Storytelling im frühen Fremdsprachenunterricht. Auswirkungen auf rezeptive Fertigkeiten und Sprachverständnis


Bachelorarbeit, 2016
42 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abblldungsverzelchnls

1. Einleitung
1.1. Problemstellungund Forschungsfrage
1.2. AufbauundMethodik

2. Theoretische Grundlagen des frühen Fremdsprachenunterrichts
2.1 Erläuterung des Begriffs des frühen Fremdsprachenunterrichts
2.2 Begründungen des frühen Fremdsprachenunterrichts
2.2.1 Gesellschaftlicher Bezugsrahmen
2.2.2 Neurologische Erkenntnisse
2.2.3 Psychologische Erkenntnisse
2.3 Spracherwerbstheorien

3. Narration als Unterrichtsmethode

4. Grundlagen des Storytelling
4.1 RelevanzvonGeschichten
4.2 DieWirkungvonGeschichten
4.3 StrukturvonGeschichten
4.3.1 DerAufbauvonGeschichten
4.3.2 Sprachgebrauch in Geschichten

5. Empirie
5.1 Methodologie
5.1.1 Forschungsdesign
5.1.2 Versuchsplanung
5.1.3 Rahmenbedingungen der Untersuchung
5.2 Empirische Analyse
5.2.1 AuswertungderErgebnisse
5.2.2 Interpretation und Bezugnahme aufTheorie

6. Konklusion

7. Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das implizite und explizite System

Abbildung 2: Die vier Elemente des Storytelling

Abbildung 3: Ergebnisse der Untersuchung

Abbildung4: Unterrichtsplanung

Abbildung 5: Checkliste für eine gute Geschichte

Abbildung 6: Erinnerungsleistung von Bildern und Texten

1. Einleitung

1.1. Problemstellungund Forschungsfrage

Ein neues Feld für Untersuchungen bietet der im Herbst 2014 eingeführte, landesweite Beginn vom Fach Deutsch als Fremdsprache an dänischen Folkeskolen ab der fünften Klasse. Dieser zwei Jahre nach vorn versetzte Beginn der zweiten Fremdsprache stellt sowohl eine Herausforderung für Lehrer als auch für Schülerinnen und Schüler dar, denn Kinder in der fünften oder gar dritten und vierten Klasse unterscheiden sich in ihrer kognitiven Entwicklung stark von denjenigen, welche die siebte Klasse besuchen (Gage & Berliner, 1986, S. 149ff). Welche Unterrichtsinhalte sind also angemessen, mit welcher Methodik soll vermittelt werden?

Storytelling - das Erzählen von Geschichten - gibt es bereits, seit Menschengedenken. Ohne Geschichten kann sich keine Kultur entwickeln und fortbestehen, keine Lebensweisheiten und Erfahrungswerte weitergegeben werden und selbst der Glaube kann nicht ohne Geschichten überleben. Im Alltag erzählen wir ständig Geschichten. Außerdem ist ein junges Gehirn auf Geschichten ausgerichtet, es lernt schneller über Geschichten und behält die Informationen wesentlich länger, wenn sie in eine Story eingebettet sind. Es ist unumstritten, dass Geschichten ein elementarer Bestandteil der Menschheit sind. Das sogenannte Storytelling, das Erzählen von Geschichten, findet überall und jederzeit seine Anwendung. So kann es auch im frühen Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden.

In Fachliteratur, unter anderem in Daryai-Hansen, Gregersen, A., Revier, R., & Spgaard, K. (2015), welche sich mit frühem Fremdsprachenunterricht beschäftigt, findet sich häufig die Idee des Storytelling wieder, jedoch meistens ohne Konkretisierung. Zudem nutzen die meisten Schulen Storytelling nicht in seinem vollen Potenzial für die kognitive Entwicklung der Schüler (Lugossy, 2007, S. 79), sowie deren Hör- und Leseverständnis. Dabei bietet der Gebrauch von Storytelling im frühen Fremdsprachenunterricht laut Mattheoudakis, Dvorakova & Láng (2007) wichtige Vorteile für die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und die Ausformung ihrer Linguistik.

Ziel dieser Ausarbeitung ist es, einen Einblick in die Welt des Storytelling im frühen Fremdsprachenunterricht zu vermitteln und folgendes zu untersuchen:

Wie und warum kann Storytelling dazu beitragen, den Fremdsprachenerwerb im frühen Fremdsprachenunterricht zu unterstützen und welche Auswirkungen hat es auf die rezeptiven Fertigkeiten und das Sprachverständnis der Schülerinnen und Schüler?

Mit Bezug auf die Ziele im dänischen Lehrplan, den Forenklede Fælles Mal nach der fünften Klasse, erfolgt eine Präzisierung auf die rezeptiven Fertigkeiten und das Sprachverständnis der Schülerinnen und Schüler.

1.2. Aufbau und Methodik

Zu Beginn der Ausarbeitung werden theoretische Grundlagen zu frühem Fremdsprachenunterricht, Spracherwerb und Storytelling erläutert und dargestellt. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Begründungen des frühen Fremdsprachenunterrichts. Hierbei handelt es sich um gesellschaftliche Begründungen und um neurologische Begründungen. In diesem Teil wird der Faktor des Alters beim frühen Fremdsprachenlernen beleuchtet. Weiterhin werden psychologische Begründungen betrachtet, u.a. das Stufenmodell nach Piaget. Nachfolgend wird kurz die Spracherwerbstheorie des Interaktionalismus und insbesondere der wichtige Teil des language inputs dieser Theorie aufgezeigt und mit Storytelling in Verbindung gebracht. Als nächstes werden relevante Theorien und Forschungsergebnisse aus dem Gebiet Narration im Klassenzimmer diskutiert. Schließlich wird die Wirkung von Geschichten im menschlichen Gehirn und der Aufbau und Inhalt einer Geschichte erläutert. Zudem wird ausgearbeitet, was eine gute Geschichte ausmacht.

Die aus der Theorie gewonnenen Kenntnisse dienen im weiteren Verlauf der Thesis der Entwicklung eines Experimentes, welches die Auswirkung von Storytelling auf die rezeptiven Fertigkeiten und das Sprachverständnis von Schülerinnen und Schülern (aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Verlauf der Arbeit das Wort Schüler verwendet) im frühen Fremdsprachenunterricht überprüft. Das Experiment wird an einer Schule in Süddänemark durchgeführt. Die Ergebnisse der Forschung werden sodann ausgewertet und illustriert. Schließlich gilt es die Schlüsse zu diskutieren und zu interpretieren. Auch wird hierbei der Faktor Alter beleuchtet. Dabei erfolgt eine Bezugnahme auf die im vorherigen Teil ausgearbeitete Theorie. Zuletzt wird die vorliegende Arbeit konkludiert und ein Ausblick für die Zukunft ausgearbeitet.

2. Theoretische Grundlagen des frühen Fremdsprachenunterrichts

Um die Hintergründe des frühen Beginns vom Fremdsprachenlehren- und lernen in der Schule zu verstehen, soll im Folgenden dargestellt werden, wie sich der generelle Bedarf nach frühem Fremdsprachenunterricht in Verbindung mit der Spracherwerbstheorie des Interaktionalismus zur Unterrichtsmethode Storytelling verhält.

2.1 Erläuterung des Begriffs des frühen Fremdsprachenunterrichts

Im Allgemeinen wird von frühem Fremdsprachenunterricht im Verhältnis zum traditionellen Beginn des Fremdsprachenunterrichts in der fünften Klasse gesprochen. Der Ausdruck des frühen Fremdsprachenunterrichts wird jedoch teilweise verschieden gedeutet und findet im Sprachgebrauch unterschiedlichste Anwendung. Fremdsprachenunterricht unterscheidet sich zudem von Land zu Land und umfasst jegliche Sprachen. Hinzukommend ist das Adjektiv „früh" rein subjektiv und kann für verschiedene Alters- und Klassenstufen stehen. Zum Verständnis soll die Verwendung des Begriffs des frühen Fremdsprachenunterrichts in der vorliegenden Ausarbeitung im Folgenden aufgeklärt werden.

Diese Arbeit behandelt den frühen Beginn vom Fach Deutsch als Fremdsprache in dänischen Folkeskolen. Aus geographischen Gründen findet die erwähnte Untersuchung im südlichen Teil Dänemarks statt, welcher sich dieser Thematik betreffend zusätzlich in gewissem Maße vom Rest des Landes unterscheidet.

Bis zur neuen, 2014 in Kraft getretenen Schulreform, war das Fach Deutsch als Fremdsprache ab der siebten Klasse in ganz Dänemark ein Wahlfach. Die dänischen Folkeskolen waren also verpflichtet, Deutsch (als Alternative Französisch), anzubieten. Hierbei konnten die Schüler allerdings individuell bestimmen, ob sie den Unterricht besuchen wollen oder stattdessen eine Alternative wählen. Im August 2014 fand in Bezug darauf eine zentrale Veränderung statt.

Deutsch, bzw. Französisch ist im ganzen Land obligatorisch geworden. Zudem verschob sich der Beginn von der siebten Klasse auf die fünfte Klasse (Folkeskoleloven, Kapitel 1 §5). In den südlich gelegenen Kommunen beginnt Deutsch als Fremdsprache noch früher. In Apenrade beginnen die Schüler mit dem Fach Deutsch seit August 2015 bereits in der dritten Klasse, in Tondern sogar in der nullten Klasse. Auch Sonderburg zieht nach und verschiebt den Beginn ab August diesen Jahres auf die nullte Klasse.

In Bezug auf den Fremdsprachenunterricht kann allerdings nicht von einer simplen Verlegung des Fremdsprachenlernens gesprochen werden. Unterrichtsmethoden und Prinzipien müssen den veränderten Voraussetzungen entsprechend modifiziert werden. Wie schon erwähnt unterscheiden sich Schüler in dieserAltersspanne stark in ihrer psychologischen Entwicklung. Es ist also von zentraler Bedeutung, einen effektiven, motivierenden und fördernden Deutschunterricht für die jungen Sprachenlerner zu entwickeln. Während bereits ein Lehrplan für den Deutsch als Fremdsprachenunterricht ab der fünften Klasse entwickelt und veröffentlicht wurde, mangelt es noch an einem entsprechenden Pendant für die nullten bis vierten Klassen. Da dieser momentan entwickelt wird, nimmt diese Arbeit bei der Ausarbeitung eines Unterrichtsverlaufes Bezug auf die Ziele nach der fünften Klasse, welche leicht abgeändert werden.

2.2 Begründungendesfrühen Fremdsprachenunterrichts

Wie erschließen sich die Begründungen für einen frühen Beginn vom Fach Deutsch als Fremdsprache aus Sicht von gesellschaftlichen, neurologischen und psychologischen Faktoren? Wann ist die richtige Zeit um eine neue Fremdsprache zu erlernen und warum ist Deutsch so wichtig für die dänischen Schüler? Die theorie- und forschungsbasierten Begründungen sind nicht als einzelne Größen, sondern in Korrelation zueinander zu verstehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Storytelling im frühen Fremdsprachenunterricht. Auswirkungen auf rezeptive Fertigkeiten und Sprachverständnis
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
42
Katalognummer
V340553
ISBN (eBook)
9783668302242
ISBN (Buch)
9783668302259
Dateigröße
565 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Storytelling, früher Fremdsprachenunterricht, Spracherwerb, Kognition, Sprachverständnis
Arbeit zitieren
Melissa Beilecke (Autor), 2016, Storytelling im frühen Fremdsprachenunterricht. Auswirkungen auf rezeptive Fertigkeiten und Sprachverständnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340553

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