis zur Sintfluterzählung, wobei die Engelehen den Höhepunkt bildeten. Dem folgt Ruppert, der die Engelehen als Bemühung der Menschen, die „durch die Verbannung vom Baum des Lebens von Gott gesetzte Todesgrenze […] zu durchbrechen“, sieht. Diese Interpretation entspricht seinem Hinweis, dass das Herz nicht wie heute mit Gefühl, sondern mit Vernunft verbunden wurde. Das böse Verhalten des Menschen ist daher nicht naiv-intuitiv, sondern vielmehr bewusst geplant. Außerdem ist es nicht schon im Menschen angelegt – er wurde bei der Schöpfung als gut befunden (Gen 1,31). Somit mag man sich den Menschen als ein niederträchtig (gewordenes) Geschöpf vorstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zur Thematik der Sintfluterzählung und deren Bedeutung als weltweit verbreiteter Mythos mit Fokus auf den Genesis-Text und den Vergleichsmythos.

2. Die Sintflut im Alten Testament: Eingehende Analyse der alttestamentarischen Quellen, ihrer literarkritischen Trennung und der theologischen Begründung für den Vernichtungsbeschluss Gottes.

3. Die Sintflut im Atraḫasīs-Mythos: Vorstellung des mesopotamischen Epos, seiner Struktur und der Interpretation der göttlichen Motive, die zur Sintflut führen.

4. Vergleich und Interpretation: Synthese der Erkenntnisse durch Gegenüberstellung von Menschbild, Gottesvorstellung und Schöpfungsordnung in beiden Traditionen.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, welche die Vielschichtigkeit der Sintflutursachen betont und Gott als souveränen Akteur hervorhebt.

Schlüsselwörter

Sintflut, Altes Testament, Atraḫasīs-Mythos, Genesis, Gottesbild, Menschenschöpfung, Theologie, Religionsgeschichte, Mesopotamien, Urgeschichte, Bosheit, Lärm, Gerechtigkeit, Schöpfungsordnung, Sintflutursachen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die Hintergründe der Sintflut in biblischen und mesopotamischen Texten, um die jeweiligen Ursachen für die Vernichtung der Menschheit zu identifizieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die menschliche Moral, das Agieren von Gott bzw. Göttern und die Bedeutung der Schöpfungsordnung vor und nach der Katastrophe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll geklärt werden, warum in beiden Kulturen die Sintflut als notwendige Maßnahme dargestellt wurde und welche Unterschiede in der theologischen und ethischen Begründung existieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt literarkritische Analysen, semantische Untersuchungen zentraler Begriffe sowie vergleichende religionsgeschichtliche Interpretationsansätze.

Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?

Detailliert werden die jahwistischen und priesterschriftlichen Quellen des Alten Testaments sowie die altbabylonischen Tafeln des Atraḫasīs-Mythos gegenübergestellt und deren Protagonisten charakterisiert.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sintflut, Gerechtigkeit Gottes, mesopotamische Mythologie, Schöpfungsordnung und die Korruptheit der menschlichen Natur.

Warum wird Noah im Alten Testament verschont?

Noah wird als "Gerechter" Auserwählter betrachtet, wobei die Arbeit herausstellt, dass dies sowohl als Glaubensprobe als auch als Akt göttlicher Gnade und Souveränität gedeutet wird.

Wie wird das Verhalten von Enlil im Atraḫasīs-Mythos gedeutet?

Enlil erscheint als emotionaler, teils impulsiver Gott, dessen Handeln weniger durch rationale Gerechtigkeit als durch das Bedürfnis nach Ruhe und die Wahrung einer göttlichen Ordnung motiviert ist.

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Details

Title
Ursachen der Sintflut im Alten Testament und im Atrahasīs-Mythos
College
University of Rostock  (Theologische Fakultät)
Grade
1,0
Author
Kaja Bradtmöller (Author)
Publication Year
2016
Pages
39
Catalog Number
V339805
ISBN (eBook)
9783668295124
ISBN (Book)
9783668295131
Language
German
Tags
ursachen sintflut alten testament atraḫasīs-mythos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kaja Bradtmöller (Author), 2016, Ursachen der Sintflut im Alten Testament und im Atrahasīs-Mythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339805
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