Beobachtungsbericht mit der Perspektive Muttersprache, Einsprachigkeit (Spanisch 10. Klasse Gymnasium)

comparativo/ el superlativo


Praktikumsbericht / -arbeit, 2015
15 Seiten

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Eindrücke

III. Eigenständiger Unterricht

IV. Beobachtungsaufgabe: Muttersprache, Einsprachigkeit

V. Beobachtungsaufgabe: Fehlerkorrektur

VI. Fazit

VII. Anhang

VIII. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Das vierwöchige Kernpraktikum im Fach Spanisch habe ich amGymnasium im Zeitraum 03.02. – 28.02.2015 absolviert. Wöchentlich habe ich 10 Unterrichtsstundená70 Minuten hospitiert, sowie eine Unterrichtsstunde selbst geleitet. Da der Spanischunterricht an dieser Schule nur in der 10., 11., und 12. Klasse erteilt wird, wäre ich durch Spanischstunden allein, nicht auf die im Praktikumsvertrag geforderten Hospitationsstunden gekommen. Das Gymnasium bot mir daher die Möglichkeit, auch Englischunterricht zu besuchen. In der letzten Praktikumswoche durfte ich dann auch eine eigene Unterrichtsstunde im Fach Spanisch vorbereiten und durchführen. Insgesamt war es sehr schwierig, einen Praktikumsplatz an einer Schule zu bekommen, an der das Fach Spanisch unterrichtet wird. Obwohl ich mich ein paar Monate vor Beginn des Praktikumszeitraums an ca. zwanzig Schulen beworben hatte, waren die meisten Schulen für einen Praktikumsplatz bereits belegt, oder hatten zu wenig Lehrpersonal für das Fach Spanisch, um Praktikanten betreuen zu können. Umso erleichternder war es, eine Zusage vom Gymnasium zu bekommen.

II. Eindrücke

Das Gymnasium wirkte, insbesondere im Vergleich zu der Schule, an der ich mein erstes Kernpraktikum absolviert habe, sehr interessiert und engagiert im Umgang mit Praktikanten. Am ersten Praktikumstag bekam ich vom Praktikumskoordinator, Herrn H., einen bereits zusammengestellten Stundenplan vorgelegt. Nach einem kurzen Gespräch mit Herrn H. und dem Direktor der Schule, durfte ich unmittelbar in die Hospitation einsteigen. Mir war es von Anfang an wichtig, bei möglichst vielen verschiedenen Lehrern zu hospitierten, um unterschiedliche Lehrstile und Lehrercharaktere kennenzulernen. Ebenso wollte ich in möglichst viele unterschiedliche Jahrgangsstufen „reinschnuppern“. So wurde mir die Möglichkeit gegeben, in der Jahrgangsstufe 5, 8, 10, 11 und 12 zu hospitieren. Geleitet wurden die von mir besuchten Klassen von Frau G., Frau S., Herrn P. und Herrn H. Die Praktikanten wurden seitens der Lehrerschaft sehr herzlich aufgenommen und gut integriert. Im Lehrerzimmer herrschte eine sehr lockere, entspannte Atmosphäre, wodurch sich die Praktikanten direkt wohlfühlten. Auch standen einem nicht nur die Lehrer des „eigenen Faches“, sondern auch andere Lehrer bei Fragen stets zur Seite. Ebenso gut gefallen hat mir, mit sehr vielen Referendaren in Kontakt zu kommen. Da an dieser Schule z.Z. acht Referendare ihr Referendariat absolvieren, bekam man großen Einblick in das Leben eines Referendars, sowie in den genauen Ablauf der Lehrerausbildung. Was mir weiterhin besonders positiv an dieser Schule aufgefallen ist, sind die zahlreichen Projekttage, die mit den SuS veranstaltet werden. So bekam ich allein in den vier Wochen meines Praktikums von zwei Projekttagen mit. Der erste Projekttag wird unter dem Namen „Lernen lernen“ durchgeführt und findet einmal im Schuljahr statt. An diesem Tag wird, angepasst an die Jahrgangsstufe, ein bestimmtes Thema fokussiert, wie beispielsweise der Umgang mit Texten und Textbearbeitung in der Jahrgangsstufe 5. Der zweite Projekttag, der in der letzten Woche meines Praktikums stattgefunden hat, beschränkte sich auf die Oberstufe und wurde im Rahmen einer Berufsorientierung durchgeführt. Hier wurden Mitarbeiter verschiedener Unternehmen und Firmen in die Schule eingeladen, wie beispielsweise Mitarbeiter der Deutschen Bank, der Metro, usw.. Diese hielten in den Kursen der Oberstufe Vorträge und informierten die SuS über die Arbeit in ihrem Unternehmen, sowie die dortige Ausbildung. Darüber hinaus hatten die SuS die Möglichkeit, den Mitarbeitern zahlreiche Fragen zu stellen. Gerade durch die Verkürzung des Abiturs, durch die sich die SuS immer früher in der Berufswelt orientieren müssen, halte ich diesen Projekttag für sehr angemessen und hilfreich für die SuS. Über die Projekttage hinaus zeigt das Gymnasium großes Interesse an der Sprachförderung der SuS. Von den Jahrgangsstufen 5 bis 9 hat jeder Schüler am Unterricht in sogenannten bilingualen Modulen. In der 5. Klasse findet bilingualer Unterricht in Musik statt, in der 6. Klasse in Politik, in der 7. Klasse in Erdkunde, in der 8. Klasse in Geschichte und in der 9. Klasse in Biologie. Ebenso können AGs in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Chinesisch. In den Sprachen Französisch, Spanisch und Englisch können sogar internationale Zertifikate (DELF, DELE, usw.) absolviert werden. Neben der Sprachförderung werden außerdem diverse außerunterrichtliche AGs in den Fächern Geschichte, Mathematik, Chemie, Rechtskunde, Kultur, Kunst, Sport (Tischtennis, Leichtathletik, Badminton, Basketball, Zumba, Schwimmen) und Musik (Chor, Instrumental, Gitarre, Band) ausgeboten.

Was für mich an der Schule vollkommen neu war, war der zeitliche Umfang der einzelnen Unterrichtsstunden. Diese beliefen sich auf 70 Minuten pro Unterrichtsstunde, was ich vorher von noch keiner Schule gehört hatte. Diese besondere Regelung der Schule, halte ich für nicht unbedingt sinnvoll. Ich denke, dass es, insbesondere in der Unterstufe, für die SuS sehr schwierig ist, sich 70 Minuten „am Stück“ zu konzentrieren. Diese nachlassende Konzentration, die man in der Jahrgangsstufe 5 auch deutlich erkennen konnte, könnte sich nachteilig auf die Lernziele und den Lerneffekt auswirken. Zwar haben die SuS nach jeder Unterrichtsstunde eine 10- minütige Pause, jedoch ist der Wechsel 45 bzw. 50 Minuten mit anschließender 5 Minutenpause aus meiner Sicht wesentlich sinnvoller.

III. Eigenständiger Unterricht

Bereits in der ersten Praktikumswoche habe ich mit meiner Praktikumsbetreuerin, Frau G., absprechen können, wann ich meine eigene Unterrichtsstunde in einer ihrer Klassen durchführen könne. Frau G. unterrichtete das Fach Spanisch in den Klassen 10, 11 und 12. Da die SuS der Jahrgangsstufen 12 mitten in den Abiturvorbereitungen steckten und sich die Klasse 11 ebenfalls schon intensiv auf das Abitur vorbereitete, machte Frau G. mir schnell deutlich, dass es am sinnvollsten sei, eine Unterrichtsstunde in der Jahrgangsstufe 10 zu übernehmen. Also hatte ich Frau G. gebeten, mir sämtliches Unterrichtsmaterial der Stufe 10 auszuleihen, was für sie auch kein Problem darstellte. Sie bat mich, das Thema „elgerundio“ vorzubereiten, welches die SuS vorher noch nicht behandelt hatte, ich also neu einführen sollte. Nachdem Frau G. mir dieses Thema zuteilte, habe ich mich über mehrere Tage und sehr intensiv mit der Unterrichtsplanung, dem Stundenverlauf, den Unterrichtsmethoden, usw. auseinandergesetzt. Als für mich die Unterrichtsplanung nun feststand und jeder Schritt des Stundenverlaufs bereits geplant war, wollte ich die Stunde mit Frau G. durchsprechen. Ich zeigte Frau G. meinen Stundenverlaufsplan, sowie meine für diese Stunde vorbereiteten Unterrichtsmaterialien. Frau G. jedoch gab mir zu verstehen, dass sie sich in der Themenwahl vertan hätte und in der 10. Klasse statt des Themas „elgerundio“, das Thema „elcomparativo/ elsuperlativo“ auf dem Lehrplan stehe. Ich war zunächst ein wenig verärgert, da ich nun innerhalb von ein paar Tagen ein komplett anderes Thema vorbreiten sollte und ich mir von Frau G. trotz des Themawechsels eine Rückmeldung bezüglich des Unterrichtsentwurfes zum Thema des Gerundiums gewünscht hätte. Meine ganze Arbeit schien mir also völlig überflüssig gewesen zu sein. Den „Ärger“ jedoch schnell vergessen, setzte ich mich an die Unterrichtsvorbereitung für das Thema „elcomparativo/ elsuperlativo“.

Für die Vorbereitungen auf dieses Thema, war mir das Buch (A_tope), mit dem die 10. Klasse arbeitet, sehr hilfreich. Hier fand ich sofort eine Übersicht, über alle Regeln des Komparativs und des Superlativs, mit denen ich mich kurz einarbeiten konnte. Außerdem stellte das Buch zahlreiche Übungen, zu diesem Thema zur Verfügung. So legte ich zunächst fest, mit welchen Übungen ich die Klasse arbeiten lassen möchte und bestimmte erst danach, wie ich die Einleitung zu Beginn der Stunde gestaltete. Zunächst hatte ich Bedenken, dass ich die volle Stunde, also die ganzen 70 Minuten, mit meinen Aufgaben und dem gesamten Unterrichtsvorhaben nicht füllen könnte. Im Nachhinein stellte ich aber fest, dass die SuS sehr lange brauchten, um auf gestellte Fragen zu antworten, sodass ich am Ende sogar weniger Übungen gebraucht hätte, um die Unterrichtsstunde zu füllen.

Der Verlauf der Stunde sah so aus, dass ich die SuS,nach einer kurzen Begrüßung, über das Thema der Stunde informierte und ihnen einen kurzen Überblick über den Verlauf der Stunde gab. Die SuS wirkten von Anfang an sehr konzentriert und motiviert. Zum Einstieg in das Thema „elcomparativo/elsuperlativo“ lasen wir gemeinsam einen Text im Buch „A_tope“, in welchem häufig die Formen des Komparativs und des Superlativs gebraucht wurden (bspw. „La habitación es másgrandeque la habitaciónquetengoahora.“ oder „La habitación es menosruidosaque mi habitación.“). Nachdem der Text von einer Schülerin laut vorgelesen wurde, stellte ich den SuS anschließend einzelne Fragen zum Text, um sicherzugehen, dass alle diesen verstanden haben. Anschließend fragte ich die Klasse, was ihnen grammatikalisch an dem Text neu erscheint. Den SuS bemerkten sofort die Neuheiten des spanischen Komparativs und des Superlativs. Ich forderte die SuS auf, jeden Satz dieser „Neuheit“ herauszufinden und vorzutragen. Diese Sätze wurden von mir an der Tafel gesammelt, um anhand derer, sobald alle Sätze herausgefunden wurden, den SuS die Regeln zur Bildung des Komparativs/Superlativs zu erklären. Mit den fünf Sätzen, die ich nun an der Tafel gesammelt hatte, sollten die SuS sich nun zunächst selber Regeln erschließen, wie man die beiden Formen bildet. Auf ein paar Regeln kamen die SuS von selbst, einige musste ich jedoch ergänzen. Die SuS schienen die Grammatik schnell zu verstehen, worauf ich sie noch auf die beiden unregelmäßigen Formen (bueno/a: mejor und mal/malo: peor) hinwies. Nachdem keine Rückfragen mehr gestellt wurden, begann ich mit der ersten Übung. Bei dieser Übung wurden Behauptungen zum Text aufgestellt, die die SuS mit „wahr“ oder „falsch“ („verdadero“ o „falso“) beantworten mussten. Die Bearbeitung dieser Aufgabe erfolgte in Einzelarbeit und die SuS brauchten für diese ca. 10 Minuten Zeit. Die SuS schienen mit der Aufgabe sehr gut zu Recht zukommen, so ergab sich auch bei der gemeinsamen Besprechung im Plenum, dass kaum jemand einen Fehler gemacht hatte. Im weiteren Verlauf der Stunde, forderte ich die SuS dazu auf, auch die nächste Aufgabe zu bearbeiten. Diese war meiner Meinung nach für die SuS schon etwas schwieriger, was sich im Unterricht auch bestätigte. Bemerkt habe ich dies insbesondere daran, dass die SuS viel mehr Zeit für die Bearbeitung der Aufgabe benötigten, als bei der ersten Übung und sich, obwohl die SuS in Einzelarbeit arbeiten sollten, häufiger mit dem Sitznachbarn ausgetauscht wurde. Bei Fragen zögerten die SuS jedoch nicht, mich zu fragen und ich konnte ihnen bei Verständnisfragen sehr schnell weiterhelfen. Die Aufgabe bestand darin, einen Lückentext auszufüllen, bei dem immer „más/menos/tan + adjectivo + que“ eingesetzt werden musste. Bei der Besprechung der Aufgabe im Plenum, stellte sich heraus, dass für die SuS die größte Schwierigkeit darin bestand, dass Adjektiv in Numerus und Genus an das Bezugswortes anzupassen. Ich denke jedoch, dass dies nur „Flüchtigkeitsfehler“ sind und die SuS die Regel der Anpassung des Adjektivs an das Substantiv durch weitere Übungsformen sehr schnell verinnerlicht haben werden. Nach Besprechung dieser Aufgabe, wiederholte ich mit der Klasse noch einmal alle Regeln, die für die Bildung des Superlativs und des Komparativs gelten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Beobachtungsbericht mit der Perspektive Muttersprache, Einsprachigkeit (Spanisch 10. Klasse Gymnasium)
Untertitel
comparativo/ el superlativo
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Praktikumsbegleitende Lehrveranstaltung
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V340855
ISBN (eBook)
9783668329201
ISBN (Buch)
9783668329218
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beobachtungsbericht, perspektive, muttersprache, einsprachigkeit, spanisch, klasse, gymnasium
Arbeit zitieren
Erika Wießner (Autor), 2015, Beobachtungsbericht mit der Perspektive Muttersprache, Einsprachigkeit (Spanisch 10. Klasse Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340855

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