Parallelen und Unterschiede zwischen Literatur und Spielfilm. Cecilia Aherns Roman „P.S. Ich liebe Dich“ und dessen Verfilmung durch Richard LaGravenese

Ein Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
8 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Inhaltszusammenfassung des Romans

3.Filme aus Literatur

4. Vergleich: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
4.1 Beginn und Ende der Geschichte
4.2 Freunde Familie und Umgebung
4.3 Briefe: Inhalt und deren Zustellung

5.Fazit

6.Bibliographie

1.Einleitung

In der heutigen Gesellschaft ist das Medium des Spielfilms fest etabliert. Mit aktuellen Spielfilmen versuchen sich Regisseure häufig an sogenannten „Literaturverfilmungen“. Bei diesen soll ein klarer Bezug zur Literatur hergestellt werden. Die vorliegende Arbeit „Film aus Literatur“, soll aufzeigen, dass Verfilmungen der diversen literarischen Werke in keiner Weise an die literarisch festgehaltene Handlung und deren Erzählweise herankommen kann. Das Ziel der Arbeit ist es, anhand der Gegenwartsliteratur „P.S. Ich liebe Dich“, welche als Grundlage für den auf seinem Geschehen basierenden, gleichnamigen Spielfilm diente, diese These zu verdeutlichen. Des Weiteren ist es Ziel der Arbeit, die Parallelen und Überschneidungen, sowie die wesentlichen Unterschiede aufzuzeigen. Um vor allem die zentralen Punkte zu fokussieren und meinen Vergleich sinnvoll zu gliedern, habe ich die Geschehnisse nach der Reihenfolge des Romans in die wesentlichen Punkte unterteilt. Diesen werde ich mich der Reihe nach widmen. Das Thema meiner Arbeit habe ich aufgrund persönlichem Interesse für Romane und deren Verfilmungen gewählt. Beim Lesen des Romans, sowie anschließendem Ansehen des gleichnamigen Filmes, waren für mich bereits größere Unterscheidungen sichtbar, sodass dies mein Interesse, weiter auf die Parallelen und Unterschiede einzugehen, erlangen konnte.

2.Inhaltszusammenfassung des Romans

Der behandelte Roman von Cecilia Ahern ist eine Liebesgeschichte. Es geht um eine junge Frau namens Holly Kennedy, die den Tod ihres Mannes über eine lange Zeit verarbeitet. Hierbei wird sie durch Briefe unterstützt, die ihr verstorbener Mann für sie hinterlassen hat. Das Paar heiratet in jungen Jahren und führt eine glückliche Ehe, welche als nahezu perfekt dargestellt wird. Ihr Mann Gerry erkrankt an einem Gehirntumor, woran er letztendlich mit einem Alter von nur 29 Jahren verstirbt. Im Verlauf seiner Krankheit schreibt er Briefe an seine Frau, welche sie nach seinem Tod erhalten soll. Diese besiegelt er jeweils mit den Worten „P.S. Ich liebe Dich“, wodurch auch der Titel des Romans entstanden ist. Holly kann mit dem Ableben ihres Mannes sehr schlecht umgehen und sondert sich von ihrer gesamten Außenwelt ab. Sie nimmt keinerlei ihrer Verpflichtungen wahr, ist für Freunde und Familie nicht mehr erreichbar und lässt sich stark verkommen. Sie verfällt einer schweren Depression. Dies ändert sich, als sie kurze Zeit nach der Beisetzung ihres Mannes seinen ersten Brief erhält. Die Briefe erstrecken sich bis zum Ende des Jahres, wobei Holly für jeden Monat eine Aufgabe zugewiesen bekommt oder er eine Überraschung erhält. Bei einer ihrer Aufgaben lernt Holly einen neuen Mann kennen und stellt fest, dass sie noch nicht in der Lage ist, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Nach dieser Zeit fasst sie jedoch neuen Lebensmut. Sie stellt sich neuen Aufgaben, wie einer neuen Arbeit und macht somit einen Schritt in eine neue Zukunft.

3.Filme aus Literatur

Der Begriff „Literaturverfilmung“ zeigt sich als sehr problematisch und umstritten. Durch dieses Geschehen soll Literatur in das audiovisuelle Medium des Films übernommen werden. Einen schriftsprachlich fixierten Text in das audiovisuelle Filmmedium zu übertragen ist in der Umsetzung nicht simpel, wobei besonders das Aufzeigen der literarisch festgehaltenen Emotionen eine Schwierigkeit darstellt. Oftmals führt das Ansehen einer Literaturverfilmung nach dem Lesen des schriftlichen Werkes zu einer Enttäuschung. Des Weiteren ist die zeitliche Begrenzung innerhalb eines Spielfilms vorgegeben, wobei der Zeitumfang eines literarischen Textes über eine freiere Gestaltungsmöglichkeit verfügt. Hierdurch impliziert die Verfilmung eines literarischen Werkes häufig deutliche Differenzen. Ein weiterer aufzugreifender Punkt ist die Sprache. Die literarische Sprache lässt sich nur bedingt auf medienspezifische Sprache transferieren. Die Umgebung und die Personen der Erzählung lassen sich für einen Leser nicht konkretisieren. Anders jedoch ist dies in der Verfilmung. Alle Personen und Gegenstände müssen konkret festgelegt werden, wobei dem Zuschauer seine eigene Interpretation vorweg genommen wird. Ein Buch ist ein intimeres Medium, bei dem jeder Leser frei interpretieren kann. In einem Buch kann eine einzelne Szene über mehrere Seiten beschrieben werden. Dies ist aufgrund der begrenzten Zeit eines Filmes nicht möglich. Eine Szene kann in lediglich einem Bild nachgestellt werden. Hierdurch ist eine Literaturverfilmung meist stark gekürzt.

4. Vergleich: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

In den folgenden Punkten werde ich die Schwierigkeit der Verfilmung eines literarischen Werkes anhand eines Vergleiches darstellen. Ich beziehe mich hierbei auf den Roman „P.S. Ich liebe Dich“ von Cecilia Ahern und die auf diesem basierende gleichnamige Verfilmung von Richard LaGravenese.

4.1 Beginn und Ende der Geschichte

Bereits zu Beginn der Geschichte „P.S.Ich liebe Dich“ unterscheidet sich der Film stark von seiner vorausgegangenen Literatur. Zu Beginn des Buches werden Hollys Gefühle nach dem Tod ihres Mannes beschrieben, sowie die Verarbeitung seines Ablebens. Nach dem Lesen einiger Sätze des Romans wird zügig deutlich, dass der Mann der Protagonistin nicht mehr am Leben ist: „Gerry war fort, und er würde nie wiederkommen. Das war die Realität.“[1], schreibt die Autorin auf der ersten Seite ihres Romans. Der Leser steigt sofort in die Gefühlswelt der Witwe ein. Der gleichnamige Film hingegen beginnt mit einem kurzen Vorspann aus der gemeinsamen Zeit des Paares. Der ursprüngliche Film jedoch beginnt mit Gerrys Beerdigung. Die Darstellung der Protagonistin des Romans ist eine völlig andere als der im Film verkörperten Person. Im Buch wird beschrieben, wie stark Holly nach dem Tod ihres Mannes an Gewicht verliert. Dies zeigt ein Bespiel an beschriebenen Tatsachen des Romans auf, die in der Verfilmung nicht aufzuweisen sind.

4.2 Freunde Familie und Umgebung

Im Cecilia Aherns Roman wird sehr häufig auf die Familie und die Familienverhältnisse der Protagonistin eingegangen. Die Familie spielt hier eine besonders große Rolle in ihrem Leben und wird häufig mit Besuchen im Elternhaus und Familienfestivitäten erwähnt. Im Film hingegen wird dies kaum thematisiert. Des Weiteren enthält das Buch einen Bruder der Protagonistin mit dem Namen Richard. Dieser ist für sie ein sehr wichtiger Mensch und ihr Verhältnis zueinander scheint sehr eng. Hollys Bruder hat bereits eine eigene Familie gegründet und hat zwei Kinder, deren auffälliges Verhalten im Roman häufig erwähnt wird. In der Verfilmung des Buches hat die Protagonistin lediglich eine Schwester, welche allerdings weit entfernt wohnt und zu dieser sie kaum den Kontakt pflegt. Vergleicht man weiterhin die Familienverhältnisse zwischen Roman und Film so fällt auf, dass der Vater der Hauptdarstellerin im Film ausgelassen wurde. Es wird erzählt, dass der Vater die Familie verlassen hat. Hollys Mutter ist somit im Film, anders als in der Literatur, alleinerziehend. Eine weitere auffällige Unterscheidung zeigt sich beim Anblick des Spielortes auf. Die Geschichte des Buches erzählt lediglich in Irland, Dublin, der Heimat der Protagonisten. Der Film hingegen enthält die meisten Szenen aus New York. Ein weiterer Unterschied weist sich beim konkreten Wohnort des Paares auf.

Im Buch wird von einem Haus mit Garten erzählt. Im Film hingegen wird eine kleine Altbauwohnung im vierten Stock gezeigt, was für die Hauptperson der Geschichte eine Belastung in Hinblick auf die gemeinsame Zukunft und die Gründung einer Familie darstellt Ebenso ist das irische „Pub“ ein häufiger Aufenthaltsort der Figuren. Hierbei zeigt sich eine weitere Differenz zwischen Buch und Film auf. Dieses gehört im Buch einem Mann namens Daniel, welchen Holly dort kennenlernt. Im Film wiederum ist Hollys Mutter die Eigentümerin dieses Pubs. Ein weiterer Unterschied wird bei der von Gerry geplanten Reise für seine Frau deutlich. Im Roman „P.S. Ich liebe Dich“ verläuft diese Reise nach Spanien. In der Verfilmung schickt der verstorbene Mann seine Ehefrau in seine Heimat, nach Irland.

4.3 Briefe: Inhalt und deren Zustellung

Der bedeutendste Teil, der im Roman, sowie im Spielfilm erzählten Geschichte handeln von den Briefen, die ein Ehemann nach seinem Tod für seine geliebte Frau hinterlässt. Natürlich weisen hierbei Roman und Spielfilm die meisten Differenzen auf. Diese beginnen bereits bei der Zustellung der hinterlassenen Briefe. Holly, die Protagonistin erhält alle Briefe bereits zu Anfang des Romans. Sie werden ihr kurze Zeit nach dem Tod ihres Mannes bei einem Besuch in ihrem Elternhaus überreicht. Im Film hingegen erhält Holly Kennedy die Briefe zeitversetzt.

[...]


1. Ahern,Cecilia:P.S.Ich liebe Dich, Frankfurt am Main 2004, S.7.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Parallelen und Unterschiede zwischen Literatur und Spielfilm. Cecilia Aherns Roman „P.S. Ich liebe Dich“ und dessen Verfilmung durch Richard LaGravenese
Untertitel
Ein Vergleich
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Neuere Deutsche Literatur)
Veranstaltung
Wissenschaftliche Textverarbeitung
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
8
Katalognummer
V340887
ISBN (eBook)
9783668304178
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
parallelen, unterschiede, literatur, spielfilm, cecilia, aherns, roman, dich, verfilmung, richard, lagravenese, vergleich
Arbeit zitieren
Tatjana Patzina (Autor), 2016, Parallelen und Unterschiede zwischen Literatur und Spielfilm. Cecilia Aherns Roman „P.S. Ich liebe Dich“ und dessen Verfilmung durch Richard LaGravenese, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340887

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