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Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR

Title: Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 16 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Jeannina Lilienthal (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Die Entwicklungsfaktoren der Rockmusik in Ost und West unterschieden sich in vielerlei
Hinsicht. In der DDR wurde diese Musik staatlich kontrolliert und nicht mit
marktwirtschaftlichen, sondern mit ideologischen Maßstäben gemessen.
Die staatlich auferlegten Reglementierungen brachten oft eine unvorhersehbare Kreativität in vielen Bereichen des Zusammenlebens hervor. So auch in der Rockmusik. Im Juni 1979 begann mit der ersten Berliner Bluesmesse eine neue Ära in der DDR-Rockgeschichte. In den Berliner Kirchen wurde nicht nur der Blues gespielt, auch zahlreich Punkbands nutzten diese, weitestgehend vor staatlich Zugriff geschützten Orte, um an die Öffentlichkeit zu treten.
In den achtziger Jahren begannen sich Bands zu formieren, deren musikalische Stile von Punk, New Wave, Gitarrenrock bis hin zu experimentellen Varianten zwischen Neuer Musik, Jazz und Rock reichten. Ihre Attitüde hieß Unangepasstheit. Die von dieser Szene umfangreich betriebenen Kassettenproduktionen, die zu informellen Label-Gründungen führten, aber auch zum „Vertrieb“ von verbotenen Produktionen zeigt, dass sich jenseits dessen was in den Medien zentral verwaltet, geplant und produziert wurde, Zirkulationsformen entwickelt hatten, die die fehlende kulturelle Vielfalt ersetzten und politische Dogmatik unterliefen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der Rockmusikkultur in der DDR

3. Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR in den siebziger Jahren

3.1 Zwischen Förderung und Reglement

3.2 Exkurs – Die Rockprofiszene in den siebziger Jahren

4. Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR in den achtziger Jahren

4.1 Rock im rechtsfreien Raum

4.2 Die Bluesmessen

4.3 Die Punk – Konzerte

4.4 Die anderen Bands

4.5 Die Kassettenproduktionen

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Rockmusik in der DDR in den 1970er und 1980er Jahren und analysiert dabei das Spannungsfeld zwischen staatlicher Kulturpolitik, gesellschaftlichem Reglement und dem künstlerischen Streben nach Freiräumen. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit die Rockmusik zur Veränderung der politischen Situation beitrug oder durch diese geformt wurde.

  • Kulturverwaltung und staatliche Reglementierung von Rockmusik
  • Entwicklung und Professionalisierung der Rockszene
  • Die Rolle der Kirchen und alternativer Nischen
  • Subkulturelle Bewegungen wie Punk
  • Alternative Verbreitungswege durch Kassettenproduktionen

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Bluesmessen

Im Juni 1979 begann mit der ersten Berliner Bluesmesse eine neue Ära in der DDR – Rockgeschichte . Die Bluesmessen fanden in Kirchen statt, das hochsensible Verhältnis von Kirche und Staat erreichte mit diesen Veranstaltungen einen Höhepunkt. Zum formalen Ablauf der rund zweistündigen Veranstaltungen zählten Gebete, Meditationen, Sketche, Fürbitte und Predigten durchbrochen von Liedermacher -, Rock – und Blueseinlagen.

Innerhalb kurzer Zeit expandierten die Veranstaltungen, Publikum aus der ganzen DDR wurde angezogen, welche die bis dahin unbekannte Mixtur von aufwühlender Musik und politischer Ketzerei erleben wollten. Der Andrang war so groß, dass einzelne Messen bis zu viermal wiederholt werden mussten. Um den totalen Crash mit dem Staat auszuschließen, nahm die Kirchenspitze jedes einzelne Programm einer Bluesmesse unter die Lupe. Jede Messe widmete sich einem speziellen Thema z.B. „ Alltagstrott – Lernen zu Leben“ oder „Zur Freiheit berufen“. Es wurden Probleme angeschnitten, die das öffentliche Bewusstsein der DDR tabuisierte oder verzerrte: wie z.B. Wehrdienstverweigerung, Suchtgefahren, Glaubensfreiheit. Die staatlichen Behörden waren relativ machtlos, weil die Gottesdienste den Stempel von autarken „innerkirchlichen Veranstaltungen“ trugen und ihr akkurater Verlauf den Hebel radikaler Verbote ausschloss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der DDR-Rockmusik ein und skizziert das Spannungsfeld zwischen staatlicher Kontrolle und jugendlichem Lebensgefühl.

2. Die Entstehung der Rockmusikkultur in der DDR: Das Kapitel erläutert die frühen Konflikte zwischen dem staatlichen Kulturbürokratismus und den aufkommenden Beatgruppen.

3. Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR in den siebziger Jahren: Es wird die Etablierung einer bürokratischen Struktur zur Überwachung der Musikszene sowie die beginnende Differenzierung der Profiszene beschrieben.

3.1 Zwischen Förderung und Reglement: Hierbei geht es um die Ambivalenz der staatlichen Lenkung, die sowohl Förderung als auch Repression beinhaltete.

3.2 Exkurs – Die Rockprofiszene in den siebziger Jahren: Dieses Kapitel widmet sich der perfekt organisierten Profiszene und deren wirtschaftlicher sowie technischer Ausstattung.

4. Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR in den achtziger Jahren: Das Kapitel analysiert den dramatischen Wandel in den 80ern, geprägt durch finanzielle Engpässe und eine wachsende Entfremdung der etablierten Bands vom Publikum.

4.1 Rock im rechtsfreien Raum: Die Untersuchung alternativer Veranstaltungsorte abseits staatlicher Kontrolle steht hier im Fokus.

4.2 Die Bluesmessen: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung der Bluesmessen als geschützten Raum für kulturelle und politische Themen innerhalb der Kirche.

4.3 Die Punk – Konzerte: Hier wird die Rebellion der Punkbewegung gegen gesellschaftliche Konventionen und die staatliche Repression gegen diese Subkultur dargestellt.

4.4 Die anderen Bands: Es werden die neuen, unangepassten Bands der 80er Jahre und deren Versuch der kulturpolitischen Öffnung beschrieben.

4.5 Die Kassettenproduktionen: Das Kapitel beleuchtet den Aufbau einer alternativen Öffentlichkeit durch die Verbreitung von Kassetten jenseits der offiziellen Medien.

5. Schlusswort: Das Fazit fasst den Einfluss der Rockmusik auf die politische Entwicklung der DDR zusammen und beschreibt die Situation nach 1989.

Schlüsselwörter

DDR, Rockmusik, Kulturpolitik, Reglement, Bluesmessen, Punk, Subkultur, Zensur, Amiga, Kassettenproduktionen, Jugendkultur, Widerstand, DDR-Geschichte, Musikszene, Unangepasstheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und Entwicklung der Rockmusik in der Deutschen Demokratischen Republik während der 1970er und 1980er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen das Spannungsfeld zwischen staatlicher Kulturverwaltung, der Rolle der Kirche, subkulturellen Strömungen wie Punk sowie dem Aufbau informeller Verbreitungswege für Musik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie die Rockmusik als Medium den politischen Prozess der DDR beeinflusste und ob ein Wechselspiel zwischen staatlichem Reglement und künstlerischer Gegenbewegung existierte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Dokumente, Fachliteratur und Zeitzeugnissen, um die Entwicklung der Rockszene und der staatlichen Reaktion darauf nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Entwicklung der Rockmusik in den 70er Jahren (einschließlich Exkurs zur Profiszene) und den 80er Jahren (mit Fokus auf Punk, Bluesmessen und Kassettenproduktion).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind DDR-Rockmusik, staatliche Repression, Subkultur, informelle Zirkulationsformen, Bluesmessen und die künstlerische Autarkie der DDR-Bands.

Wie reagierte der Staat auf die Punkbewegung?

Die Punkbewegung wurde von staatlicher Seite als kriminell eingestuft, was zu Überwachung, Hausdurchsuchungen und Verhaftungen durch die Stasi sowie zur erzwungenen Auflösung von Bands führte.

Warum gewannen Kassettenproduktionen an Bedeutung?

Da viele Bands keine offiziellen Veröffentlichungen erhielten oder ihre Musik in den Medien zensiert wurde, boten selbstvertriebene Kassetten eine Möglichkeit, künstlerische Ideen abseits der offiziellen Wege zu verbreiten.

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Details

Title
Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2.3
Author
Jeannina Lilienthal (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V34056
ISBN (eBook)
9783638343794
ISBN (Book)
9783638772266
Language
German
Tags
Entwicklung Rockmusik DDR
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jeannina Lilienthal (Author), 2002, Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34056
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