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Die Spectacula. Machtinstrumente der iulisch-claudischen Kaiser? Politische und gesellschaftliche Bedeutung der römischen Schauspiele im Frühen Prinzipat

Titel: Die Spectacula. Machtinstrumente der iulisch-claudischen Kaiser? Politische und gesellschaftliche Bedeutung der römischen Schauspiele im Frühen Prinzipat

Magisterarbeit , 2007 , 81 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M.A. Tabea Roth (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Anbetracht der Tatsache, dass der Prinzipat offensichtlich an wesentliche Elemente der caesarischen Diktatur anknüpft, ist es gerechtfertigt, zu fragen, ob die ihm nachfolgenden Kaiser möglicherweise weitere politische Mittel Gaius Iulius Caesars, wie zum Beispiel die Instrumentalisierung der Spectacula, übernommen haben. Dieser Aspekt ist deshalb interessant, da zum einen das Engagement des Augustus für das römische Spielwesen, das des Diktators nochmals übertraf, sich aber zum anderen die politische Bedeutung der Plebs urbana, an die sich die pompösen Schauspiele Caesars in erster Linie gerichtet hatten, seit der Gründung des Kaisertums, das sich vor allem auf die Loyalität des Senatorenstandes stützte, entscheidend gewandelt hatte.

Sollten die Alleinherrscher, wie es Augustus durch die Res gestae vermuten lässt, die Spectacula also tatsächlich in ähnlicher Weise wie der Diktator für ihre Politik instrumentalisiert haben, mussten dafür in der Kaiserzeit andere Gründe vorgelegen haben als noch unter der caesarischen Diktatur, da die Principes im Gegensatz zu Caesar nicht mehr darauf angewiesen waren, ihre Gesetzesinitiativen, ihre Auswahl von Beamten oder sonstige ihrer politischen Aktivitäten von der Volksversammlung legitimieren zu lassen.

Diese Arbeit möchte sich daher mit der Frage auseinandersetzten, inwiefern die Bedeutung der in Rom ausgerichteten Spectacula für die Phase des Aufbaus, der Etablierung und der Stabilisierung des Prinzipats ab 27 v. Chr. mit der für die Errichtung der caesarischen Diktatur vergleichbar ist. Da die Konsolidierung der Monarchie in die Regierungszeit der iulisch-claudischen Kaiser fällt, konzentriert sie sich dabei auf die Schauspiele, die im Frühen Prinzipat veranstaltet wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Die Bedeutung der Spectacula bei der Errichtung der caesarischen Diktatur

1.2 Die caesarische Diktatur im Vergleich zum augusteischen Prinzipat

1.3 Zum Gegenstand dieser Arbeit

2. Die Entwicklung der Spectacula von ihren Anfängen bis zum Ende der Römischen Republik

2.1 Die Königszeit

2.2 Die Frühe Republik

2.3 Die Mittlere Republik

2.4 Die Späte Republik

2.5 Die Reorganisation der Spectacula in der Kaiserzeit

3. Bisherige Thesen der Geschichtswissenschaft zur Bedeutung der Spectacula in der Kaiserzeit

3.1 Die Spectacula als Mittel der Kaiser zur Entpolitisierung der Plebs urbana

3.1.1 Jérôme Carcopino

3.1.2 Aspekte, die gegen die Annahmen Carcopinos sprechen

3.2 Die Spectacula als Ersatz für die republikanische Volksversammlung

3.2.1 Ludwig Friedländer

3.2.2 Aspekte, die gegen Friedländers These sprechen

3.3 Die politische Bedeutung der Spectacula im kaiserlichen Rom

4. Die Berichte antiker Autoren über die Spectacula unter der Regierung der iulisch-claudischen Kaiser

4.1 Vorstellung der bei der Analyse verwendeten Quellen

4.1.1 Die Annalen des Publius Cornelius Tacitus

4.1.2 Die Kaiserviten des Gaius Suetonius Tranquillus

4.1.3 Die Römische Geschichte des Cassius Dio Cocceianus

4.2 Die Quellenanalyse

4.2.1 Die Spectacula unter der Regierung des Kaisers Augustus (27 v. Chr. - 14 n. Chr.)

4.2.1.1 Tacitus

4.2.1.2 Sueton

4.2.1.3 Cassius Dio

4.2.1.4 Interpretation

4.2.2 Die Spectacula unter der Regierung des Kaisers Tiberius (14 – 37 n. Chr.)

4.2.2.1 Tacitus

4.2.2.2 Sueton

4.2.2.3 Cassius Dio

4.2.2.4 Interpretation

4.2.3 Die Spectacula unter der Regierung des Kaisers Caligula (37 – 41 n. Chr.)

4.2.3.1 Tacitus

4.2.3.2 Sueton

4.2.3.3 Cassius Dio

4.2.3.4 Interpretation

4.2.4 Die Spectacula unter der Regierung des Kaisers Claudius (41 – 54 n. Chr.)

4.2.4.1 Tacitus

4.2.4.2 Sueton

4.2.4.3 Cassius Dio

4.2.4.4 Interpretation

4.2.5 Die Spectacula unter der Regierung des Kaisers Nero (54 – 68 n. Chr.)

4.2.5.1 Tacitus

4.2.5.2 Sueton

4.2.5.3 Cassius Dio

4.2.5.4 Interpretation

4.3 Die Instrumentalisierung der Spectacula unter den iulisch-claudischen Kaisern

5. Die Spectacula als politische und gesellschaftliche Machtmittel der iulisch-claudischen Kaiser

5.1 Die Spectacula als Beneficia

5.2 Die Spectacula als Kommunikationsmedien

5.3 Die Spectacula als Stützen des Prinzipats

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die politische und gesellschaftliche Bedeutung der römischen Schauspiele ("Spectacula") während des Frühen Prinzipats. Ziel der Untersuchung ist es, zu klären, inwiefern die iulisch-claudischen Kaiser das Spielwesen systematisch instrumentalisierten, um ihre Machtstellung zu etablieren und zu festigen, sowie welche Rolle die Spectacula in der Kommunikation zwischen den Alleinherrschern und der Bevölkerung Roms spielten.

  • Politische Instrumentalisierung von Schauspielen als Machtinstrument.
  • Die Rolle der Spectacula als "Beneficia" (Wohltaten) zur Bindung der Klientel.
  • Analyse der antiken Berichterstattung (Tacitus, Sueton, Cassius Dio) zu den Kaisern Augustus, Tiberius, Caligula, Claudius und Nero.
  • Kritische Reflexion wissenschaftlicher Thesen zur "Entpolitisierung" der Plebs urbana.
  • Wechselwirkung zwischen kaiserlicher Selbstdarstellung und öffentlicher Artikulation der Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Spectacula bei der Errichtung der caesarischen Diktatur

„Viele Jahre hatte er [Gaius Iulius Caesar] auf die Errichtung einer Zwangsherrschaft hingearbeitet, mit großer Anstrengung und beträchtlichem Risiko hatte er seine Pläne in die Tat umgesetzt. Durch Spiele, Bauten, Spenden und Volksbankette hatte er die unwissende Menge geködert; seine Anhänger hatte er durch Belohnungen, seine Gegner durch den Schein der Milde an sich gefesselt“. In diesem Auszug aus seiner Zweiten Philippischen Rede rekapituliert der Senator Marcus Tullius Cicero, ein Zeitgenosse Caesars, mit welchen Mitteln dieser die Alleinherrschaft erlangt hatte. Unter anderem unterstellt er dem ermordeten Diktator, das römische Spielwesen systematisch instrumentalisiert zu haben, um die Unterstützung der Bevölkerung Roms für seine Politik zu gewinnen.

Doch welches Interesse konnte Caesar an der Plebs urbana gehabt haben ? Stellte sie auf seinem Weg zur Dictatura perpetua tatsächlich einen derart entscheidenden politischen Faktor dar, wie es Cicero hier suggeriert ? Und, wenn ja, wie war es dem Iulier möglich, die römische Bevölkerung mit der Veranstaltung von Spectacula in seinem Sinne zu beeinflussen ?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Bedeutung der Spectacula im Kontext von Caesars Diktatur sowie im Übergang zum augusteischen Prinzipat.

2. Die Entwicklung der Spectacula von ihren Anfängen bis zum Ende der Römischen Republik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des römischen Spielwesens von der Königszeit über die Republik bis hin zur Vorbereitung der kaiserzeitlichen Strukturen nach.

3. Bisherige Thesen der Geschichtswissenschaft zur Bedeutung der Spectacula in der Kaiserzeit: Hier werden zentrale wissenschaftliche Theorien – insbesondere die Entpolitisierungsthese von Carcopino und die Friedländersche Ersatz-Volksversammlungs-These – kritisch hinterfragt.

4. Die Berichte antiker Autoren über die Spectacula unter der Regierung der iulisch-claudischen Kaiser: Dies bildet den methodischen Kern der Arbeit, in dem die Quellen von Tacitus, Sueton und Cassius Dio für jeden Kaiser der iulisch-claudischen Dynastie analysiert und interpretiert werden.

5. Die Spectacula als politische und gesellschaftliche Machtmittel der iulisch-claudischen Kaiser: Zusammenführung der Ergebnisse zur Nutzung der Schauspiele als Beneficia, Kommunikationsmedien und Stützen des Prinzipats.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und stellt die Kontinuität der Spielpolitik über das Ende der Dynastie hinaus dar.

Schlüsselwörter

Spectacula, Römische Republik, Prinzipat, Kaiserzeit, Instrumentalisierung, Plebs urbana, Augustus, Nero, Sueton, Tacitus, Cassius Dio, Machtmittel, Klientelwesen, Politik, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob und wie die iulisch-claudischen Kaiser die römischen Spiele ("Spectacula") als Instrument zur Festigung ihrer Alleinherrschaft und zur Beeinflussung der städtischen Bevölkerung einsetzten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das kaiserliche Patronat, die öffentliche Kommunikation in den Spielstätten, das Verhältnis der Kaiser zum Senat und der Bevölkerung (Plebs urbana) sowie die Rolle der Spiele als Machtmittel.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob eine bewusste politische Instrumentalisierung der Spectacula durch die Kaiser des Frühen Prinzipats nachweisbar ist und inwiefern diese Praxis mit der caesarischen Diktatur vergleichbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die auf einem breiten Spektrum antiker Primärliteratur (Tacitus, Sueton, Cassius Dio) basiert und diese mit modernen geschichtswissenschaftlichen Theorien abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine wissenschaftstheoretische Debatte und eine detaillierte, chronologische Quellenanalyse für jeden Kaiser der iulisch-claudischen Dynastie.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind "Spectacula", "Prinzipat", "Instrumentalisierung", "Plebs urbana" und "kaiserliches Patronat".

Wie unterschied sich die Spielpolitik von Augustus von der Neros?

Während Augustus die Spiele eher strategisch zur Legitimierung seiner Stellung und zur Förderung von Nachfolgern nutzte, war Neros Engagement laut den antiken Quellen stärker von seiner persönlichen Geltungssucht und künstlerischen Passion geprägt.

Galt die Plebs urbana als politisch desinteressiert?

Die Arbeit widerlegt diese Sichtweise; sie zeigt auf, dass die Bevölkerung die Spiele sehr wohl als Plattform für politische Artikulation, Kritik und Kundgebungen nutzte und somit nicht bloßes Objekt einer Unterhaltungspolitik war.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Spectacula. Machtinstrumente der iulisch-claudischen Kaiser? Politische und gesellschaftliche Bedeutung der römischen Schauspiele im Frühen Prinzipat
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut)
Note
2,0
Autor
M.A. Tabea Roth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
81
Katalognummer
V340042
ISBN (eBook)
9783668302914
ISBN (Buch)
9783668302921
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Antike Prinzipat Früher Prinzipat Augustus Diktatur Alleinherrschaft Caesar Spiele Spectacula Machtinstrumente Römische Republik Kaiserzeit Tacitus Sueton Cassius Dio Tiberius Caligula Claudius Nero Iulisch-claudische Kaiser
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Tabea Roth (Autor:in), 2007, Die Spectacula. Machtinstrumente der iulisch-claudischen Kaiser? Politische und gesellschaftliche Bedeutung der römischen Schauspiele im Frühen Prinzipat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340042
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Leseprobe aus  81  Seiten
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