Die Arbeit erläutert das Verständnis von sozialer Wahrnehmung, Stereotypen und Vorurteile sowie deren Entstehung und Einfluss auf Personen bezüglich dem weiteren Kennenlernen. Zu Beginn dieser Arbeit wird auf die grundlegenden Begriffe eingegangen und anhand des ersten Dates das Kontinuum-Model der Eindrucksbildung nach Fiske & Neuberg erklärt. Durch die statistische Erhebung soll der Einfluss und der Unterschied von Stereotypen sowie Vorurteilen im Geschlechtervergleich verdeutlicht werden.
Der erste Eindruck zählt! Diesen Satz haben wir schon in vielen Lebenslagen gehört. Sei es bei einem Vorstellungsgespräch oder beim ersten Date. Der erste Eindruck verläuft automatisch ab und innerhalb von Zehntel-Sekunden entsteht ein Bild über eine Person. Wir bilden uns ein Urteil und ordnen sie einer Kategorie zu, dem sogenannten „Schubladendenken“. Die Körpersprache, Mimik und Gestik aber auch Stereotypen sowie Vorurteile spielen dabei ein große Rolle.
Für viele Menschen ist es sehr wichtig den Partner fürs Leben zu finden, daher kann das erste Date der erste Schritt für eine Beziehung sein. Umso bedeutender ist es, beim ersten Kennenlernen einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Die Eindrucksbildung entsteht schon bei einer kurzen Begegnung und danach steht für uns nahezu unveränderlich fest, wie wir eine Person einschätzen, wer uns als attraktiv, sympathisch oder vertrauenswürdig erscheint. Die subjektive Wahrnehmung verändert sich in der Regel nicht mehr entscheidend, auch wenn dieser Eindruck nicht immer der Wahrheit entspricht. Es handelt sich um „systematisch, aber unbewusste und ganz automatische ablaufende Prozesse“ (Herkner, 1986, S. 360). Der erste Eindruck und die Verhaltensweisen, werden von den zugeschriebenen Eigenschaften (Stereotyp) und der Beurteilung (Vorurteil) bestimmter Personen, beeinflusst. Auch beim ersten Date wird unsere Meinung von der sozialen Wahrnehmung geprägt. Männer und Frauen unterscheiden sich in ihren Verhaltens- und Denkweisen. Diese Aussage wird zusätzlich durch die Studie der Tübinger Universitätsklinik „Geschlechtsunterschiede in der sozialen Wahrnehmung“ untermauert und anhand des Beispiels „Frauen können schlechter einparken als Männer“ deutlich. Aufgrund dieser Aussage, parken Frauen tatsächlich schlechter ein (Universitätsklinikum Tübingen, 2010). Aber werden Frauen auch in Bezug auf das weitere Kennenlernen eines Dating-Partners durch Stereotypen beziehungsweise Vorurteile mehr beeinflusst?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemstellung und Forschungsfrage
3 Wissenschaftlicher Hintergrund
3.1 Soziale Wahrnehmung
3.2 Stereotypen
3.3 Vorurteile
3.3.1 Arten von Vorurteilen
3.3.2 Entstehung von Vorurteilen
3.4 Das Kontinuummodell der Eindrucksbildung nach Fiske & Neuberg
3.5 Hypothesen
4 Datenerhebung
4.1 Untersuchungsdesign und Erhebungsmethode
4.2 Stichprobe und Untersuchungsdurchführung
5 Ergebnisse
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Vorurteilen und der Eindrucksbildung beim ersten Date, wobei insbesondere der Einfluss von Stereotypen und Vorurteilen im Vergleich zwischen den Geschlechtern analysiert wird, um zu klären, wie diese Faktoren das Interesse an einem weiteren Kennenlernen beeinflussen.
- Soziale Wahrnehmung und Kategorisierungsprozesse
- Theoretische Grundlagen zu Stereotypen und Vorurteilen
- Das Kontinuummodell der Eindrucksbildung nach Fiske & Neuberg
- Empirische Analyse mittels Speed-Dating und Korrelationsstudie
- Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Urteilsbildung
Auszug aus dem Buch
3.4 Das Kontinuummodell der Eindrucksbildung nach Fiske & Neuberg
Die Aktivierung von Stereotypen läuft automatisch ab, doch es besteht die Möglichkeit diese zu reflektieren und überdenken (Devine, 1989, S. 6). Dieser Prozess wird als „kontrollierte Informationsverarbeitung“ bezeichnet (Petersen, 2011, S. 238). Fiske und Neuberg (1990, S. 3) erfassten, als Grundlage für diesen Prozess, in ihrem Kontinuummodell der Eindrucksbildung, dass ich sich die kategoriebasierten Bewertungen auf dem einen Ende des Kontinuums, bis zu individualisierten Reaktionen auf dem Anderen, erstreckt. Das Durchlaufen des Kontinuums-Modells hängt von den Interaktionen zwischen motivationalen Faktoren und den Aufmerksamkeitsfaktoren ab (Fiske & Neuberg, 1990, S. 3). Das Kontinuums-Modell veranschaulicht die Unterdrückung des Stereotyps, nach der Kategorisierung und Bewertung einer Person. Mit Hilfe des Modells nach Fiske & Neuberg, welches von Interpretations-, Motivations- und Aufmerksamkeitsfaktoren beeinflusst wird, kann ein erneuter Prozess der Kategorisierung stattfinden (Pendry, 2014, S. 128).
Der Prozess kann in Anlehnung an Fiske & Neuberg (1990, S. 4-9) anhand des ersten Dates wie folgt beschrieben werden: 1. Schritt: Zwei Personen (männlich und weiblich) treffen sich bei einem Speed-Dating zum ersten Mal. Beide Individuen nehmen sich wahr. Die Kategorisierung des Gegenübers in verschiedene Stereotypen (z.B. Blondine, Macho, Clown, Streber…) beginnt. 2. Schritt: Die Voraussetzung ist, dass beide Personen Interesse an jeweils einer Eigenschaft der anderen Person haben, dann setzt sich der Prozess fort (Die Person wird als relevant eingestuft). Falls kein Interesse besteht wird der Ablauf gestoppt. Die Gesprächsintensität ist abhängig vom Interesse. 3. Schritt: Die Aufmerksamkeit der Personen wird auf die Eigenschaften der jeweils gegenüberstehenden Person gerichtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des ersten Eindrucks ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Einfluss von Stereotypen und Vorurteilen beim ersten Date zu untersuchen.
2 Problemstellung und Forschungsfrage: Hier wird die Relevanz der Eindrucksbildung bei ersten Begegnungen dargestellt und die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen sozialer Wahrnehmung und geschlechtsspezifischen Vorurteilen formuliert.
3 Wissenschaftlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Konzepte der sozialen Wahrnehmung, Stereotypen, Vorurteile sowie das Kontinuummodell der Eindrucksbildung als theoretisches Fundament.
4 Datenerhebung: Der Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen, einschließlich des Forschungsdesigns, der Operationalisierung der Variablen und der Durchführung des Speed-Datings.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung der Daten, einschließlich der Korrelationen zwischen Vorurteilen und dem weiteren Kennenlernen sowie geschlechtsspezifische Analysen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Bestätigung der Hypothesen zusammen, diskutiert Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf potenziellen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Soziale Wahrnehmung, Stereotypen, Vorurteile, Eindrucksbildung, Erstes Date, Kontinuummodell, Fiske & Neuberg, Geschlechterunterschiede, Korrelationsstudie, Speed-Dating, Kognition, Sozialpsychologie, Diskriminierung, Rassismus, Altersvorurteile.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den psychologischen Prozess der Eindrucksbildung bei einem ersten Date und analysiert, inwieweit Stereotypen und Vorurteile das Urteil über eine Person sowie die Entscheidung für ein weiteres Kennenlernen beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen soziale Wahrnehmung, die Theorie der Stereotypisierung und Vorurteilsbildung sowie deren praktische Anwendung im Kontext von Dating-Situationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob ein Zusammenhang zwischen sozialer Wahrnehmung und den Geschlechtern in Bezug auf Stereotypen und Vorurteile beim ersten Date existiert und ob diese Faktoren das weitere Kennenlernen beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Studie verwendet einen empirischen Ansatz: Es wurde ein Speed-Dating durchgeführt, gefolgt von einer quantitativen Fragebogen-Erhebung, deren Daten mittels Korrelations- und Regressionsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert zunächst die theoretischen Grundlagen der sozialen Kognition und stellt anschließend das Kontinuummodell der Eindrucksbildung vor. Danach folgt die detaillierte Beschreibung der Datenerhebung und die Präsentation der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Soziale Wahrnehmung, Stereotypen, Vorurteile, Eindrucksbildung und Geschlechterunterschiede beschreiben.
Welche Rolle spielt das Kontinuummodell von Fiske & Neuberg?
Es dient als theoretisches Rahmenmodell, um den Prozess von der automatischen, stereotypbasierten Kategorisierung bis hin zur kontrollierten, individualisierten Beurteilung einer Person während des Dates zu erklären.
Welche geschlechtsspezifischen Ergebnisse wurden festgestellt?
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern: Frauen haben eine stärkere Korrelation zwischen Vorurteilen und dem weiteren Kennenlernen, was bedeutet, dass Vorurteile bei ihnen einen stärkeren Einfluss auf die Entscheidung für weitere Treffen haben.
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- Katrin Gerleigner (Author), 2016, Der erste Eindruck. Einfluss von Stereotypen und Vorurteilen auf das erste Date, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340999