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Das Geleit Martin Luthers nach Worms 1521 und die (soziale) Konstituierung des Raumes

Titel: Das Geleit Martin Luthers nach Worms 1521 und die (soziale) Konstituierung des Raumes

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Hans Junius (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als Martin Luther 1521 zu seinem legendären Auftritt zum Wormser Reichtstag reiste, wurde ihm dies mit einem kaiserlichen Geleit ermöglicht. Die Hausarbeit fragt unter Rückgriff auf aktuelle Theorien der Raumsoziolgie, inwiefern ein solches Geleit den Reise-Raum Luthers prägte.

Um den eigentlichen Untersuchungsgegenstand zu konkretisieren, scheint in diesem Zusammenhang zunächst eine knappe Einordnung des Geleits Martin Luthers zum Wormser Reichstag in den biographischen sowie den (rechts-)geschichtlichen Kontext nötig, ehe im eigentlichen Hauptteil die einschlägigen Quellen auf besagte Fragestellungen hin untersucht werden.

Wie bereits angedeutet, bietet sich dabei der Rückgriff auf theoretische Konzepte aus der Soziologie und Sozialgeographie an, mit deren Hilfe sich Termini wie „Macht“ oder „Raum“ eventuell besser fassen lassen. Auf der anderen Seite können diese Theorien möglicherweise anhand des vorliegenden konkreten Beispiels diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Geleit Martin Luthers im biographischen und (rechts-)historischen Kontext

3. Das Geleit Luthers und die (soziale) Konstituierung des Raumes

3.1. Das Geleit als Schlüssel zum Raum

3.2. Die Reise unter Geleit als „Triumphzug“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern das Geleit Martin Luthers zum Wormser Reichstag 1521 nicht nur als bloße Schutzmaßnahme fungierte, sondern als raumkonstituierende Praxis betrachtet werden kann, die im Kontext des sogenannten "spatial turn" Machtverhältnisse zwischen Kaiser, Ständen und dem Reformator neu strukturierte.

  • Die Analyse des Geleits als "Schlüssel zum Raum" und raumöffnendes Instrument.
  • Die Untersuchung der machtpolitischen und (raum-)soziologischen Dimensionen der Reise.
  • Die Bedeutung von Symbolen und Praktiken der Reisebegleitung (insb. durch den Reichsherold Kaspar Sturm).
  • Das Spannungsfeld zwischen kaiserlichem Geleitversprechen und politischer Bedrohungslage.
  • Die Wahrnehmung der Reise durch Zeitgenossen und die Deutung als "Triumphzug".

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Geleit als Schlüssel zum Raum

Mitte April 1521 gab es für den päpstlichen Nuntius Hieronymus Aleander wenig Grund für Optimismus: Trotz mehrfacher Verhinderungsversuche stand die Ankunft Luthers auf dem Wormser Reichstag kurz bevor; überdies war dessen Reise angeblich zu einem „Triumphzug“ für Luther geworden. Dennoch hoffte Aleander, zumindest die Rahmenbedingungen für das anstehende Verhör in seinem Sinne beeinflussen zu können: „Wir haben den Kaiser gebeten, die mit Luther anlangenden Doktoren, die als seine Anhänger und Mitschuldigen in Bann und Interdikt gefallen sind und keine Geleitsbriefe besitzen, nicht in die Stadt zu lassen [...]“.

Auch wenn diese Einlassverweigerung – trotz anfänglicher kaiserlicher Zustimmung – schlussendlich nicht umgesetzt wurde und die Aleander'sche Einschätzung, dass es „so [...] kommen“ werde wie gewünscht möglicherweise als beruhigende Floskel in Richtung des Adressaten betrachtet werden muss, zeigt sich in der immerhin glaubhaften Frage an den Kaiser, dass die Vorstellung räumlicher Exklusion durch ein fehlendes Geleit im behandelten Zeitraum keineswegs weit hergeholt erschien.

Vor diesem Hintergrund lässt sich das Geleit vor der – eigentlich primär auf bauliche Maßnahmen bezogenen – Aussage lesen, die Benno Reutlinger und Christian Werlen in ihrem Aufsatz „Sozialgeographie“ formulieren: „Raumgestaltende Handlungen haben weitreichende Folgen, sie 'zementieren' die sozialen Verhältnisse und schaffen 'materialisierte' Handlungsbedingungen für die übrigen Gesellschaftsmitglieder. Die Verfügungsmacht über öffentliche Räume erlaubt, der gebauten Mitwelt bestimmte Funktionen und Nutzungsformen zu verleihen und damit Zutritt und Ausschluss vorzustrukturieren. So entstehen soziale Hierarchisierungen bezüglich Bewegungsfreiheit und Aufenthaltsdauer, An- und Abwesenheit.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese führt in die Thematik ein, bettet Luthers Reise unter Geleit in den historischen Kontext des "spatial turn" ein und definiert die zentralen Forschungsfragen zur sozialen Konstituierung des Raumes.

2. Das Geleit Martin Luthers im biographischen und (rechts-)historischen Kontext: Das Kapitel erläutert die biographischen Grundlagen sowie die komplexen machtpolitischen Aushandlungsprozesse um das kaiserliche Geleitschreiben und die Vorladung.

3. Das Geleit Luthers und die (soziale) Konstituierung des Raumes: Dieser Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Raum und Macht, untersucht das Geleit als raumöffnenden "Schlüssel" und beleuchtet die Rolle der Reise als symbolträchtigen "Triumphzug".

4. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zum Wechselspiel von Macht über Raum und Menschen zusammen und reflektiert die Offenheit der Untersuchung für weitere raumtheoretische Perspektiven.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Wormser Reichstag, Geleit, Raumtheorie, spatial turn, Macht, soziale Konstituierung des Raumes, Triumphzug, Kaspar Sturm, Raumwahrnehmung, Reformation, Kaiser Karl V., Machtgefüge, Geleitbrief, Sozialgeographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Reise Martin Luthers zum Wormser Reichstag 1521 unter dem Aspekt des Geleits als machtpolitisches und raumkonstituierendes Instrument.

Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?

Zentrale Felder sind die rechtshistorische Einordnung des Geleits, die soziologische Raumanalyse (Spacing/Syntheseleistung) und die Machtsymbolik der Reisebegleitung durch einen Reichsherold.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Geleit als raumöffnendes Element diente und wie Macht über den Raum durch Akteure wie den Kaiser und die Stände sowie durch die Bevölkerung ausgeübt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf einen kulturwissenschaftlich-soziologischen Ansatz, insbesondere unter Rückgriff auf die Raumsoziologie von Martina Löw und das Machtverständnis von Michel Foucault.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition von Raum und Macht, die Rolle des Geleits bei der Streckenwahl sowie die Symbolik der Begleitung durch Kaspar Sturm als "Triumphzug".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Begriffe sind "Geleit", "Raumkonstituierung", "spatial turn", "Macht", "Triumphzug" und "Reformation".

Warum wird der "spatial turn" zur Analyse herangezogen?

Der Ansatz ermöglicht es, die Reise nicht nur als geografische Bewegung zu begreifen, sondern als Prozess der sozialen Konstruktion, in dem das Geleit als regulierendes Moment wirkt.

Welche Rolle spielt die Person Kaspar Sturm?

Sturm als ranghöchster Reichsherold repräsentierte das kaiserliche Amt und verlieh durch seine Präsenz und Symbole der Reise ihren offiziellen, raumprägenden Charakter.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Geleit Martin Luthers nach Worms 1521 und die (soziale) Konstituierung des Raumes
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Hans Junius (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
31
Katalognummer
V340394
ISBN (eBook)
9783668300118
ISBN (Buch)
9783668300125
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Martin Luther Reformation 16. Jahrhundert Frühe Neuzeit Raumsoziologie Raum Wormser Reichtstag Reise Geschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hans Junius (Autor:in), 2012, Das Geleit Martin Luthers nach Worms 1521 und die (soziale) Konstituierung des Raumes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340394
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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