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Der listenlose König Marke in Eilharts 'Tristrant und Isalde'

Titel: Der listenlose König Marke in Eilharts 'Tristrant und Isalde'

Hausarbeit , 2014 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anna Schenck (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beleucht die Figur des König Marke in Eilharts von Oberge 'Tristrant und Isalde'. Die Forschung stellt ihn oft als blasse Figur dar, besonders im Vergleich mit dem Marke aus Gottfrieds von Straßbourg 'Tristan'. Diese genauere Analyse wirft ein neues Licht auf die Figur.

Dabei werden Details miteinbezogen, die die Forschung bei vorherige Vergleichen mit Gottfrieds Fassung ignoriert hat, wodurch Eilharts Figurenkonzeption lückenhaft erscheinen muss. In diesem Versuch, ein verständlicheres Bild von Marke zu fassen, werden die Rollen, die Marke zu spielen hat, analysiert und die eigentlich vorhandene, wenn auch oft abgestrittene, Kohärenz der Figur aufgezeigt.

Betrachtet wird hier Markes Rollenspektrum vom Herrscher und Beschützer seines Königreiches, über den Heiratsunwilligen mit ungemäßer Beziehung zu seinem Neffen, bis hin zum betrogenen Ehemann, der versucht seine Ehre zurückzugewinnen. Die These hierbei ist, dass Markes Problem – die Unfähigkeit listen zu durchschauen, oder selbst durchzuführen – zu einer Destruktion des Herrschers führt. Marke ist dabei schwer naiv und schädlich gutgläubig. Das macht es zugegebenermaßen nicht einfach seine Handlungen nachzuvollziehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Marke als Herrscher und Beschützer seines Königreichs

2.1 Der Königshof Markes

2.2 Der Moroltkampf

3. Heiratsunwilligkeit

3.1 Schwalbenhaarepisode

3.2 Die Braut

4. Der betrogener Ehemann

5. Der Versuch seine Ehre wiederherzustellen

5.1 Todesurteile

5.2 Waldleben

5.3 Verbannung Tristrants

6. Tristrants Rückkehrabenteuer

6.1 Artusepisode

6.2 Narrenszene

7. Markes Wiederherstellung als Herrscher

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Figur des Königs Marke in Eilharts 'Tristrant und Isalde' neu. Ziel ist es, die Kohärenz der Figur aufzuzeigen, die entgegen der forschungsüblichen Darstellung als "blass" oder "schwach" in ihrem internen Zwiespalt zwischen persönlicher Zuneigung zu seinem Neffen Tristrant und der Wahrung seiner herrschaftlichen Ehre begründet liegt.

  • Analyse des Rollenspektrums von Marke als Herrscher und Ehemann.
  • Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen 'minne' und 'êre'.
  • Deutung der Figur vor dem Hintergrund ihrer Unfähigkeit, List zu durchschauen.
  • Kontrastierung von Markes Handlungen mit den etablierten höfischen Normen.
  • Neuevaluation der Figurenkonzeption bei Eilhart im Vergleich zu Gottfried von Straßburg.

Auszug aus dem Buch

2 Marke als Herrscher und Beschützer seines Königreichs

Marke wird als junger, reicher und weit hin bekannter König eingeführt. Er ist Herrscher über Kornevâlis und sein Hof Tintanjôl ist ein zentraler Anziehungspunkt für Generationen von Wîganden, die Abenteuer suchen und sich in der Fremde erproben wollen. Auch Tristrants Vater Rivalîn von Lohenois verschlug es seinerzeit an Markes Hof, um dort êre und prîs zu gewinnen, indem er dem König im Kampf gegen eine gegnerische Macht aus Îberne beistand. SEEBER et al. bezeichnen Marke deswegen als „schwache[n] Herrscher, der fremder Hilfe von außen bedarf, um sich gegen den übergriffigen Gegner zur Wehr zu setzen.“ Ob es nun wirklich so schandhaft ist, die Hilfe eines Verbündeten anzunehmen, um sein Königreich zu schützen, ist fraglich. Es ist weiterhin schwierig, dies Marke als Schwäche anzurechnen, da er in der Lage ist Rivalîn entsprechend zu entlohnen, indem er ihm seine Schwester Blankeflûr zur Frau gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die These, dass Markes Handeln durch einen internen Konflikt zwischen Zuneigung und Ehre bestimmt wird, und stellt den Ansatz einer Neubewertung der Figur vor.

2. Marke als Herrscher und Beschützer seines Königreichs: Dieses Kapitel analysiert Markes Herrscherbild und seine Rolle als Schutzherr, wobei seine Abhängigkeit von externer Hilfe kritisch hinterfragt wird.

3. Heiratsunwilligkeit: Es wird untersucht, wie Markes anfängliche Weigerung zu heiraten mit seiner starken emotionalen Bindung an Tristrant und den daraus resultierenden Hofintrigen zusammenhängt.

4. Der betrogener Ehemann: Hier steht die Aporie im Fokus, in die Marke durch den Ehebruch zwischen Tristrant und Isalde gerät und wie er versucht, seine Ehre zu wahren.

5. Der Versuch seine Ehre wiederherzustellen: Dieses Kapitel behandelt die extremen Reaktionen Markes auf den Verrat, insbesondere die angestrebten Todesurteile als verzweifelte Versuche der Wiederherstellung seiner öffentlichen Ehre.

6. Tristrants Rückkehrabenteuer: Die Analyse konzentriert sich auf die zunehmende Eskalation zwischen Marke und Tristrant, wobei Markes Versuche, den Konflikt zu kontrollieren, wiederholt scheitern.

7. Markes Wiederherstellung als Herrscher: Das Kapitel thematisiert die finale Erkenntnis Markes nach dem Tod der Liebenden, die seine königliche Autorität und Menschlichkeit in ein neues Licht rückt.

8. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Markes Geschichte durch die Inkompatibilität von höfischer Ordnung und List zu einer tragischen Destruktion seines Herrscherbildes führt.

Schlüsselwörter

König Marke, Eilhart von Oberge, Tristrant und Isalde, minne, êre, Herrschaft, List, höfische Welt, Identität, Verrat, Ehre, Konflikt, Mittelalter, Literaturwissenschaft, Destruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Charakterzeichnung des Königs Marke in Eilharts 'Tristrant und Isalde' und stellt die gängige Forschungsmeinung infrage, er sei eine schwache oder unmotivierte Figur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen 'minne' (Liebe) und 'êre' (Ehre) sowie die strukturelle Inkompatibilität von höfischer Ordnung und List.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die interne Logik von Markes Handlungen aufzuzeigen und nachzuweisen, dass sein Verhalten aus einem tiefen inneren Zwiespalt zwischen seiner Liebe zu Tristrant und seiner Pflicht zur Wahrung der herrschaftlichen Ehre resultiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf Basis der Forschungsliteratur neu interpretiert und dabei Textstellen sowie Figurenkonstellationen detailliert untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Markes Rollen vom Herrscher und Beschützer über den Heiratsunwilligen bis hin zum betrogenen Ehemann und untersucht seine Reaktionen auf die Verratshandlungen Tristrants.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Marke, Tristrant, minne, êre, List, Herrschaft, Destruktion des Herrscherbildes und höfische Ordnung.

Warum hält die Autorin Marke nicht für einen schwachen König?

Die Autorin argumentiert, dass Markes Handeln eine eigene innere Logik besitzt und er vor allem an seiner Unfähigkeit scheitert, die "List" als gesellschaftliches Werkzeug zu durchschauen, die Tristrant und andere Figuren anwenden.

Welche Bedeutung kommt dem Schwert zwischen Tristrant und Isalde zu?

Das Schwert wird als Vorsichtsmaßnahme Tristrants gedeutet, die Marke zudem dazu veranlasst, von einer gewaltsamen Bestrafung abzusehen, da sie für ihn ein Zeichen von Keuschheit darstellt.

Welche Rolle spielen die "Todesurteile" in Markes Entwicklung?

Die Todesurteile werden als verzweifelter Versuch Markes interpretiert, seine durch den Verrat beschädigte Ehre wiederherzustellen; sie sind Ausdruck eines Konflikts, der weniger die Ehe als vielmehr die königliche Integrität betrifft.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der listenlose König Marke in Eilharts 'Tristrant und Isalde'
Hochschule
Universität Leipzig  (Germanistik)
Veranstaltung
Eilharts von Oberge 'Tristrant und Isalde'
Note
2,0
Autor
Anna Schenck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V340923
ISBN (eBook)
9783668303331
ISBN (Buch)
9783668303348
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tristan Tristrant und Isalde Eilhart von Oberge König Marke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Schenck (Autor:in), 2014, Der listenlose König Marke in Eilharts 'Tristrant und Isalde', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340923
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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