In unserer Diplomarbeit legen wir das begleitete Besuchsrecht dar, wie es sich heute in der Sozialarbeit präsentiert. Interessierte sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, sich einen Einblick in das Arbeitsfeld der Besuchsrechtsregelung zu verschaffen. Das zentrale Interesse dieser Arbeit liegt darin, Erfahrungswerte für einen möglichen Aufbau eines begleiteten Besuchstagsangebotes in der Region Emmental zu sammeln.
Zu diesem Zweck suchen wir Antworten auf folgende Fragestellungen, zum vollzogenen Aufbau begleiteter Besuchstagsangebote, in Bern und Biel:
Wie präsentierte sich der Bedarf und die Ausgangslage in Bern und Biel?
Welche Erfahrungswerte wurden beim Aufbau des begleiteten Besuchstagsangebotes in Bern und Biel gemacht?
Zum beabsichtigten Aufbau eines begleiteten Besuchstagsangebotes, in der Region Emmental, suchen wir Antworten auf folgende Fragestellung:
Wie präsentiert sich der Bedarf und die Ausgangslage in der Region Emmental, für den Aufbau eines begleiteten Besuchstagsangebotes?
[....]
1 Einleitung
2 Besuchsrecht und Kindesschutz
2.1 Rechtliche Grundlagen zum persönlichen Verkehr
2.2 Recht der Kinder und Eltern auf persönlichen Verkehr
2.2.1 Grenzen des persönlichen Verkehrs
2.2.2 Das begleitete Besuchsrecht als Kindesschutzmassnahme
2.2.3 Besuchsrechtsbegleitung auf freiwilliger Basis
2.2.4 Das Kindeswohl
2.3 Grenzen rechtlicher Leitlinien
3 Besuchsregelung in Konfliktsituationen
3.1.1 Situationen in denen ein begleitetes Besuchsrecht angebracht ist
3.1.1.1 Erwiesene Gefährdung des Kindes
3.1.1.2 Der obhutsberechtigte Elternteil vermutet oder behauptet die Gefährdung des Kindes
3.1.1.3 Das Kind lehnt den nicht obhutsberechtigten Elternteil ab
3.1.1.4 Beziehungskonflikt zwischen den Eltern
3.2 Welche professionellen Herausforderungen stellen sich dem Fachpersonal bei begleiteten Besuchstagen?
3.2.1 Konflikt
3.2.2 Schutz
3.2.3 Zwang
3.3 Ziele des begleiteten Besuchsrechts
3.4 Grenzen der Durchführung begleiteter Besuchsrechte (Besuchstage)
3.5 Begleitete Besuche in der Praxis (Grad der Überwachung)
3.6 Zusammenfassung
4 Welche sozialarbeiterischen Handlungskonzepte werden von der Sozialarbeit, mit Fokus auf das Besuchsrecht angewendet?
4.1 Mediation als Handlungskonzept der Sozialarbeit
4.1.1 Der Begriff Mediation
4.1.2 Mediation in der Trennungs- und Scheidungsberatung
4.1.2.1 Welche Rolle haben die Kinder in der Mediation
4.1.2.2 Wie Kinder von einer Mediation profitieren können
4.1.3 Voraussetzungen für die Einführung einer Mediation in der Trennungs- oder Scheidungsphase
4.1.4 Ziele der Trennungs- oder Scheidungsmediation
4.1.5 Grenzen und Indikation der Trennungs- und Scheidungsmediation
4.1.6 Besuchsrechtsmediation in der Sozialarbeit
4.1.7 Zusammenfassung
4.2 Systemische Denkweise in der Arbeit mit Familien
4.3 Das lösungsorientierte Modell
5 Untersuchung zu begleiteten Besuchstagsangeboten
5.1 Die qualitative Untersuchung
5.2 Das Experteninterview
5.2.1 Die befragten Experten
5.3 Methode der Datenerhebung: Gesprächsleitfaden
5.4 Die Durchführung der Interviews
5.5 Auswertungsverfahren
5.5.1 Qualitative Inhaltsanalyse
5.5.2 Interpretation
5.6 Die bestehenden Angebote begleiteter Besuchstage in Bern und Biel
5.6.1 Jugendamt der Stadt Bern
5.6.1.1 Ausgangslage
5.6.1.2 Planung (Konzept)
5.6.1.3 Durchführung
5.6.2 Jugendamt des Kantons Bern
5.6.2.1 Ausgangslage
5.6.2.2 Planung (Konzept)
5.6.2.3 Durchführung
5.6.3 Jugendamt der Stadt Biel
5.6.3.1 Ausgangslage
5.6.3.2 Planung (Konzept)
5.6.3.3 Durchführung
5.7 Vergleich der bestehenden Angebote
5.8 Erfahrungswerte für den Aufbau eines begleiteten Besuchstagsangebotes
5.8.1 Jugendamt der Stadt Bern
5.8.2 Jugendamt des Kantons Bern
5.8.3 Jugendamt der Stadt Biel
5.8.4 Vergleich der Erfahrungswerte
5.9 Ausgangslage für den Aufbau eines begleiteten Besuchstages in der Region Emmental
5.9.1 Aktuelle Situation in der Region Emmental
5.9.2 Welche Erwartungen haben die Interviewpartner an ein institutionalisiertes Besuchstagsangebot in der Region Emmental
5.9.3 Planung des Angebotes für begleitete Besuchstage
5.10 Bedürfnisabklärung für einen begleiteten Besuchstag in der Region Emmental
6 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
6.1 Angebote:
6.2 Strukturelle Hindernisse für begleitete Besuchstage im Kanton Bern
6.3 Finanzierung
6.4 Region Emmental
7 Anregungen für die Realisierung eines begleiteten Besuchstagsangebotes in der Region Emmental
8 Schlussfolgerungen für die Sozialarbeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem begleiteten Besuchsrecht in der Sozialarbeit, mit dem primären Ziel, Erfahrungswerte für den Aufbau eines institutionalisierten Besuchstagsangebotes in der Region Emmental zu gewinnen und Handlungsempfehlungen zu formulieren.
- Rechtliche Grundlagen des Besuchsrechts und des Kindesschutzes in der Schweiz
- Indikationen und professionelle Herausforderungen bei der Durchführung begleiteter Besuche
- Sozialarbeiterische Handlungskonzepte wie Mediation und systemische Familienarbeit
- Vergleich bestehender Besuchstagsangebote in Bern und Biel als Modell für den Aufbau
Auszug aus dem Buch
Besuchsregelung in Konfliktsituationen
Wie bereits vorgängig erwähnt wurde, gefährdet der persönliche Verkehr das Kindeswohl, wenn die körperliche, seelische und sittliche Entfaltung des Kindes ernsthaft beeinträchtigt wird. In diesem Zusammenhang spielt es keine Rolle, ob die Gefährdung durch den Besuchsberechtigten schuldhaft herbeigeführt wurde oder nicht. Massgebend ist nur das Wohl bzw. die Gefährdung des Kindes.
Das begleitete Besuchsrecht kommt also nur dann in Frage, wenn ein unbegleitetes Besuchsrecht zu einer Gefährdung des Kindeswohls führen würde. Prinzipiell besteht für den Elternteil, der nicht mit dem Kind zusammenlebt, ein Anspruch auf unbegleitetes Besuchsrecht.
Eine Kindeswohlgefährdung darf nicht einfach angenommen werden. Es braucht konkrete und gefestigte Hinweise. In der Regel muss ein Sachverständigen-Gutachten (Kinderfachleute, Jugend- und Familienberatung, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst) oder mindestens ein Bericht erstellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage, Relevanz und Zielsetzung der Diplomarbeit hinsichtlich des begleiteten Besuchsrechts.
2 Besuchsrecht und Kindesschutz: Erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Bedeutung des Kindeswohls als zentraler Maßstab.
3 Besuchsregelung in Konfliktsituationen: Analysiert Indikationen und Herausforderungen, in denen eine Begleitung des Besuchsrechts notwendig ist.
4 Welche sozialarbeiterischen Handlungskonzepte werden von der Sozialarbeit, mit Fokus auf das Besuchsrecht angewendet?: Stellt methodische Ansätze wie Mediation, Systemik und das lösungsorientierte Modell vor.
5 Untersuchung zu begleiteten Besuchstagsangeboten: Dokumentiert die qualitative Datenerhebung und die Vergleiche der bestehenden Angebote in Bern und Biel.
6 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse: Reflektiert die Befunde aus der Untersuchung und verbindet diese mit den theoretischen Inhalten.
7 Anregungen für die Realisierung eines begleiteten Besuchstagsangebotes in der Region Emmental: Bietet praxisorientierte Empfehlungen für den Aufbau eines neuen Angebots.
8 Schlussfolgerungen für die Sozialarbeit: Fasst die Bedeutung für die professionelle Soziale Arbeit zusammen und fordert eine stärkere Positionierung.
Schlüsselwörter
Begleitetes Besuchsrecht, Kindesschutz, Sozialarbeit, Scheidung, Mediation, Eltern-Kind-Beziehung, Besuchstag, Konfliktbewältigung, Kindeswohl, Systemische Beratung, Lösungsorientierung, Prävention, Beistandschaft, Interdisziplinarität, Besuchsregelung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das begleitete Besuchsrecht als Instrument des Kindesschutzes und analysiert, wie dieses sozialarbeiterisch gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören rechtliche Rahmenbedingungen, der Kindesschutz bei Trennung und Scheidung sowie die praktische Gestaltung und Koordination von Besuchstagsangeboten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel liegt in der Sammlung von Erfahrungswerten existierender Angebote, um daraus Empfehlungen für den Aufbau eines begleiteten Besuchstagsangebotes in der Region Emmental abzuleiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es wurde eine qualitative Untersuchung mittels Experteninterviews mit Fachpersonen aus dem Kanton Bern durchgeführt, kombiniert mit einer Analyse bestehender Konzepte und Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Darstellung der Praxismodelle in Bern und Biel sowie eine detaillierte Interpretation der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begleitetes Besuchsrecht, Kindesschutz, Sozialarbeit, Mediation, Kindeswohl, Scheidung und systemische Beratung.
Welche Bedeutung haben die Begriffe Konflikt und Schutz im Kontext der Arbeit?
Diese Begriffe beschreiben die Abwägung zwischen dem elterlichen Recht auf Kontakt und der Notwendigkeit, das Kind vor möglichen Gefährdungen oder Belastungen durch hohe elterliche Konflikte zu bewahren.
Was ist die Schlussfolgerung der Autoren für die Soziale Arbeit?
Die Autoren betonen, dass Sozialarbeitende sich stärker positionieren müssen, um ihre professionelle Leistung auf theoretischer Ebene sichtbarer zu machen und das Vertrauen in ihre Arbeit zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Alexandra Hugi (Autor:in), 2005, Begleitetes Besuchsrecht - Situation in der Region Emmental (ein Vergleich mit den bestehenden Angeboten von Bern und Biel), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34019