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Straßenkinder in Deutschland. Lebenssituationen und Hilfsmaßnahmen

Title: Straßenkinder in Deutschland. Lebenssituationen und Hilfsmaßnahmen

Seminar Paper , 2016 , 33 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anonym (Author)

Social Work
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Kinder und Jugendliche in Deutschland haben einen rechtlichen Anspruch auf angemessene Wohnverhältnisse, sozialpädagogische Hilfen und eine individuelle und ambulante Betreuung. Trotzdem gibt es auch in Deutschland sogenannte Straßenkinder.

Diese in der Öffentlichkeit wenig präsente Thematik lässt viele Fragen offen, unter anderem was Straßenkinder sind, wie viele tatsächlich in Deutschland auf der Straße leben, welche Ursachen dies haben und wie ihnen geholfen werden kann. Dazu zählt, die Problematik ganzheitlich zu betrachten und aufzulösen, das heißt sowohl die Kinder, als auch deren Eltern zu unterstützen, sowie die Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren. Diese Ausarbeitung soll dazu beitragen, einige dieser Fragen zu beantworten.

Zunächst wird der Begriff Straßenkind definiert. Anschließend erfolgt ein Überblick zu aktuellen Zahlen und Fakten hinsichtlich dieser Thematik. Die Ursachen, seien dies familiäre oder sozioökonomische Faktoren, welche zu einem Leben auf der Straße bewegen, werden nachfolgend beleuchtet. Des Weiteren wird die Lebenssituation anhand von Beispielen dargestellt. Darauf folgen eine Erläuterung der möglichen Jugendhilfemaßnahmen sowie deren Grenzen in der Arbeit mit Straßenkindern. Schließlich werden etwaige Entwicklungsprozesse aufgezeigt, wonach eine abschließende Reflexion erfolgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Straßenkind

3. Zahlen und Fakten

4. Ursachen

4.1 Familiäre Ursachen

4.2 Sozioökonomische Ursachen

5. Lebenssituation

5.1 Lebensbedingungen und Alltag von Straßenkindern

5.2 Lebensbedingungen und Alltag obdachloser Erwachsener

6. Jugendhilfemaßnahmen

6.1 Streetwork

6.2 Off Road Kids

6.3 Das Flex-Fernschulprojekt

6.4 Grenzen

7. Entwicklungsprozesse

7.1 Forschungsergebnisse zu Verläufen von Straßenkarrieren

7.2 Ausstiegshilfen

7.3 Forderungen an die Angebote der Jugendhilfe und deren Fachkräfte

8. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Lebenssituation von sogenannten "Straßenkindern" in Deutschland auseinander. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Ursachen der Flucht auf die Straße zu entwickeln, die spezifischen Lebensbedingungen im öffentlichen Raum zu analysieren und die Wirksamkeit sowie die Grenzen aktueller jugendhilferechtlicher Maßnahmen zu beleuchten, um Wege für eine effektive Unterstützung und Reintegration aufzuzeigen.

  • Definition und Problematik des Begriffs "Straßenkind"
  • Familiäre und sozioökonomische Ursachen für Straßenkarrieren
  • Alltagssituationen und Überlebensstrategien im öffentlichen Raum
  • Analyse der Jugendhilfemaßnahmen (Streetwork, Flex-Projekt)
  • Entwicklungsprozesse und Möglichkeiten der Ausstiegshilfe

Auszug aus dem Buch

5.1 Lebensbedingungen und Alltag von Straßenkindern

Straßenkinder meint Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, welche auf der Straße leben, d.h. sie befinden sich in einer illegalen Situation. Minderjährige müssen ihren Wohnsitz entweder bei ihren Eltern haben oder werden nach deren Entscheidung untergebracht, können ihren Wohnsitz jedoch nicht selbst bestimmen und wählen. Wenn die Eltern eine Vermisstenanzeige aufgegeben haben, werden die Kinder polizeilich gesucht. Ihr Leben wird dann zu einer Art Versteckspiel vor den Behörden, welche sie in Familien oder Heime rückführen wollen. Straßenkinder, die diese Prozeduren schon mehrmals durchlaufen haben, meiden deswegen häufig jeglichen Kontakt zu Sozialarbeitenden oder Hilfeeinrichtungen und Anlaufstellen.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen entsteht eine gewisse Gleichgültigkeit seitens der Eltern und Behörden, was dazu führt, dass die Kinder und Jugendlichen sich in ihrem Verhalten des Weglaufens bestätigt fühlen, da sie niemand zu vermissen scheint. Trotz des Reizes, den die Straße auf viele Kinder und Jugendliche hat, ist das tatsächliche Leben auf der Straße ein Kampf um die eigene Existenz. Einen sicheren Schlafplatz gibt es selten, durch mangelnde Hygiene sind chronische Krankheiten oftmals eine Folge. Privatsphäre und Privateigentum sind sozusagen nicht existent. Auch mit einem Minimum an Ansprüchen bedarf es finanzieller Mittel, um zu leben. Menschen, die vorrübergehend mittellos sind, werden immer wieder durch Bekannte aus dem gleichen Milieu mitversorgt. Kinder und Jugendliche haben auf der Straße kaum eine Möglichkeit auf legale Einnahmen, was dazu führt, dass Betteln, Diebstahl und Gelegenheitsprostitution zu ihrem Alltag gehören, wodurch wiederum eine Kriminalisierung stattfindet (vgl. BODENMÜLLER/PIEPEL 2003, S. 24f.).

Sich mit der Polizei zu konfrontieren, um ihr doch zu entkommen, birgt einen gewissen Reiz, der sich allerdings negativ aufschaukelt, da diese sanktionierenden Instanzen die Straßenkinder nur über ihre Defizite definieren, sich an ihrem Alltag und ihrer Lebenssituation nichts ändert. So schwindet langfristig gesehen jegliches Vertrauen in staatliche Instanzen und je größer der Druck, das eigene Überleben zu sichern, desto höher ist die Bereitschaft zu delinquentem Verhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die prekäre Thematik obdachloser Jugendlicher in Deutschland ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Problematik ganzheitlich zu beleuchten.

2. Definition Straßenkind: Es wird diskutiert, dass eine einheitliche Definition schwierig ist, wobei der Fokus auf Jugendlichen liegt, die die Straße als ihren Lebensmittelpunkt gewählt haben.

3. Zahlen und Fakten: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass statistische Daten über Straßenkinder lediglich auf Schätzungen basieren, da eine exakte Erfassung aufgrund der Lebensweise kaum möglich ist.

4. Ursachen: Es werden Push- und Pull-Faktoren analysiert, wobei familiäre Belastungen und sozioökonomische Faktoren als Hauptgründe identifiziert werden.

5. Lebenssituation: Die alltäglichen Bedingungen, wie der Kampf um die Existenz und die Rolle von Drogen, werden detailliert für Straßenkinder und Erwachsene dargestellt.

6. Jugendhilfemaßnahmen: Hier werden unterschiedliche Interventionskonzepte wie Streetwork und das Flex-Fernschulprojekt vorgestellt und deren Grenzen in der Praxis aufgezeigt.

7. Entwicklungsprozesse: Anhand von Fallbeispielen werden die Verläufe von Straßenkarrieren sowie die Möglichkeiten und Voraussetzungen für gelingende Ausstiegsprozesse diskutiert.

8. Reflexion: Eine kritische Zusammenfassung, die betont, dass die Individualität der Betroffenen die Jugendhilfe vor große Herausforderungen stellt und ein Umdenken in der gesellschaftlichen Wahrnehmung erfordert.

Schlüsselwörter

Straßenkinder, Jugendhilfe, Obdachlosigkeit, Streetwork, Sozialpädagogik, Lebenssituation, Armut, Prävention, Ausstiegshilfen, Jugendkriminalität, Soziale Arbeit, Familienverhältnisse, Bildungsabschluss, Resilienz, Beratungsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland auf der Straße leben, und untersucht die Hintergründe sowie die sozialpädagogischen Antwortmöglichkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für den Verlust des Wohnraums, den Lebensbedingungen der Betroffenen im öffentlichen Raum sowie den Herausforderungen der Jugendhilfe bei der Betreuung dieser Zielgruppe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Problematik der "Straßenkinder" zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und Ansätze aufzuzeigen, wie durch angepasste Jugendhilfe und gesellschaftliche Sensibilisierung Lebenswege positiv verändert werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Studien, Berichte von Hilfsorganisationen und fachwissenschaftliche Texte zusammenführt, um ein fundiertes Bild der Situation zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Ursachen (familiär/sozioökonomisch), die Beschreibung des Alltags, die Vorstellung verschiedener Hilfskonzepte und die Untersuchung von Entwicklungsprozessen der Betroffenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "Straßenkinder", "Jugendhilfe", "Prävention" und "Soziale Arbeit" beschreiben.

Inwieweit unterscheiden sich die Hilfen für Jugendliche und Erwachsene?

Jugendliche haben einen rechtlichen Anspruch auf Jugendhilfe nach dem SGB VIII, während für Erwachsene andere Sozialleistungssysteme greifen und sie weitestgehend auf sich allein gestellt sind.

Warum wird das Konzept des "Streetwork" als so wichtig angesehen?

Streetwork ist deshalb zentral, weil es einen niedrigschwelligen und freiwilligen Zugang zu den Jugendlichen ermöglicht, der ohne direkten Veränderungsdruck Vertrauen aufbauen kann.

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Details

Title
Straßenkinder in Deutschland. Lebenssituationen und Hilfsmaßnahmen
Grade
2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
33
Catalog Number
V340330
ISBN (eBook)
9783668327801
ISBN (Book)
9783668327818
Language
German
Tags
Straßenkinder Soziale Arbeit wohnungslos Kinder Jugendliche Jugendhilfe Sozialpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Straßenkinder in Deutschland. Lebenssituationen und Hilfsmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340330
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