Mediation und Ethik. Was ist das Gute an Mediation und an welcher Haltung des Mediator zeigt es sich?


Hausarbeit, 2016
39 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung

1. Ausgangspunkt

2. Ziel und Gang der Untersuchung
a) Ziel
b) Gang

3. Grundbegriffe
a) Ethik und Moral
b) Das Gute
aa) Zur Definierbarkeit
bb) Orientierungs- und Haltepunkte für das Gute
cc) ausgewählte umschreibende Annäherungen an das Gute
dd) Zum Vorwurf des Relativismus (und kurz zum absolut Guten)

c) Mediation

d) Haltung als Quelle der Handlung

Zwischenergebnis 1

4. Inwieweit ist Mediation in Prozess und Ergebnis für sich genommen bereits ethisch gut?

Zwischenergebnis 2

5. Die Haltung des Mediators und das Gute
a) Die klassische Haltung des Mediators
b) Welcher Rahmen fördert das Gute?
c) Welche grundsätzlichen Haltungen fördern diesen Rahmen und das Gute?
d) Klientenzentrierung, Allparteilichkeit und das Gute
e) Welches weitere Gute zeigt sich an der Haltung der klientenzentrierten Allparteilichkeit?
aa) Gutes im Prozess
bb) Gutes im Ergebnis

Zwischenergebnis 3

6. Gesamtergebnis und Resumée

Theodor Fontane

Literaturverzeichnis:

1. Ausgangspunkt

Dort, wo überkommene Lebensweisen und Institutionen ihre selbstverständliche Geltung verlieren, findet sich die Ethik und sucht allgemeingültige Aussagen über das Gute und gerechtes Handeln1. In Dilemmata2 und Konflikten wird das, was sonst wie selbstverständlich gilt, in besonderer Weise herausgefordert und geprüft: Ethik und Grenzen eines Menschen zeigen sich im Konflikt3. Umgekehrt ist jede ethische Fehlform immer auch konfliktträchtig4. Das klassische Mittel der Wahl zur kompetenten Konfliktbearbeitung und -lösung ist die Mediation. Am Anfang dieser Untersuchung steht daher die Frage „ Was ist das Gute an Mediation...? “ Was macht die Praxis der Mediation ethisch wert- und gehaltvoll, worin zeigt sich das Gute dort konkret? Der Haltung des Mediators5 wird in der Mediation eine zentrale Bedeutung zugesprochen - teilweise sogar die Mediation zur Gänze als „Haltung“ aufgefasst6. Die Haltung des Mediators begleitet die Medianten durch den gesamten Prozess hindurch bis zur Lösung. Sie ist damit die „Mutter“ aller wesentlichen Anknüpfungspunkte für das Gute und dessen Wirkrichtungen in der Mediation. Die eingangs formulierte Frage ist daher als Zuspitzung vertiefend und präzisierend zu ergänzen: „ ... und an welcher Haltung des Mediators zeigt es sich in Prozess und Ergebnis? “

2. Ziel und Gang der Untersuchung

a) Ziel

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einige der wechselseitigen Zusammenhänge zwischen Ethik und Mediation unter besonderer Berücksichtigung der Haltung des Mediators herauszuarbeiten. Entlang der eingangs aufgeworfenen Frage soll untersucht werden, ob der mediative Prozess für sich genommen bereits im ethischen Sinne gut ist und wie Prozess und Ergebnis der Mediation durch den Mediator über seine Haltung so „gut“ und „richtig“ wie möglich gestaltet werden kann.

b) Gang

Um mit dem Leser denkend, fühlend und miteinander wandelnd in dialogischen7 Kontakt - vielleicht sogar ins Gespräch8 - zu kommen erscheint es geboten, zunächst ein einheitliches Verständnis im Sinne einer gemeinsamen Sprachregelung zu entwickeln. Daher werden vorab einige der zentralen Begrifflichkeiten im grundsätzlichen Ansatz erläutert. In diesem Kontext erfährt der Begriff des Guten eine umfänglichere Würdigung. Auf diesem Fundament wird anschließend in einem zweiten Schritt die Frage erörtert, inwieweit mediative Prozesse an sich und für sich genommen bereits ethisch gut sind. Der daran anknüpfende dritte Schritt beleuchtet die Haltung des Mediators im Licht des Guten unter verschiedenen Aspekten. Die klassische Haltung der Allparteilichkeit und andere grundsätzliche Haltungen werden hier auf das Gute bezogen und hinsichtlich ihrer Fähigkeit, dieses zu fördern, untersucht. Im vierten und letzten Schritt mündet die Darstellung in ein durch die vorausgegangenen Erörterungen gebahntes Ergebnis mit abschließendem kurzen Resumée.

3. Grundbegriffe

a) Ethik und Moral

Die philosophische Ethik hat Ihren Ausgangspunkt in der Moral9 und der Begriff der Ethik wird in der Abgrenzung zur Moral geschärft. Moral bezeichnet die konkreten Verhaltensregeln, die unter Menschen gelten: Normen, Gesetze, Verhaltensvorschriften „wie man warum was macht“. Der Philosoph Dietmar Hübner versteht unter Moral in ihrer modernen Bedeutung ein „Normensystem, dessen Gegenstand menschliches Verhalten ist und das einen Anspruch auf unbedingte Gültigkeit erhebt.“10 Die jeweils geltende Moral definiert also, was moralisch erlaubt oder moralisch verboten ist. Demgegenüber ist Ethik das Nachdenken, Analysieren und Philosophieren über Moral; beispielsweise über die Begründung der Moral oder den Vergleich verschiedener moralischer Systeme. Ethik ist damit die philosophische Wissenschaft vom moralischen und sittlichen Handeln11 (Ethik als Moralphilosophie). Ethik erforscht als „Moralwissenschaft“ also die Grundstrukturen der Moral und will verstehen, warum eine bestimmte Verhaltensweise vernünftig und angebracht ist. Es geht der Ethik um Bewertung und Reflexion von Moral: Warum ist etwas gut oder schlecht? Die Frage: „Soll ich das oder dies tun?“ wäre demgegenüber keine ethische, sondern eine moralische Frage12. Modern gesprochen kann man Ethik fassen als „Wissenschaft von der Moral, d. h. diejenige Fachdisziplin, die sich damit befasst, welche Moralen es gibt (deskriptive Ethik), welche Begründungen sich für sie angeben lassen (normative Ethik) und welcher Logik ihre Begriffe, Aussagen und Argumentationen folgen bzw. welchen grundsätzlicher Status diese haben (Methaetik).“13

b) Das Gute

Der Begriff des Guten ist ein, wenn nicht gar der zentrale Begriff der philosophischen normativen Ethik. Diese sucht nach vernünftig ausweisbaren Kriterien für Moralität (oder moralische Richtigkeit) unseres Handelns, seiner Regeln, Maximen und Normen. Das, was das moralisch Richtige bezeichnet, artikuliert in der philosophischen Ethik seit jeher der Begriff des Guten14. Zugleich wird der Begriff des Guten auch innerhalb der Methaethik, die im Wege der theoretischen Reflexion „über“ Ethik nachdenkt und damit das begriffliche Instrumentarium der Ethik selbst zum Thema hat, verortet15. Es überrascht vor diesem Hintergrund nicht allzu sehr, dass die Bedeutung des Begriffes alles andere als eindeutig bestimmt ist16.

aa) Zur Definierbarkeit

Der als Begründer der Methaethik geltende Moralphilosoph Edward Moore beginnt in seinem Hauptwerk „Principia Ethica“ die Untersuchung mit einer Bedeutungsanalyse des Begriffes „gut“. Er analysiert alle Verwendungsweisen von „gut“ und kommt zu dem Ergebnis, dass der Begriff überhaupt nicht definierbar sei, da sein Verständnis immer schon vorausgesetzt werde17. Dies erscheint prima facie einleuchtend und konsequent. Es liegt ja gerade im Wesen der Metaethik begründet, das sich auch in der Umgangssprache zeigende Wissen um das Moralische bereits vorauszusetzen.18 Insoweit handelte es sich bei sämtlichen Definitionsversuchen um einen den Gesetzen der Logik widersprechenden Fehlschluss vom Sein aufs Sollen (sog. „Sein-Sollen- Fehlschluss“ nach Hume bzw. „naturalistischer Fehlschluss“ nach Moore19 ). Denn Regeln und Sätze des Sollens sind von Aussagen über das Sein grundsätzlich unabhängig. Andernfalls wäre die Differenz zwischen empirisch zutreffend, also „wahr“ (Ebene des Sein), und moralisch richtig, also „gut“ (Ebene des Sollens) eingeebnet20. Dennoch wird m. E. eine derartige Herleitung in ihrer Konsequenz der hohen Bedeutung des Begriffes „gut“, insbesondere für die Praxis der normativen Ethik in ihren unterschiedlichen Handlungswelten, nicht in angemessener Weise gerecht. Denn einerseits liegt sie (die Begründung) bereits im Wesen der Methaethik vorgelagert verankert und eingewurzelt. Und andererseits ist - bei aller Getrenntheit vom Sein - auch das Sollen Sache der Vernunft und damit eine Angelegenheit rationalen Überlegens und Argumentierens. Auch Normen sind bei aller Unabhängigkeit von Fakten wahrheitsfähig, d. h. sie sind jenseits empirischer oder logischer Begründungen dennoch Träger objektiver Richtigkeit oder Falschheit21. Es ist daher folgerichtig, dass die überwiegende Mehrzahl der wichtigen ethischen Konzepte und Theorien von der Erkennbarkeit des Guten ausgehen (Kognitivismus), sich insoweit auf Rationalität berufen und ihre Aussagen und Normen mit Argumenten begründen22.

Gestützt wird diese Position zusätzlich durch Folgendes: Die am Beispiel des logischen Fehlschlusses zuvor kurz angerissene methaethische Diskussion und ebenso weitere zeitgenössische Debatten der Metaethik23 sind für die philosophische (normative) Ethik zwar grundsätzlich von hoher Bedeutung. Schließlich geben sie Auskunft darüber, ob und inwiefern eine ethische Theorie schlüssig ist und philosophisch begründet werden kann. Um ihren Stellenwert umfassend zu würdigen ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Methaethik als theoretisch argumentierende philosophische Disziplin selbst keine inhaltlichen Aussagen über die moralische Qualität von Handlungen trifft. Deren Analyse unter dem Gesichtspunkt eines „moral point of view“ ist ja gerade originäre Aufgabe der philosophischen Ethik als einer praktischen Theorie. So lautet denn auch die Gegenfrage seitens der Vertreter der Ethik, ob denn die Methaethik ihrerseits überhaupt in der Lage ist, den Versuch der Ethik angemessen zu würdigen, die Moralität der menschlichen Handlungen zu prüfen und zu kritisieren. Denn hierzu bedürfe es der Einnahme eines praktischen moralischen Standpunktes und damit der Einnahme einer Teilnehmer- oder Akteursperspektive. Genau dies entspricht aber nicht dem Selbstverständnis und Programm der meisten Vertreter der Metaethik24. Nach alledem überzeugt in Summe das Gewicht derjenigen Argumente, die von einer Bestimmbarkeit des Guten ausgehen. Andernfalls drohte der normativen Ethik die Grundlage verloren zu gehen. Daher kann und sollte auf den Begriff des Guten nicht verzichtet werden.25

bb) Orientierungs- und Haltepunkte für das Gute

Orientierungsmarken für die weiterführende Annäherung an das Gute liefern die wesentlichen Strömungen und maßgeblichen Horizonte ethischen Denkens innerhalb der Moralphilosophie. Für die im aktuellen Diskurs häufig unterrepräsentierten26 metaphysischen Systeme ist die Erkenntnis und Begründung sittlicher Verpflichtungen - und damit des Guten - aufs engste mit der Erkenntnis Gottes verknüpft.27 Für diese Modelle ist Gott der wesentliche Orientierungs- und Haltepunkt für das Gute. Christen sind bereits seit ihren Anfängen mit der im Johannes Evangelium formulierten kritischen ethischen Anfrage konfrontiert: „Was kann aus Nazareth schon Gutes kommen?“ (Johannes 1, 46) In der Bestimmung der Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit und der daraus folgenden theoretisch unlösbaren Gottesfrage verweisen die übrigen Ethiken darauf, dass Moralität allein auf Vernunft beruhe und Gott so zum Gegenstand des Glaubens wird. Im Kern lassen sich diese letztgenannten ethischen Theorien zum guten und gerechten Handeln in erster grober orientierender Kategorisierung28 auf drei Grundmodelle zurückführen. Diese Konzepte unterscheiden sich neben ihrer Argumentation vor allem darin, wo der Schwerpunkt des moralischen Handelns liegen soll29.

Die Tugendethik30 setzt beim Handelnden und seiner Motivation an. So steht bei Aristoteles als einem der Hauptvertreter der Tugendethik die charakterliche Beschaffenheit des Handelnden im Mittelpunkt. Erziehung und Charakterbildung (Tugendformung) sind aus seiner Sicht zentral für die Verwirklichung des Guten. Moral kann sich nach diesem Verständnis, dem auch neuere Vertreter (sog. Neoaristotelik) wie z. B. Martha Nussbaum31 folgen, nur als Charakterform wirklich entfalten.

Im Zentrum der deontologischen (Pflichten)Ethik32 steht demgegenüber die Handlung als solche. Die Frage „Was sollen wir tun?“ bringt es auf den Punkt: Deontologen schauen aus einer normativen Perspektive auf das Gute und richten moralisches Handeln an verpflichtenden und gesollten33 Handlungsregeln aus, die für alle Menschen Geltung beanspruchen und insoweit moralische Pflichten herleiten. Für ihren bedeutendsten Vertreter Immanuel Kant wirkt die reine, d. h. von den Sinnesdaten unabhängige, praktische Vernunft über den freien und guten Willen als autonome „Selbstgesetzgebung“, also Gesetzgebung an uns Menschen selbst. Nur wenn wir allein aus Gründen der (praktischen Vernunft) einsicht und der Anerkennung der für uns bestehenden Verpflichtung aus Einsicht handeln, handeln wir moralisch richtig und gut. Kant ergänzt die praktische Vernunft durch die wie ein Kompass fungierende Überprüfungsregel des in unterschiedlichen Fassungen formulierten kategorischen Imperativs. Karl Otto Apel und Jürgen Habermas gelten als Vertreter der sog. Diskursethik. In ihrem ethischen Modell tritt an die Stelle der von Kant vertretenen praktischen Vernunft in einem jeden von uns die sogenannte „öffentliche Vernunft“. Sie versteht sich als diskursiv verfasste und intersubjektiv verfahrende Vernunft von (virtuellen) Teilnehmern einer Gesprächsgemeinschaft von Argumentierenden. Ethische Reflexion geschieht danach nicht mehr ausschließlich innerhalb eines „einsamen“ kantischen Subjekts, sondern wird über den öffentlichen Diskurs intersubjektiv erweitert.34

Für die teleologische Ethik (griechisch „telos“ = Ziel), die Lutz-Bachmann präzisierend als utilitaristischen Konsequentialismus bezeichnet, sind die Folgen (Konsequenzen) einer Handlung maßgeblich für deren Beurteilung. Danach ergibt sich der moralische Wert einer Handlung aus dem Nutzen, den die Handlung stiftet und nicht aus der Absicht, die jemand in seinem Handeln und mit seinem Handeln verfolgt. Die Voraussetzungen oder Einstellungen, die gewissermaßen „in“ den Handelnden selbst liegen, bleiben also unberücksichtigt. Das Grundprinzip lautet: Führe diejenige Handlung aus, durch die eine größtmögliche Summe an Nutzen (englisch „utility“) für alle Betroffenen erreicht wird („the greatest happiness of the greatest number“). Als bedeutsame Vertreter dieser Richtung gelten in unterschiedlich gelagerten Nuancierungen John Stuart Mill, Jeremy Bentham und Henry Sidgwick.

cc) ausgewählte umschreibende Annäherungen an das Gute

Aufbauend auf und korrelierend mit den oben knapp skizzierten ethischen Grundmodellen sind verschiedene Umschreibungsversuche für den Begriff des Guten entwickelt worden. Im Alten und Neuen Testament der Bibel bildet die von Gott auf den Menschen gerichtete Liebe den Kern der Offenbarung und damit des Guten per se. Daraus resultieren die an den Menschen adressierten Gebote der Gottes-, Nächsten-, Feindes- sowie Selbst-Liebe als essentielle Verwirklichungsformen des Guten. Dem Liebeshymnus aus 1. Korinther 13 werden herausragende Wirkungen für die christliche Ethik35 zugeschrieben, da er Geduld und Empathie der Liebenden betont und eine Moral der Verdienstlichkeit skizziert36, die an die Liebe anknüpfend in ihrer Konstitution von gänzlich und fundamental anderer Art ist als diejenige eines ebenfalls verdienstorientierten und derzeit immer mehr in Reinform omnipräsenten Kapitalismus37. Für Aristoteles ist das Gute das, wodurch und worin der Mensch sein Seinsziel erreicht, also ganz er selbst wird38. Das Ziel der moralischen Praxis liegt danach nicht in einem weiteren Zweck, sondern im guten Handeln selbst, im Gelingen dieser Praxis der Selbstverwirklichung des Handelnden. Aristoteles spricht von der „Eupraxia“, dem „guten Handeln“ als dem durch das Handeln des Menschen allein verwirklichten Guten, dem „guten Leben“ (griech.: eu zen) oder dem „geglückten Leben“, der „Eudaimonia“ (griech.: eudaimonia). Das Gute kann nicht anders definiert werden als das Ziel allen Handelns, als der inklusive Zweck aller Handlungszwecke. 39 Durch die Verwirklichung der Tugenden erreicht der tugendhafte Mensch das gute Leben als sein in ihm angelegtes Ziel 40. Immanuel Kant hingegen stellt klar, dass nichts in der Welt und sogar über diese Welt hinaus als „gut“ im moralischen Sinn des Wortes bezeichnet oder auch nur gedacht werden kann „ als allein ein guter Wille. “ Dieser gute Wille zeichne sich dadurch aus, dass er nichts anderes und nichts weiteres will als das, was die praktische Vernunft41 in uns als „zu tun“ oder „zu lassen“ erkennt (hier zeigt sich die normative Lesart). Nach Kant ist der Mensch ein Lebewesen, dass eine „Würde“ besitzt, die sich in seiner „Freiheit“, genauer: in dem „ursprünglichen Recht auf Freiheit“ des Menschen zeigt. Kant formulierte in seinen Formeln des kategorischen Imperativs erstmals in der langen Geschichte der philosophischen Ethik den Gedanken, dass ein Handeln nur dann moralisch „ gut “ ist, wenn es die anderen Menschen als Träger von Würde und Freiheit - das heißt als Subjekte mit angeborenen, ursprünglichen Rechten, also als Subjekte mit Menschenrechten, achtet.42

[...]


1 Ähnlich Höffe (2008), S. 71

2 Dilemmata werden hier als Spezialfall von Konflikten aufgefasst. Popularität genießt z. B. das „Gefangenendilemma“, vgl. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Dilemma . Zur Bewältigung des ethischen Dissens und moralischer Dilemmata vgl. Sellmaier (2008), S. 125 ff, 140 ff.

3 Ergänzend stellt bereits 1976 Heinz-Rolf Lückert im deutschen Vorwort eines von Morton Deutsch 1973 bei Yale University Press erschienenen Buches klar, dass - jenseits der mediativen Praxis - auch die Wissenschaft der Konfliktanalyse und Konfliktregelung auf ethische Grundfragen verwiesen ist.

4 Darauf verweist Hösl (2015), S. 49

5 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird hier der Begriff des Mediators durchgängig in der männlichen Form verwandt. Er ist wertneutral gemeint und umfasst soweit er verwendet wird auch die weibliche sowie auch sämtliche anderen realen geschlechtlichen (Zwischen)Formen im Rahmen der Trans- bzw. Intersexualität.

6 Katharina Kriegel-Schmidt: Interkulturelle Mediation: Plädoyer für ein Perspektiven-reflexives Modell, LIT Verlag Münster, S. 70-72

7 Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die gelesenen Worte beim Leser im Lesen auf eine innere Resonanz treffen und dort ein (antwortendes) Echo auslösen, das ggf. selbst wiederum Formen des inneren Dialoges annehmen kann.

8 Ein offenes Gespräch entwickelte sich über den Wirkmechanismus des hermeneutischen Zirkels, wenn der Text dieser Arbeit dem fragenden Leser in verschiedenen Lese- und LebensSituationen jeweils unterschiedliche Antworten gäbe.

9 Lutz-Bachmann (2013), S. 19

10 Hübner (2014), S. 13

11 Pieper (2003), S. 17, 27

12 Vgl. die Ausführungen des Philosophen Dr. Christian Weilmeier in einem am 29.10.2014 auf dem Internet-Portal „youtube“ veröffentlichen Video: https://www.youtube.com/watch?v=q9QpwpOc-3U

13 Hübner (2014), S. 17 - 23

14 So einleuchtend und klar Lutz-Bachmann (2013), S. 150 f.

15 z. B. König (2013), S. 144 und Gebauer - Kres - Moisel (2002), S. 167

16 Zur schillernden Bedeutungsvielfalt vgl. auch Höffe (2008), S. 127

17 König (2013), S. 144

18 so auch Gebauer - Kres - Moisel (2002), S. 169

19 Dazu beispiellos klar differenzierend und grundlegend Hübner (2014), S. 40 ff.

20 Lutz-Bachmann (2013), S. 33

21 Auf diese Debatte verweist auch Hübner (2014), S. 51

22 Klarstellend König (2013), S. 146

23 Zu den Stichworten Nonkognitivismus (in Form des logischer Positivismus, Emotivismus, Mitleidsethik und Präskriptivismus), Kognitivismus (Naturalismus) sowie (Anti)Realismus vgl. Lutz-Bachmann (2013), S. 29 ff.

24 Lutz-Bachmann (2013), S. 28

25 Lutz-Bachmann (2013), S. 150 unten

26 Die neuzeitliche aktuelle philosophische Ethik versucht ohne metaphysische Prämissen auszukommen und will das sittliche Handeln nicht mehr aus einer Gesamtkonzeption des Seienden heraus verstehen. Ihr Credo gipfelt im Stichwort „ Ethik ohne Metaphysik “ (Günther Patzig, Walter Schulz), vgl. Höffe (2008), S. 208 - 209 zum Stichwort „Methoden der Ethik“.

27 Höffe (2008), S. 118

28 Diese Kategorisierung dient m. E. eher als genereller Anhaltspunkt und lässt sich nicht in sämtlichen Belangen trennscharf konsequent fortführend durchhalten.

29 König (2013), S. 147 f.

30 Dazu z. B. Lutz-Bachmann (2013), S. 54 ff.; Hübner (2014), S. 99ff.; Pieper (2003), S. 275 ff.

31 Nussbaum entwickelte den sog. Capability Approach (Befähigungsansatz) von Amartya Sen auf Basis universell gültiger Grundwerte und -befähigungen weiter. Vgl. vertiefend Riesenkampff (2005), S. 144 ff sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Capability_Approach .

32 Vgl. Pieper (2003), S. 255 ff.; Lutz-Bachmann (2013), S. 76ff.; Hübner (2014), S. 151 ff.

33 Die Adjektive „deontologisch“ und „deontisch“ sind aus dem Griechischen abgeleitet und bezeichnen im Rückgriff auf eine unpersönlich gebrauchte Verbform (griech.: dei; deutsch: man muss, man soll, es ist nötig) etwas Verpflichtendes oder Gesolltes, vgl. Lutz-Bachmann S. 76 f.

34 Lutz-Bachmann (2013), S. 96, 98

35 kritisch zur christlichen Ethik: Höffe (2008), S. 41

36 Höffe (2008), S. 182 („Liebe“) und mit kritischer Würdigung der Debattenlage zur „Supererogation“ S. 328 („Verdienstlichkeit“)

37 Wo und bei wem er sich wohler fühlt, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Neben dem Erkennen bleibt allerdings das Beherzigen der weitaus schwierigere Part...

38 Höffe (2008), S. 127

39 Luth-Bachmann (2013), S. 59 - 60

40 König (2013), S. 152

41 Diese ist für Kant in letzter Instanz das Organ und die Quelle für die Erkenntnis des moralisch Gebotenen.

42 Zum Ganzen Lutz-Bachmann (2013), S. 81 - 87

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Mediation und Ethik. Was ist das Gute an Mediation und an welcher Haltung des Mediator zeigt es sich?
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Fachbereich Sozialwesen)
Veranstaltung
BERATUNG, MEDIATION, COACHING (Ethik und Recht)
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
39
Katalognummer
V340550
ISBN (eBook)
9783668300385
ISBN (Buch)
9783668300392
Dateigröße
948 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediation, Moral
Arbeit zitieren
Thomas Stein (Autor), 2016, Mediation und Ethik. Was ist das Gute an Mediation und an welcher Haltung des Mediator zeigt es sich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340550

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Mediation und Ethik. Was ist das Gute an Mediation und an welcher Haltung des Mediator zeigt es sich?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden