Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Monetary theory and policy

Wechselkursänderungen und Bubble Theorie

Title: Wechselkursänderungen und Bubble Theorie

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nicole Bechtel (Author)

Economics - Monetary theory and policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Entwicklung der Wechselkurse seit 1973

Von großer Bedeutung für den Erklärungsgehalt von Wechselkursmodellen ist die Entwicklung der bilateralen Kassakurse. Bis 1973 waren die Wechselkurse im System von Bretton-Woods an den US-Dollar gebunden und wurden durch offizielle Interventionen innerhalb eines schmalen Bandes um die Parität gehalten. 1 Seit dem Ende des Systems von Bretton Woods sind die Wechselkursrelationen zwischen den wichtigsten Währungsblocks, den Vereinigten Staaten, Japan und dem DM-Raum, durch frei schwankende Wechselkurse in einem mehrpoligen Weltwährungssystem gekennzeichnet. Die meisten Ökonomen waren der Ansicht, dass dadurch Über- und Unterbewertungen von Währungen am besten vermieden werden könnten. Eine gleichzeitige Liberalisierung des Kapitalverkehrs führte dazu, dass die Fähigkeit der Notenbanken und der Regierungen, Wechselkursschwankungen zu kontrollieren, drastisch eingeschränkt wurde. Große Staaten und Währungsbereiche verfolgten vorrangig binnenwirtschaftlichen Ziele, was erklärt, warum die drei wichtigsten Währungsblöcke ihre Politiken grundsätzlich unverbindlich koordinierten und damit der Übergang von festen zu flexiblen Wechselkursen eine erhebliche Steigerung der Variabilität der nominalen und realen Wechselkurse mit sich brachte. Die bilateralen Kassakurse schwanken von nun an nicht nur von Monat zu Monat, sondern auch an aufeinanderfolgenden Tagen lassen sich vielfach große Schwankungen feststellen. 2 Die Devisenmärkte sollten also von nun an den Wert der Währungen bestimmen. Die Spekulation in diesen Märkten wurde von monetaristischer Seite als preisstabilisierend beurteilt und gewann zusätzlich durch die Globalisierung und neuere Entwicklungen auf den Finanzmärkten an Gewicht. Bedenken gegen flexible Wechselkurse wurden erst zu Beginn der 80er Jahre im Zusammenhang mit der starken Aufwertung des US-Dollar geäußert. Für den Zeitraum von 1984-1985 wurde sogar von einer Dollar-Blase gesprochen. Darauf soll im Verlauf dieser Arbeit noch näher eingegangen werden. Eine entsprechende Blase könnte auch durch die Aufwertung des Yen in den Jahren 1994-1995 entstanden sein. 3 Grundsätzlich kann das hier vorzustellende Konzept der spekulativen Blasen auf jedem Markt angewendet werden, auf welchem sich Preise allein durch Angebot und Nachfrage einstellen...

Excerpt


Gliederung

I. Währungspolitische Entwicklung seit 1973

II. Erklärung der Wechselkursänderungen anhand der Bubble-Theory

1. Theoretische Zusammenhänge, Grundlagen Annahmen – Die Bubble-Theorie

(a) rationale Wechselkurserwartungen

(b) Spekulation

(c) Zinsparität

(d) Effizienter Devisenmarkt

2. Entstehung spekulativer Wechselkursblasen

(a) Nicht platzende Blasen

(b) Platzende Blasen

(c) Schwächen des Modells

3. Identifizierung eines Bubbles

(a) Der Höhenflug des US-Dollar

(b) Die Overshooting – Hypothese

III. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen spekulativer Blasen (Bubbles) auf den Devisenmärkten und analysiert, wie diese zu abrupten Wechselkursänderungen führen können. Ziel ist es, die theoretische Konsistenz von Bubble-Modellen mit der Hypothese rationaler Erwartungen zu prüfen und die praktische Identifizierbarkeit solcher Blasen anhand historischer Beispiele sowie ökonomischer Grenzen zu bewerten.

  • Grundlagen der monetären Wechselkurstheorie und der Bubble-Theorie
  • Mechanismen der Entstehung von rationalen, spekulativen Blasen
  • Unterscheidung zwischen platzenden und nicht platzenden Blasen
  • Empirische Identifizierungsprobleme am Beispiel des US-Dollar-Höhenflugs
  • Kritische Analyse der Hypothese rationaler Erwartungen durch heterogene Akteure

Auszug aus dem Buch

(c) Schwächen des Modells

Gärtner geht in seinen Untersuchungen zur Bubble-Theorie auf Schwächen bezüglich der Anwendbarkeit in der Realität ein. Die in Abbildung 7.10 durch den Pfad SS´´F abgebildete Seifenblase beschreibt eine Wechselkursentwicklung, wie sie sich aus dem monetaristischen Wechselkursmodell entwickeln kann. Für empirische Wechselkurse allerdings ist solch eine Entwicklung einer sich zunächst ständig zunehmenden Bewegung weg vom Gleichgewicht, die durch einen plötzlichen Knall sofort zu ihrem Gleichgewicht zurückkehrt und dort endet, eher untypisch. Reichert man das sehr einfach gehaltene Modell mit wirklichkeitsnäheren Annahmen an, ergeben sich realistischere Bubblepfade.

Abgesehen von den realitätsfremden Annahmen des monetären Ansatzes weist das Modell noch weitere Schwächen auf, die teilweise schon aus dem Gesagten hervorgehen: Es handelt sich um eine nicht-fundamentalistische Wechselkurstheorie, d.h. die Wechselkursschwankungen werden nicht anhand der Fundamentalvariablen erklärt, sondern allein aus einem systemimmanentem spekulativen Aufschaukelungsprozess. Der Bubble entsteht im Ansatz exogen, d.h. es gibt keine Erklärung für Beginn und Platzen des Bubbles und es gibt keine ökonomische Erklärung für den Zusammenbruch. Ebenso die Unabhängigkeit der Zusammenbruchwahrscheinlichkeit vom Abstand des aktuellen Wechselkurses zu seinem Fundamentalwert ist unplausibel.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Währungspolitische Entwicklung seit 1973: Dieses Kapitel skizziert den Übergang von festen Wechselkursen des Bretton-Woods-Systems hin zu einem flexiblen Weltwährungssystem und die daraus resultierende Variabilität der Kurse.

II. Erklärung der Wechselkursänderungen anhand der Bubble-Theory: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie rationale Erwartungen, Zinsparität und Devisenmarkteffizienz erläutert, um das Modell spekulativer Blasen fundiert einzuführen.

III. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert, dass Bubble-Modelle zwar Anomalien erklären können, aber ex ante kaum zur Vorhersage von Marktcrashs geeignet sind, da sie stark von den zugrunde liegenden Modellannahmen abhängen.

Schlüsselwörter

Wechselkurs, Bubble-Theorie, Spekulation, rationale Erwartungen, Devisenmarkt, Zinsparität, Fundamentalkurs, Marktgleichgewicht, Dollarkurs, Finanzmärkte, Arbitrage, Wechselkursschwankungen, Modellannahmen, Risiko, Kursentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, warum Wechselkurse exzessive Ausschläge zeigen, die nicht allein durch fundamentale wirtschaftliche Faktoren wie Zinssätze oder Geldmenge erklärbar sind, und untersucht dabei das Konzept spekulativer Blasen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die monetäre Wechselkurstheorie, die Dynamik spekulativer Seifenblasen, die Rolle rationaler Erwartungen bei der Preisbildung und die Effizienz von Devisenmärkten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie spekulative Blasen theoretisch entstehen können, wie sie sich in einem Modell mathematisch abbilden lassen und warum ihre praktische Identifizierung auf realen Märkten so schwierig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine theoretische Modellanalyse, basierend auf mathematischen Differenzengleichungen der monetären Wechselkurstheorie, ergänzt durch eine kritische Literaturanalyse und empirische Beobachtungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Bubble-Theorie, die mathematische Differenzierung zwischen platzenden und nicht platzenden Blasen sowie die Diskussion ihrer Schwächen und Identifizierungsprobleme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Wechselkursblase, rationale Erwartungen, Spekulation, Devisenmarkteffizienz und Fundamentalkurs charakterisiert.

Warum ist die Hypothese rationaler Erwartungen problematisch?

Sie postuliert homogene Akteure, was jedoch im Widerspruch zu beobachteten großen Handelsvolumina und der Existenz unterschiedlicher Marktteilnehmer wie Chartisten und Fundamentalisten steht.

Was besagt die Overshooting-Hypothese im Zusammenhang mit Bubbles?

Sie warnt davor, dass Anpassungsprozesse an den Märkten durch unterschiedliche Reaktionsgeschwindigkeiten von Güter- und Finanzmärkten als spekulative Blasen missinterpretiert werden können, obwohl es sich lediglich um kurzfristige Anpassungsphänomene handelt.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Wechselkursänderungen und Bubble Theorie
College
University of Heidelberg  (AWI)
Course
Internationale Währungspolitik
Grade
2,0
Author
Nicole Bechtel (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V34017
ISBN (eBook)
9783638343466
Language
German
Tags
Wechselkursänderungen Bubble Theorie Internationale Währungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Bechtel (Author), 2004, Wechselkursänderungen und Bubble Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34017
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint