Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Sonstiges

Ein dystopischer Liberalismus? Judith N. Shklar in der Diskussion

Titel: Ein dystopischer Liberalismus? Judith N. Shklar in der Diskussion

Seminararbeit , 2016 , 23 Seiten , Note: Sehr Gut

Autor:in: Amanda Reiter (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit zum Thema „Ein dystopischer Liberalismus? Judith Shklar in der Diskussion“ bietet einen Einblick in die Philosophie von Judith Shklar, einer bedeutenden Repräsentantin der politischen Philosophie Nordamerikas. Im Rahmen des Seminars „Dimensionen des Politischen: Terror“ habe ich Shklars Werke erstmals kennengelernt und bei anschließender intensiverer Beschäftigung wurde dieses Thema zu einer spannenden und interessanten Aufgabe.

Am Beginn wird der von Shklar konzipierte „Liberalismus der Furcht“ vorgestellt und eine Abgrenzung gezogen zu anderen Ausgestaltungen des Liberalismus. In ihrem 1989 verfassten Aufsatz „Der Liberalismus der Furcht“ entwickelte Shklar ihre Gedanken bezüglich Furcht und Grausamkeit aus den früheren Werken „Ganz normale Laster“ und „Über Ungerechtigkeit“ weiter. Die Vermeidung der größten Übel, Grausamkeit, Furcht, und Furcht vor der Furcht wird in den Mittelpunkt ihres politischen Denkens gestellt. Daher werden in der folgenden Abhandlung diese Übel, einschließlich Unglück und Ungerechtigkeit genauer dargestellt und es wird aufgezeigt, wie das eine zum anderen führt und wo die Ursprünge liegen.

In weiterer Folge wird die Frage behandelt, welche institutionellen Ausgestaltungen auf staatlicher Ebene vorliegen und durch das Recht garantiert sein müssen, damit jeder einzelne frei von Furcht und Grausamkeit leben kann, insbesondere auch ohne die Freiheit der anderen zu beeinträchtigen. Zudem werden die Texte anderer Autoren wie Bajohr, Benhabib, Honneth, Walzer, Williams u.a. herangezogen und diskutiert, inwieweit deren Ansichten Shklars Philosophie unterstützen, ergänzen oder widersprechen. Auch wird erläutert, wie weit es sich bei Shklars Liberalismus um einen „dystopischen“ Liberalismusentwurf handelt. Außerdem wird in dieser Arbeit deutlich gemacht, wie das Konzept zur Verhinderung der größten Übel des menschlichen Lebens sich in einer Demokratie verwirklichen lässt und auf Shklars Forderung nach einer politisch wachsamen Bürgerschaft näher eingegangen. Abschließend will ich zeigen, wie allgemeingültig und erschreckend aktuell ihre Aussagen für die gegenwärtige weltpolitische Lage sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffserklärung Liberalismus

2. Furcht und Grausamkeit

2.1. Furcht

2.2. Grausamkeit als das größte Übel, „summum malum“

3. Gewährleistung der Freiheit durch den Staat

4. Das historische Gedächtnis

5. Staatsbürgerschaft der Wachsamkeit

5.1. Verständnis der Staatsbürgerschaft

5.2. Unglück und Ungerechtigkeit

5.3. Passive Ungerechtigkeit

5.4. Aktive Demokratie

6. Gedanken zu Aktuellem

Conclusio

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den von Judith N. Shklar konzipierten „Liberalismus der Furcht“ und untersucht dessen Relevanz für die moderne politische Theorie sowie aktuelle globale Herausforderungen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie eine demokratische Gesellschaft Grausamkeit und Furcht als größte Übel vermeiden und eine politisch wachsame Bürgerschaft fördern kann.

  • Grundlagen des Liberalismus der Furcht nach Judith N. Shklar
  • Die Rolle von Furcht und Grausamkeit als „summum malum“
  • Staatliche Institutionen zur Gewährleistung der Freiheit
  • Die Bedeutung des historischen Gedächtnisses
  • Das Konzept der Staatsbürgerschaft der Wachsamkeit
  • Aktualität der Shklarschen Philosophie in Bezug auf Terrorismus und Populismus

Auszug aus dem Buch

2. Furcht und Grausamkeit

Shklars Philosophie stellt besonders darauf ab, dass Menschen mehr sind als nur politische Subjekte, nämlich in erster Linie Körper, die von Schmerz, Gewalt, Furcht und Grausamkeit bedroht sein können.

Lange vor ihr haben andere politische Philosophen ebenfalls ihre theoretischen Ordnungen um den Begriff der Furcht angeordnet. Als Bespiele nennt Hirsch den Philosophen und Staatstheoretiker Hobbes mit seinem Hauptwerk Leviathan, zudem auch Kierkegaard und Montesquieu. Das Gefühl der Angst im Zusammenhang mit Politik und Staatslehre lässt sich ebenso bei anderen Philosophen finden. Machiavelli vertrat in seinem Werk „Il Principe“ die Ansicht, dass es für einen Herrscher besser sei, gefürchtet statt geliebt zu werden. Hobbes legte in „Leviathan“ dar, dass nur ein absolutistischer starker Staat die Bürgerinnen und Bürger schützen und von der Angst, im Naturzustand gewaltsam ums Leben zu kommen, befreien könne. Auch durch die Werke von Locke veränderte sich die Rolle der Furcht in der politischen Philosophie, durch die beginnenden liberalen Forderungen tritt auch die politische Angst gegenüber einem zu starken Staat hinzu.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung von Judith Shklars Philosophie und der zentralen Thematik des „Liberalismus der Furcht“ als ein dystopischer Entwurf.

1. Begriffserklärung Liberalismus: Abgrenzung des Shklarschen Ansatzes gegenüber klassischen Liberalismusdefinitionen, wie dem Naturrechtsliberalismus oder dem Liberalismus der persönlichen Entwicklung.

2. Furcht und Grausamkeit: Untersuchung der körperlichen Verwundbarkeit des Menschen und Etablierung von Grausamkeit als das „größte Übel“ (summum malum).

3. Gewährleistung der Freiheit durch den Staat: Analyse der notwendigen staatlichen Institutionen und Rechtsformen, um Freiheit ohne Furcht zu sichern.

4. Das historische Gedächtnis: Erörterung der Notwendigkeit, sich vergangener Gräueltaten bewusst zu bleiben, um zukünftige Unterdrückung zu verhindern.

5. Staatsbürgerschaft der Wachsamkeit: Forderung nach einer aktiven, sensiblen Bürgerschaft, die Ungerechtigkeiten erkennt und sich gegen passive Teilnahmslosigkeit stellt.

6. Gedanken zu Aktuellem: Anwendung der Shklarschen Theorie auf moderne Phänomene wie Terrorismus, rechtspopulistische Bewegungen und globale Ausbeutung.

Conclusio: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz von Shklars realistischer Sicht auf den Menschen und die Notwendigkeit politischer Wachsamkeit.

Schlüsselwörter

Liberalismus der Furcht, Judith N. Shklar, Grausamkeit, Summum malum, politische Philosophie, historische Sensibilität, Staatsbürgerschaft der Wachsamkeit, passive Ungerechtigkeit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, negative Freiheit, Terrorismus, Menschenrechte, Toleranz, politische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die politische Philosophie von Judith N. Shklar und ihren spezifischen Ansatz des „Liberalismus der Furcht“, der nicht auf idealisierte Utopien, sondern auf die Vermeidung von Grausamkeit abzielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis von Furcht und Grausamkeit, die Bedeutung des historischen Gedächtnisses sowie die aktive Rolle der Bürger in einer Demokratie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Shklars Konzept der „Staatsbürgerschaft der Wachsamkeit“ und die Vermeidung des „summum malum“ als Maßstab für einen gerechten Staat dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche/philosophische Arbeit, die primär auf der Analyse und Interpretation von Shklars Originaltexten sowie auf dem Diskurs mit sekundärliterarischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Liberalismusbegriffs, die Analyse von Furcht und Grausamkeit, staatliche Gewährleistungsfunktionen, das historische Gedächtnis und die praktische Umsetzung in Form einer wachsamen Staatsbürgerschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Liberalismus der Furcht vor allem Grausamkeit, Menschenrechte, politische Wachsamkeit und die Vermeidung von Ungerechtigkeit.

Was unterscheidet den „Liberalismus der Furcht“ von einem positiven Freiheitsbegriff?

Shklar fokussiert sich auf eine negative Freiheit – die Befreiung von Furcht und Einschüchterung –, anstatt eine perfekte, utopische Weltordnung oder eine spezifische Tugendhaftigkeit zu fordern.

Warum betont Shklar das „historische Gedächtnis“?

Das historische Gedächtnis ist notwendig, da vergangene Grausamkeiten jederzeit wiederkehren können; die bewusste Erinnerung dient als Mahnung, um die Anfälligkeit für Unterdrückung zu verringern.

Welche Rolle spielt die „passive Ungerechtigkeit“ im Werk?

Passive Ungerechtigkeit bezeichnet das Wegschauen der Bürger bei Betrug, Korruption oder Leid. Sie ist für Shklar ein großes Problem, da Untätigkeit die Stabilität von Rechtsstaatlichkeit untergräbt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein dystopischer Liberalismus? Judith N. Shklar in der Diskussion
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Rechtsphilosophie)
Veranstaltung
Seminar "Dimensionen des Politischen: Terror"
Note
Sehr Gut
Autor
Amanda Reiter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V340936
ISBN (eBook)
9783668303454
ISBN (Buch)
9783668303461
Sprache
Deutsch
Schlagworte
liberalismus judith shklar diskussion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Amanda Reiter (Autor:in), 2016, Ein dystopischer Liberalismus? Judith N. Shklar in der Diskussion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340936
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  23  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum