Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik und Sportdidaktik und ihre Verankerung im Rahmenlehrplan

Vergleich des aktuellen und des neuen Rahmenlehrplans für das Fach Sport im Land Brandenburg


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Begriffliche Erklärungen unter Berücksichtigung der Aufgaben und Ziele
1.1 Sportpädagogik
1.2 Sportdidaktik
1.3 Sportunterricht

2. Rahmenlehrplananalyse
2.1 Rahmenlehrplan Grundschule Brandenburg
2.2 Rahmenlehrplan Grundschule Brandenburg für das Schuljahr 2017/

3. Vergleich der Rahmenlehrpläne

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

0. Einleitung

Sportunterricht gehört zum Fächerkanon der Grundschule. Dort ist er auch kaum wegzudenken. Dennoch hat der Sportunterricht oft um seine Legitimation zu kämpfen. Daher stellt sich die Frage, welche Aufgaben und Ziele der Sportunterricht in der Grundschule hat. Wie alle Fächer der Grundschule unterliegt auch der Sportunterricht einem stetigen Wandlungsprozess. Historisch betrachtet hat sich der Sportunterricht bereits von der Leibeserziehung zur Bewegungserziehung gewandelt. Eine Anpassung an die aktuelle bildungspolitische Situation ist ebenfalls zu beobachten.

In der vorliegenden Arbeit sollen der aktuelle und der neue Rahmenlehrplan für den Sportunterricht im Land Brandenburg unter Berücksichtigung der Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik verglichen werden. Inwiefern unterscheiden sich die beiden Rahmenlehrpläne? Was bleibt gleich? Wie sind die einzelnen Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik und der Sportdidaktik in den Rahmenlehrplänen verankert?

Um diese Fragen beantworten zu können, werden zu Beginn der Arbeit die einzelnen Begriffe: Sportpädagogik, Sportdidaktik sowie Sportunterricht mit den jeweiligen Zielen und Aufgaben vorgestellt und der Zusammenhang zwischen den einzelnen Bereichen dargestellt. Für eine Definition der Sportpädagogik werden Krüger, Grupe und Beckers herangezogen.Größing und Laging dienen bei der Analyse der Aufgaben und Ziele der Sportdidaktik als Grundlage. Für die Aufgaben des Sportunterrichts werden ebendiese und Söll herangezogen.

Weiterhin werden der aktuelle Rahmenlehrplan von 2004 und der für das kommende Schuljahr 2017/18 für das Fach Sport in der Grundschule analysiert, um anschließend die beiden Rahmenlehrpläne vergleichen zu können. Im Vergleich soll auf die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede sowie die theoretischen Grundlagen aus der Sportpädagogik und Sportdidaktik eingegangen werden. Durch diese Untersuchung sollen die Aufgaben des Sportunterrichts und seine Wichtigkeit für die Entwicklung von Kindern herausgestellt werden. Ebenfalls wird durch den Vergleich die Reaktion auf die aktuelle bildungspolitische Situation hervorgehoben.

Abschließend wird im Fazit die Fragestellung aufgegriffen und versucht die Frage zu beantworten.

1. Begriffliche Erklärungen unter Berücksichtigung der Aufgaben und Ziele

Im folgenden Kapitel werden die einzelnen BegriffeSportpädagogik, SportdidaktikundSportunterrichtvorgestellt und miteinander in Beziehung gesetzt. Dabei werden die Aufgaben und Ziele der einzelnen Bereiche berücksichtigt, da diese zum Vergleich der Rahmenlehrpläne und der Beantwortung der Frage von Bedeutung sind.

1.1 Sportpädagogik

Die Sportpädagogik ist eine „Teildisziplin der Sportwissenschaft, der es im weiteren Sinn um die Erziehung, Bildung und Entwicklung im, durch und mit Hilfe und aus Anlass des Sports geht.“ (Grupe, 2011, S. 13). Diese Definition besagt, dass sich die Sportpädagogik mit der Erziehung zum und durch Sport auseinandersetzt. Darüber hinaus befasst sich Sportpädagogik nicht allein mit geplanten und beabsichtigten Erziehungsmaßnahmen, sondern auch mit den ungeplanten und den unbeabsichtigten. Auch diese haben einen Einfluss auf die Erziehung und die Entwicklung (vgl. Grupe/Krüger, 1997, S. 48).Ungeplante Erziehungsmaßnahmen wären zum Beispiel der Umgang mit Niederlagen. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seiner ganzheitlichen Entwicklung und der Herausbildung seiner Handlungsfähigkeit (vgl. Grupe/Krüger, 1997, S. 60). Den Begriff Handlungsfähigkeit beschreibt Grupe mit folgenden Worten:

„Handlungsfähigkeit bedeutet in diesem Sinn eine spezielle zunächst auf das Handlungsfeld Sport bezogene Handlungsfähigkeit; aber sie zielt im weiteren Sinn auf eine allgemeine Handlungsfähigkeit auch in anderen Lebenssituationen“. (Grupe/Krüger, 1997, S. 72)

Diese erworbene Kompetenz kann den Schülerinnen und Schülern*helfen sich ihre Umwelt zu erschließen. In der nachfolgenden Abbildung (Abbildung 1) werden die einzelnen Bereiche dieser Handlungsfähigkeit vorgestellt und anschließend kurz erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Handlungsfähigkeit im Sport, Quelle: Größing Einführung in die Sportdidaktik

Man erkennt, dass die Handlungsfähigkeit fünf verschiedene Kompetenzbereiche, die sich aus fünf einzelnen Fähigkeits- bzw. Wissensbereichen ergeben. Diese komplexen Zusammenhänge aus Erfahrungen, Regelwissen, koordinativen und konditionellen Fähigkeiten sowie gesundheitlichen und gestalterischen Aspekten müssen als Ganzes betrachtet werden und sind Grundlage der ganzheitlichen Erziehung, auf welche die Sportpädagogik abzielt. All diese Bereiche dienen als Grundlage Ziele und Aufgaben für den Sportunterricht zu formulieren, welche von der Sportdidaktik wissenschaftlich und methodisch hinterlegt werden.

Neben der Vermittlung von Bewegungen und von Handlungsfähigkeit, werden im Sport auch bestehende kulturelle Werte und Normen vermittelt. Worin die Aufgabe pädagogischen Handelns und den Beitrag zur Erziehung besteht (vgl. Beckers, 2001). Sport bietet von sich aus viele Möglichkeiten einen Beitrag zur Erziehung zu leisten. Weiterhin werden auch Regeln vermittelt und es wird Sicherheit im Handeln erworben. Die beiden Ebenen des Sports eigenen sich hervorragend, die doppelte Aufgabe pädagogischen Handelns zu erfüllen (vgl. Beckers, 2001, S. 33). Die zwei Ebenen des Sports beziehen sich zum Einen auf den Hochleistungssport und zum Anderen auf den Freizeitsport. Beide unterscheiden sich in ihren Bezügen, den Voraussetzungen und den Aufgaben. Die Aufgabe des Hochleistungssports ist die Strukturierung des Bewegungshandelns und die Aufgabe des Freizeitsports ist die Ermöglichung leiblicher Erfahrungen. Sind die Voraussetzung für den Leistungssport zeitabhängig, sind die des Freizeitsports hingegen zeitunabhängig. Der Schulsport ist zwischen den beiden Ebenen einzuordnen (vgl. Beckers, 2001, S. 32).

Eine der zentralen Grundfragen der Sportpädagogik ist das „Verhältnis zwischen sportlichen Lernen, Üben und Trainieren auf der einen und der personalen, emotionalen und sozialen Bildung und Erziehung auf der anderen Seite“ (Grupe/Krüger, 1997, S. 59). Aus dieser Grundfrage heraus ergeben sich nach Gruppe folgende pädagogische Erfahrungsbereiche:

- Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Vitalität, Wohlbefinden
- Natürlichkeit, Lockerheit, Gelöstheit, Sicherheit
- soziales Verhalten, Fairness, Disziplin, Selbstbeherrschung
- Spiel, Bewegungsfreude, Zwecklosigkeit.

Aus diesen Grundbereichen lassen sich die Aufgaben und Ziele des Sportunterrichts ableiten, auf die im späteren Verlauf eingegangen werden.

1.2 Sportdidaktik

Im folgenden Kapitel wird bewusst auf das Vorstellen der einzelnen Konzepte der Sportdidaktik verzichtet, da diese zur Beantwortung der Frage keine Relevanz haben und die Prinzipien von Laging eine gute Grundlage für den weiteren Verlauf der Arbeit bieten.

Die Sportdidaktik setzt sich neben den Inhalten des Sportunterrichts auch mit den Methoden und verwendeten Medien auseinander. In der Sportdidaktik wird ebenso wie in der Sportpädagogik zwischen derErziehung durch Sportundder Erziehung zum Sportunterschieden (vgl. Größing, 2007, S. 36). Die Sportdidaktik geht von einem mehrdimensionalen Verständnis von Sport aus. Laging (2013) benennt daher folgende didaktische Prinzipien:

- Sinn – und Bedeutungsorientierung
- Differenzen ermöglichen
- am Effekt orientieren
- Bewegungsvorstellungen bilden
- Erfahrungen ermöglichen
- Situationsbezug
- Lernen durch Bewegungsaufgaben.

Er betont, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben sollen sich bewegungsbezogen mit den einzelnen Aufgaben auseinandersetzen zu können und bei der Bewegungsausführung ihre Aufmerksamkeit auf ihren Körper lenken sollen. Dabei ist zu beachten, dass die Aufgaben einen aktuellen Bezug und eine Bedeutung für die Kinder in der Situation haben.

Die Sportdidaktik bildet somit die wissenschaftliche Grundlage für den Sportunterricht und verbindet die allgemeine Didaktik mit der fachwissenschaftlichen.

1.3 Sportunterricht

Der Sportunterricht ist die praktische Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse aus der Sportpädagogik sowie der Sportdidaktik. Von daher lassen sich seine Ziele zum Einen aus diesen Erkenntnissen ableiten, zum Anderen werden die Aufgaben und Ziele von der Gesellschaft und der aktuellen Bildungspolitik diktiert. Ein Zitat von Größing erklärt, welche Aufgaben und Ziele aus gesellschaftlicher Sicht der Sportunterricht verfolgen soll:

„Die moderne Gesellschaft erwartet vom Schulsport die kompensatorische Funktion gegenüber den zivilisationsbedingten Einschränkungen im täglichen Leben. […] Darüber hinaus versieht gerade die gegenwärtige Gesellschaft den Schulsport mit Erziehungsaufträgen wie Fair-Play-Verhalten, Gewalt- und Drogenprävention oder Friedenserziehung.“ (Größing, 2007, S. 100)

Daraus ergibt sich, dass die Schülerinnen und Schüler zu einem erfüllenden Bewegungsleben nicht nur in der Schule, sondern auch außerhalb der Schule sowie nach der Schulzeit gelangen sollen. Die Ziele des Schulsports stehen somit gewissermaßen hinter dessen Inhalten und Aufgaben (vgl. Söll, 2011, S. 17).

Über den Erwerb der Handlungsfähigkeit hinaus, ist ein wichtiges Ziel des Schulsports ein bestimmtes Maß an Wissen und Können im Sport zu vermitteln sowie die Technik und Taktik bestimmter Sportarten. Die didaktische Relevanz der zu unterrichtenden Sportarten unterliegt dem Wandel der Zeit und ändert sich im Laufe der Geschichte.

Wie in den vorhergehenden Abschnitten bereits deutlich wurde, sind die Ziele und Aufgaben des Schulsports sehr komplex und lassen sich nicht allgemein auf den Sport beziehen. Neben den fachlichen Ansprüchen, soll der Sport auch zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung beitragen.

[...]


*In der gesamten Arbeit nicht nur die männliche und/oder weibliche Form gemeint ist, sondern auch alle Geschlechtsidentitäten dazwischen und darüber hinaus.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik und Sportdidaktik und ihre Verankerung im Rahmenlehrplan
Untertitel
Vergleich des aktuellen und des neuen Rahmenlehrplans für das Fach Sport im Land Brandenburg
Hochschule
Universität Potsdam  (Department für Lehrerbildung)
Veranstaltung
Einführung in die Sportpädagogik und Sportdidaktik
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V340316
ISBN (eBook)
9783668299788
ISBN (Buch)
9783668299795
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sportpädaggoik, Sportdidakitk, Sportunterricht, Rahmenlehrplan
Arbeit zitieren
Sandra Koplin (Autor), 2016, Aufgaben und Ziele der Sportpädagogik und Sportdidaktik und ihre Verankerung im Rahmenlehrplan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340316

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