In der Arbeit sollen der aktuelle und der neue Rahmenlehrplan für den Sportunterricht im Land Brandenburg unter Berücksichtigung der Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik verglichen werden. Inwiefern unterscheiden sich die beiden Rahmenlehrpläne? Was bleibt gleich? Wie sind die einzelnen Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik und der Sportdidaktik in den Rahmenlehrplänen verankert?
Sportunterricht gehört zum Fächerkanon der Grundschule. Dort ist er auch kaum wegzudenken. Dennoch hat der Sportunterricht oft um seine Legitimation zu kämpfen. Daher stellt sich die Frage, welche Aufgaben und Ziele der Sportunterricht in der Grundschule hat. Wie alle Fächer der Grundschule unterliegt auch der Sportunterricht einem stetigen Wandlungsprozess. Historisch betrachtet hat sich der Sportunterricht bereits von der Leibeserziehung zur Bewegungserziehung gewandelt. Eine Anpassung an die aktuelle bildungspolitische Situation ist ebenfalls zu beobachten.
Um diese Fragen beantworten zu können, werden zu Beginn der Arbeit die einzelnen Begriffe: Sportpädagogik, Sportdidaktik sowie Sportunterricht mit den jeweiligen Zielen und Aufgaben vorgestellt und der Zusammenhang zwischen den einzelnen Bereichen dargestellt. Für eine Definition der Sportpädagogik werden Krüger, Grupe und Beckers herangezogen. Größing und Laging dienen bei der Analyse der Aufgaben und Ziele der Sportdidaktik als Grundlage. Für die Aufgaben des Sportunterrichts werden ebendiese und Söll herangezogen.
Weiterhin werden der aktuelle Rahmenlehrplan von 2004 und der für das kommende Schuljahr 2017/18 für das Fach Sport in der Grundschule analysiert, um anschließend die beiden Rahmenlehrpläne vergleichen zu können. Im Vergleich soll auf die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede sowie die theoretischen Grundlagen aus der Sportpädagogik und Sportdidaktik eingegangen werden. Durch diese Untersuchung sollen die Aufgaben des Sportunterrichts und seine Wichtigkeit für die Entwicklung von Kindern herausgestellt werden. Ebenfalls wird durch den Vergleich die Reaktion auf die aktuelle bildungspolitische Situation hervorgehoben.
Abschließend wird im Fazit die Fragestellung aufgegriffen und versucht die Frage zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Begriffliche Erklärungen unter Berücksichtigung der Aufgaben und Ziele
1.1 Sportpädagogik
1.2 Sportdidaktik
1.3 Sportunterricht
2. Rahmenlehrplananalyse
2.1 Rahmenlehrplan Grundschule Brandenburg 2004
2.2 Rahmenlehrplan Grundschule Brandenburg für das Schuljahr 2017/18
3. Vergleich der Rahmenlehrpläne
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht den aktuellen Rahmenlehrplan für den Sportunterricht an Grundschulen im Land Brandenburg mit dem neuen Rahmenlehrplan für das Schuljahr 2017/18. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf die Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik sowie der Sportdidaktik herauszuarbeiten und die Reaktion auf den aktuellen bildungspolitischen Wandel zu analysieren.
- Theoretische Grundlagen von Sportpädagogik und Sportdidaktik
- Analyse der Aufgaben und Ziele des Sportunterrichts
- Gegenüberstellung des Rahmenlehrplans 2004 und 2017/18
- Betrachtung von Kompetenzorientierung und Niveaustufen
- Implikationen für die pädagogische Praxis und Inklusion
Auszug aus dem Buch
1.1 Sportpädagogik
Die Sportpädagogik ist eine „Teildisziplin der Sportwissenschaft, der es im weiteren Sinn um die Erziehung, Bildung und Entwicklung im, durch und mit Hilfe und aus Anlass des Sports geht.“ (Grupe, 2011, S. 13). Diese Definition besagt, dass sich die Sportpädagogik mit der Erziehung zum und durch Sport auseinandersetzt. Darüber hinaus befasst sich Sportpädagogik nicht allein mit geplanten und beabsichtigten Erziehungsmaßnahmen, sondern auch mit den ungeplanten und den unbeabsichtigten. Auch diese haben einen Einfluss auf die Erziehung und die Entwicklung (vgl. Grupe/Krüger, 1997, S. 48). Ungeplante Erziehungsmaßnahmen wären zum Beispiel der Umgang mit Niederlagen. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seiner ganzheitlichen Entwicklung und der Herausbildung seiner Handlungsfähigkeit (vgl. Grupe/Krüger, 1997, S. 60). Den Begriff Handlungsfähigkeit beschreibt Grupe mit folgenden Worten:
„Handlungsfähigkeit bedeutet in diesem Sinn eine spezielle zunächst auf das Handlungsfeld Sport bezogene Handlungsfähigkeit; aber sie zielt im weiteren Sinn auf eine allgemeine Handlungsfähigkeit auch in anderen Lebenssituationen“. (Grupe/Krüger, 1997, S. 72)
Diese erworbene Kompetenz kann den Schülerinnen und Schülern* helfen sich ihre Umwelt zu erschließen. In der nachfolgenden Abbildung (Abbildung 1) werden die einzelnen Bereiche dieser Handlungsfähigkeit vorgestellt und anschließend kurz erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung stellt die Legitimationsfrage des Schulsports und skizziert das Vorhaben, den Rahmenlehrplan 2004 und 2017/18 vor dem Hintergrund sportpädagogischer Ziele zu vergleichen.
1. Begriffliche Erklärungen unter Berücksichtigung der Aufgaben und Ziele: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Sportpädagogik, Sportdidaktik sowie Sportunterricht und bildet die theoretische Basis für die anschließende Analyse.
2. Rahmenlehrplananalyse: Hier werden die beiden Dokumente (2004 und 2017/18) einzeln formal und inhaltlich auf ihre Struktur und ihren Bildungsauftrag hin untersucht.
3. Vergleich der Rahmenlehrpläne: Der Vergleich arbeitet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und verdeutlicht, wie der neue Rahmenlehrplan als Weiterentwicklung auf gesellschaftliche Anforderungen reagiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass beide Lehrpläne die sportpädagogischen Kernziele wahren, wobei der neue Lehrplan den Anforderungen an Inklusion und Kompetenzorientierung detaillierter Rechnung trägt.
Schlüsselwörter
Sportpädagogik, Sportdidaktik, Sportunterricht, Rahmenlehrplan, Brandenburg, Grundschule, Handlungsfähigkeit, Kompetenzorientierung, Bildung, Erziehung, Lehrplananalyse, Schulsport, Bewegungsförderung, Niveaustufen, Inklusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel der Rahmenlehrpläne für den Sportunterricht an Brandenburger Grundschulen und prüft, inwieweit diese den Zielen der Sportpädagogik gerecht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung von Sportpädagogik und Sportdidaktik sowie die strukturierte Analyse und Gegenüberstellung von zwei spezifischen Rahmenlehrplänen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob und wie sich die Anforderungen und Ziele des Sportunterrichts zwischen 2004 und 2017/18 verändert haben und ob der Sport seinen Erziehungsauftrag erfüllen kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine inhaltliche und formale Analyse (Dokumentenanalyse) der beiden Rahmenlehrpläne sowie eine theoretische Einordnung durch sportpädagogische Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Begriffe wie Sportpädagogik und Sportdidaktik definiert, dann die Rahmenlehrpläne von 2004 und 2017/18 detailliert analysiert und schließlich ein systematischer Vergleich gezogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sportpädagogik, Handlungskompetenz, Rahmenlehrplan und Kompetenzorientierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der neue Rahmenlehrplan 2017/18 formell von seinem Vorgänger?
Der neue Lehrplan ist umfangreicher, in drei Teilbereiche gegliedert, arbeitet mit Niveaustufen (A-H) und führt Basiscurricula ein, während der alte Lehrplan kompakter war.
Welche Rolle spielt die Inklusion im Vergleich der beiden Lehrpläne?
Der neue Rahmenlehrplan reagiert deutlich stärker auf Heterogenität und Inklusion, was sich an der Berücksichtigung von Förderbedarfen und einer inklusiveren Sprache zeigt.
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- Sandra Koplin (Author), 2016, Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik und Sportdidaktik und ihre Verankerung im Rahmenlehrplan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340316