Gesundheitszirkel - Stressreduktion bei der Telearbeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Telearbeit und ihre besonderen Anforderungen
1.1 Begriffliche Klärung
1.2 Anforderungen
1.2.1 An Telearbeiter
1.2.2 An Unternehmen
1.2.3 An Telearbeitstätigkeiten

2. Stressoren in der Telearbeit.
2.1 Psychisch – mentale Stressoren
2.2 Soziale Stressoren
2.3 Physische Stressoren

3. Erkennung und Umgang mit Stressoren im Gesundheitszirkel
3.1 Die Grundidee
3.2 Die Zusammensetzung des Gesundheitszirkels
3.3 Phasen im Gesundheitszirkel
3.4 Merkmale von Gesundheitszirkel

4. Abschließendes Fazit

Einleitung

Bisher war die Informationsverarbeitung in einem Büro raum- und zeitgebunden. Menschen mussten an einem bestimmten Ort zusammenkommen und Zeit miteinander verbringen, um mit dem Material ,,Information" zu arbeiten. Die Informationsprodukte wurden verbal - in Besprechungen oder am Telefon - weitergegeben oder auf Papier per Post oder Fax ausgetauscht. Große Büros sind entstanden, in denen Tag für Tag viele Menschen zusammenkommen, um an dem Entwicklungs- und Produktionsprozess von Infos teilzunehmen.

Mit der Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechniken ergibt sich jedoch die Frage, ob die Büroorganisation in der heutigen Form noch sinnvoll ist. Bürogebäude haben einen hohen Anteil an unserer Gesamtfläche, und zu allem Überfluss stehen sie 12 bis 14 Stunden am Tag leer. Sie befinden sich in der Regel verstärkt in den Metropolen, was die An- und Abfahrt den allgemeinen Verkehrsbedingungen unterwirft. ( vgl. Drüke, H.; Feuerstein, G.; Kreibich, R. 1998, S. 13; http://www. empirica.de/telearbeit/index.html ).

Auch im Bereich der Produkte findet ein tiefgreifender Wandel statt. Sie entwickeln sich zunehmend zu immateriellen, flexiblen Informationsprodukten. Immer kürzere Produktlebenszyklen, z.B. in der Hi – Tech -Branche (teilweise weniger als ein Jahr), fördern die Bildung von strategischen Allianzen mit Technologie- und Marktführern. Dadurch wird das Marktrisiko verteilt.

Moderne Informations- und Kommunikationstechniken (PC, Fax, e-Mail, Mobiltelefon, Bildtelefon etc.) und die weltweite Verknüpfung von Datennetzen haben das Potential für Steigerungen von Leistung und Effizienz in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Damit verbunden sind grundlegende Änderungen heute existierender Organisations- und Arbeitsstrukturen. Kennzeichnend für diese Veränderungen ist eine nationale wie internationale Neustrukturierung der Arbeitsteilung innerhalb und zwischen Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen in Raum und Zeit (,,Telekooperation"). Vor allem die Telearbeit gilt dabei als ein zukunftsträchtiges Modell der Telekooperation wie der Gestaltung menschlicher Arbeit unter den Bedingungen räumlicher Verteilung und Mobilität. Ziel der Telearbeit ist das Flexibilisieren und Ausräumen sämtlicher Faktoren, die effektives und kostengünstiges Arbeiten beeinträchtigen. Hierzu gehören neben flexiblen Arbeitszeiten, Vertragsformen und Infrastrukturen auch flexible Mitarbeiterzahlen, Räumlichkeiten, Arbeitstechniken sowie intelligentere Organisations- und Führungsformen. Endziel der Telearbeit ist das virtuelle Unternehmen, das weder starre Betriebsformen noch räumliche und zeitliche Bindungen kennt. (vgl. Bundesanstalt für Arbeitsmedizin: Telearbeit: Neue Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheitsschutz. In: Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin (BafAM) Nr. 4/99, S. 415 – 416)

In dieser Arbeit sollen die besonderen Anforderungen, welche die Telearbeit mit sich bringt, gefolgt von der Beeinflussung des Telearbeiters durch die auf ihn wirkenden Stressoren und vor allem die Auseinandersetzung damit in Rahmen von Gesundheitszirkel dargestellt.

Im Kapitel 1 wird versucht, den Begriff Telearbeit zu definieren und die besonderen Anforderungen dieser Arbeitsform darzustellen. Die oft daraus resultierenden Stressoren werden im Kapitel 2 angesprochen. Das Kapitel 3 wird dem Umgang mit Stressoren im Gesundheitszirkel gewidmet.

1. Telearbeit und ihre besonderen Anforderungen

1.1 Begriffliche Klärung

„Mit Computer, Modem und Telefonanschluss ist die Quadratur des Kreises angeblich gelungen.Den Arbeitgebern ist es recht so: Ob Kredit- und Versicherungsanträge im Büro oder zu Hause in Puschen und Pyjama bearbeitet werden, ob Buchhaltung und Korrespondenz zwischen 9 und 17 Uhr oder zwischen „Sesamstraße“ und Mitternacht erledigt werden, ist ziemlich egal. Hauptsache effizient. Hauptsache fertig. Via Mausklick saust die Post ab auf dem Daten-Highway aus dem Wohnzimmer, pardon: dem „SoHo“, dem „Small office/Home office“. Ist so ziemlich das Gleiche wie ein Heimarbeitsplatz, klingt aber um einige Giga-Bytes cooler. Sieht ja niemand, ob zur Excel-Tabelle Lockenwickler und Gesichtsmaske getragen werden.“ (Wulf, K., 2002, S. 172)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bildquelle: Telearbeit - gesund gestaltet. Tipps für gesundheitsverträgliche Telearbeit. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 1996.

So stellen sich wahrscheinlich viele Menschen Telearbeit vor. Aber wie wird sie wirklich definiert?

Aus den zahlreichen Definitionsversuchen habe ich drei ausgewählt, die mir am prägnantesten erschienen.

Nach einer Definition des Bundeswirtschaftsministeriums ist Telearbeit jede auf Informations- und Kommunikationstechniken gestützte Tätigkeit, die ausschließlich oder alternierend (zeitweise) an einem außerhalb des Betriebs liegenden Arbeitsplatz verrichtet wird (z.B. Privatwohnung, Nachbarschaftsbüro, Satellitenbüro, Telehaus, mobiler Arbeitsplatz). Dieser Arbeitsplatz ist mit der zentralen Betriebsstätte durch elektronische Kommunikationsmittel verbunden. (vgl . Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Bundesministerium für Wirtschaft, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (Hrsg . ). 1998, S.8)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung definierte Telearbeit folgendermaßen: ,,Unter Telearbeit ist die Arbeit zu verstehen, die Mitarbeiter außerhalb der Firmenräume, in der Wohnungen, in Nachbarschafts- oder Satellitenbüros, unter Nutzung von öffentlichen Kommunikationsmitteln und entsprechenden technischen Geräten zur Erledigung ihres Arbeitsvertrages verrichten." (Bundesministerium für Bildung und Forschung: www.telework.de/twcc_mainframe_telearbeit.htm, Zugriff 16.03.2002)

Die „Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen" sieht Telearbeit so: ,,Unter Telearbeit versteht man jede Tätigkeit, die von einer Person (Arbeitnehmer, Selbständiger, Heimarbeiter) vorwiegend oder weitgehend an einem räumlich außerhalb des Betriebes im herkömmlichen Sinne liegenden Arbeitsplatz für einen Arbeitgeber oder Auftraggeber unter Einsatz moderner Technologien verrichtet wird." (Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, 1997, S. 1)

1.2.Anforderungen

1.2.1 An Telearbeiter

Für die Beschäftigten, die an den Vorteilen von Telearbeit interessiert sind, stellt sich die Frage nach ihrer persönlichen Eignung. Unabhängig davon, ob Telearbeit isoliert, alternierend oder mobil ausgeübt wird, gibt es persönliche Eigenschaften, die Telearbeiter/-innen besitzen sollten. Die Arbeitnehmer müssen vor allem die Bereitschaft zur Telearbeit vorweisen, und diese auch freiwillig durchführen wollen. Das Forschungsinstitut für Telekommunikation stellt nach vorgenannter Aussage die erforderlichen Basisqualifikationen von Telearbeiterinnen und Telearbeitern folgendermaßen zusammen (vgl. Landesinitiative media NRW, 1998; S.18):

- Selbstdisziplin, -organisation, -management

Telearbeiter/-innen müssen über eine hohe Selbstdisziplin und Organisationstalent verfügen.

- Fachliche Qualifikation und Problemlösungskompetenz, Selbständigkeit und Zuverlässigkeit

Qualifikation und Problemlösungskompetenz in Hinsicht auf den Umgang mit den Informations- und Kommunikationsmedien reduzieren den Supportaufwand. Der Wegfall der Kontrolle am Arbeitsplatz erfordert Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit.

- Organisatorische Kenntnisse des Hauses

Aufgabenbereiche, Arbeitsabläufe und Ansprechpartner sind von den Telearbeitern als Grundkenntnis vorauszusetzen.

- Motivation

Die Motivation für die Arbeit und für die neue Arbeitsform sind notwendig, um auftretenden Schwierigkeiten begegnen zu können.

- Kommunikationsfähigkeit

Einem eventuell am Telearbeitsplatz entstehenden Kommunikationsdefizit muss aktiv gegengesteuert werden.

Es ist offensichtlich, dass nicht jeder Mitarbeiter, der für die Telearbeit zunächst geeignet erscheint, auch bereits über die erforderlichen Qualifikationen für sein neues Arbeitsumfeld verfügt. Folglich sind potentielle Telearbeiter im Rahmen von Schulungen und Seminaren auf ihren neuen Aufgabenbereich gezielt vorzubereiten, wobei in diesem Zusammenhang vor allem dem Umgang mit der Informations- und Kommunikationstechnik eine größere Bedeutung zukommen sollte.

Neben den Qualifikationen sind auch häusliche und familiäre Voraussetzungen von den Telearbeitern zu erfüllen. So sind das Berufsleben und das familiäre Umfeld miteinander in Einklang zu bringen. Die Familie muss lernen, sich der neuen Situation anzupassen, damit die Telearbeit konzentriert ausgeübt werden kann. Die angemessene Gestaltung und räumliche Anordnung des Telearbeitsplatzes sind hierbei von großer Bedeutung (vgl. Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Bundesministerium für Wirtschaft, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (Hrsg.), 1998, S. 33-34).

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Gesundheitszirkel - Stressreduktion bei der Telearbeit
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V34099
ISBN (eBook)
9783638344135
ISBN (Buch)
9783656713616
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitszirkel, Stressreduktion, Telearbeit
Arbeit zitieren
Adam Lach (Autor), 2002, Gesundheitszirkel - Stressreduktion bei der Telearbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34099

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