Fachfremd Musik unterrichten in der Grundschule? Kein Problem!

Tolle Ideen für den Einsatz von Solmisation, Rhythmussprache, Drum Circle, Boomwhacker und Ukulele


Fachbuch, 2015

24 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Theorieteil
1.1 Musiktheoretische Grundlagen und Begriffe
1.2 Inhalte und Aufbau des Teilrahmenplan Musik

2. Praxisteil
2.1. Warming up – Der Einstieg in eine Musikstunde
2.2 Auditive Wahrnehmungsförderung im Musikunterricht
2.3 Solmisation als Teil des Musikunterrichtes
2.4 Rhythmussprache im Musikunterricht
2.5 Erfahrung von Geschwindigkeiten in der Musik 2.6 Drum Circle als Methode des Musikunterrichtes
2.7 Tolles Rohr – Der Einsatz von Boomwhacker in der Grundschule
2.8 Die Ukulele als Begleitinstrument im Musikunterricht

1.1 Musiktheoretische Grundlagen und Begriffe

Bevor im Rahmen dieses Portfolios die einzelnen Methoden und Möglichkeiten einer musikalischen Praxis in der Schule aufgezeigt werden, soll es an dieser Stelle darum gehen, die musiktheoretischen Grundlagen und Begriffe zu wiederholen, welche für die erfolgreiche Gestaltung eines fachlich fundierten Musikunterrichtes unabdingbar sind. Gleichwohl beschränkt sich dieser Beitrag auf die für den Primarbereich wichtigsten Kenntnisse.

Grundbegriffe

- Unter einem Grundschlagversteht man in der Musik das gleichmäßige wiederkehren eines Schlages, also die Unterteilung der Zeit in gleichmäßig Impulse.
- DerTaktbezeichnet eine bestimmte Unterteilung bzw. Gruppierung von Notenwerten einer gleichen Zählzeit. Er ist das grundlegende Rahmenwerk für die Musik.
- DasMetrumbezeichnet in der Musiktheorie die Organisation von Impulsen zu einem regelmäßigen Betonungsmuster.
- In der Musik bezeichnet derRhythmusdie zeitliche Struktur der Noten und die spezielle

Folge von Dauern und Pausen. Siehe hierzu auch die Abbildung.

Notenwerte

Um dieLängebeziehungsweise dieKlangdauer einer Notefestzuhalten gibt es verschiedene Notenwerte mit spezifischer Notationsformen. Die Notenwerte werden nach den Regeln der Mathematik behandelt, das heiße eine ganze Note ist genauso lang wie zwei Halbe, usw.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Pausen

Analog zu den Noten gibt es in der Musik Pausen. Die Unterschiede in den Pausen zeigen ihre unterschiedliche Dauer an, diese ist wie folgt geregelt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Liniensystem, Violinschlüssel und Tonleiter

Um darzustellen, welche Höhe ein bestimmter Ton hat, nutzt man in der Musik ein System aus fünf Linien, der Violinschlüssel oder auch G-Schlüssel genannt umschließt die zweite Linie, auf welcher sich das g befindet. Die Töne ergeben sich aufsteigend wie folgtc', d', e', f', g', a', h', c''

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Taktarten

In der Musik werden stets mehrere Schläge zu einem Takt zusammengefasst. Die jeweiligen Schläge eines Taktes werden durch Zähler und Nenner am Anfang eines Stückes angegeben. Die Taktarten unterscheidet man danach, ob sie einfach oder zusammengesetzt und gerade oder ungerade sind. Die gängigsten Taktarten sind die folgenden:

1. einfache, gerade Takte (2er Takte) haben eine betonte und eine unbetonte Taktzeit.
2. einfache, ungerade Takte (3er Takte) haben eine betonte und zwei unbetonte Taktzeiten.
3. zusammengesetzte, gerade Takte (4er Takte) haben zwei betonte und zwei unbetonte Taktzeiten.
4. zusammengesetzte, ungerade Takte (6er Takte) haben zwei oder mehrere betonte und mehrere unbetonte Taktzeiten.

Die gebräuchlichstenTaktartensind der 4/4, der ¾ und der 2/4 Takt. Wie in der Abbildung des 2/4 Taktes ersichtlich ist, gibt es bei vielen Takten auch einen Auftakt. Dieser ist ein unvollständiger Takt am Anfang, der sich mit dem letzten Takt des Stückes zu einem vollständigen Takt ergänzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Halbton und Ganzton

Der Halbtonabstand ist in der Musik die kleinste Entfernung zweier Töne. In der 'normalen' Tonreihe haben die Töne e bis f und die Töne h bis c einen Halbton Abstand, alle übrigen einen Ganzton. In der Notenschrift ist dieser Abstand nicht erkennbar, wohl aber bei einer Klaviertastatur.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Aufbau und Inhalte des Teilrahmenplan Musik

Um in der Grundschule einen fachlich fundierten Unterricht durchführen zu können, ist es wichtig auch die curricularen Vorgaben zu beachten. Die Inhalte und angestrebten Kompetenzen für dieses Fach sind für die Grundschule in Rheinland-Pfalz im Teilrahmenplan Musik formuliert. Dieser wurde herausgegeben von Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Bildung und Kultur und löste im Jahre 2010 den bis dato gültigen Lehrplan ab.

Schon in den Vorbemerkungen des Rahmenplanes wird klar, dass Musikunterricht mehr leisten muss als Rezeption und Imitation von Klängen und Tönen. Vielmehr sollen die Lernenden ganzheitliche, sinnliche Wahrnehmungen machen können und sich als aktive Gestalter ihrer Umwelt erleben. Im Rahmen des Musikunterrichtes sollen „nicht nur die kognitiven, sondern auch die kreativen und emotionalen Fähigkeiten“ der Kinder gestärkt werden (Teilrahmenplan Musik 2010, S. 6). DasSingensollte darüber hinaus eines der wichtigsten Elemente in der Musikerziehung sein, nebenRhythmusundBewegung.Im Hinblick auf den fachlichen Aspekt, sollen die Kinder während ihrer Grundschulzeit auch Notationsformen kennenlernen, um zu erfahren, dass Musik dadurch reproduzierbar wird und nicht zwingend flüchtig bleibt. Auch ist dies für ein weiterführenden Musikverständnis sinnvoll. Im Sinne eines anschlussfähigen Wissens soll ein solides Fundament für die Sekundarstufe I geschaffen werden.

„Musik ist […] ein wesentliches Element der kulturellen – und damit der gesellschaftlichen Teilhabe“ (ebd. S. 7).

Es folgt das Leistungsprofil für den Musikunterricht, welches festlegt, welche Ziele von jedem Kind bis zum Ende der Grundschulzeit erreicht werden sollten. Diese Vorgaben stellen nur Richtwerte da und sind nach oben hin offen. Beispielsweise sollen die Schülerinnen und Schüler innerhalb des BereichesHörens/ innere Vorstellung von Musikaus der „Gesamtwahrnehmung der Musik einzelne Phänomene heraushören“ oder innerhalb des BereichesStimme„einfache Melodien und Lieder auf Tonsilben und Text singen“ (ebd. S. 8). Es gibt folgende weitere Bereiche:Körper/Bewegung, Musikinstrumente, Notation, Improvisation/Komposition, Zusammenspiel/Ensemble, szenisches Spiel und Wissen/Repertoire.

Das nächste Kapitel ist der Wissens- und Kompetenzorientierung gewidmet, welches sich in allen Teilrahmenplänen für die Grundschule wiederfindet. Hier geht es beispielsweise darum, dass Kinder ein Repertoire an musikalischenPatternsundRhythmusbausteinenerlernen sollen, die ihnen einen leichten Zugang zur Musik verschaffen. Es werden vier Kompetenzbereiche angesprochen, die es bei Kindern besonders zu schulen gilt. Dies sinddie Ausdruckskompetenz, die Wahrnehmungskompetenz, die Kommunikationskompetenz und die Reflexionskompetenz(vgl. Teilrahmenplan Musik 2010, S. 11f.), welche hier nur aufgezählt sind, im Teilrahmenplan jedoch ausführlich beschreiben werden.

Nun werden die didaktisch-methodischen Leitvorstellungen des Musikunterrichts erläutert. Vor allem soll hier das grundsätzliche Bestreben stattfinden, „Kindern eine aktive sowie eine rezeptive musikalische Handlungskompetenz zu vermitteln“ (ebd. S. 13). Wichtig ist auch, dass täglich Musik gemacht werden soll, ob in längeren oder kürzeren Abschnitten, insofern fordert der Teilrahmenplan eine integrative und fächerübergreifende Musikpraxis. Die im folgenden aufgeführten Leitvorstellungen sind zwar getrennt dargestellt, bilden aber in Unterricht eine natürliche Einheit. Diese sind unter anderem:

Kopf, Herz und Hand

Im Musikunterricht werden die drei Bereiche ratio (Kopf), emotio (Herz) und actio (Hand), also der denkende, der fühlende und der handelnde Mensch, möglichst gleichgewichtig angesprochen“ (ebd.).

Fächerübergreifendes Lernen

„Alle Lernbereiche und Fächer bieten gute Möglichkeiten zu musikalischem Handeln, um ein Lernen mit allen Sinnen anzubahnen und vernetztes Lernen zu ermöglichen“ (ebd).

Schülerzentrierter Fnterricht

„Die Hauptmotivation der Kinder im Musikunterricht ist es, sich selbst als schöpferisch musizierender Mensch zu erfahren. Insofern steht ihr musikalisches Handeln im Mittelpunkt“ (ebd.).

Weitere Leitvorstellungen sind Übung, Motivation, Differenzierung und Individualisierung, Bausteinlernen, Imitation, ganzkörperlich-musikalisches Handeln, Solmisation, Notation und das Spielen elementarer Musikinstrumente (ebd. S. 14ff.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Fachfremd Musik unterrichten in der Grundschule? Kein Problem!
Untertitel
Tolle Ideen für den Einsatz von Solmisation, Rhythmussprache, Drum Circle, Boomwhacker und Ukulele
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Musik und Musikwissenschaft)
Veranstaltung
Elementare Musikdidaktik
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V340095
ISBN (eBook)
9783668298767
ISBN (Buch)
9783668298774
Dateigröße
905 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Boomwhacker, Drum Circle, Ukulele, Fachfremder Musikunterricht, Solmisation, Rhythmussprache, Grundschule, Musikunterricht Grundschule
Arbeit zitieren
Eric Engel (Autor), 2015, Fachfremd Musik unterrichten in der Grundschule? Kein Problem!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340095

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