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Zu Niklas Luhmanns Konzept symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien

Title: Zu Niklas Luhmanns Konzept symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Andreas Reichard (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Niklas Luhmann geht in seiner Systemtheorie von einem die Elemente des Sozialen produzierenden Kommunikationsprozess aus, wobei er auf funktionsspezifische Einrichtungen der Gesellschaft zurückgreift, welche Kommunikation hinsichtlich ihrer Erwartungen erfolgreicher und wahrscheinlicher machen (sollen): nämlich "Medien". Er unterscheidet hierzu in Medium Sprache, Verbreitungsmedien und symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien. Letztgenannte nehmen zudem einen immensen Stellenwert in Luhmanns Theoriearchitektur ein. Die vorliegende Ausarbeitung richtet ihr Augenmerk dementsprechend auf das Konzept symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien: Was sind symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien und wie funktionieren sie? Es soll folglich gelingen, die Theorie symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien verständlich darzustellen. Jedoch lässt sich Luhmanns Konzept dieser speziellen Medien auch kritisch hinterfragen. Demnach sollen mögliche Ansätze zur Überprüfung des Luhmann’schen Konzepts symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien vorgeschlagen und ansatzweise ausgeführt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medientheorie

2.1 Ursprünge

2.2 Luhmanns Unwahrscheinlichkeitsthese

3. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

3.1 „Wie und warum“ eine Theorie symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien?

3.2 Zur Funktionsweise symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien

3.3 Zum Stellenwert symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien in Luhmanns Systemtheorie

4. Diskussion

4.1 Geld als einziges „sinnvolles“ symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium?

4.2 Geld im Handlungssystem

5. Exkurs: Was versteht Luhmann eigentlich unter dem Begriff „Medium“?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch Niklas Luhmanns Konzept der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien und deren Funktion innerhalb seiner Systemtheorie. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen, die Funktionsweise sowie die Plausibilität der Kategorisierung dieser Medien zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit diese tatsächlich als Steuerungselemente sozialer Systeme fungieren.

  • Grundlagen der Luhmannschen Systemtheorie und Kommunikation
  • Funktionsweise und binäre Codierung symbolisch generalisierter Medien
  • Kritische Überprüfung der Systematik und Definition der Medien
  • Vergleich der Medien hinsichtlich ihrer empirischen Reichweite
  • Geld als exemplarisches Medium innerhalb von Handlungssystemen

Auszug aus dem Buch

3.2 Zur Funktionsweise symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien

Wie im vorhergehenden Kapitel herausgestellt übernehmen die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien für jeweilige gesellschaftliche Subsysteme die Förderung des Kommunikationsablaufes. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Kommunikationserfolges und fördern oder sichern sogar Anschlussselektion: „Als symbolisch generalisiert wollen wir Medien bezeichnen, die Generalisierungen verwenden, um den Zusammenhang von Selektion und Motivation zu symbolisieren, das heißt: als Einheit darzustellen“ (Luhmann 1984, S. 222). Aufgrund dieser vermochten Leistung von symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien kann man von einer Synthese der Vorteile mündlicher Sprache und Schrift (also schriftlicher Sprache) sprechen – nämlich Verstehen und Erreichen – mit der Fähigkeit zur Motivation zu einer Anschlusskommunikation und somit dem kommunikativen Erfolg. Wie kommt es aber zu dieser „Fähigkeit“ solcher Medien? In welcher Weise erfolgt eine Motivation?

Unter der Motivation zur Annahme einer Selektion und somit Anknüpfung an die Kommunikation darf man sich keine intrinsische Motivation der Akteure, das heißt der psychischen Systeme vorstellen – die komplexen psychischen Vorgänge innerhalb der Kommunikationspartner können gar nicht erfasst werden: „Die Begriffe Annahme und Motivation werden jedoch ohne Bezug auf das psychische System benutzt. Die Annahme bedeutet keine innere Zustimmung und die Motivation keinen psychischen Zustand [...]“ (Baraldi 1997). Es handelt sich eher um eine extrinsische Motivation, eine Motivation die nur innerhalb der Kommunikation als eigenständiges System – also im Kommunikationssystem – eine „Reaktion“ hervorrufen kann (und muss, um der Kommunikation Erfolg zu verschaffen) und somit eine Annahme gewährleistet. „Annahme“ der Kommunikation kann man als Fortführung einer Kommunikation deuten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt Luhmanns Umstellung von Handlung auf Kommunikation als Letztelement sozialer Systeme dar und leitet die Relevanz symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien für die Lösung der Unwahrscheinlichkeit von Kommunikation her.

2. Medientheorie: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Medientheorie, insbesondere die Abgrenzung von Parsons Konzept, und expliziert Luhmanns Unwahrscheinlichkeitsthese der Kommunikation.

3. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien: Hier werden Zweck, Funktionsweise (insb. binäre Codierung) und die Bedeutung dieser Medien als Stützen der teilsystemischen Autopoiesis innerhalb der Systemtheorie detailliert untersucht.

4. Diskussion: Dieser Teil setzt sich kritisch mit Luhmanns Liste der Medien auseinander, hinterfragt die Willkürlichkeit der Zuordnungen und thematisiert das Geld als einziges Medium, das eine eindeutige Ressourcenfunktion in Handlungssystemen erfüllt.

5. Exkurs: Was versteht Luhmann eigentlich unter dem Begriff „Medium“?: Ein kurzer Exkurs, der Luhmanns Differenzierung von Medium und Form beleuchtet, jedoch auf die mangelnde Konsistenz der Medienexistenz innerhalb der Soziologie hinweist.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass trotz der theoretischen Unverzichtbarkeit der Medien ein einheitliches, allgemein anerkanntes Medienkonzept innerhalb der Soziologie weiterhin fehlt und Luhmanns Konzept konzeptionelle Mängel aufweist.

Schlüsselwörter

Luhmann, Systemtheorie, Kommunikation, Kommunikationsmedien, Anschlussselektion, Autopoiesis, binäre Codes, Handlungssystem, Geld, Funktionssysteme, symbolische Generalisierung, Kontingenz, Macht, Wahrheit, soziale Systeme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch Luhmanns Medientheorie, speziell die Rolle der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien als Steuerungselemente innerhalb seiner soziologischen Systemtheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die autopoietische Selbsterhaltung sozialer Systeme, die Überwindung von Unwahrscheinlichkeiten der Kommunikation durch Medien und der Vergleich verschiedener Medien hinsichtlich ihrer Symbolkraft und Wirksamkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel besteht darin, Luhmanns Medienkonzept auf seine theoretische Schlüssigkeit hin zu überprüfen und zu klären, ob seine Klassifizierung der Medien eine logische und konsistente Basis aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretisch-analytischen Lektüre und dem Vergleich zentraler Werke Luhmanns sowie ergänzender systemtheoretischer Literatur, um Widersprüche in der Medienkategorisierung aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Medienfunktion, eine kritische Diskussion der einzelnen Medien (wie Geld, Macht, Wahrheit) und einen handlungstheoretischen Vergleich, der besonders das Geld als materielles Medium hervorhebt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Systemtheorie, Kommunikation, symbolisch generalisierte Medien, binäre Codes und Autopoiesis beschreiben.

Warum hinterfragt der Autor speziell die Rolle des Geldes?

Der Autor hinterfragt das Geld, da es im Vergleich zu anderen Medien wie "Liebe" oder "Kunst" eine eindeutige materielle Symbolik und eine klare Ressourcenfunktion aufweist, was die Frage aufwirft, ob die anderen genannten Medien lediglich "Situationsrahmungen" sind.

Zu welchem Ergebnis kommt die kritische Analyse am Ende?

Das Fazit stellt fest, dass Luhmanns Konzept zwar für die Systemtheorie unerlässlich ist, jedoch deutliche Mängel in der Konsistenz aufweist und der Nachweis fehlt, dass alle von Luhmann genannten Medien gleichermaßen als "Medien" im strengen Sinne gelten können.

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Details

Title
Zu Niklas Luhmanns Konzept symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien
College
University of Mannheim
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
M.A. Andreas Reichard (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V34042
ISBN (eBook)
9783638343688
ISBN (Book)
9783638652568
Language
German
Tags
Niklas Luhmanns Konzept Kommunikationsmedien Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Andreas Reichard (Author), 2002, Zu Niklas Luhmanns Konzept symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34042
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