Reflektierende Dokumentation über Planung, Durchführung und Evaluation eines Waldprojektes in einer 3. Klasse einer Grundschule in Rheinland-Pfalz


Hausarbeit, 2016

27 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Praktikumsreflexion
2.1 Die Praktikumsstelle
2.2 Das Projekt: Der Wald- Bäume erkennen und Bäme benennen
2.3 Planung durch Projektmanagement : Das ADDIE- Modell
2.3.1 Analysis
2.3.2 Design
2.3.3 Development
2.3.4 Implementation
2.3.5 Evaluation
2.4 Pädagogisch-didaktische Durchführung:
2.5 Evaluation und Qualitätsmanagement

3 Blogreflexion

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Anhang A
Brief an die Eltern:
Evaluationsbogen
Auswertung der Evalutationsbögen:
Tabelle A1
Tabelle A4

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das ADDIE- Modell bezogen auf das Praktikum…...S.3

1 Einleitung

Das Praktikum ist ein wichtiger Bestandteil im Modul 3B des Studiengangs „Bildungswissenschaft“ an der FernUniversität Hagen mit dem Ziel, Theorie und Praxis zu vereinen. Durch die reflektierenden Erfahrungen und das Lernen im praktischen Umfeld werden Kompetenzen erworben, die in einem Lerntagebuch sowie der reflektierenden Dokumentation (RD) beschrieben werden.

Die vorliegende Hausarbeit stellt die Planung, Durchführung und Evaluation eines Waldprojektes in einer 3. Klasse einer rheinland-pfälzischen Grundschule dar. Das pädagogische Ziel ist die Wissensvermittlung im Bereich „natürliche Phänomene und Gegebenheiten - Perspektive Natur“, dabei sollen die Schüler Naturphänomene sachorientiert wahrnehmen, beobachten, benennen und beschreiben können (vgl. Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur 2006, S. 8). Der Frühling, unter dem Aspekt der Entwicklung der unterschiedlichen Baumarten, Blätter und Früchte, soll den Schülern verdeutlicht werden. Darüber hinaus soll die Sozialkompetenz der Kinder durch kooperatives Lernen gefördert werden. Die Exkursion verbindet das theoretische mit dem praktischen Wissen. Interdisziplinär werden noch die Lese- und Schreibkompetenz, sowie der richtige Umgang mit den Gegebenheiten im Wald als Lernziele vermittelt. Die Prüfung des zukünftigen Berufswunsches sowie der Einblick in die Lehrtätigkeit stellt ein persönliches Ziel der Verfasserin dar.

In Kapitel 2 wird näher auf die Praktikumsstelle und die dort angesiedelten Bereiche der Erlebnispädagogik eingegangen. Kapitel 2.3 beschäftigt sich mit der Planung des Projekts nach dem ADDIE- Modell. Hierbei soll der theoretische, bildungswissenschaftliche Rahmen dargestellt werden sowie die praktische Umsetzung. Das angewandte didaktischen Modell, der Projektunterricht nach Gudjons sowie das Modell der Erkundung nach Flechsig werden in ihren Theorien sowie in der praktischen Ausführung im Punkt 2.4 dargestellt. Der Punkt 2.5 beschäftigt sich mit der Evaluation und der Qualitätssicherung im Praktikum. Das geführte Weblog/Lerntagebuch wird im Kapitel 3 erläutert und reflexiv beleuchtet. Hierbei geht es um die theoretische Fundierung des Führens eines Weblogs/Lerntagebuchs, als auch um den praktischen Nutzen. Abschließend wird ein Fazit im Kapitel 4 mit einem Ausblick gegeben.

Zugunsten der leichteren Lesbarkeit wird auf die Nennung der Geschlechtsbezeichnungen verzichtet. Es wird daher lediglich die männliche Schreibweise benutzt, die gleichwertig zu sehen ist.

2 Praktikumsreflexion

2.1 Die Praktikumsstelle

Die Grundschule befindet sich in X, ein Ortsteil der Verbandsgemeinde Y in Rheinland- Pfalz. Der Ort hat ca. 2500 Einwohner und liegt ländlich in ursprünglicher Natur. Zurzeit werden 72 Kinder in der Grundschule unterrichtet. Das Kollegium besteht aus 5 Lehrern. Die 3. Klasse wird von ihrem Lehrer seit dem ersten Unterrichtsjahr unterrichtet und die Klassenstärke ist mit 15 Schülern relativ klein. Die durchschnittliche Klassenstärke liegt im Länderdurchschnitt bei 20,7 Schülern in der Grundschule (KMK 2014). Die dort anwesenden Kinder kommen aus ähnlichen sozialen Schichten.

2.2 Das Projekt: Der Wald- Bäume erkennen und Bäume benennen

Die Idee zum Projekt: „Der Wald - Bäume erkennen und Bäume benennen“ entstand durch Gespräche mit den Lehrern, da die Praktikantin als Gesundheitsförderin für „Klasse 2000“ tätig ist und somit ein guter und regelmäßiger Kontakt zu verschiedenen Grundschulen besteht.

Die Durchführung des Projektes fand im Frühling statt und gliederte sich in zwei unterschiedliche Lernphasen. In der ersten Phase sollte das theoretische Wissen der Schüler ermittelt, ausgebaut und vertieft werden. In der sich anschließenden Phase sollten alle Schüler ihr neu erlerntes Wissen in einer Erkundung vertiefen. In mehreren Vorgesprächen wurde die Praktikantin vom Klassenlehrer der ausgewählten Klasse über den Wissenstand der Schüler informiert und gemeinsam wurden die Lernzielen ermittelt. Ziel der Praktikantin war es, die Schüler in die Lage zu versetzen Experten über mindestens fünfzehn unterschiedliche Baumarten zu werden. Für die Theoriephase/Projektphase1 wurden sechs Tage veranschlagt. Hinzu kam vor der Theoriephase die Hospitation der Klasse und im Anschluss jeweils an die Unterrichtsstunden die Auswertung der Lernfortschritte sowie die Planung der folgenden Unterrichtsstunden. Die Exkursion der Phase 2 wurde an einem Vormittag durchgeführt.

2.3 Planung durch Projektmanagement: Das ADDIE- Modell

Zur Planung wurde das ADDIE- Modell nach Gagné benutzt, da es sich hierbei um ein Modell handelt, mit dessen Hilfe Lernumgebungen entworfen und umgesetzt werden können (Bastianes, T., Deimann, M., Schrader, C. & Orth, C., S. 36). ADDIE steht hierbei für:

Analysis, Design, Development, Implementation und Evaluation.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das ADDIE Modell im Hinblick auf das Praktikum. Quelle: eigener Entwurf

2.3.1 Analysis

Die Analysis Phase dient zu einer Orientierung an der Zielgruppe (Peterson 2003, S. 228). In dieser Phase sollen die Vorkenntnisse der Lerngruppe festgestellt werden. Auf das Praktikum bezogen stellte die Zielgruppe eine relativ homogene Gruppe von Schülern da. In einem Erstgespräch mit dem Klassenlehrer erläuterte dieser, wie der Kenntnisstand der einzelnen Schüler in den Bereichen Deutsch, Mathe und Sachkunde ist. Er erklärte, dass die Klasse insgesamt sehr aufgeschlossen und am Unterricht interessiert sei. Vor allem spielerische und handlungsorientierte Angebote würden die Schüler gerne und gut aufnehmen. Lediglich zwei Schüler beschrieb er als schwieriger im Bereich der Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit.

Die Aufgabe für den Unterricht sollte darin bestehen, Naturphänomene sachorientiert wahrzunehmen, zu beobachten sowie diese benennen und beschreiben zu können. Zum Ende der Unterrichtseinheit stand die Walderkundung mit dem Ziel, dass möglichst alle Schüler mindestens fünfzehn verschiedene Bäume anhand ihrer Blätter erkennen und benennen können. Als reine Unterrichtszeit standen täglich 60 Minuten zur Verfügung. Hinzu kam zu Beginn die Hospitationsphase zum Kennenlernen der Schülergruppe. Darüber hinaus kam jeweils ein unterschiedlicher Zeitaufwand für die Planung der folgenden Einheit sowie die Vorbereitung der Arbeitsmaterialien. Nach der Grobplanung der ersten Unterrichtsstunde erfolgte nach Rücksprache mit dem Klassenlehrer die Festlegung der Feinziele. Die erste Phase sollte zur Aktivierung des Vorwissens dienen, eine Einstimmung auf das Thema vollziehen und zur Steigerung der Motivation beitragen. Im Vordergrund sollte das kooperative Arbeiten der Schüler eingeübt werden. Die Praktikantin hat ein besonderes Interesse am kooperativen Lernen und besonders an den „Fünf Basiselementen des Kooperativen Lernens“ (Bochmann et al. 2015, S. 30-32) und wollte nach einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema die Lebenswirklichkeit diesbezüglich überprüfen. Damit Kooperatives Lernen geordnet verläuft und auch dem Einzelnen effektives Lernen ermöglicht wird, müssen folgende Bedingungen während der Teamarbeit eingehalten werden:

1. Positive Abhängigkeit, 2. Individuelle Verantwortlichkeit, 3. Soziale Kompetenzen, 4. Partnerbezogene Kommunikation und 5. Prozessevaluation.

Im Vorgespräch mit dem Klassenlehrer wurde deutlich, dass in der Klasse Frontalunterricht und Partnerarbeit vorherrschend sind.

2.3.2 Design

In der Designphase werden die Strategien festgelegt (Peterson 2003, S. 229). Dazu gehören die pädagogische, die äußere als auch die technische Strategie. Basierend auf der Analyse boten sich eine Kombination aus zwei pädagogisch/didaktischen Modellen an. Zum einen Gudjons Projektunterricht und zum anderen Aspekte aus dem Modell der Erkundung nach Flechsig. Diese beiden Modelle werden im Punkt 2.4 in dieser Arbeit weitergehend beschrieben.

2.3.3 Development

In dieser Phase werden auf der Kenntnis der Entwurfsplanung die erforderlichen Materialien entwickelt sowie die Medienauswahl bestimmt (Peterson 2003, S. 231). Bei der Medienauswahl wurde auf ein bereits vorhandenes Angebot in Form eines Films zurückgegriffen. Zusätzlich wurden unterschiedliche Arbeitsblätter erstellt und angefordertes, kostenfreies Material vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingesetzt. Aufgrund der guten Ausstattung der Schule an Computern stand jedem Schüler das Internet für Recherchezwecke zur Verfügung. Es wurde ein genauer Ablaufplan für die einzelnen Stunden erstellt, der sich an den Vorkenntnissen der Schüler orientierte.

2.3.4 Implementation

Die Implementations-Phase beschäftigt sich mit der Durchführung des Projektes. An dieser Stelle können bereits erste Evaluationen, neue anzupassende Analysen und Anpassungen notwendig werden. (Peterson 2003, S. 231). Im Praktikum zeigte sich bereits in der Einführungsphase, dass die Schüler vor dem Projekt kaum und nur unregelmäßig in kooperativen Lernarrangements zusammengekommen waren und ihnen der Umgang mit dieser Lernform nicht geläufig war. Hier mussten zunächst neue Regeln vermittelt werden. Darüber zeigten sich bei einigen Schülern Probleme im Sozialverhalten innerhalb der Gruppe. Sie weigerten sich mit den ihnen per Los zugeteilten Schülern zusammenzuarbeiten und zu kooperieren. Aufgrund dieser Erkenntnisse in der Einführungsphase wurde die Gruppenarbeit wieder auf Partnerarbeit umgestellt und auch die Arbeitsblätter und Aufgaben darauf abgestimmt.

2.3.5 Evaluation

Die letzte Phase stellt die Evaluation dar, die sich in die formative und summative Evaluation aufteilt. Die formative Evaluation ist die begleitende Evaluation, in der in jeder Phase, beziehungsweise wann immer es nötig ist, evaluiert wird. Die summative Evaluation hingegen stellt die abschließende Evaluation dar (Peterson 2003, S. 231). Im Praktikum erfolgte die formative Evaluation hauptsächlich durch die Beobachtung der Schüler sowie durch Rücksprache mit dem Klassenlehrer. Durch die speziellen Aufgaben in Form von Hausaufgaben, sowie kleineren Tests konnten Lernfortschritte festgestellt werden. Hierbei wurden auch praktische Abfragen durchgeführt. Verschiedene Schüler benötigten weiterführende Unterstützung, die sich in unterschiedlichen Arbeitsblättern manifestierte.

Am Ende des Projekts wurde die summative Evaluation in Form eines Fragebogens für die teilnehmenden Schüler durchgeführt, um den Lernerfolg des Projekts beurteilen zu können.

2.4 Pädagogisch-didaktische Durchführung

Dem pädagogisch-didaktischen Konzept liegen zwei Modelle zu Grunde. Zum einen der Projektunterricht nach Gudjons und zum anderen Aspekte aus dem Modell der Erkundung nach Flechsig. Beide Modelle passten zu dem durchgeführten Projekt und ergänzen sich darüber hinaus. Das Projekt ließ sich als handlungsorientiertes Lehren und Lernen einordnen. Dabei sollten „Kopf, Herz und Hand“ , also kognitives, affektives und psychomotorisches Lernen der Schüler ins Gleichgewicht gebracht werden (Meyer 2016, S. 214ff). Die Schüler wurden vom Lehrer angeleitet und führten ihre Aufgaben selbst durch. Gudjons beschreibt zehn Merkmale für den Projektunterricht (Gudjons 2015, S. 76ff):

1. Situationsbezug;
2. Orientierung an den Interessen der Beteiligten;
3. Gesellschaftliche Praxisrelevanz;
4. Zielgerichtete Projektplanung,
5. Selbstorganisation und -verantwortung;
6. Einbeziehung vieler Sinne;
7. Soziales Lernen;
8. Projektorientierung;
9. Interdisziplinarität;
10. Grenzen des Projektunterrichts.

Bezugnehmend auf das Projekt war der Situationsbezug gegeben, da die Schüler beim Blick aus dem Fenster eine große Anzahl unterschiedlicher Baumarten sehen konnten und somit kontinuierlich mit der Thematik konfrontiert waren. Die Frage nach Name, Aufgabe und Funktion des jeweiligen Baumes ergab sich dementsprechend aus der alltäglichen Lebenswirklichkeit der Kinder.

Die Orientierung an den Interessen der Beteiligten war durch die Lebensumstände der Schüler gegeben. Dementsprechend war das Thema des Projektunterrichts „Der Wald“ für die Lernenden interessant, weil sich Fragen zu Bäumen aus der aktuellen Lebenssituation der Kinder entnehmen ließen. Das Interesse wurde bei den Schülern in einer der ersten Stunden durch einen Film intensiviert. Die Zielgruppe wurde im Anschluss in spielerischer Art über ihr Vorwissen und ihre Interessen befragt und für die Thematik sensibilisiert. John Dewey beschreibt in seinem Werk „Demokratie und Erziehung“, dass das Merkmal der Gesellschaft die Erziehung ist. Die gesellschaftliche Praxisrelevanz hat als Ziel die Höherentwicklung der Gesellschaft. Damit soll das Leben der Gemeinschaft zukünftig besser werden und sich im Vergleich zu dem der Vergangenheit weiterentwickeln und somit Fortschritt möglich werden (Dewey et al. 2011, S. 131). Die Sozialkompetenz sowie die Erweiterung des kognitiven Wissens konnte somit bei den Schülern gefördert werden. Gemeinsames Planen des Projekts (Zielgerichtete Projektplanung) soll zu einem Demokratieverständnis beitragen (Gudjons 2015, S. 83). Das Ziel des Projekts wurde zu Beginn mit allen Schüler abgestimmt. Unterschiedliche Lernwege wurden besprochen und standen den Schülern zur Verfügung. Blätter verschiedener Bäume und andere Materialien, wie Früchte und Samen von unterschiedlichen Baumarten konnten von den Kindern mitgebracht werden. Dies trug zu einer größeren Veranschaulichung und stärkeren Einbeziehung des einzelnen Schülers bei. Die Selbstorganisation und Selbstverantwortung ist in dem Agieren der Schüler manifestiert. Die Schüler sind für ihr Handeln verantwortlich und organisieren es teilweise selbst (Gudjons 2015, S. 83). Der Aspekt der Selbstorganisation und Selbstverantwortung ließ sich nicht durchgängig gewährleisten. Den Schülern

[...]

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Details

Titel
Reflektierende Dokumentation über Planung, Durchführung und Evaluation eines Waldprojektes in einer 3. Klasse einer Grundschule in Rheinland-Pfalz
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Praxis der Mediendidaktik
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
27
Katalognummer
V340162
ISBN (eBook)
9783668299849
ISBN (Buch)
9783668299856
Dateigröße
875 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikumsreflexion, ADDIE- Modell, Flechsig, Gudjons
Arbeit zitieren
Andrea Windau (Autor), 2016, Reflektierende Dokumentation über Planung, Durchführung und Evaluation eines Waldprojektes in einer 3. Klasse einer Grundschule in Rheinland-Pfalz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340162

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