'El amante bilingüe' von Juan Marsé. Analyse und Beurteilung des Romans als Lektüre für die Oberstufe und der 'Guía didáctica' von Birigt Seibert


Seminararbeit, 2015
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Der Roman <<El amante bilingüe>> - Inhalt und Charaktere

III. Beurteilung des Romans als Lektüre für die Oberstufe

IV. Vorstellung der <<Guía didáctica>> von Birgit Seibert
IV.1 Beurteilung der <<Guía didáctica>>

V. Fazit

VI. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Der im Jahre 1990 veröffentlichte Roman <<El amante bilingüe>> von Juan Marsé behandelt die zentralen Aspekte des Liebesschmerzes, die Sprachen in Spanien und ihre Bedeutung für die Gesellschaft, sowie gesellschaftliche, sozio- kulturelle Identitäten Kataloniens. Dieser Dualismus zwischen spanischer und katalanischer Sprache und Kultur wird verkörpert durch die Figur des Protagonisten Joan Marés, der von seiner Frau Norma mit einem Schuhputzer betrogen wird. Als seine Frau ihn verlässt, macht Joan Marés eine Verwandlung seiner Identität durch, um sie zurückzuerobern.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwieweit der Roman für die gymnasiale Oberstufe geeignet ist, welches didaktische Potenzial und welche Herausforderungen und Schwierigkeiten der Text birgt und untersucht darüber hinaus, wie die zentralen Aspekte des Romans an die SuS herangeführt werden können. Die Hausarbeit ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden der Inhalt und die Charaktere des Romans vorgestellt, sowie die Eignung des Romans als Lektüre in der Sekundarstufe II geprüft. Im zweiten Teil soll eine Transferierung auf den Unterricht stattfinden, indem die <<Guía didactica>> von Birgit Seibert vorgestellt, analysiert und beurteilt wird. In einem Schlussteil soll die eingangsgestellte Frage nochmal aufgegriffen, diskutiert und ein Fazit gezogen werden.

II. Der Roman <<El amante bilingüe>> - Inhalt und Charaktere

Der Roman <<El amante bilingüe>> ist unterteilt in drei Teile und zweiCuadernos. Von denCuardernosträgt jedes einen Titel, ansonsten sind aber keine Kapitelüberschriften vorhanden. Zu Beginn des erstenCuadernos<<El día que Norma me abandonó>> wird der Protagonist Joan Marés von seiner Frau Norma mit einem andalusischen Schuhputzer betrogen. Er erwischt die beiden in flagranti in ihrer gemeinsamen Wohnung in der Siedlung Walden 7. Norma verlässt ihn daraufhin, um nicht zurückzukehren. Márse leidet unter der Trennung von Norma und beginnt, sich einen Plan zu überlegen, um sie zurückzuerobern. Er macht eine Verwandlung seiner Person durch, um sie zurückzugewinnen. Zunächst zieht er als Straßenmusikant und zeitweiliger Schuhputzer durch die zentralen Flaniermeilen Barcelonas während sich seine Identität als Juan Márse zunehmend auslöscht. Langsam verwandelt er sich in den Charnego Juan Faneca. Dieses Szenarium der Verwandlung spielt sich hauptsächlich im zweitenCuadernoab. Mittels Rückblenden in seine Kindheit, stellt sicher heraus, dass Faneca einer seiner besten Jugendfreunde gewesen ist, der einen großen Einfluss auf ihn hatte. Mit seiner neuen Identität als Charnego Juan Faneca, schafft er es, Norma noch einmal zu verführen. Anschließend verlässt er Walden 7 und verschwindet im letzten Kapitel des Buches (Marsé 2009).

III. Beurteilung des Romans als Lektüre für die Oberstufe

Der Roman <<El amante bilingüe>> eignet sich aus vielerlei Hinsicht für die gymnasiale Oberstufe. Im folgenden Kapitel soll insbesondere auf das methodische, didaktische und thematische Potenzial des Romans eingegangen werden.

Aus methodisch-didaktischer Sicht bietet der Roman diverse Möglichkeiten. Grundlegende Techniken der Romananalyse, wie beispielsweise Analyse von Erzählperspektiven, Analyse und Charakterisierung der Figuren, Strukturierung von Zeit und Raum und deren Bedeutung können mit und in diesem Roman analysiert werden. Im Bereich der methodischen Kompetenzen können mithilfe der Romananalyse des Romans <<El amante bilingüe>> insbesondere die Aspekte der Präsentationstechniken, Textrezeption und Textproduktion erfüllt werden. Ebenfalls können sich die SuS durch die Auseinandersetzung mit dem Roman verschiedene Lektüretechniken aneignen. Als Einstieg kann die Lektüre gemeinsam gelesen- und durch adäquate Aufgabenstellungen den SuS der Einstieg in diese erleichtert werden. Später können die SuS Textpassagen eigenständig lesen und dazu themenorientierte Aufgaben bearbeiten, sodass sie verschiedene Lektüretechniken einüben.

Aus thematischer Perspektive eignet sich der Roman insofern für die gymnasiale Oberstufe, als dass die Thematik der Liebe und des Liebesschmerzes die SuS sicherlich anspricht und zum Lesen motiviert und der Inhalt somit länger im Gedächtnis der SuS bleibt. Dies kann mit dem psycholinguistischen Argument Wolffs, nämlich dem des Identifikationskriterium, untermauert werden. Wolff gibt an, dass Texte, die emotional berühren, länger im Langzeitgedächtnis bleiben. Aufgrund dieser Emotionen, insbesondere dann wenn sie durch Identifikation mit Figuren eines literarischen Werkes hervorgerufen werden, seien literarische Texte hervorragend geeignet, um eine Fremdsprache zu erlernen (Wolff, 2003, 165).

Der Roman bietet weiterhin eine Verbindung zu den verschiedenen Amtssprachen und Sprachdialekten Spaniens, wie dem Katalanischen, dem Kastilischen und dem andalusischen Spanisch. An dieser Stelle wird auch ein Zusammenhang zur problematischen Situation, spanisch- katalanischer Kulturen und Identitäten geschaffen. Bezüglich der Bildungsstandards, ist der Roman hinsichtlich der Forderung nach interkulturellen Kompetenzen, wie sie im Kernlehrplan Spanisch genannt werden, aufgrund seiner Thematik besonders gut geeignet. Die interkulturelle Kompetenz wird in der heutigen Gesellschaft als Grundfertigkeit bzw. Schlüsselqualifikationen gesehen: Die SuS müssen auf zukünftige interkulturelle Kommunikationssituationen in gesellschaftlichen sowie in wirtschaftlichen Kontexten vorbereitet werden. Durch die fortschreitende Globalisierung und die steigende Zuwanderung nach Europa sind die Gesellschaften immer stärker multikulturell geprägt. Aber auch insbesondere spanienspezifische inter- bzw., intrakulturelle Differenzen, können den SuS anhand des Romans beleuchtet und verdeutlicht werden. Er behandelt Themen wie Sprachen in Spanien und ihre gesellschaftliche Bedeutung, soziokulturelle Identitäten in der katalanischen Gesellschaft und den Dualismus zwischen spanischer und katalanischer Kultur und passt somit hervorragend in die Unterrichtsreihe „La diversidad cultural, política y lingüística en España“ (Willenbrink, 2006). Man kann also sagen, dass die Themen, die in dem Roman behandelt werden, einen Bezug zur Lebenswelt der SuS haben.

Durch die Vielfältigkeit und den sprachlich hohen Anspruch der Lektüre bietet sie sich in vielerlei Hinsicht für den Unterricht in der Oberstufe an. Zum einen zur Verbesserung des Leseverstehens, beispielsweise durch Aufgabenstellungen durch die Lehrkraft, die unterschiedliche Lesestrategien hervorrufen, wie das Skimming, das am Anfang der Unterrichtsreihe eingesetzt werden kann, um einen groben Überblick über die Lektüre zu bekommen, das Scanning, z.B. um Informationen im gesamten Roman über die derzeitige sprachliche Situation in Spanien zu suchen, oder das detaillierte Lesen, z.B. zum Analysieren bestimmter Textstellen oder um die verschiedenen Orte und Figuren charakterisieren und beschreiben zu können. Durch diese Vielfalt an Themenkomplexen im Roman, wird der Lehrkraft die Möglichkeit geboten, mit Hilfe vieler verschiedener Methoden ihr Vermittlungsziel zu verfolgen: von der traditionellen Textanalyse über außertextliche Bezüge zu sprachlichen und kulturellen Hintergründen und Gegebenheiten. Von Erörterungen über die Zerrissenheit des Protagonisten, die später im ‘Sprachchaos‘ endet, bis hin zu produktionsorientierten Methoden, wie das Verfassen von Briefen, oder inneren Monologen, von informierender Internetrecherche der Biographie des Autors über mündliche Diskussionen über das Verhalten Normas oder die Verwandlung des Protagonisten, bis zur Analyse der Erzähltechnik und der Erzählperspektiven, wie beispielsweise dem Wechsel desnarrador en primera personazumnarrador en tercera personaund mögliche Gründe für diesen Wechsel.

Der Text weist also insgesamt ein großes didaktisches Potenzial auf: er zeigt viele Facetten der Liebe, der Illusion, der kulturellen Identität, der sozialen Zugehörigkeit, der Sexualität, usw. und bietet viele Möglichkeiten der Vermittlung und der methodischen Umsetzung im Unterricht. Dennoch birgt der Roman, insbesondere das erste und das letzte Kapitel, sprachliche Schwierigkeiten für die SuS. Um Verwirrungen zu vermeiden, sollte dieses daher gemeinsam mit den SuS gelesen und erörtert werden.

Alles in allem handelt es sich bei dem Roman <<El amante bilingüe>> von Juan Marsé um einen hervorragenden, faszinierenden Roman mit hohem didaktischem Potenzial in vielen Bereichen, der sich aufgrund des Sprachniveaus und des Komplexitätsgrads jedoch nur für die Oberstufe eignet.

IV. Vorstellung der <<Guía didáctica>> von Birgit Seibert

Die <<Guía didáctica>> von Birigt Seibert ist im Jahr 2010 veröffentlicht worden und bezieht sich auf den gleichnamigen Roman <<El amante bilingüe>> aus dem Jahr 2009. Diese <<Guía didáctica>> ist in acht Module gegliedert, welche zu verschiedenen Themenkomplexen im Roman beispielhaft Vorschläge zur methodischen Umsetzung im Unterricht bieten. Weiterhin beinhaltet die <<Guía didáctica>> tabellarische Stundenübersichten, Vorschläge zur Leistungsmessung und Bewertung, sowie Materialien als Kopiervorlagen für den Unterricht. Aufgrund des sprachlich hohen Anspruchs des Romans, schlägt Seibert (2010,6) vor, die SuS solange bei der Lektüre „an die Hand zu nehmen“, bis sie sich sicher genug fühlen, auch alleine weiterzulesen bzw. sich zu zweit oder zu mehreren eigenständig Inhalte, Themen und Informationen zu erarbeiten. Wenn diese Sicherheit bei den SuS erreicht ist, kann mit den Modulen weitergearbeitet werden. In den einzelnen Phasen dieser Module arbeiten die SuS alleine, zu zweit oder in Gruppen und sollen dadurch selbstständiges Arbeiten erlernen und einüben (Seibert, 2010, 6). Im Anschluss an diese eigenständigen Arbeitsphasen werden die Ergebnisse zwecks Ergebnissicherung immer wieder im Plenum aufgegriffen, erörtert und diskutiert. Falsche Ergebnisse können ggf. korrigiert werden, jedoch weist Seibert ausdrücklich daraufhin, dass den SuS „viel Raum für originelle, einfallsreiche und unerwartete Ideen“ (Seibert 2010, 6) gegeben werden sollte. Des Weiteren greifen alle Module nur bestimmte, einzelne Thematiken des Romans und Elemente der Textanalyse heraus, wodurch der Kreativität der Lehrkraft keinerlei Grenzen gesetzt seien, umgekehrt aber auch nicht alle Module zum Verständnis des Romans notwendig seien und je nach Lerngruppe und Zeit unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden, Module weggelassen oder in die häusliche Vor- und Nachbereitung verlegt werden können (Seibert 2010, 6). Im Folgenden sollen die einzelnen Module kurz erläutert werden.

Modul 1 bezieht sich auf „A la biografía del autor“, umfasst ca. zwei Unterrichtsstunden und soll, laut Seibert (2010, 12), bereits vor Beginn der Lektüre in einer Unterrichtseinheit angewandt werden. Die Klasse wird für dieses Thema in zwei Teile geteilt, die jeweils einen Textteil zum Leben und Werk von Juan Marsé erhalten und aus diesen Schlüsselinformationen in eine sog. Notierhilfe eintragen sollen. Anhand der ausgefüllten Notierhilfen sollen die SuS eine Art Spickzettel erstellen, die als Hilfe für einen Kurzvortrag über die Biographie des Autors dienen soll.

Das zweite Modul „Para empezar“ umfasst zwei Unterrichtsstunden und dient dazu, den Titel des Buches <<El amante bilingüe>> genauer zu untersuchen und mit dem Lesen der ersten drei Kapitel desCuaderno 1zu beginnen. Anschließend sollen die SuS in Stillarbeit alle wichtigen gelesenen Informationen zu den Figuren, dem Setting, der Zeit, der Handlung, usw. zusammentragen.

Thema des Moduls 3 ist „El lugar como símbolo“ und nimmt ebenfalls ca. zwei Unterrichtsstunden in Anspruch. Die Elemente wie Ort, Zeit und Figuren sind in diesem Roman von großer Bedeutung und dienen als Symbolcharakter für die Verwandlung des Protagonisten. Zum Einstieg in diesen Themenkomplex rät Seibert (2010, 19) unter anderem, den SuS vorab ein Bild von Walden 7 vorzulegen und die SuS dieses im Plenum beschreiben zu lassen. Als zweite Alternative biete sich die Internetrecherche als eine vorbereitende Hausaufgabe an, in der die SuS Informationen über den Ort Walden 7 sammeln sollen. Im Anschluss daran sollen die Texte zu Walden 7 gelesen werden und eine Mindmap zu verschiedenen, vorgegebenen Aspekten von Walden 7, wie „die Beschreibung des Gebäudes, die Assoziation zum Gebäude laut Roman, die Bedeutung von Walden 7 für Marés und die für die gescheiterte Beziehung samt ihre Folgen für den Protagonisten (Seibert 2010,19), angefertigt werden.

Modul 4 beschäftigt sich mit „Las figuras de la novela“ und umfasst zwei bis drei Unterrichtseinheiten. Für diesen Themenkomplex ist es notwendig, dass die SuS den Roman bis einschließlich Kapitel 14 gelesen haben, da bis zu diesem Kapitel, alle für die Gesamthandlung wichtigen Charaktere zumindest einmal aufgetaucht sind, einschließlich der zweiten Frauenfigur Griselda. Darüber hinaus wird das Beherrschen von literarischen Charakterisierungstechniken, wie beispielsweise Begrifflichkeiten der direkten und indirekten Charakterisierung, Protagonist, Antagonist, usw., vorausgesetzt (Seibert, 2010, 20). In Gruppenarbeit sollen die SuS anschließend die wichtigsten Romanfiguren Marés, Norma und den Schuhputzer untersuchen. Jede Gruppe bearbeitet jeweils eine der drei Figuren und die Ergebnisse jeder Gruppe werden abschließend vor der Klasse präsentiert. So können die Mitschüler auch die Informationen zu den anderen Figuren ergänzen.

Im Modul 5 wird „La estructura de la novela“ thematisiert. Dieses Thema kann in zwei bis drei Unterrichtseinheiten einbezogen werden. Zur Struktur des Romans sollen sich die SuS ca. fünf Minuten das Inhaltsverzeichnis anschauen, im Roman blättern und sich zu dessen Aufbau Notizen machen. Bevor die Ergebnisse im Plenum besprochen werden, sollen sich die SuS weitere fünf Minuten mit ihrem Partner über ihre Notizen austauschen. Zum besseren Verständnis von Aufbau und Inhalt des Romans, biete es sich an, den einzelnen Kapiteln von den SuS Überschriften geben zu lassen, welche den Inhalt jedes Kapitels kurz zusammenfassen sollen (Seibert 2010, 25). Wurden alle, von den SuS gegebenen Kapitelüberschriften im Plenum besprochen, können für dieCuadernosebenfalls übergeordnete Themen diskutiert werden.

Das Modul 6 der <<Guía didáctica>>, „El desarrollo del amor del protagonista“, umfasst circa zwei Unterrichtsstunden und setzt voraus, dass der Roman bereits zu Ende gelesen worden ist. Als Einstieg schlägt Seibert ein Brainstorming zum Thema Gefühle und Liebe vor, das in Form einer Mindmap von der Lehrkraft an der Tafel festgehalten werden kann (Seibert 2010, 29). In einer anschließenden Stillarbeitsphase, sollen die SuS noch einmal wiederholen, zu welcher Zeit und zu welchen Zeitpunkten, die Liebe für Marsé eine Rolle spielt. Nachdem hierzu die Ergebnisse im Plenum besprochen wurden, bekommen die SuS den Auftrag, in Gruppenarbeit einen Liebesbrief von Joan an Norma zu verfassen. Zur Präsentation der Gruppenarbeitsergebnisse, kann im Klassenraum eine Art Gallerie erstellt werden, indem alle Liebesbriefe im Raum verteilt an die Wand geklebt werden (Seibert 2010, 29).

Das siebte Modul „Temas centrales de la novela“ nimmt mit vier bis fünf Unterrichtsstunden die meiste Zeit in Anspruch. Es befasst sich ausführlich mit den zentralen Themen des Romans „la ilusión, el disfraz, la identidad cultural, la pertenencía social, el lenguaje, el amor, el mal de amores, la sexualidad…“ (Seibert 2010, 35). Diese sollten zu Beginn kurz im Plenum wiederholt werden. Danach bekommen die SuS in einer Gruppenarbeitsphase zu jedem zentralen Thema verschiedene Aufgaben gestellt, die sie bearbeiten sollen. Zur Ergebnissicherung bietet sich das Erstellen von Postern oder das Gestalten einer Folie an, welche später der Klasse präsentiert werden (Seibert, 2010, 37).

Das letzte Modul „El final de la novela“ behandelt das Ende des Romans und sollte mit ein bis zwei Unterrichtsstunden eingeplant werden. So wie das erste Kapitel gemeinsam im Plenum gelesen wurde, sollte auch das letzte Kapitel im Plenum gelesen werden. Sinnvoll ist das gemeinsame Lesen auch dadurch, dass das letzte Kapitel sprachlich schwer verständlich ist und für die SuS als unbefriedigend empfunden werden kann. Bevor der Roman zu Ende gelesen wird, können die SuS Vermutungen darüber anstellen, wie die Geschichte ausgehen könnte. An dieser Stelle, so schlägt Seibert (2010, 38) vor, kann die Lehrkraft den Begriff der ‘poetischen Gerechtigkeit‘ erläutern und hinsichtlich des Romanendes analysieren. Anschließend wird das tatsächliche Romanende gelesen und rekapituliert und den SuS der Arbeitsauftrag gegeben, den letzten, sprachlich- „chaotischen“ Romanabsatz in reines Kastilisch zu transformieren und danach ggf. ins Deutsche zu übersetzen. Zum Abschluss kann der Inhalt des Romanendes diskutiert und dieses ungewöhnliche Ende interpretiert werden.

IV.1 Beurteilung der <<Guía didáctica>>

Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die Lektüre <<El amante bilingüe>>, bezüglich den Abiturvorgaben Nordrhein-Westfalens, in den inhaltlichen Schwerpunkt „La España de hoy (con miras al pasado)“ mit dem inhaltlichen Aspekt „El bilingüismo como faceta de la sociedad española“ eingebunden ist (Landesinstitut für Schule, 2014). Die <<Guía didactica>>, insofern alle Module behandelt werden, umfasst insgesamt circa 25- 30 Unterrichtsstunden, also eine vollständige Unterrichtsreihe.

Im Folgenden werden die einzelnen Module genauer analysiert und kritisch beurteilt. Im Modul 1 mit der Biographie des Autors zu beginnen, erweist sich als sehr sinnvoll, da der Roman viele autobiographische Aspekte des Autors enthält, welche in Bezug auf die Verwandlung des Protagonisten, sowie auf das zentrale Thema der Identität eine große Rolle spielen.Die methodische Herangehensweise, die Unterrichtseinheit als Lerntempoduett (Seibert 2010, 12) zu gestalten und beide Lerntempoduette mit zwei unterschiedlichen Textteilen aus dem Leben und Werk des Autors arbeiten zu lassen, bietet sich sehr gut an, da das Thema bzw.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
'El amante bilingüe' von Juan Marsé. Analyse und Beurteilung des Romans als Lektüre für die Oberstufe und der 'Guía didáctica' von Birigt Seibert
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Narrative Texte im Spanischunterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V340819
ISBN (eBook)
9783668308770
ISBN (Buch)
9783668308787
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
juan, marsé, analyse, beurteilung, romans, lektüre, oberstufe, guía, birigt, seibert
Arbeit zitieren
M.Ed. Erika Wießner (Autor), 2015, 'El amante bilingüe' von Juan Marsé. Analyse und Beurteilung des Romans als Lektüre für die Oberstufe und der 'Guía didáctica' von Birigt Seibert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340819

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