Der anhaltende Strukturwandel wirkt nicht nur auf Branchen und einzelne Unternehmen, sondern zeigt seine Auswirkungen mittlerweile auch in weiten Teilen der westlichen Industriestaaten. Ebenfalls beeinflussen im nationalen und internationalen Wettbewerb die globalen Rahmenbedingungen den Handlungsspielraum von Wirtschafts- bzw. Lebensräumen. Folglich werden betroffene Regionen zukünftig stärker gezwungen sein, sich den damit verbundenen Entwicklungs- und Umstrukturierungsprozessen zu stellen.
Vor diesem Hintergrund kommt es entscheidet darauf an, wie sich die wirtschaftsfördernden Akteure einer Volkswirtschaft unter den verändernden Wettbewerbsbedingungen profilieren bzw. positionieren können. Diejenigen, die ihre Potenziale nur unzureichend nutzen, werden im Vergleich zu denen, die ihre traditionellen Stärken in einem kontinuierlichen Innovationsprozess weiterentwickeln können, zukünftig stärker zurück fallen. Die wirtschaftlichen Folgen eines negativen Szenarios sind unter anderem der Rückgang der Wirtschaftskraft sowie der Abbau von Arbeitsplätzen. In Relation zu erfolgreicheren Räumen führt diese Entwicklung zu einem nachhaltigen Attraktivitätsverlust der gesamten Region.
Damit auch Regionen im internationalen Wettbewerb um die besten Standortfaktoren weiter bestehen können, wird es immer wichtiger echte wirtschaftliche, wissenschaftliche, soziale und kulturelle Profile zu entwickeln. Ziel dieser Bemühungen ist es, attraktive Rahmenbedingungen für die Unternehmen sowie die Bevölkerung zu schaffen. Damit vorhandene Stärken ausgebaut bzw. besser nutzbar gemacht werden können, ist es daher notwendig, die wirtschaftsfördernden Aktivitäten einer Region in einen ganzheitlichen konzeptionellen Rahmen einzubinden.
Vor diesem Hintergrund entwickelten die Wirtschaftsräume Hannover, Braunschweig und Wolfsburg zwischen 1998 und 2004 drei umsetzungsfähige Konzepte zur Verbesserung der Wirtschafts- und Beschäftigungssituation vor Ort.
Die vorliegende Diplomarbeit zur Erlangung des Hochschulgrades „Dipl. Kaufmann (FH)“ befasst sich aus gegebenem Anlass beispielhaft mit der Analyse dieser Wirtschaftsförderungskonzepte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Rechtsgrundlagen der kommunalen Wirtschaftsförderung
2.2 Rechtsgrundlagen der staatlichen Wirtschafts- und Strukturpolitik
2.3 Grundzüge der europäischen Regionalpolitik
2.4 Erläuterungen zum Begriff der „Wirtschaftsförderung“
2.5 Clusterbildung als Konzeptansatz für regionale Wirtsförderung
3. Status der Wirtschaftsregion Hannover im nationalen Vergleich
3.1 Ziele und Maßnahmen der Wirtschaftsförderung
3.2 Träger und Aufgabengebiete der Wirtschaftsförderung
3.3 Entwicklung eines Wirtschaftsförderungskonzeptes für die Region Hannover
3.3.1 Darstellung des Wirtschaftsförderungskonzeptes „Hannover - Projekt“
3.3.2 Die Projektgesellschaft Hannoverimpuls GmbH
3.3.3 Konzeptumsetzung des „Hannover-Projektes“
3.3.3.1 Schwerpunkt 1: Automotive
3.3.3.2 Schwerpunkt 2: Produktionstechnik
3.3.3.3 Schwerpunkt 3: Lasertechnik
3.3.3.4 Schwerpunkt 4: Life Science
3.3.3.5 Schwerpunkt 5: IuK-Technologie
3.3.3.6 Schwerpunkt 6: Beschäftigungsmodelle
3.3.3.7 Schwerpunkt 7: Querschnittsprojekte
3.3.3.8 Schwerpunkt 8: Steigerung der regionalen Attraktivität
4. Status der Wirtschaftsregion Braunschweig
4.1 Leitlinien der Wirtschaftsförderung
4.2 Träger der Wirtschaftsförderung
4.3 Entwicklung eines Wirtschaftsförderungskonzepte für den Großraum Braunschweig
4.3.1 Darstellung des Wirtschaftsförderungskonzeptes „Projekt Region Braunschweig“
4.3.2 Konzeptumsetzung des „Projektes Region Braunschweig“
4.3.2.1 Schwerpunkt 1: Fahrzeugbau
4.3.2.2 Schwerpunkt 2: Umwelttechnik
4.3.2.3 Schwerpunkt 3: Materialien- und Maschinenbau
4.3.2.4 Schwerpunkt 4: Tourismus
4.3.2.5 Schwerpunkt 5: Finanzdienstleistungen
4.3.2.6 Schwerpunkt 6: Verkehrssicherheit / IuK
4.3.2.7 Schwerpunkt 7: Norddeutsches Wasserzentrum
4.3.2.8 Schwerpunkt 8: Querschnittsthemen
5. Status Wolfsburg, eine Stadt der Wolkswagen AG ?
5.1 Ziele der Wirtschaftsförderung
5.2 Träger und Aufgabengebiete der kommunalen Wirtschaftsförderung
5.3 Entwicklung eines Wirtschaftsförderungskonzeptes für die Stadt Wolfsburg
5.3.1 Darstellung des Wirtschaftsförderungskonzeptes „AutoVision“
5.3.2 Die Projektgesellschaft Wolfsburg AG
5.3.3 Konzeptumsetzung der „AutoVision“ in Projektphase I
5.3.3.1 Geschäftsbereich 1: Lieferantenansiedlung
5.3.3.2 Geschäftsbereich 2: Personal Service Agentur
5.3.3.3 Geschäftsbereich 3: ErlebnisWelt
5.3.3.4 Geschäftsbereich 4: InnovationsCampus
5.3.4 Zwischenbilanz „AutoVision“ nach der Projektphase I
5.3.5 Konzeptumsetzung der „AutoVision“ in Projektphase II
5.3.6 Konzeptumsetzung der „AutoVision“ in Projektphase III
6. Vergleichende Bewertung der drei Fallbeispiele
7. Zur Gestaltbarkeit von Clustern durch die regionale Wirtschaftsförderung
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit analysiert beispielhaft die Wirtschaftsförderungskonzepte der Wirtschaftsräume Hannover, Braunschweig und Wolfsburg im Zeitraum zwischen 1998 und 2004, um deren Strategien zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und Beschäftigungssituation zu bewerten und den Zielerreichungsgrad zu untersuchen.
- Analyse und Vergleich regionaler Wirtschaftsförderungskonzepte.
- Untersuchung der Bedeutung von Clusterbildung als Instrument der Regionalentwicklung.
- Bewertung von Standortfaktoren und Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung.
- Evaluation der Rolle von Beteiligungsgesellschaften und öffentlich-privaten Partnerschaften.
- Untersuchung von Erfolgsfaktoren für die Clusterbildung in verschiedenen Industriebranchen.
Auszug aus dem Buch
2.5 Clusterbildung als Konzeptansatz für regionale Wirtsförderung
Die Unternehmensberatung McKinsey hat eigenen Angaben zu Folge in den vergangenen sechs Jahren unter anderem für die Region Wolfsburg (1998), Hannover (2002), und Braunschweig (2004) clusterbasierte Wirtschaftsförderungskonzepte zur regionalen Strukturentwicklung erarbeitet. Da sich diese Konzepte nach Aussage der zuständigen Wirtschaftsförderer in der Umsetzung befinden, ist es zum weiteren Verständnis notwendig, den Begriff des „Clusters“, wie McKinsey & Co. ihn interpretiert, kurz zu erläutern.
Mckinsey & Co. bewertet Cluster nach Porters Definition als geographische Konzentrationen miteinander verbundener Unternehmen, spezialisierter Zulieferer, Dienstleistern, Unternehmen in verwandten Branchen und unterstützenden Organisationen (z.B. Universitäten, Hochschulen, Kammern und Verbänden) in bestimmten Branchen, die im Wettbewerb stehen und miteinander kooperieren. Brenner und Fornahl verstehen unter lokalen branchenspezifischen Clustern eine Ansammlung von Firmen einer oder weniger in Beziehung zueinander stehender Branchen, bei denen eine deutlich überdurchschnittliche Zahl an wertschöpfungsintensiven Arbeitsplätzen aufgrund positiver Wechselwirkungen zwischen den Firmen entsteht und aufrechterhalten wird.
Die Unternehmensberatung beschreibt die Vorteile, die durch die räumliche Nähe der Akteure innerhalb des Cluster entstehen, allgemein als sinkende Transaktionskosten und positive externe Effekte. Die Unternehmen innerhalb des Clusters erzielen durch den engeren Informationsaustausch eine höhere Produktivität und Innovationsfähigkeit. Sinkende Beschaffungskosten durch die Nähe zu Zulieferern und Dienstleistern der Branche, sowie eine ausgeprägte Wettbewerbsfähigkeit durch die intensivere Konkurrenz sind weitere positive Ergebnisse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den strukturellen Wandel in Industrienationen und die Relevanz der regionalen Wirtschaftsförderung.
2. Theoretische Grundlagen: Erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Wirtschaftsförderung und das Konzept der Clusterbildung.
3. Status der Wirtschaftsregion Hannover im nationalen Vergleich: Analysiert die wirtschaftliche Lage in der Region Hannover und das „Hannover-Projekt“.
4. Status der Wirtschaftsregion Braunschweig: Untersucht das Wirtschaftsförderungskonzept für den Großraum Braunschweig und dessen 18 Einzelprojekte.
5. Status Wolfsburg, eine Stadt der Wolkswagen AG ?: Betrachtet das Konzept „AutoVision“ und dessen Umsetzung in Wolfsburg.
6. Vergleichende Bewertung der drei Fallbeispiele: Stellt die Konzepte der drei Regionen gegenüber und analysiert Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede.
7. Zur Gestaltbarkeit von Clustern durch die regionale Wirtschaftsförderung: Diskutiert kritisch die Möglichkeiten politischer Einflussnahme auf die Clusterentwicklung.
8. Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse der Analysen zusammen und gibt einen Ausblick auf die Zukunftsfähigkeit der regionalen Konzepte.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsförderung, Cluster, Standortmarketing, Strukturwandel, Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, InnovationsCampus, Automobilbranche, regionale Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigungsmodelle, Wertschöpfungskette, Wirtschaftswachstum, Technologiebranche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht Wirtschaftsförderungskonzepte in drei niedersächsischen Wirtschaftsräumen (Hannover, Braunschweig, Wolfsburg) im Zeitraum von 1998 bis 2004.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf Clusterbildung, Standortmarketing, Ansiedlungsmaßnahmen und die regionale Beschäftigungsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Analyse der Effektivität von regionalen Wirtschaftsförderungskonzepten und deren Fähigkeit, den strukturellen Wandel positiv zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Fallstudienanalyse, die auf Standortanalysen und Daten der beteiligten Regionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte, die jeweils die Strategien und Umsetzungsprojekte der Regionen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg detailliert darstellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftsförderung, Cluster, Standortwettbewerb, Innovationsstrategie und Beschäftigungssicherung sind die prägenden Begriffe.
Warum ist das Beispiel Wolfsburg für die Arbeit so wichtig?
Wolfsburg dient als spezielles Fallbeispiel einer von einem Automobilkonzern dominierten „Werksstadt“, deren Konzepte zur Diversifizierung einen besonderen Fokus darstellen.
Welche Kritik äußert der Autor an der Umsetzung der Konzepte?
Der Autor bemängelt teilweise eine zu starke politische Motivation und eine mangelnde Abstimmung zwischen den Anforderungen der regionalen Wirtschaft und den bürokratischen Umsetzungsprozessen.
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- Torsten Hendrik Wirth (Author), 2004, Analyse der Wirtschaftsförderungskonzepte in den Regionen Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34015