Die Geschichte der spanischen Sprache im Mittelalter. Alfons X. und das Varietätenkontinuum auf der Iberischen Halbinsel


Essay, 2007
30 Seiten

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Inhalt

1. Einleitung

2. Geschichtlicher Hintergrund

3. Die Sprache in den Werken Alfons X.

4. Die Kodifizierung und Regularisierung der Orthographie des Kastilischen

5. Korpusarbeit

6. Ergebnis

7. Bibliographie

8. Anhang

1. Einleitung

Kastilien stellte im Mittelalter, politisch und kulturell gesehen, das wichtigste Königreich der Iberischen Halbinsel dar und der dort gesprochene Dialekt, das Kastilische, breitete sich zur Nationalsprache aus. Eine wichtige Person, die fundamental zum Aufstieg und zur Verbreitung des Kastilischen beigetragen hat, war König Alfons X. (1252-1284), auch genannt der Weise, der durch sein natur- und literaturwissenschaftliches Wirken der kastilischen Sprache zu einem „intensiven“ und „extensiven Ausbau“ verhalf. Unter intensivem Ausbau ist laut Bollée/Neumann-Holzschuh (2007: 68) der Ausbau der Sprache in verschiedenen Gebieten, wie Astrologie und Astronomie, Poesie und Geschichtsschreibung zu verstehen. Mit extensivem Ausbau ist die „Ausbreitung der Distanzsprache in den einzelnen Sprachräumen und Diskurstraditionen“ zu verstehen (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 68), welche durch die Reconquista auf der Pyrenäenhalbinsel erfolgreich verlief.

In der vorliegenden Arbeit soll nun die Geschichte der spanischen Sprache im Mittelalter sowohl aus einer externen, als auch aus einer internen Betrachtungsweise analysiert werden. Nach einer kurzen Darstellung des geschichtlichen Hintergrunds wird das Werk und die Sprache Alfons X. analysiert. Im letzten Teil dieser Arbeit wird anhand eines Korpus die kastilische Sprache vor und nach der Fixierung und Normierung durch Alfons X. miteinander verglichen. Das Korpus besteht aus zwei Gedichten (Auto de los Reyes Magos und Disputa del alma y del cuerpo) aus dem 12. Jahrhundert, die vor der Normierung und Fixierung Alfons X. entstanden sind und einem Text, in dem die Ortografía Alfonsí bereits angewendet wird.

2. Geschichtlicher Hintergrund

Nichts prägte das spanische Mittelalter so sehr wie die Reconquista, die von 718 bis 1492 andauerte. Mit ihr ist die Rückeroberung der Pyrenäeninsel gemeint, die unter der Herrschaft der Araber stand (Dietrich/Geckeler 2004: 161). Während dieser Zeit spielte das Königreich Kastilien eine wichtige und fundamentale Rolle. Durch den Aufstieg des Königreichs Kastilien entfaltete sich auch dessen Dialekt; dieser setzte sich unter den anderen Dialekten (Galicisch-Portugiesisch, Asturisch-Leonesisch, Navarro-Aragonesisch und Katalanisch) durch und breitete sich auf der Iberischen Halbinsel aus (Dietrich/Geckeler 2004: 164-165).

- Die Reconquista und der Aufstieg des Kastilischen

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts existierte im Norden der Iberischen Halbinsel ein Varietätenkontinuum verschiedenster Dialekte, die sich aus dem Vulgärlatein entwickelt hatten. Im Königreich León sprach man Galizisch-Portugiesisch und das Asturisch-Leonesisch. Das in Kastilien gesprochene Kastilische verschwamm mit den angrenzenden Varietäten und wurde dadurch diatopisch gefärbt. In Aragón sprach man Katalanisch und Aragonesisch, während man in Navarro das Navarro-Aragonesische sprach. Mit der Herrschaft von Ferdinand III. vereinigten sich die Königreiche Kastilien und León im Jahre 1230 und im Zuge der Reconquista wurde Andalusien (Córdoba im Jahr 1236, Cartagena und Jaén im Jahr 1246, Sevilla im Jahr 1248) zurückerobert (Dietrich/Geckeler 2004: 163). Mit dieser geographischen Ausbreitung breitete sich auch das Kastilische aus. Bollée/Neumann-Holzschuh (2007: 69-71) führen unter anderem folgende Gründe für den Aufstieg des Kastilischen an: Im 13. Jahrhundert begünstigte die Urbanisierung der zurückeroberten Gebiete die Ausbreitung des Kastilischen. In diesen Gebieten wurden recht schnell der Handel und das öffentliche Leben reanimiert, was Gründungen von Schulen und Institutionen mit sich brachte. Außerdem wuchs, durch die Eroberung von weiteren Gebieten, die Bevölkerungszahl von vier Millionen (1225) auf sieben Millionen (1475) Menschen (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 70-71). Die wachsende Urbanisierung und Bevölkerung und die herausstehende wirtschaftliche und politische Rolle des kastilischen Königreichs brachten die Notwendigkeit mit sich, das Kastilische zu einer Distanzsprache auszuweiten.

Der erste Schritt des Kastilischen hin zur Distanzsprache wurde durch Ferdinand III. eingeleitet. Unter seiner Herrschaft wurde das Kastilische Kanzleisprache; nach und nach wurde das Latein in den Gesetzestexten durch das Kastilische ersetzt (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 71): “[…] la cancillería castellana se entrenó en poner en romance cierto tipo de documentos, especialmente aquellos que requerían amplia divulgación y precisión denominativa” (Fernández-Ordóñez 2004: 381). Mit „romance“ ist das Kastilische gemeint:

[…] hay que resaltar que el romance reproducido en ellos es el castellano, modalidad que alcanzaba así una práctica escrituraria refrendada por la autoridad regia de la que carecían las variedades romances habladas en el vecino reino de León (Fernández-Ordóñez 2004: 382).

Zum Zeitpunkt der Machtübernahme Ferdinands III. durch seinen Sohn Alfons X. waren circa sechzig Prozent der abgefassten Gesetzestexte auf Kastilisch, der Rest auf Latein. Weiterhin beschloss Alfons X., dass alle öffentlichen Texte auf Kastilisch verfasst werden mussten. Latein wurde nur noch benutzt um andere, nicht kastilisch sprechende Königreiche, anzuschreiben (Fernández-Ordóñez 2004: 383-384). Diese Entwicklung führte dazu, dass die kastilische Sprache im ganzen Land rezipiert wurde:

Gracias a la práctica cancilleresca alfonsí, durante treinta años largos el castellano fue diseminado a lo largo y a lo ancho del reino en infinidad de documentos que de facto lo proponían como modelo de lengua escrita por encima de las demás modalidades lingüísticas del reino” (Fernández-Ordóñez 2004: 385).

Somit wurde laut Bollée/Neumann-Holzschuh (2007: 71) das Kastilische im Vergleich zu den anderen romanischen Sprachen, wie dem Italienischen oder dem Französischen (welches erst im Jahr 1539 mit der Ordonnance von Villers-Cotterêts zur Kanzleisprache ernannt wurde), sehr früh endgültig als Fundament einer Standardsprache herausgefiltert. Es wurde dank der großen Anzahl der Textproduktionen am Hofe Alfons X. als Distanzsprache und dank der Reconquista als Nähesprache (gesprochene Sprache) verbreitet. Das Leonesische und das Aragonische konnten sich nicht nach Süden ausbreiten; somit wurde in diesem Gebiet Kastilisch gesprochen. In Andalusien, Extremadura und Murcia bildeten sich so genannte „sekundäre Dialekte“ des Kastilischen heraus (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 76). Mit dem Begriff der „sekundären Dialekte“ ist „ein in den zurückeroberten Süden getragenes Kastilisch“ gemeint, „das sich dort weiterentwickelt hat“ (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 60). Dieser sekundäre Dialekt konnte sich auch durch die Repoblación „der Ansiedlung von Christen zur Sicherung der Gebiete, zur Vermischung verschiedensprachiger Bevölkerungsgruppen“ im Süden ausbreiten (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 76). Dadurch wurde das Mozarabische in diesen Gebieten verdrängt (Koch/Oesterreicher 1990: 201).

- Alfons. X und sein Werk

Wie bereits erwähnt war Alfons X. die wichtigste Person, die im 13. Jahrhundert der kastilischen Sprache verhalf, sich als Volkssprache durchzusetzen. Um dies zu erreichen, mussten laut Fernández-Ordóñez (2004: 381) drei Schritte bewältigt werden:

[…] en primer lugar, la selección de la variedad lingüística que será la base de la lengua estándar; en segundo término, la capacitación de esa variedad seleccionada, esto es, su utilización en todos los ámbitos funcionales posibles y que sean de interés social en la comunidad lingüística dada; en tercer lugar, la codificación o fijación de los empleos lingüísticos de esa variedad (Fernández-Ordóñez 2004: 381).

Der erste Schritt, also die Auswahl der sprachlichen Varietät, wurde bereits in Punkt 2.1. beschrieben.

Der zweite Schritt, also die intensive Ausbreitung der Sprache, wurde maßgeblich von Alfons X. beeinflusst:

Alfonso X emprendió desde su corte el proyecto cultural más ambicioso promovido por monarca alguno de nuestra Edad Media y, por su mecenazgo e impulso, se expresaron en lengua vulgar materias que hasta entonces estaban reservadas al latín y al árabe, las dos grandes lenguas de cultura de la Edad Media hispana (Fernández-Ordóñez 2004: 386).

Zwar war das Kastilische schon zu Herrschaftszeiten Ferdinands III. Kanzleisprache und in Gesetzestexten präsent, es wurde aber erst durch das scritporium alfonsí, der Sammlung der Werke Alfons X., in sehr großem Maße intensiv ausgebaut. Es muss hinzugefügt werden, dass die Sammlung Alfons X. keine ekklesiastische Sammlung ist. Sie ist demnach nicht der Kirche unterworfen, es handelt sich vielmehr um eine königliche Sammlung von Werken.

Zunächst einmal sind da die zahlreichen Übersetzungen aus dem Arabischen und Latenischen zu erwähnen, die von Alfons X. angeregt wurden. Neu ist hier die Tatsache, dass Alfons X., egal ob Autor oder Förderer (Alfons besaß zahlreiche Mitarbeiter, die die Übersetzungstätigkeit übernahmen), im Prolog immer die Umstände der Entstehung erwähnen; oftmals wurde dieser mit dem Datum der Beendigung vervollständigt (Fernández-Ordóñez 2004: 387). Er selbst war, laut Bollée/Neumann-Holzschuh (2007: 74), an den „Vorarbeiten“ und an der „Endredaktion“ beteiligt. Unter seinen Mitarbeiter waren viele Juden, die laut Roth (1990) eine wichtige Rolle in der Übersetzungstätigkeit einnahmen:

What is remarkable about the Jewish translators whose work was sponsored by Alfonso, following an already old tradition of Jewish translation activity, was their concentration almost exclusively on scientific literature and their significant contribution to the development of the Spanish language (Roth 1990: 59).

Alfons X. ist darüber hinaus auch als Gedichtsschreiber bekannt. Mit seinen Cantigas de Santa María (420 Dichtungen, in denen er der Heiligen Jungfrau Tribut zollt) (Freiherr von Schoen 1957: 46), die er und seine Mitarbeiter auf galizisch-portugiesisch verfasst haben, setzte er wieder neue Maßstäbe, da diese mehr als fünfzig Prozent der Lyrik in dieser Sprache darstellen (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 73). Er verfasste diese im nordspanischen Dialekt, da er „ihn zum Ausdruck persönlicher Gefühle und zur musikalischen Wiedergabe für geeigneter als den des Hochlandes“ hielt (Freiherr von Schoen 1957: 47). Trotzdem war ihm die Verbreitung des Kastilischen immer noch am Wichtigsten:

Si en las Cantigas y otras poesías siguió el Rey Sabio la costumbre de usar el gallego como lengua lírica, su vasta producción en prosa favoreció extraordinariamente la propagación del castallano (Lapesa 1942: 171).

Weiterhin kann die alfonsische Sammlung neben den Übersetzungen und der Poesie in drei Gruppen eingeteilt werden: Recht, Wissenschaft und Geschichte (Fernández-Ordóñez 2004: 388). Für sein Werk wurden viel mehr lateinische Quellen aus der Antike und dem Mittelalter benutzt, als arabische, wie zum Beispiel von Lucanus, Justinus, Eutropius, Eusebius, der Heilige Augustinus usw. (Menéndez Pidal 2005: 523). Für das Werk Alfons X. waren auch sehr viele Mitarbeiter zuständig:

En torno al monarca se congregan juglares y trovadores, historiadores, jurisconsultos y hombres de ciencia cristianos, moros y judíos, necesarios para traducir obras de las lenguas cultas de enrtonces, el latín, el árabe y el hebreo (Lapesa 1950: 166).

Zunächst einmal sind da die Gesetzestexte, wie zum Beispiel das Gesetzbuch el Espéculo, die Siete Partidas und das Gesetzeswerk Fuero Real. Diese Gesetzestexte dienten „als Quelle der Rechtsfindung für Berufungen an das Hofgericht […], aber auch als Ergänzung der bereits in zahlreichen Städten des Königreichs bestehenden fueros“ (Freiherr von Schoen 1957: 39) und beschrieben unter anderem die Entstehung des kastilischen Rechts (Freiherr von Schoen 1957: 39). In den Siete Partidas wurden das geschriebene römische Recht und das spanisch-westgotische Gewohnheitsrecht zusammengefasst. Dort wurde auch die rechtliche Stellung von Kirche und Klerus, Adel und König beschrieben (Neuschäfer 2001: 38). Darüber hinaus trug auch die Schreibung historischer Werke maßgeblich dazu bei, dass eine Kodifizierung und Fixierung der kastilischen Sprache stattfand. Zu erwähnen sind hier die Estoria de España (1270-74) und die General estoria (1270-1280). Im letzteren wird die Geschichte der Menschheit seit ihrem Ursprung erzählt, in denen erstmals auch Übersetzungen ins Kastilische antiker Autoren, wie Ovid oder Plinius benutzt wurden. Darüber hinaus wurden auch religiöse Texte ins Kastilische übersetzt, wie die Bibel oder die Historischen Werke des Eusebius von Caesarea (Fernández-Ordóñez 2004: 390).

Das Latein war im Mittelalter die Wissenschaftssprache schlechthin. Erst durch Alfons X. wurde diese auf der Iberischen Halbinsel nach und nach durch das Kastilische ersetzt: […] la lengua latina había perdido por entonces el prestigio de que antes gozaba como vehículo esencial del saber (Menéndez Pidal 2005: 513-514).

Das wissenschaftliche Werk Alfons X. kann in zwei Teile eingeteilt werden: Astrologie und Astronomie. Für Alfons X. waren Astrologie und Astronomie zwei zusammenhängende Wissenschaften: Die Astrologie sollte den Menschen verhelfen, Vorhersagen über die Zukunft zu treffen. Damit dies geschehen konnte, war ein exaktes Wissen über die Verteilung der Gestirne, (kennen) mit Hilfe von speziellen Fernrohren, unabdingbar. Somit war das Kastilische die erste moderne Sprache, in der über Astrologie geschrieben wurde (Menéndez Pidal 2005: 520). Neben zahlreichen Traktaten über Astrologie und Astronomie, die er aus anderen Sprachen übersetzen ließ (zum Beispiel die Libros de la açafeha im Jahr 1255), verfasste man unter seiner Anleitung die Tablas alfonsíes und die Libros del saber de astrología, die auf Beobachtungen der Gestirne basieren (Fernández-Ordóñez 2004: 390-391).

Letztendlich lässt sich insgesamt festhalten, dass Alfons X. der Erste in der Romania war, der seine Volkssprache benutzte, um wissenschaftliche Texte und Abhandlungen verfassen zu lassen. Somit war das Kastilische in allen distanzsprachlichen Bereichen vertreten (Bollée/Neuman-Holzschuh 2007: 73-74):

Alfonso es el primer hombre en la Romania que concibe la cuestión del idioma como negocio de grave interés público, y es hombre que puede cooperar decisivamente en tal asunto: por caso único, un rey se preocupa de llevar a completo desarrollo literario una lengua romance nueva e inexperta (Menéndez Pidal 2005: 515).

3. Die Sprache in den Werken Alfons X.

Das Werk Alfons X. stellt eine große Quelle dar, um die Sprache des 13. Jahrhunderts zu analysieren. Die kastilische Sprache im Werk Alfons X. war sehr vielfältig, was auf die große Anzahl der Mitarbeiter, die sich um Alfons X. scharten, zurückgeführt werden kann. Schließlich war es nicht Alfons X., der die Bücher und Traktate schrieb, sondern seine Mitarbeiter. Er war jedoch derjenige, der den Aufbau und das Layout der Bücher bestimmte (Fernández-Ordóñez 2004: 399).

- Wortschatz

Die Lexik des Kastilischen im 13. Jahrhundert kann aus zwei Perspektiven untersucht werden: Zunächst einmal besteht der Wortschatz des Kastilischen aus dem Erbwortschatz, welcher alle Entwicklungen vom Vulgärlatein bis zum Kastilischen mitgemacht hat. Viele dieser Erbwörter betreffen den menschlichen Körper (pie, mano, ojo, cabeza etc.), die Verwandtschaft (madre, padre, hermano, abuelo, etc.).

Viele dieser Erbwörter gehören zum heutigen spanischen Wortschatz, andere wurden jedoch im Laufe der Geschichte durch andere ersetzt, durch Lehnwörter aus anderen Sprachen, vornehmlich aus dem Latein. Diese bezeichnet man auch als Kultismen:

Dabei handelt es sich um Entlehnungen aus dem (klassischen) Latein zur Bezeichnung neuer Begriffe. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom lateinischen Kultursuperstrat (Pöll 2002: 43).

Begünstigt durch das Werk Alfons X gelangten auch viele Lehnwörter Kultismen aus dem Lateinischen, dem Griechischen und anderen romanischen Sprachen, vornehmlich Gallizismen, Katalanismen und Okzitanismen in die kastilische Sprache. Zu hinfügen ist auch die Tatsache, dass die Kultismen nicht die sprachliche Entwicklung durchgemacht haben wie die Erbwörter; dadurch gleichen die Kultismen mehr ihrer Urform als die Erbwörter:

[los cultismos] se han incorporado al idioma posteriormente a su formación y, como consecuencia, no han sufrido las reglas de evolución propias de las palabras patrimoniales (Clavería Nadal 2004: 475).

Von den zahlreichen Latinismen gab es auch viele, die wiederum Lehnwörter aus dem Griechischen waren und die wegen ihrer lateinische Form ins Kastilische übernommen wurden: cementerio < lateinisch: coemeterium < griechisch: κοιμητήριον. Letztendlich gab es zu dieser Zeit eine „convivencia“ von Erb- und Lehnwörter:

En el siglo XIII la relación entre el estrato patrimonial y el culto es complicada y se registra una abundante convivencia entre formas sinónimas con adaptación mínima con formas que reflejan algún tipo de evolución patrimonial: cítara-cítola, testimonio-testemuña, presón-presión [...] (Clavería Nadal 2004: 476).

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entschied man sich in der Textproduktion für die Formen der Wörter, die der lateinischen Form am Ähnlichsten waren, da das Latein immer noch eine hohe Prestigestellung genoss. Viele Kultismen waren dem religiösen Wortfeld (absolución, abstinencia, adorar, caridad usw.) oder dem wissenschaftlichen Bereich zuzuordnen (acento, ciencia, comparación, verbo).

Damit eine Kodifizierung und Fixierung zustande kommen konnte bedurfte es also vielerlei Maßnahmen. Das Kastilische musste zunächst ausgebaut werden. Syntax, Lexik und Morphologie musste weiterentwickelt werden, da es viele Konzepte gab, die mit den damaligen lexikalischen nicht ausgedrückt werden konnten.

Aus diesem Grund brauchte man neue Wörter (v.a. in den fachsprachlichen Abhandlungen) und neue Satzkonnektoren. Es boten sich zwei Möglichkeiten an: Entweder übernahm man Wörter aus dem Lateinischen oder Arabischen (integrale Lehnwörter; Beispiele aus dem Arabischen: cénit oder auxe, was sich später zu auge entwickelt (Menéndez Pidal 2005: 519)) oder man kreierte - auf Grundlage der Wissenschaftssprache Latein - Neologismen. Die Wörter, die direkt aus dem Lateinischen übernommen wurden, wurden jedoch lautlich der Aussprache des Kastilischen des 13. Jahrhunderts angepasst (Menéndez Pidal 2005: 525). In den Schriften Alfons X. wurden neben Neologismen auch viele neue Ableitungen aus spanischen Wörtern gebildet, wie den denominalen Ableitungen ladeza < lado oder longueza < longo (Bollée/Neuman-Holzschuh 2007: 75).

Trotzdem muss hinzugefügt werden, dass man nicht immer ohne weiteres Latinismen aufgenommen hat. Man versuchte zunehmend die Latinismen mit eigenem Wortmaterial zu ersetzten oder besser gesagt zu umschreiben. Statt omnipotens sagte man poderoso en toas las cosas, immaculatus wurde zu sin manziella (Clavería Nadal 2004: 479).

Alle drei Themengebiete des Korpus Alfonsí (Rechtswissenschaft, Wissenschaft und Geschichtsschreibung) brachten neue Wörter hervor, die im heutigen Spanischen noch gebraucht werden. Was die juristische Terminologie betrifft, so wurden viele neue Konzepte aus den anderen Wissenschaftssprachen ins Kastilische übersetzt. So liefert Sánchez-Prieto Borja einige Beispiele:

Relativos al derecho civil son palabras como fideicomiso, comodato, contrato, dolo, déposito, interés, compensación, legado, codicilo, salario, tributo, deuda [...] (2004: 409).

Für die Geschichtsschreibung wurden viele Konzepte der Antike übersetzt, wie anfiteatro, termas, cloaca, túnica, cónsul, legión, comedia... Neu waren auch die verschiedenen Namen von Völkern und Stämmen, sowie auch Toponyme, die neu ins Kastilische übersetzt wurden und somit Eingang in die Sprache fanden: celtíberos, helenos, helvecios, armenios oder islas Cícladas. Oftmals wurden neue Wörter zusätzlich noch erklärt, wie zum Beispiel die antiken Figuren der Furien, die in der Crónica General folgendermaßen umschrieben werden: „las enchideras dell infierno, a que llaman los gentiles deessas raviosas porque fazen los coraçones de los homnes raviar de duelo“. Die integralen Lehnwörter wurden auch zusätzlich erklärt „fizieron los príncipes de Roma un corral grand redondo a que llamaban en latín teatro “; andere Beispiele sind „dizen en latín tribus por linage“ oder „tanto quiere seer dictador cuemo mandador, et dictadura cuemo mandado“ (Lapesa 1942: 170).

Die Astrologie bescherte der kastilischen Sprache viele Wörter, die heute in der Mathematik (Beispiele hierfür: ángulo, triángulo, diámetro) und in der Medizin wieder zu finden sind (Beispiele: migránea, cáncer, morroides).

Die Latinismen, die in der Sprache Alfons X verwendet werden, bildeten sehr oft weite lexikalische Wortfelder: occidente, occidental, occidentalidad, occidentamiento, occidentano (Clavería Nadal 2004: 479).

- Wortbildungsprozesse

Wie bereits erwähnt musste das Kastilische sich auch in der Morphologie weiterentwickeln und somit neue Wörter hervorbringen:

Suffigierung war ein sehr häufiger Wortbildungsprozess im 13. Jahrhundert. In der „lengua alfonsí“, der Sprache die in den Texten Alfons X verwendet wird, sind Nominalsuffixe, Adjektivsuffixe und Verbsuffixe sehr häufig. Bezüglich der Nominalsuffigierung ist folgendes zu erwähnen: „Este tipo de derivación es especialmente importante en la lengua alfonsí, aunque no exclusiva de ella y sirve para la expresión de los más variados conceptos, especialmente abstractos” (Clavería Nadal 2004: 483). Die Suffixe mit denen man in dieser Zeit die meisten Substantive bildete, waren folgende: Der Suffix – ADA wurde für das Konzept „golpe dado con“, zum Beispiel „ golpe dado con espada “ = „ espadada “ oder auch als Suffix für ein Kollektivum benutzt: „peonada“ (de peón) = grupo de soldados/obreros/campesinos a pie.

Der deverbale Suffix – ANÇA wird bei den Verben der ersten Konjugation angewendet, um neue abstrakte Nomen zu bilden: dubdança, fiança, esperança, vengança. Weitere Suffixe sind: -DAD/-TAD, die anfänglich für abstrakte Substantive mit einer negativen Konnotation gebraucht werden, wie enfermedad, pobredad, sequedad. Andere Suffixe sind –DURA, der zur Bildung deverbaler Substantive verwendet wurde, wie zum Beispiel apreciadura < apreciar, catadua < catar oder auch –ÍA, der zur Bildung adjektivaler Derivate (alegría < alegre, cobardía < cobarde usw. Der Suffix, der im 13. Jahrhundert zur häufigsten Wortbildung beitrug, war der Suffix – MIENTO (< -MENTU): „Forma sustantivos sobre verbos preferentemente de procendencia patrimonial e indica una acción concreta o tiene significado abstracto [...]” (Clavería Nadal 2004: 485): abondamiento, castigamiento, demostramiento, guarimiento, razonamiento, prometimiento, fallimiento usw. Typisch sind auch Hybride:

„En el siglo XIII aparece con frecuencia formando híbridos con una base culta correspondiendo a un sustantivo deverbal en –TIONE, lo que podría interpretarse como una adaptación derivativa” (Clavería Nadal 2004: 485): edificamiento (aedificatio) exalçamiento (exaltatio), violamiento “violación” (violatio), allegamiento (allegatio) (Clavería Nadal 2004: 485).

-URA ist auch ein sehr produktiver deadjektivaler Suffix, der die Qualität einer Sache ausdrückt: altura, anchura, derechura, angostura usw. Der Suffix -ERO, -ERA wird gebraucht, um Personen zu beschreiben, die bestimmte Ämter innehaben: epistolero = „sacerdote que canta la epístola“, carnicero, carpintero, pellicero usw. (Clavería Nadal 2004: 487).

Andere Wortbildungsprozesse, die zu dieser Zeit üblich waren, waren semantische Lehnprägungen aus dem Arabischen, so genannte calques: „Traduction littérale (d’une expression complexe ou d’un mot en emploi figuré) dans une autre langue“ (Robert 2006, 336). Diese Lehnprägungen wurden durch Suffixe wie zum Beispiel –MIENTO oder –DOR gebildet: catamiento, ascondimiento, descendimiento oder auch dador de alegria, vedador de canas. Die letzten beiden Beispiele beschreiben Arten von Steinen (Fernández-Ordóñez 2004: 410-411).

Verbalsuffixe, die zu dieser Zeit verwendet wurden waren –ear: otear, cocear, alabar(se) (< lateinisch – idiare < griechisch –iζω) oder –izar: profetizar, baptizar-babtizar-bautizar, escaladizar (< lateinisch – izare < griechisch –iζω).

Die Präfigierung war im 13. Jahrhundert nicht so produktiv wie in heutiger Zeit: Die häufigsten Präfixe dieser Zeit waren a-, en-, re- und des -. Der Präfix des- drückte (wie auch heute) eine negative Konnotation aus (desacuerdo, desapuesto, desapostura usw.). A- und en- benutzte man vor Verben (acorrer, apretar, aduzir, encoger, emprender, emprestar) und um Parasynthetika zu bilden: Ein Parasyntheticum ist eine Art von Derivation, bei der „gleichzeitig ein Prä- und ein Suffix an ein Stammmorphem angefügt“ werden (Kattenbusch, 1999, 56). Beispiele hierfür sind die denominalen und deadjektivalen Derivate acompañar, adebdar, apresonar, atardecer usw. Alternationen mit und ohne Präfix gibt es bei zahlreichen Verben: flaquecer-enflaquecer, amatar-matar, demostrar-amostrar-mostrar.

Nullsufigierung bzw. Konversion (ist) war im 13. Jahrhundert auch sehr häufig und bedeutet folgendes: « Un terme change de catégorie grammaticale (et donc de sens) sans changer de forme » (Riegel/ Pellat/ Rioul 1996: 533). Zahlreiche Partizipien gehen in die Kategorie Adjektiv oder Substantiv über, wie salida, avanzado und venida.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die kastilische Sprache im 13. Jahrhundert sich durch zahlreiche Wortbildungsprozesse, wie Suffigierung, Präfigierung, Nullsuffigierung weiter ausbaute und dadurch ihr Aufstieg begünstigt wurde.

- Dialektische Variation

Im Corpus Alfonsí fand man zunächst auch zahlreiche dialektalische Varietäten in der Rechtsschreibung, Morphologie und Grammatik vor, was den Übersetzern oder Mitarbeitern der alfonsinschen Sammlung zuzurechnen ist, da diese ihre eigene sprachlichen Eigenarten mit hat einfließen lassen (Fernández-Ordóñez 2004: 404-406):

La actuación de Alfonso X el Sabio, rey de Castilla y León (1252-1284) fue decisiva para la creación de la modalidad estándar del español de su época [...] Sin embargo, hasta la época de Alfonso X observamos que los escritos contienen bastantes dialectalismos propios de la región del escritor o del copista, sin atenerse a una norma suprarregional (Penny 1993: 16 zit.nach Sánchez-Prieto Borja 2004: 423).

Da es sehr viele Beispiele für die dialektische Variation im Corpus Alfonsí gibt, werden im Nachfolgenden nur einige näher erläutert: In der Graphie sind viele Einflüsse des Aragonesischen und Okzitanischen vorzufinden, wie zum Beispiel das Auslassen der Diphthonge ie und ue: tempo, yuerno, corpo, febre oder auch die Bildung von Flexionsendungen bei eigentlich unveränderlichen Adjektiven: la yente nobla, se fara pobro.

Darüber hinaus beinhaltet die Sprache der General Estoria viele leonesische Einflüsse, was man an den Flexionsaffixen bei der Verb-Konjugation sieht, da statt –ía die Endung –íe benutzt wird. Der Leísmo, der typisch für das Leonesische und die Varietät des im Westen gesprochenen Kastilischen ist, ist in der General Estoria sehr verbreitet, zum Beispiel: „Dexamos el libro de Baruc, que era notario de Jeremías, que nin le leen los hebreos nin le an“ (General estoria IV, 76 zit.nach Fernández-Ordóñez 2004: 406). Darüber hinaus überwiegen in der General Estoria die Partizipendung –udo statt –ido und bei der zweiten Person Singular des Partizips wird der letzte Buchstabe weggelassen (Apokope): dixist statt dixiste oder vencist statt venciste (Fernández-Ordóñez 2004: 407). Außerdem findet man auch leonesiche Wörter, wie zum Beispiel fruytas statt „frutas“ oder yoñidas statt „uncidas“ in der General Estoria. Was auch typisch für die dialektische Variation im Korpus Alfonsí ist, ist die Interpolation eines Wortes zwischen dem Pronomen und dem Verb: So heißt es „esta heredad que vos yo he ganada“ statt „esta heredad que yo vos he ganada“ . Diese Interpolation ist noch heute sehr üblich im Galizisch-Portugiesischen und Alfons X. machte in seinen Cantigas einen sehr großen Gebrauch davon. Auch in der Estoria de España findet man viele Beispiele für die Interpolation. Im Saber de Astronomía findet man auch leonesiche Färbungen vor; außerdem werden dort auch Provenzialismen und Katalanismen, wie crépuscol, ponent oder perpendicle gebraucht.

Im Kastilischen war diese bis ins 15. Jahrhundert im Gebrauch. Die Vermischung der drei Dialekte (Aragonesisch, Leonesisch und Kastilisch) waren im 13. Jahrhundert nichts ungewöhnliches, da die geographischen Grenzen nicht einheitlich waren und die verschiedenen Dialekte sich untereinander vermischten. Außerdem haben sie alle drei viele Gemeinsamkeiten in ihrer Entwicklung (Menéndez Pidal 2005: 532-535).

4. Die Kodifizierung und Regularisierung der Orthographie des Kastilischen

Der dritte Schritt, der dem Kastilischen verhalf(,) sich als Volkssprache durchzusetzen, war die Kodifizierung und Fixierung dieser Varietät. Damit eine Standardisierung von Sprache stattfindet, muss eine präskriptive Norm existieren, „also die Institutionalisierung eines Standards als Distanzsprache“ (Koch/Oesterreicher 1990: 128). Durch eine Kodifizierung soll eine sprachliche Varietät, hier das Kastilische, stabilisiert werden und leichter diatopisch verbreitet werden (Koch/Oesterreicher 1990: 128). Durch die Kodifizierung des Kastilischen wurde diese Varietät diejenige, die die anderen Varietäten zurückdrängte (Koch/Oesterreicher 1990: 129).

Alfons X. nahm durch sein Mäzenatentum und sein kulturelles Interesse die wichtigste Rolle bei der Kodifizierung und Regularisierung des Kastilischen ein: „La actuación de Alfonso X el Sabio, rey de Castilla y León (1252-1284) fue decisiva para la creación de la modalidad estándar del español de su época“ (Penny 1993: 16 zit. nach Sánchez-Prieto Borja 2004: 423).

- Das „castellano drecho“

Das Kastilische war im 13. Jahrhundert in viele diatopischen Varietäten zersplittert, von denen zwei Varietäten miteinander konkurrierten: Das Kastilische von Burgos und das von Toledo. Der Hof Alfons X. befand sich in Toledo und übte somit eine sehr hohe Anziehungskraft aus. Man wählte also eine „Ausgleichsform“ aus, die beide Varietäten miteinander verband: Das castellano drecho, also das richtige Kastilische, hatte als Grundlage das Kastilische von Burgos doch aufgrund der hohen Textproduktion am Hofe Alfons X. in Toledo wurde das castellano drecho vorwiegend dieser Varietät angepasst (Fernández-Ordóñez 2004: 398).

Gewisse Texte, wie die Estoria de España, die in Toledo entstanden, wurden während des Mittelalters oft reproduziert und waren somit sehr weit verbreitet. Andere Texte wie das Espéculo oder das Setenario waren dagegen nicht sehr weit verbreitet; die in ihr verwendete Sprache konnte somit die Entwicklung der kastilischen Sprache nicht sonderlich beeinflussen (Fernández-Ordóñez 2004: 398).

Obwohl gewisse linguistische Merkmale aus Burgos zunächst nicht in die literarische Sprache übernommen wurden, setzten sich volkssprachliche Eigenheiten durch, wie zum Beispiel das Ersetzen des f durch h (fijo < hijo) oder die Übernahmen des Diminutivsuffixes – illo statt – iello (castiello < castillo) (Lapesa 1950: 167-168).

Trotzdem muss hinzugefügt werden, dass Alfons X. nicht nur den Begriff castellano drecho benutzte, sondern des Öfteren auch von „ español “ oder auch „ lenguaje de España “ Gebrauch machte. Damit wollte er zeigen, dass das „richtige Kastilische“ auch mit Einflüssen der benachbarten Dialekte gefärbt ist (Menéndez Pidal 2005: 536).

- Die „Ortografía alfonsí“

Die Norm, die sich nach und nach am Hofe Alfons X. herausbildete und in der Orthographie, auch genannt ortografía alfonsí, wurde bis ins 16. Jahrhundert hinein benutzt:

La grafía quedó sólidamente establecida; puede decirse que hasta el s. xvi ka transcripción de los sonidos españoles se atiene a normas fijadas por la cancillería y escritos alfonsíes (Lapesa 1981: 242 zit. nach Sánchez-Prieto Borja 2004: 429).

Zwar folgte die ortografía alfonsí der Tradition Ferdinands III. glänzte durch ihre Einfachheit und stellte das phonologische System in einer prägnanten Art und Weise dar (Menéndez Pidal 2005: 537). Das Konzept der Orthographie darf jedoch nicht als eine auferlegte Norm interpretiert werden, sondern als Gesamtheit verschiedener Schrifttraditionen, die miteinander verschmelzen (Sáncho-Prieto Borja 2004: 444). Sie entspricht also der damaligen Gebrauchsnorm.

Vor Alfons X. gab es verschiedene Grapheme (Relikte aus der westgotischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel), die für Verwirrung sorgten, was Alfons X. folgendermaßen löste:

Es bürgerte sich ein, die Palatalen /λ/ und /J/ mit den Buchstaben < ll> bzw. < nn> oder dem moderneren < ñ> darzustellen. Die dentalen Affrikaten wurden folgendermaßen dargestellt: Das stimmhafte /dz/ wurde mit <z> graphisch visualisiert, das stimmlose /ts/ mit <ç> bzw. <c> vor e und i. Der Laut /tS/ wurde mit <ch> dargestellt, der stimmlose Laut /S/ mit <x>. Später verschmelzen beide Lute zu <j> (Asin 1941: 63). Um den Laut /Z/ schriftlich auszudrücken, gab es mehrere Varianten, u.a. <i/j> oder <g> vor e und i. Die Laute /z/ und /s/ bilden nur intervokalisch eine Opposition. Um diese Opposition darzustellen, benutzte man die Graphie <s> bzw. <ss>. Die Opposition kurzes /r/ und langes /r:/ wurde ebenfalls durch Einfach- oder Doppelschreibung visualisiert; auch im Anlaut wurde die Schreibung <rr> geschrieben und erstmals wurde auch im Inlaut zwischen <u,v> differenziert für den Laut /v/. Zu dieser Zeit wurde auch noch zwischen /b/ und /v/ unterschieden (Asin 1941: 63).

Eine strikte Zuweisung von Phonem und Graphem wurde trotz aller Bemühungen nicht erreicht und zahlreiche Alternanzen waren in der Schriftsprache vorhanden, da es unter anderem noch Dubletten aus dem Lateinischen gab und somit auch zwei Schreibungen: secundo vs. segundo, gratia vs. gracia usw. Außerdem wurde mit dem Graphem <u> sowohl /u/, als auch /v/ dargestellt; mit <y> /i/ und /j/ (Bollée/Nuemann-Holzschuh 2007: 77).

Zusammenfassend lässt sich laut Menéndez Pidal folgendes feststellen (2005: 538):

La ortografía alfonsí, aunque heredara del pasado todos sus elementos, vino así a lograr, gracias a un proceso selectivo y una clara noción de los sonidos que en la lengua tenían valor distintivo, una casi perfecta adecuación con el sistema fónico del español antiguo.

5. Korpusarbeit

Nachdem in Punkt 4 die Kodifizierung und Regularisierung des Kastilischen beschrieben wurden, wird im Folgenden anhand von Korpustexten aus dem 12. und 13. Jahrhundert die Orthographie des Kastilischen vor und nach der Ortografía Alfonsí analysiert. Durch die umfangreiche Textproduktion, die von Alfons X. angeregt worden war, sah man sich gezwungen, Ordnung in die Orthographie zu bringen. Es muss noch mal betont werden, dass die Ortografía Alfonsí nicht als präskriptive Norm angesehen werden darf, sondern als „conjunto abigarrado de tradiciones de escritura o scriptae que se entrecruzan, y que determina que éstas no sean uniformes (Sánchez-Prieto Borja (2004: 444). Somit muss auch die Schrifttradition von Ferdinand III bei der Entwicklung der Ortografía Alfonsí mitberücksichtigt werden. Die Ortografía Alfonsí erlebte während der Herrschaft von Sancho IV (1284-1295) ihren Höhepunkt und wurde bis ins 15. Jahrhundert benutzt.

- Das Korpus

Das Korpus besteht aus drei Texten: Es werden zwei Gedichte aus dem 12. Jahrhundert – Auto de los Reyes Magos, Poema de Mio Cid und Disputa del alma y del cuerpo – mit einem Auszügen aus der Crónica de Alfonso X auf orthographische Unterschiede und Gemeinsamkeiten hin untersucht.

Bei dem Gedicht Auto de los Reyes Magos handelt es sich um das erste kastilische Theaterstück; es wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts verfasst. Das Gedicht La Disputa del alma y el cuerpo datiert ebenfalls aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert. Es wurde im Jahr 1201 auf die Rückseite eines Codex kopiert und handelt von einem Streit zwischen dem Körper und der Seele eines Toten, die sich gegenseitig der Schulden beschuldigen, die der Tote in seinem Leben begangen hat[1]. Das Poema de Mío Cid ist das einzig erhaltene spanische mittelalterliche Heldenepos. Es erzählt die Geschichte des Helden Ruy Díaz, der während der Reconquista gegen die Mauren kämpft. Die Datierung des Poema de Mío Cid stellt in der spanischen Literaturgeschichte immer noch ein ungelöstes Problem dar, doch Menéndez Pidal geht davon aus, dass der Text um 1150 entstanden sein muss (Neuschäfer 2001: 24-29). Der Autor des Theaterstücks und der Gedichte sind allesamt unbekannt. Der vierte Korpustext ist das Kapitel XXXII der Crónica de Alfonso X. Dies ist eine Chronik, die über das Leben und die Herrschaft von Alfons X, Sancho IV (1284-1295) und Fernando IV (1295-1312) berichtet. Sie wurde von Alfons XI (1312-1350) in Auftrag gegeben. Es werden jedoch noch andere Stellen der Crónica de Alfonso X zitiert (Ausgabe von González Jimenez 1998).

Die Untersuchung beschränkt sich nur auf verschiedene Grapheme und ihre Realisierung vor und nach der Fixierung durch Alfons X. Es werden dabei nur einige wichtige Punkte betrachtet, da die Analyse aller orthographischen Merkmale den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Um auf die Primärtexte zu verweisen werden folgende Abkürzungen gebraucht: Das Theaterstück Auto de los Reyes Magos wird mit AutoRM abgekürzt, La Disputa del alma y del cuerpo mit DispAC, das Poema de Mío Cid mit PMC und der Auszug aus der Crónica de Alfonso X mit Cron. Um auf die betreffende Stelle hinzuweisen, wird auf die entsprechende Zeilenangabe hingewiesen.

- Analyse der Orthograpie vor und nach Alfons X. anhand des Korpus’

Das Theaterstück Auto de los Reyes Magos und das Gedicht Disputa del alma y del cuerpo sind wie bereits erwähnt vor der Herrschaft Alfons X. erschienen und weisen somit viele Besonderheiten der Orthographie vor der Regularisierung und Fixierung durch Alfons X auf.

Sowohl im Auto de los Reyes Magos ( AutoRM, 14, 24, 33, 77 , 102, 121) als auch in der Disputa del alma y del cuerpo (DispAC 2, 17, 21) wird unter anderem auch <i> für die kopulative Konjunktion „ und“ (spanisch <y>) gebraucht, was laut Torrens (2002: 128 zitiert nach Sánchez-Prieto Borja 2004: 433) einen Archaismus darstellt, welcher eher selten gebraucht wurde:

El uso de i como letra exenta para encarnar la conjunción copulativa [...] fue siempre escaso y constituye un claro signo de arcaísmo, dado que sólo los manuscriptos más antiguos lo presentan.

Im Kapitel XXXII der Crónica de Alfonso X werden für die kopulative Konjunktion „und“ die Varianten <e> und <et> gebraucht; diese Schreibweise war im Mittelalter durchaus gebräuchlich (Sánchez-Prieto Borja 2004: 434).

Im Auto de los Reyes Magos wurde die Schreibung <i> für den mediopalatalen Laut /i/ statt des <y> gebraucht, was für das Korpus Alfonsí sehr unüblich war. So heißt es im Auto de los Reyes Magos <io> (AutoRM 12) und <maior> (AutoRM 49).

Was die Diphthonge <ie> und <ue> betrifft, lässt sich folgendes festhalten:

In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde mit der Graphie <ie> der Diphthong geschrieben, der vom kurzen betonten lateinischen Ě abstammt. Diese Entwicklung hängt mit dem Quantitätenkollaps zusammen, bei dem die Opposition /lang/~/kurz/ bei Vokalen und Konsonanten durch die Opposition /geöffnet/~/geschlossen/ ersetzt (Klare 1998: 26): fĕsta>fiesta, bĕne>bien (Dietrich/Geckeler 2004: 77). Vor Alfons X. wurde der Diphthong (e~ie und auch u~ue) nicht immer geschrieben. Bei der Schreibung der Diphthonge [jε] und [wε/wə] gab es große Unsicherheiten: So heißt es im Auto de los Reyes Magos <bine> (AutoRM 10, 51) statt <bien> oder <pusto> statt <puesto> (AutoRM 111), <tirra> statt <tierra> (AutoRM 23). In der Crónica de Alfonso X wird dagegen schon die Schreibung <bien> benutzt (Cron 4) (Sánchez-Prieto Borja 2004: 435).

Für das [J] gab es verschiedene Schreibungen, wie man im Auto de los Reyes Magos sehen kann: Dort gibt es die Schreibung <ni> bei <senior>(AutoRM 7, 26, 43, 53, 57, 61) und auch die Schreibung <nn> bei <sennor> (AutoRM 13). Nach der Fixierung und Regularisierung durch Alfons X wird das [J] mit <nn> bzw. <ñ>. In der Crónica de Alfonso X heißt es <annos> (Cron 6) oder auch <donna> (Cron 21). Im Kapitel XXVII findet man auch die Schreibung <ñ> vor: <daño> (González Jimenez 1998: 94).

Außerdem wurde auch im Inlaut zwischen den Frikativen [v] und [ß] (graphemisch mit <u> und <v> dargestellt) und dem Okklusiven [b] (graphemisch mit /b/ dargestellt) unterschieden: <cauallero> vs. <enbiastes>. In den älteren Textproduktionen des Korpus wird dieser Unterschied nicht immer gemacht: <beuies> (DispAC 36), <prouado> (AutoRM 92), <auemos> (AutoRM 92).

Ein weiter Unterschied war die Graphie <ch> für /k/: „El uso de ch para /k/ menudea tanto ante a, o, u, como ante e, i en tradiciones monásticas y catedralicias de la primera mitad del s. XIII” (Sánchez-Prieto Borja 2004: 438). So heißt es im Auto de los Reyes Magos <achesta strela> (AutoRM 2) oder <achest mes> (AutoRM 17).

Darüber hinaus wird vor der Ortografía Alfonsí der palatale Laut /λ/ meistens mit <l> wiedergegeben, während sich später die Graphie <ll> einbürgert:

En la cancillería castellana y en la escritura libraria se emplea ll para el valor palatal lateral en posición inicial e interior de forma prácticamente exclusiva [...], mientras que en otras tradiciones de escritura fue muy frecuente l para este valor (Sánchez-Prieto Borja 2004: 439).

Im Poema de Mío Cid findet man einige Beispiele: “Los de mio Çid a altas vozes laman” (PMC 1), “De los sos ojos tan fuerte mientre lorando” (PMC 36), aber auch im Auto de los Reyes Magos wird das spätere <estrella> mit <l> wiedergegeben: <achesta strela> (AutoRM 2). In der Crónica de Alfonso X hat sich bereits die Graphie <ll> durchgesetzt: <cauallero> (Cron 2), <Castellano> (Cron 13) und <marauillado> (González Jimenez 1998: 64).

Im Korpus Alfonsí wird die Schreibung <rr> für den multiplen Vibranten

eingeführt, während in älteren Texten noch die Schreibung <r> gebraucht wird. Beispiel hierfür findet man in der Disputa del alma y del cuerpo <cauallos corientes> (DispAC 33). Die bereits erwähnte Opposition der Laute /z/ und /s/ findet man auch im Poema de Mío Cid wieder: „Alli pienssan de aguijar“ (PMC 22), „el rey don Alfonsso“ (PMC 22).

Da jedoch auch nach der Ortografía Alfonsí keine einheitliche Zuweisung von Phonem und Graphem erfolgt, beherrschen noch einige Alternanzen das spanische Schriftbild. Einige Unsicherheiten sind auch nach Alfons X. immer noch da:

Die Graphie des intervokalischen <ff> wurde sowohl im Korpus Alfonsí als auch schon in älteren Textproduktionen gebraucht. Im Poema de Mío Cid ist diese in folgenden Beispielen zu finden: <iffantes>, <glorifficaron>, <offreçieron> (PMC 269, 336, 339). Im Korpus Alfonsí ist sie in folgenden Beispielen zu finden: <deffender> und <soffrir> (Sánchez-Prieto Borja 2004: 436). Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass <v> und <u>, <i> und <j> nicht „geschieden“ werden (Bollée/Neumann-Holzschuh 2007: 78). So heißt es im Auto de los Reyes Magos <uer> statt <ver> oder <uerdad> statt <verdad>. Solche Beispiele findet man auch in der Crónica de Alfonso X. (<seruir> 9, <seruiçio> 16), sowie in der Disputa del alma y del cuerpo (<uision> 4, <seruir> 22). Dieses Phänomen erklärt Sánchez-Prieto Borja (2004: 437) folgendermaßen:

La preferencia por u o por v se liga, como se dijo, a la paleografía, pues la escritura libraria privilegia u, mientras que la tradición cancilleresca es más proclive a v, pero sin que pueda hablarse de reparte uniforme, con diferencias de contexto (según las letras del entorno) o incluso entre palabras.

Wie bereits erwähnt wurde der Laut /tS/ mit <ch> dargestellt, der stimmlose Laut /S/ mit <x>. Zwar verschmelzen beide Laute später zu <j>, doch im ganzen Korpus ist diese Variante noch vertreten: Im Auto de los Reyes Magos: „las que nos dixo ieremias“ (AutoRM 142), im Poema de Mío Cid: „Esto la niña dixo“ (PMC 49) und in der Crónica de Alfonso X. : „[…] que vos partiese dél dixo“ (Cron 2). Im Poema de Mío Cid wird <x> sogar für den Laut /k/ gebraucht: “el que en buen ora çinxo espada” (PMC 58).

6. Ergebnis

Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit war die Analyse der kastilischen Sprache zur Zeit Alfons X aus einer externen und internen sprachhistorischen Perspektive. Nachdem der historische Aufstieg der Varietät des Kastilischen (begünstigt durch die zahlreichen Eroberungen Ferdinands III und dem Werk Alfons X) gegenüber den anderen Varietäten beschrieben wurde, wurde das Werk Alfons X erläutert und in Punkt 3 die von ihm verwendete Sprache auf die Kriterien Wortschatz, Wortbildungsprozesse und dialektalische Varietät hin analysiert. Diese in Punkt 3 beschriebenen Aspekte verhalfen dem Kastilischen dazu, dass es zu einer Kodifizierung und Regularisierung der Orthographie des Kastilischen kam. Anhand eines Textkorpus, bestehend aus dem Poema de Mío Cid, dem Auto de los Reyes Magos, der Disputa del Cuerpo y del Alma und Passagen aus der Crónica de Alfonso X wurde die Situation des Kastilischen vor und nach der Regularisierung durch Alfons X untersucht.

In den Texten des Korpus wurden Unterschiede und Neuerungen festgestellt, die bis heute noch in der spanischen Rechtschreibung gültig sind: So wurde unter anderem die Unsicherheit bei der Schreibung der Dipthonge <ie> und <ue> überwunden. Für das [J] gab es verschiedene Schreibungen, zum Beispiel <ni>; doch letztendlich bürgert sich die Schreibung <nn> bzw. <ñ> ein. Nach der Regularisierung durch Alfons X wurde der palatale Laut /λ/ (meistens mit <l> wiedergegeben) mit <ll> geschrieben. Auch die Schreibung <rr> für den multiplen Vibranten statt eines einfachen <r> bürgerte sich erst mit der Textproduktion Alfons X ein.

Zu betonen ist nochmals, dass solch eine starke Textproduktion, die zu einer Regularisierung der Orthographie führt, einmalig im Mittelalter und in der romanischen Sprachgeschichte ist. Das Wirken Alfons X stellt somit die wichtigste Etappe dar, die dem Kastilischen verhilft, sich neben den anderen Varietäten durchzusetzen. Der nächste wichtige Schritt des Kastilischen zur Nationalsprache war die spätere Veröffentlichung der ersten spanischen Grammatik durch Antonio de Nebrija (1492).

Es ist ein natürlicher Prozess, dass Sprache sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert und dadurch zahlreiche Unsicherheiten in der Graphie entstehen. Aus dem Grund ist es noch schwieriger, eine Regularisierung und Kodifizierung vorzunehmen, die die Sprache stabilisieren soll und leichter verbreiten soll, vor allem in einer Zeit wie dem Mittelalter, in der viele Menschen nicht lesen und schreiben können. All dies hat jedoch Alfons X mit seinem Wirken, seinem Mäzenatentum und kulturellem Interesse bewältigen können. Er bleibt eine der wichtigsten Personen im spanischen Mittelalter und verdient umso mehr den Beinamen „der Weise“.

7. Bibliographie

Primärquellen

Autos de los Reyes Magos, verfügbar unter: http://www.fh-augsburg.de/~Harsch/hispanica/Cronologia/siglo12/Magos/mag_auto.html [02.09.07]

Disputa del alma y del cuerpo, verfügbar unter: <http://www.fh-augsburg.de/~Harsch/hispanica/Cronologia/siglo12/Alma/alm_disp.html> [02.09.07]

Poema de Mío Cid, verfügbar unter: <http://www.fh-augsburg.de/~Harsch/hispanica/Cronologia/siglo12/Alma/alm_disp.html> [02.09.07]

Serkundärliteratur

Asin, Jaime Oliver: Historia de la lengua española, Diana Artes, Madrid 1941.

Bollée, Annegret/Neumann-Holzschuh, Ingrid: Spanische Sprachgeschichte,

Klett, Stuttgart 2007.

Clavería Nadal, Gloria: Los caracteres de la lengua en el siglo XIII, in Cano

Aguilar, Rafael (Hrsg.): Historia de la lengua española, Ariel, Barcrelona 2004.

Dietrich, Wolf/Geckeler, Horst: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft,

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Kattenbusch, Dieter, Grundlagen der italienischen Sprachwissenschaft, Regensburg: Lindner 1999.

Klare, Johannes: Französische Sprachgeschichte, Klett, Stuttgart 1998.

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Koch, Peter/Wulf Oesterreicher: Gesprochene Sprache in der Romania: Französisch,Italienisch, Spanisch, Niemeyer, Tübingen 1990.

Menéndez Pidal, Ramón: Historia de la Lengua española, Marcial Pons, Madrid 2005.

Pöll, Bernhard: Spanische Lexikologie, Narr, Tübingen 2002.

Riegel, Martin/Pellat, Jean-Christophe/Rioul, René: Grammaire méthodique du français, PUF, Paris, 1996.

Roth, Joseph. Alfonso X the Learned of Castile and his thirteenth-century Renaissance

Sanchez-Prieto Borja, Pedro: “La normalización del castellano escrito en el siglo XIII. Los caracteres de la lengua: grafías y fonemas” in: Cano Aguilar, Rafael (Hrsg.): Historia de la lengua española, Ariel, Barcrelona 2004.

8. Anhang

Disputa del Alma y el Cuerpo

[S]i quereedes oyr loque uos quiero dezir,

dizre uos loque ui, nol uos i quedo fallir.

Un sabad[o e]sient, dom[i]ngo amanezient,

ui una grant uision en mio leio dormient:

5

eram' asem[eian]t que so un lenzuelo nueuo

jazia un cuerpo de uemme muerto;

ell alma era fuera [e] fuert mientre que plera,

ell alma es ent esida, desnuda ca non uestida,

e guisa [du]n jfant fazie duelo tan grant.

10

Tan grant duelo fazie al cuerpo maldizie,

fazi [ta]n grande duelo e maldizie al cuerpo;

al cuerpo dixo ell alma: de ti lieuo ma[la] fama,

tot siempret' maldizre, ca por ti penare,

que nunca fecist cosa que semeias fer[mo]sa,

15

ni de nog ni de dia de loque io queria;

nunca fust a altar por i buena oferda dar,

ni diez[mo] ni prim[e]ncia ni buena penitenci[a];

ni fecist oracion nunca de corazo[n],

cua[n]do iuas all el[gue]si[a] asentauaste a conseia,

20

i fazies tos conseios e todos tos‹dos› treb[e]ios;

apostol ni martjr [nunca] quisist seruir,

iure par la tu tiesta que no curaries fiesta,

nunca de nigun santo no [cure]st so disanto,

mas not faran los santos aiuda mas que a una bestia muda;

25

mezquino, mal [fadado], ta mal ora fuest nado!

que tu fu[este] tan rico, agora eres mesquinu!

dim, ¿o son tos dineros que tu mi[sist en] estero?

¿o los tos morauedis azaris et melequis

que solies manear et a menudo contar?

30

¿o son los pala[fres] que los quendes ie los res

te solien dar por to loseniar?

¿los cauallos corientes, las espuelas [pu]nentes,

las mulas bien amblantes, asuueras trainantes,

los frenos esorados, los [petr]ales dorados,

35

las copas d'oro fino con que beuies to uino?

¿do son tos bestimentos? ¿o los [tos] guarnimentos

que tu solies festir e tanbien r[escrebir?]

Poema de Mío Cid (nur Auszüge, die das Korpus betreffen)

1

De los sos ojos | tan fuerte mientre lorando

tornava la cabeça | y estava los catando.

Vio puertas abiertas | e uços sin cañados,

alcandaras vazias | sin pielles e sin mantos

5

20

«¡Dios, que buen vassalo! | ¡Si oviesse buen señor!»

Conbidar le ien de grado| mas ninguno non osava;

el rey don Alfonsso | tanto avie la grand saña,

antes de la noche | en Burgos del entro su carta

con grand recabdo | e fuerte mientre sellada,

25

35

Los de mio Çid | a altas vozes laman,

los de dentro | non les querien tornar palabra.

Aguijo mio Çid, | a la puerta se legava,

saco el pie del estribera, | una feridal dava;

non se abre la puerta | ca bien era çerrada.

40

45

si non, perderiemos | los averes e las casas

e demas | los ojos de las caras.

Çid, en el nuestro mal | vos non ganades nada;

mas ¡el Criador vos vala | con todas sus vertudes santas!»

Esto la niña dixo | e tornos pora su casa.

50

55

salio por la puerta | e (en) Arlançon p[a]sava.

Cabo essa villa | en la glera posava,

fincava la tienda | e luego descavalgava.

Mio Çid Ruy Diaz | el que en buen ora çinxo espada

poso en la glera | quando nol coge nadi en casa,

60

265

lorava de los ojos, | quisol besar las manos:

«¡Merçed, Campeador, | en ora buena fuestes nado!

Por malos mestureros | de tierra sodes echado.

¡Merçed, ya Çid, | barba tan complida!

269

Fem ante vos | yo e vuestras fijas

269b

- iffantes son | e de dias chicas -

270

con aquestas mis dueñas | de quien so yo servida.

335

pastores te glorifficaron, | ovieron [t]e a laudare,

tres reyes de Arabia | te vinieron adorar

- Melchior | e Gaspar e Baltasar -

oro e tus e mirra | te offreçieron commo fue tu veluntad;

[salvest] a Jonas | quando cayo en la mar,

340

Auto de los Reyes Magos

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Die Korpustexte, sowie die Informationen, die das Korpus betreffen wurden der Seite der FH Augsburg entnommen; verfügbar unter: <http://www.fh-augsburg.de/~Harsch/hispanica/Cronologia/s_sigl12.html> [14.09.07].

30 von 30 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der spanischen Sprache im Mittelalter. Alfons X. und das Varietätenkontinuum auf der Iberischen Halbinsel
Hochschule
Universität des Saarlandes
Autor
Jahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V340323
ISBN (Buch)
9783668299771
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichte, sprache, mittelalter, alfons, varietätenkontinuum, iberischen, halbinsel
Arbeit zitieren
Christian Sorce (Autor), 2007, Die Geschichte der spanischen Sprache im Mittelalter. Alfons X. und das Varietätenkontinuum auf der Iberischen Halbinsel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340323

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