Die vorliegende Arbeit soll im Rahmen des Seminars "Inklusion – zwischen Schulentwicklung und Menschenrechtsbildung" eine Auseinandersetzung mit dessen Grundthematik und ein Vergleich zwischen Brasilien und Deutschland in Bezug auf Inklusion sein.
In einem ersten Teil soll die Stellung der Sonderpädagogik im internationalen Kontext abgezeichnet werden und eine Klassifikation der Begrifflichkeiten „Behinderung, Integration und Inklusion“ erfolgen.
Daraufhin werden der Index für Inklusion und die Monitoring-Stelle mit ihren wichtigsten Inhalten vorgestellt und gezeigt, welche Bedeutung sie für die schulische Inklusionsentwicklung in Deutschland haben. Abschließen wird dieser Teil mit der Darstellung der aktuellen Lage und der Behandlung der Frage, welche Probleme immer noch vertreten sind.
Im letzten Teil dieser Ausarbeitung sollen die gesellschaftlichen Umstände und Verhältnisse behinderter Menschen in Brasilien aufgezeigt werden. Daran anschließend rückt die Sonderbeschulung und das Thema der Inklusion in Brasilien in den Fokus der vorliegenden Arbeit und es werden sowohl positive Veränderungen als auch bestehend Probleme bei der Umsetzung eines inklusive Schulsystems aufgezeigt werden..
An dieser Stelle soll deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Arbeit an die Gedankenausführungen von Beate Hüttl aus ihrer Dissertation zum Thema Inklusion von Schülerinnen und Schüler im Bildungssystem von Teresina – Piauí – Brasilein angelehnt sind. Ihre Darstellung der Thematik wird in dieser Arbeit aufgegriffen, dargestellt und an einigen Stellen in Zusammenhang mit unserem Seminarinhalten ausgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MENSCHEN UND DER BEGRIFF „BEHINDERUNG“
2a. Was heißt eigentlich „Behinderung“? – Ein vielschichtiger Begriff im internationalen Kontext
2b. Sonderpädagogik in Hinblick auf Kultur und Länder
3. INKLUSION - EIN GRENZENLOSER ANSATZ IN DER PÄDAGOGIK
3a. Inklusion – vom Grundgedanke zur institutionellen Umsetzung in kurzer Übersicht
3b. Schulische Inklusion in der Umsetzung
4. INKLUSION IN DEUTSCHLAND
5. MENSCHEN MIT BEHINDERUNG IN BRASILIEN
6. FAZIT
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit dem Inklusionsbegriff im Kontext von Schulentwicklung und Menschenrechtsbildung auseinander und führt einen vergleichenden Blick zwischen Deutschland und Brasilien durch. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Inklusion sowie deren praktische Umsetzung und die damit verbundenen Herausforderungen in beiden Ländern zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen der Begriffsdefinition von Behinderung und Inklusion
- Die Rolle der Sonderpädagogik im internationalen Kulturvergleich
- Analyse inklusiver Instrumente wie der "Index für Inklusion" und die "Monitoring-Stelle"
- Soziopolitische Analyse der Lebensumstände behinderter Menschen in Brasilien
- Gegenüberstellung des Umsetzungsstandes inklusiver Bildungssysteme in Deutschland und Brasilien
Auszug aus dem Buch
2a. Was heißt eigentlich „Behinderung“? – Ein vielschichtiger Begriff im internationalen Kontext
Der verzweigte Begriff „Behinderung“ wird durch unterschiedliche Faktoren geprägt. Er ist geschichtlich wandelbar und in diesem Sinn ein prozesshaft, dynamischer Begriff. Seine Beeinflussung reicht über die Menschenbilder der einzelnen Kulturgesellschaften, bis hin zu Ausschlussprozessen durch die Perspektive der Mehrheitsgesellschaft von den Randgruppen. Versuchen wir uns eine einheitliche Definition über den Begriff zurechtzulegen, oder betrachten wir die Vielfältigkeit gegebener, so wird schnell klar, dass der Begriff in starker Abhängigkeit zum Kontext steht. Die Pädagogik, die Rechtswissenschaft, aber auch die Medizin verwenden den Begriff nach ihrer Handhabe, aber allesamt als Vereinfachung, um eine bestimmte Gruppe verschiedenartiger Menschen nach einem übergeordneten Kriterium zu konkretisieren.
Die Rechtswissenschaft legt das Kriterium in der Abweichung der körperlichen, geistigen und seelischen Zustände, die im Vergleich zu Mehrheiten in einer Zeitspanne von über sechs Monate abweicht. Die Medizin dagegen legt das Kriterium in der Irreversibilität der Beeinträchtigung in Folge von einer (angeborener) Krankheit und der Aussicht dauerhafter Benachteiligung. Die Pädagogik sieht das Lernen, das soziale Verhalten, das sprachliche Kommunizieren und die psychomotorischen Fähigkeiten in Beeinträchtigung als Kriterium für eine sogenannte Behinderung. Generell liegt das Verständnis von Behinderung in der Überzeugung, betroffenen Menschen seien nicht selbständig in der Lage, eigenkräftig Barrieren zu überwinden, die Persönlichkeits-, Lebens-, und Berufsentwicklung zu widerlaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, definiert das Ziel des deutsch-brasilianischen Vergleichs und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die theoretischen Anlehnungen.
2. MENSCHEN UND DER BEGRIFF „BEHINDERUNG“: Dieses Kapitel untersucht die Vielschichtigkeit und Kontextabhängigkeit des Begriffs „Behinderung“ aus pädagogischer, rechtlicher und medizinischer Sicht sowie im internationalen Kulturvergleich.
3. INKLUSION - EIN GRENZENLOSER ANSATZ IN DER PÄDAGOGIK: Es wird das theoretische Fundament der Inklusion dargelegt, inklusive der Abgrenzung zur Integration und der Bedeutung von Empowerment sowie der schulischen Umsetzung.
4. INKLUSION IN DEUTSCHLAND: Der Fokus liegt hier auf den praktischen Hilfsmitteln zur Inklusion wie dem „Index für Inklusion“ und der Kontrollinstanz der „Monitoring-Stelle“ sowie der Analyse der aktuellen, noch unzureichenden Situation.
5. MENSCHEN MIT BEHINDERUNG IN BRASILIEN: Dieses Kapitel analysiert die gesellschaftliche Stigmatisierung, die Armutsproblematik und die Entwicklung des brasilianischen Sonderbeschulungssystems.
6. FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, stellt die Herausforderungen in Deutschland und Brasilien gegenüber und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Fortschritte in Richtung Inklusion.
Schlüsselwörter
Inklusion, Behinderung, Sonderpädagogik, Index für Inklusion, Monitoring-Stelle, Bildungsungleichheit, Brasilien, Deutschland, Schulentwicklung, Menschenrechte, Empowerment, Barrierefreiheit, Normalisierungsprinzip, Teilhabe, Sonderbeschulung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Inklusion als pädagogisches Ziel im Spannungsfeld zwischen Schulentwicklung und Menschenrechtsbildung, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich zwischen Deutschland und Brasilien liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert auf die Begriffsdefinition von Behinderung, die theoretischen Grundlagen der Inklusion, die praktische Analyse von Inklusionsinstrumenten in Deutschland sowie die soziokulturellen Herausforderungen in Brasilien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Inklusion theoretisch und praktisch gestaltet, wo die Hindernisse bei der Umsetzung in beiden Ländern liegen und welche Bedeutung der soziale Kontext für die Teilhabe hat.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, die Analyse von Dokumenten wie dem „Index für Inklusion“ und Stellungnahmen der „Monitoring-Stelle“ sowie eine vergleichende Betrachtung soziopolitischer Umstände.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Theorie der Inklusion, eine detaillierte Ausarbeitung der deutschen Inklusionsinstrumente und eine Analyse der spezifischen Situation behinderter Menschen in Brasilien.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, Bildungsungleichheit, Sonderpädagogik, Menschenrechte und den interkulturellen Vergleich geprägt.
Wie unterscheidet sich die Situation der Inklusion zwischen Deutschland und Brasilien laut der Arbeit?
Während in Deutschland theoretische Instrumente wie der „Index für Inklusion“ vorhanden sind, die jedoch oft nur langsam in der Praxis ankommen, ist die Situation in Brasilien stark durch soziale Ungleichheit, Armut und eine historisch gewachsene, schwierige Stellung der Sonderbeschulung geprägt.
Welche Rolle spielt der „Index für Inklusion“ in der Arbeit?
Der Index wird als zentrales Praxismaterial vorgestellt, das Schulen keine festen Vorgaben macht, sondern als systematischer Ideen- und Konzepte-Fundus dient, um Inklusion schrittweise im Schulalltag zu verankern.
Warum wird im Dokument die „Monitoring-Stelle“ thematisiert?
Die „Monitoring-Stelle“ wird als Kontrollinstanz betrachtet, die sicherstellen soll, dass die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland umgesetzt wird und die durch die Errechnung von „Exklusions-Quoten“ kritische Daten zur tatsächlichen Teilhabesituation liefert.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit in Bezug auf Brasilien?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Brasilien zwar vor immensen Aufgaben steht, die eng mit Armut und sozialer Ungleichheit verknüpft sind, das Land sich jedoch auf einem positiven Entwicklungsweg befindet.
- Quote paper
- Ilka Vorstmann (Author), 2012, Inklusion. Grundgedanken und ein deutsch-brasilianischer Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340387