Otto III. und der Akt von Gnesen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Das Leben von Otto III.

3. Der Heilige Adalbert

4. Gnesen und die Piasten

5. Der Akt von Gnesen

6.Schluß

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Otto III. und der Akt von Gnesen . Doch bevor ich zum eigentlichen Thema komme , werde ich zunächst eine kurze Einführung über das Geschlecht der Ottonen geben.

Die Ottonen sind die Nachkommen des ostfränkischen Fürstengeschlechtes der Liudolfinger. Ihr Aufstieg zum führenden Herrscherhaus begann mit der Gewinnung der Herzogswürde in Sachsen durch den ersten Ottonen - Heinrich I., der dieses Amt ( Herzog von Sachsen) im Jahr 912 übernahm . Als der deutsche König Konrad I. am 23.12. 918 verstarb , war die Nachfolge im ostfränkisch - deutschen Reich nicht geregelt.[1] Der Sachsenherzog Heinrich I. wurde von Konrad zu seinem Nachfolger bestimmt. Die Wahl Heinrichs I. kam in Fritzlar 919 jedoch nicht ohne Komplikationen zustande. Denn es war keineswegs eine Wahl aller ostfränkisch - deutschen Stämme. Die Schwaben waren nicht gewillt dem letzten Willen des verstorbenen Königs nachzukommen . Der neue König sah sich vor die gleichen Probleme gestellt , die schon Konrad I. zu bewältigen hatte: Wiederherstellung des inneren Friedens und der überkommenen Rechtsordnung; Integration des schwäbischen und bayrischen Stammesherzogtums ins Reich ; Wiedergewinnung Lotharingiens sowie die Sicherung der Ostgrenze und die Abwehr der Ungarn und Normannen . Diese Aufgaben konnten nur gelöst werden , wenn es Heinrich I. gelang , die Autorität des Königtums im Reich wiederherzustellen. Helmut Beumann äußerte sich dazu folgendermaßen : „ Nach dem allmählichen unaufhaltsamen Zerfall des fränkischen Großreiches hat die Königserhebung Heinrich I. im Jahre 919 die bereits 911 mit dem Königtum seines fränkischen Vorgängers Konrad vollzogene Abkehr von der karolingischen Dynastie besiegelt. Sie bildet einen Markstein auf dem Wege vom ostfränkischen Teilreich zu einem selbständigen <deutschen> Reich als einer die Stammesvielfalt überwölbenden politischen Einheit , der auch Lotharingien eingegliedert wurde.“[2] Nachdem Heinrich I. 936 verstarb , folgte ihm sein Sohn Otto I. , genannt auch der Große , auf den Thron . Von 937 - 941 war er damit beschäftigt , durch die Niederschlagung von Fürstenaufständen die Einheit des Reiches zu bewahren . Dabei verstand er es , die deutsche Reichskirche zur Stütze der Königsgewalt heranzuziehen . Otto I. errichtete mehrere neue Bistümer im Norden und Osten des Reiches . Zur Sicherung der Ostgrenze gegen die Slawen schuf der deutsche König zwei neue Marken im Osten . 951 wurde er zum lombardischen König ernannt .

Sein Sieg auf dem Lechfeld gegen die Ungarn markierte das Ende einer Epoche ständiger Angriffe der Ungarn. 962 krönte ihn der Papst in Aachen zum ersten Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation . Sein Sohn Otto II. ( * 955- 983) wurde schon zu Lebzeiten seines Vaters zum Mitkönig ( 961) bzw. zum Mitkaiser ( 967) gekrönt. Erst nach dem Tode Ottos I. (973) übte er die Riegerungsgewalt allein aus . Seine Herrschaft stand unter keinem glücklichen Stern . Bei Aufständen verlor er 982 Unteritalien und ein Jahr später auch die ostelbischen Gebiete. Nach diesem kurzen Überblick möchte ich mich nun dem eigentlichen Thema meiner Arbeit widmen : Otto III. und der Akt von Gnesen . Beginnen werde ich mit einem knappen Lebenslauf über Otto III.

2.Das Leben von Otto III.

Otto III. war der einzige männliche Nachkomme des deutschen Königs und römischen Kaisers Otto II. und seiner Frau Theophanu , einer byzantinischen Prinzessin . Vermutlich wurde er im Juni oder Juli des Jahres 980 bei Kleve geboren . Das unmündige Kind wurde noch zu Lebzeiten seines Vaters im Mai 983 von den deutschen und italienischen Fürsten in Verona zum Mitkönig gewählt. Zu Weihnachten desselben Jahres erfolgte dann in Aachen die Krönung des erst Dreijährigen . Wie sich bald herausstellen sollte, war das eine richtige und wichtige Entscheidung . Denn nur kurze Zeit später verstarb Otto II. und die Herrschaft ging nun formell auf seinen Sohn über. Dies lief jedoch nicht ohne Zwischenfälle ab . Heinrich der Zänker , der entmachtete und verbannte Bayernherzog , erhob Anspruch auf die Vormundschaft über den jungen König. Da er der nächste männliche Verwandte war, hielt Heinrich seine Ansprüche auf die Regentschaft für legitim . Durchsetzen wollte er dieses Vorhaben mit Hilfe einer Fürstenopposition , zu der Fürsten wie Mieszko I. von Polen , Boleslaw II. von Böhmen und der Obodritenfürst Mstivoj gehörten . Im Gegenzug bildete sich ein sogenanntes Damentriumvirat . Es bestand aus der Großmutter Adelheid , der Tante Mathilda von Quedlinburg und der Mutter Theophanu von Otto III. Diese wurden wiederum von königstreuen Fürsten unterstützt. Seit der erzwungenen Auslieferung Otto III. durch Heinrich den Zänker 984 , übernahm Theophanu die Vormundschaft über ihren Sohn und somit auch die Reichsgeschäfte , bis zu ihrem Tod im Jahre 991 . Auf dem Osterhoftag 986 in Quedlinburg wurde die Stellung des jungen Königs glanzvoll bestätigt . Die Großen des deutschen Reiches dienten dem König , indem sie die wichtigen Reichsämter übernahmen und huldigtem ihm somit . Zu den Herzögen zählten : Heinrich von Bayern als Truchseß ; Konrad von Schwaben als Kämmerer , Heinrich von Kärnten als Mundschenk , sowie Bernhard von Sachsen als Marschall . Desweiteren waren Boleslaw II. von Böhmen und Mieszko I. anwesend , der dem König Treue gelobte. 994 erhielt Otto III. die Schwertleite in Sohlingen . Er war nun volljährig und konnte die Reichsgeschäfte selber führen . Zu seinen Beratern berief er u.a. Erzbischof Willigis von Mainz , Hildebald von Worms sowie Heribert, den Reichskanzler von Italien und späteren Erzbischof von Köln . Der Entschluß Ottos zur Teilnahme am Romzug verweist bereits auf den Leitgedanken seiner künftigen Politik . Ein Hilferuf Papst Johannes XV. erreichte den König 995 . Der Papst wurde vom römischen Stadtpräfekten Johannes Crescentius genötigt die Stadt zu verlassen . Noch bevor Otto III. im März 996 von Regensburg zu seinem ersten Italienzug aufbrach , verstarb der Papst . Der deutsche König nominierte Brun , den Sohn Ottos von Kärnten und seinen Vetter , zum neuen Papst - Gregor V. , er war der erste deutsche Papst . Damit überschritt der König jedoch seine Kompetenz , die das Ottonianium seines Großvaters Otto I. hinsichtlich der Papstwahl formuliert hatte .[3] Himmelfahrt 996 ( 21. Mai ) wurde der deutsche König von Papst Gregor V. zum römischen Kaiser gekrönt . Nach kurzem Aufenthalt im deutschen Reich brach der Kaiser 997 zum zweiten Italienzug auf . Mit der Erhebung Gerberts von Aurillac zum Papst Silvester II. ( 999) nahm der römische Erneuerungsgedanke in Ottos Politik konkrete Gestalt an . Seit seiner Krönung zum Kaiser führte Otto III. den Titel „ Romanorum imperator augustus“ Die kaiserliche Erneuerungspolitik mit dem verheißungsvollen Namen „ Renovatio Imperii Romanorum“ sah eine Wiederherstellung des römischen Reiches vor . Zunächst sollte die kaiserliche Herrschaft über Rom und Umgebung gesichert werden . Die Crescentier - die Stadtpräfekten von Rom , wurden aus ihren Ämtern verdrängt und durch die Grafen von Tusculum ersetzt. Um den einheimischen Adel für sich zu gewinnen, vergab der Kaiser Ämter und Titel . Ein weiterer wichtiger Punkt der Renovatio beinhaltete die Wiederherstellung Roms als kaiserliche Residenz. Man sah den Bau eines neuen Palastes auf dem Palatin vor . Ende des Jahres 999 trat Otto eine Pilgerfahrt zum Grab des heiligen Adalberts nach Gnesen an . Danach kehrte er nach Rom zurück ( Juni 1000) Auf dem Hoftag zu Ravenna bat eine ungarische Gesandtschaft den Kaiser um Erlaubnis , eine ungarische Kirchenprovinz einrichten zu dürfen . Der ungarische Großfürst Stephan I. übertrug daraufhin sein Land dem heiligen Petrus und unterstellte es somit dem Schutz von Kaiser und Papst . Die Residenzstadt Stephans - Gran - wurde 1001 zum Erzbistum erhoben . Die anderen ungarischen Bistümer wurden Gran unterstellt . Zudem veranlaßte Otto III. die Erhebung des ungarischen Großfürsten Stephan I. zum ungarischen König . Auf diese Weise sollte das Königreich Ungarn mit dem Imperium bzw. Reich verbunden werden .

Da der Kaiser sich als Nachfolger Konstantin des Großen und Karl des Großen sah , beanspruchte er die Herrschaft über Rom und das Papsttum . Die Öffnung des Grabes Karls des Großen in Aachen bestärkte Ottos eigenwillige „Abstammungslehre .“ Zudem führte er das strenge byzantinische Hofzeremoniell ein, welches auf die Herkunft seiner Mutter hindeutete. Den wichtigsten Punkt seiner Renovationspolitik nahm die besondere Stellung als Imperator über die Regnen des Imperiums ( Roma , Gallia , Germania und Sclavinia ) ein . Noch vor Ausführung seiner Politik verstarb der Kaiser Otto III. am 24. 1. 1002 im jungen Alter von 22 Jahren in Paterno an der Malaria.

[...]


[1] das ostfränkische - deutsche Reich bestand im 10. Jahrhundert aus den Stämmen der Sachsen , Franken , Schwaben und Bayern

[2] aus : Hans K. Schulze ; Hegemoniales Kaisertum ; S. 144

[3] Otto III. begnügte sich nicht mit der Zustimmung zur Wahl , sondern lenkte sie aktiv in Richtung auf einen eigenen Kandidaten

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Otto III. und der Akt von Gnesen
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
2,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
14
Katalognummer
V33981
ISBN (eBook)
9783638343206
ISBN (Buch)
9783638853439
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Otto, Gnesen, Ottonen, Boleslaw, Polen, Adalbert, Piasten, heilig
Arbeit zitieren
Janine Boßmann (Autor:in), 2000, Otto III. und der Akt von Gnesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33981

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