Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Werte, Regeln und Instrumente der Unternehmenskultur des Hotels Schindlerhof zu analysieren. Dafür wird zunächst der Begriff „Unternehmenskultur“ definiert und verschiedene theoretische Ansatzpunkte erläutert. Anschließend folgt eine Vorstellung des Hotels Schindlerhof und seiner Unternehmenskultur. Diese wird in den Bezug zu den zuvor genannten Theorien und Modellen gestellt. Am Schluss wird aufgezeigt, welche Erfolge Klaus Kobjoll mit seiner Art der Unternehmensführung erreichen konnte.
Spätestens in der Zeit des aktuellen Fachkräftemangels wird vielen Unternehmen bewusst, wie wichtig motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter sind. Eine Form des Personalmarketings ist dabei die Schaffung einer Unternehmenskultur, die ein Muster gemeinsamer Grundeinstellungen und Handlungsanweisungen darstellt und für ein angenehmes Arbeitsklima sorgt.
In der Hotellerie, deren Arbeitgeberimage geprägt ist von einer ungünstigen Input/Output-Relation nach Adam’s Equity-Theory aufgrund von Nacht- und Wochenendarbeit, stark geprägten Hierarchien, geringer Bezahlung und wenig Sozialleistungen, wird allerdings noch wenig für ein angenehmes Arbeitsklima durch eine motivierende Unternehmenskultur getan. Ein weiteres Problem beim Werben um Mitarbeiter insbesondere in der Hotellerie als klassisches Ausbildungsgewerbe ist der demografische Wandel, der für einen Rückgang an Auszubildenden sorgt. Die insgesamt geringen Gewinnmargen der Branche setzen finanziellen Anreizsystemen enge Grenzen. Für ein attraktives Arbeitgeberimage stehen also nur geringe Mittel zur Verfügung.
Hier setzt Klaus Kobjoll in seinem Hotel Schindlerhof an. Er hat nach vielen Jahren in der Branche realisiert, wie wichtig motivierte Mitarbeiter sind. Denn nur begeisterte Mitarbeiter können die Kunden, also die Hotelgäste, begeistern. Die Qualität der Mitarbeiter – ausgedrückt in Serviceorientierung, Freundlichkeit und intelligent-kreativem Umgang mit Kundenwünschen – ist zum Großteil deckungsgleich mit der Qualität des Produktes.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Einordnung des Untersuchungsgegenstands
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Forschungsmodelle
2.2.1 Kulturtypologie nach Deal und Kennedy
2.2.2 Kulturebenen-Modell nach Schein
2.2.3 Kulturnetz nach Johnson
3 Führungskonzepte als zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur
3.1 Management by objects
3.2 Beyond budgeting
4 Bedeutung der Unternehmenskultur für die Hotellerie
5 Unternehmenskultur im Hotel Schindlerhof
5.1 Leitbild und Führungsgrundsätze
5.2 Der Rekrutierungsprozess
5.3 MAX als Instrument zur Mitarbeitermotivation
5.4 Der Erfolg des Hotels Schindlerhof
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die detaillierte Analyse der Werte, Regeln und spezifischen Instrumente der Unternehmenskultur im Hotel Schindlerhof. Es wird untersucht, wie theoretische Konzepte der Organisationskultur und moderne Führungsmethoden in die Praxis eines mittelständischen Dienstleistungsbetriebs überführt werden, um trotz branchenüblicher Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel exzellente Mitarbeiterbindung und Unternehmenserfolge zu erzielen.
- Definition und theoretische Einordnung von Unternehmenskultur
- Vergleich moderner Führungskonzepte (MbO, Beyond Budgeting)
- Bedeutung der Unternehmenskultur in der Hotellerie
- Analyse des Rekrutierungsprozesses und der Führungsgrundsätze im Schindlerhof
- Die Rolle des Mitarbeiteraktienindex (MAX) zur Mitarbeitermotivation
Auszug aus dem Buch
5.3 MAX als Instrument zur Mitarbeitermotivation
Der von Klaus Kobjoll entwickelte MAX – kurz für Mitarbeiteraktienindex – ist im Schindlerhof zentrales Instrument zur Mitarbeitermotivation und gleichzeitigen Planung und Kontrolle. Bei der Namensgebung ist bewusst eine Assoziation zum Finanzmarkt angestrebt worden. Denn ähnlich einer Aktienemission erhält jeder Mitarbeiter an seinem ersten Arbeitstag 1.000 „Pixel“, eine frei gewählte Einheit.
Wie an der Börse kann der MAX eines Mitarbeiters monatlich steigen oder fallen, abhängig von folgenden Faktoren, die mit allen Mitarbeitern erarbeitet wurden:
- Arbeit mit dem Schindlerhof eigenen Zeitplansystem (manuell oder digital)
- Mitarbeit am internen Vorschlagswesen
- Weiterbildung: Belohnung von Teilnahme an und Durchführung von Seminaren
- Freiwillige Projektarbeit außerhalb der Arbeitszeit
- Abschreibung (Erläuterung siehe unten)
- Fehlzeiten, außer ernsthaften Erkrankungen, Krankenhausaufenthalte oder Betriebsunfälle
- Verstoß gegen die Grundsätze der „Spielkultur“
- Raucher/Nichtraucher (Erläuterung siehe unten)
- Körperliche Fitness, gemessen per Body-Mass-Index (BMI) (Erläuterung siehe unten)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen des Fachkräftemangels in der Hotellerie und führt in die Unternehmenskultur als strategisches Personalmarketinginstrument ein.
2 Theoretische Einordnung des Untersuchungsgegenstands: Dieses Kapitel definiert den Begriff Unternehmenskultur und stellt etablierte Forschungsmodelle wie die Kulturtypologie nach Deal und Kennedy sowie das Kulturebenen-Modell nach Schein vor.
3 Führungskonzepte als zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur: Hier werden die Management-Konzepte Management by objects und Beyond budgeting als Fundamente für eine partizipative und eigenverantwortliche Unternehmenskultur analysiert.
4 Bedeutung der Unternehmenskultur für die Hotellerie: Das Kapitel erörtert, warum eine starke Unternehmenskultur als Differenzierungsmerkmal in der Dienstleistungsbranche essenziell für den geschäftlichen Erfolg und die Mitarbeiterbindung ist.
5 Unternehmenskultur im Hotel Schindlerhof: Dieser zentrale Teil beschreibt praxisnah die gelebte Kultur im Schindlerhof, angefangen bei den Führungsgrundsätzen über den speziellen Rekrutierungsprozess bis hin zur Implementierung des MAX-Index.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Übertragbarkeit der Schindlerhof-Strategien auf andere Betriebe zusammen und betont die Bedeutung von gelebten Werten für den nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Hotel Schindlerhof, Klaus Kobjoll, Mitarbeiterführung, MAX, Mitarbeiteraktienindex, Personalmanagement, Hotellerie, Beyond Budgeting, Management by objects, Mitarbeitermotivation, Unternehmenserfolg, Spielkultur, KVP, Personalauswahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unternehmenskultur des Hotels Schindlerhof unter Klaus Kobjoll und analysiert, wie diese als Erfolgsstrategie in einem schwierigen Marktumfeld funktioniert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Organisationskultur, moderne Führungsmethoden (MbO, Beyond Budgeting), Personalmarketing und die praktische Anwendung von Motivationsinstrumenten in der Hotellerie.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es, die spezifischen Werte, Regeln und Instrumente wie den Mitarbeiteraktienindex (MAX) zu identifizieren, die den Schindlerhof zu einem der erfolgreichsten Privathotels gemacht haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Einordnung durch Literaturanalyse in Kombination mit einer praxisbezogenen Fallstudienanalyse des Hotels Schindlerhof.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Kulturforschung, die Rolle von Führungskonzepten sowie die detaillierte Vorstellung der praktischen Umsetzung im Schindlerhof.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Unternehmenskultur, Mitarbeiterführung, MAX, Personalmanagement, Motivation, Erfolg, Hotellerie und Führungsgrundsätze.
Wie funktioniert der Mitarbeiteraktienindex (MAX) im Detail?
Der MAX ist ein Punktesystem ("Pixel"), das monatlich auf Basis von Faktoren wie Weiterbildung, Projektarbeit, Pünktlichkeit oder Gesundheitsaspekten berechnet wird, um Leistungen sichtbar zu machen und Wettbewerb zu fördern.
Warum spielt der Rekrutierungsprozess bei Kobjoll eine so große Rolle?
Ein intensiver und ehrlicher Rekrutierungsprozess ist für Kobjoll entscheidend, um sicherzustellen, dass nur Mitarbeiter ins Team kommen, die wirklich zur Unternehmenskultur und zum Teamgefüge passen.
- Arbeit zitieren
- Catherine Bouchon (Autor:in), 2013, Die Unternehmenskultur des Hotels Schindlerhof. Eine Erfolgsstrategie in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340634