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Wäre Sterbehilfe als Dienstleistung ethisch vertretbar?

Das Beispiel Schweiz

Title: Wäre Sterbehilfe als Dienstleistung ethisch vertretbar?

Term Paper , 2016 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

Ethics
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Summary Excerpt Details

Das Thema Sterbehilfe wird in Deutschland wieder und wieder diskutiert, doch wirklich zu einer Lösung scheint niemand kommen zu wollen. Politiker entscheiden, dass Gerichte eine Entscheidung im Einzelfall fällen sollen, wenn ein Arzt assistierten Suizid leistet. Rechtlich bewegen sich Ärzte in Deutschland in einer Grauzone. In der Schweiz dagegen ist der assistierte Suizid bereits seit Jahren erlaubt und wird, mit der Unterstützung diverser Sterbehilfeorganisationen, mehrfach im Jahr ausgeübt.

Das Beispiel Schweiz anzubringen, um Sterbehilfe als Dienstleistung in der freien Wirtschaft zu diskutieren, hat mehrere Gründe. Einmal beschränkt sich die Schweiz auf assistierten Suizid, im Gegensatz zu den Niederlanden oder Belgien, in denen die aktive Sterbehilfe erlaubt ist, was die ethische Diskussion zumindest etwas vereinfacht.

Zweitens lässt sich das Prinzip der Schweiz leichter auf Deutschland übertragen, da in Deutschland bereits einige Weichen gestellt wurden, um assistierten Suizid unter bestimmten Voraussetzungen zu erlauben, auch wenn Deutschland noch lange nicht so weit ist wie die Schweiz. Drittens wird Sterbehilfeorganisationen, wie z.B. Dignitas, vorgeworfen unter „selbstsüchtigen Beweggründen“ (Schweizer StGB 1937, §115) zu handeln, was in der Schweiz laut §115 StGB unter Strafe steht und die Frage aufwirft, ob man auch bereit wäre Sterbehilfe als Dienstleistung in der freien Wirtschaft zu akzeptieren und damit Handeln aus selbstsüchtigen Beweggründen hinzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Wäre Sterbehilfe als Dienstleistung ethisch vertretbar?

2. Definition: Ethik

3. Definition: Medizinethik

4. Definition: Dienstleistung

5. Definition: assistierter Suizid

6. Ethische Auseinandersetzung: Sterbehilfe

7. Das Beispiel Schweiz: Sterbehilfe als Dienstleistung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Sterbehilfe als Dienstleistung in der freien Wirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen und gesellschaftlichen Situation in der Schweiz, wobei die Prinzipienethik nach Beauchamp und Childress als theoretische Basis dient.

  • Grundlagen der Ethik und Medizinethik
  • Analyse des assistierten Suizids
  • Diskussion ethischer Argumente für und gegen Sterbehilfe
  • Wirtschaftliche und soziale Implikationen von Sterbehilfe
  • Ethische Bewertung der Dienstleistung Sterbehilfe am Beispiel Schweiz

Auszug aus dem Buch

7. Das Beispiel Schweiz: Sterbehilfe als Dienstleistung

Wie bereits zu Anfang erwähnt, wird in der Schweiz der assistierte Suizid schon seit Jahren durchgeführt, allerdings unter der Prämisse, dass man nicht unter selbstsüchtigen Beweggründen handelt (Schweizer StGB 1937, §115). Ab hier wird der hypothetische Fall besprochen, ob Sterbehilfe, um genau zu sein der assistierte Suizid, als Dienstleistung in der Schweiz ethisch vertretbar wäre. Momentan wird Sterbehilfe von sogenannten Sterbehilfeorganisationen angeboten, die wiederrum nur als Vereine gelten und nicht als Firma. Dadurch, dass diese Vereine sich nicht selbst am Sterbehilfeprozess bereichern dürfen, dürfen nur die Unkosten, die für die Organisation des assistierten Suizids anfallen, gedeckt werden. Dennoch gibt es bereits jetzt schon immense Kostenschwankungen.

Die Kosten bewegen sich zwischen 3.500 CHF (EXIT) (Nur bei Exit ist die Hilfe zum Suizid unentgeltlich 2014) und 10.500 CHF (Dignitas) (Informationsbroschüre 2016). Wenn die Sterbehilfe nun aber Teil der freien Wirtschaft wäre, würde man zumindest das Schweizer Gesetz so anpassen müssen, dass eine persönliche Bereicherung erlaubt ist, da man sonst eine Non-Profit Organisation hätte, die das bestehende System widerspiegeln würde. Durch die Legalisierung der persönlichen Bereicherung würde es wohl auch zu Preiskämpfen nach dem wirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage kommen. Umso höher das Angebot, desto niedriger der Preis, doch umso höher die Nachfrage, desto höher der Preis.

Dadurch wäre je nach Lage entweder Sterbehilfe nur für Reiche oder eben ausnahmslos für alle, sofern die Preise so günstig wären, dass es sich jeder leisten könnte. Damit wäre die Sterbehilfe längst nicht mehr nur unter ethischen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern auch unter kapitalistischen. Doch nur, weil Sterbehilfe eine Dienstleistung wäre, wäre sie nicht vollkommen losgelöst von Gesetzen. D.h. es würde nach wie vor geprüft werden müssen, ob ein konstanter Sterbenswunsch vorhanden wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wäre Sterbehilfe als Dienstleistung ethisch vertretbar?: Einleitung in die Problematik der Sterbehilfe unter Einbezug der rechtlichen Grauzonen in Deutschland und der Praxis in der Schweiz.

2. Definition: Ethik: Theoretische Herleitung des Begriffs der Ethik als philosophische Reflexion auf die Moral.

3. Definition: Medizinethik: Vorstellung der vier medizinethischen Prinzipien nach Beauchamp und Childress als Bewertungsmaßstab für biomedizinische Problemstellungen.

4. Definition: Dienstleistung: Einordnung der Sterbehilfe als Dienstleistung aus ökonomischer Sicht, da kein materielles Gut hergestellt wird.

5. Definition: assistierter Suizid: Erläuterung der praktischen Umsetzung des assistierten Suizids und dessen rechtlicher Status in der Schweiz.

6. Ethische Auseinandersetzung: Sterbehilfe: Detaillierte Pro- und Contra-Argumentation inklusive der Thematisierung von psychischen Erkrankungen und dem Schutz des Lebens.

7. Das Beispiel Schweiz: Sterbehilfe als Dienstleistung: Analyse des hypothetischen Szenarios einer marktwirtschaftlichen Sterbehilfe und deren potenzielle Missbrauchsrisiken.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Sterbehilfe als Dienstleistung mit Fokus auf die Autonomie des Menschen und die Bedeutung der Palliativmedizin.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, assistierter Suizid, Medizinethik, Dienstleistung, Schweiz, Autonomieprinzip, Beauchamp und Childress, Lebensende, Selbstbestimmungsrecht, Palliativmedizin, ethische Vertretbarkeit, Missbrauchsgefahr, psychische Erkrankungen, Würde des Menschen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethische und ökonomische Dimension der Sterbehilfe, wenn diese als Dienstleistung in der freien Wirtschaft angeboten würde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Definition ethischer Grundbegriffe, die Prinzipienethik nach Beauchamp und Childress sowie die Abwägung zwischen Lebensschutz und individueller Autonomie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Sterbehilfe als Dienstleistung in der Schweiz ethisch vertretbar wäre und welche Konsequenzen eine Markteinführung hätte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und analytische Literaturanalyse durchgeführt, die theoretische Prinzipien auf ein spezifisches Fallbeispiel (die Schweiz) anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, eine fundierte ethische Pro-Contra-Debatte sowie eine ökonomische Betrachtung des Schweizer Modells der Sterbehilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Sterbehilfe, Autonomie, Medizinethik, assistierter Suizid und Dienstleistungsökonomie.

Wie unterscheidet sich die Situation in der Schweiz von anderen Ländern?

In der Schweiz ist der assistierte Suizid bei Fehlen selbstsüchtiger Beweggründe straffrei, während in Ländern wie Belgien oder den Niederlanden auch aktive Sterbehilfe unter bestimmten Umständen erlaubt ist.

Welche Rolle spielt die Palliativmedizin in der Argumentation?

Die Palliativmedizin wird als eine unverzichtbare Alternative zur Sterbehilfe dargestellt, die den Lebenswillen stützen kann und ethisch primär zu fördern ist.

Warum wird der Werther-Effekt im Kontext der Sterbehilfe diskutiert?

Der Autor thematisiert den Werther-Effekt, um die Gefahr medialer Trends zu verdeutlichen, die bei einer Kommerzialisierung der Sterbehilfe zu einem unkontrollierten Anstieg der Suizidraten führen könnten.

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Details

Title
Wäre Sterbehilfe als Dienstleistung ethisch vertretbar?
Subtitle
Das Beispiel Schweiz
College
University of Heidelberg  (IUED)
Course
Der Tod des Menschen aus medizinethischer Sicht: Sterbehilfe, Hirntod und Organspende
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
16
Catalog Number
V340731
ISBN (eBook)
9783668301573
ISBN (Book)
9783668301580
Language
German
Tags
Sterbehilfe Tod Ethik Deutschland Schweiz Medizinethik Dienstleistung Debatte ethisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Wäre Sterbehilfe als Dienstleistung ethisch vertretbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340731
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