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Architektur der Postmoderne

Title: Architektur der Postmoderne

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Peter Neitzsch (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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In was für Zeiten leben wir eigentlich? Beim Versuch diese Frage zu beantworten, hört man immer wieder auch das Schlagwort von der 'Postmoderne'. Gerade in populärwissenschaftlichen und journalistischen Publikationen erfreut sich der Begriff zunehmender Beliebtheit. Doch gibt es auch eine wissenschaftliche Definition, was 'postmodern' sein soll? Anders als der Begriff der Moderne hat die Postmoderne als analytisches Instrument noch kaum Eingang in die Sozialwissenschaften gefunden. Anwendung gefunden hat das Konzept der 'Postmoderne' dagegen in Kunst und Kultur und der kulturphilosophischen Reflexion über diese. Daher versucht auch diese Arbeit "Architektur der Postmoderne" das spezielle Thema, in die weiter gefasste Kulturdiskussion einzubetten. Hierzu wird eingangs auf die Entstehung des Konzepts in der Philosophie eingegangen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Beiträgen von Jean-François Lyotard, Leslie A. Fiedler und Jacques Derrida. Bevor auf die Besonderheiten postmoderner Baukunst eingegangen wird, werden die allgemeinen Merkmale postmoderner Kunst besprochen. Im zweiten Teil werden so dann exemplarisch einige Praktiker und Theoretiker postmodernen Bauens vorgestellt. Dazu gehören Robert Venturi, Charles Jencks, Heinrich Klotz und Oswald Matthias Ungers. Abschließend werden die ästhetischen Strategien postmoderner Architektur am Beispiel konkreter Bauten veranschaulicht. Abgerundet wird die Arbeit mit einem kurzen Vergleich moderner und postmoderner Stadtkonzeptionen, hier soll die gesellschaftliche Relevanz der Architektur über die bloße ästhetische Ausgestaltung einzelner Gebäudes hinaus deutlich werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Entstehung des Konzepts der Postmoderne in der Kunst

1.1 Begriffsgeschichte

1.2 Philosophische Beiträge zur Postmodernität

1.2.1 Jean-François Lyotard

1.2.2 Leslie A. Fiedler

1.3 Merkmale postmoderner Kunst

2 Theoretiker und Praktiker postmoderner Architektur

2.1 Robert Venturi

2.2 Charles Jencks

2.3 Heinrich Klotz

2.4 Oswald Matthias Ungers

3 Merkmale und ästhetische Strategien postmoderner Architektur am Beispiel ausgewählter Bauten

4 Die Postmoderne Stadt

4.1 Moderne Stadtkonzeptionen

4.2 Postmoderne Stadtkonzeptionen

Zusammenfassung

Zielsetzung und Themenfelder

Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Postmoderne im Bereich der Architektur und ordnet es in den breiteren kunst- und kulturtheoretischen Diskurs ein. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Ansätze sowie praktischer Beispiele aufzuzeigen, wie postmoderne Architektur als Gegenentwurf zum funktionalistischen Einheitsstil der Moderne agiert und welche ästhetischen Strategien dabei zum Einsatz kommen.

  • Genese des Postmoderne-Begriffs in Kunst und Philosophie
  • Analyse zentraler Theoretiker und Praktiker (u.a. Venturi, Jencks, Klotz, Ungers)
  • Ästhetische Strategien wie Eklektizismus, Zitathaftigkeit und Kontextualität
  • Vergleich von modernen und postmodernen Stadtkonzeptionen
  • Die gesellschaftliche Relevanz postmoderner Architektur

Auszug aus dem Buch

2.1 Robert Venturi

Aufsehen erregte Robert Venturi 1966 mit seiner programmatischen Schrift „Komplexität und Widerspruch in der Architektur“, worin er sich vehement gegen den allseits vorherrschenden „Vulgär-Funktionalismus“ wandte. Statt einem internationalem Einheitsstil zu frönen, solle der Architekt sich wieder auf die Form seiner Bauten konzentrieren und einen neuen gestalterischen Einfluss geltend machen. Venturi plädierte für eine nicht-funktionale Architektur: Dem „less is more“ mit dem Mies van der Rohe moderne Architektur begründete, hielt Venturi ein „less is a bore“ – weniger ist langweiliger – entgegen. (Klotz, 1985, S. 147) Die moderne Architektur sollte nur noch rein zweckmäßig sein, ihr Leitsatz war: „Form follows Function“. Diesen Funktionalismus lehnte Venturi wie andere Postmodernisten ab. Die Bauwerke sollten nicht mehr nur funktional sein, sondern viel mehr ein künstlerisches Unikat darstellen.

Seine persönliche Meinung formuliert Venturi so: „Ich mag eine teilweise kommpromislerische Architektur mehr als eine ‚puristische’, eine verzerrte mehr als eine ‚stocksteife’, eine vieldeutige mehr als eine ‚artikulierte’ (...), eine konventionelle noch mehr als eine angestrengt ‚neue’. (...) Ich ziehe eine vermurkste Lebendigkeit einer langweiligen Einheitlichkeit vor. Dementsprechend befürworte ich den Widerspruch, vertrete den Vorrang des ‚Sowohl-als-auch’.“ (Venturi, In: Joedicke, 1990, S. 185) Seiner Abneigung gegenüber dem Purismus ist wohl Venturis Vorliebe für den Manierismus des 16. Jahrhunderts geschuldet. So nahmen die von ihm errichteten Gebäude ein weiteres wichtiges Stilmerkmal postmoderner Architektur vorweg: die Wiederentdeckung von Ornamenten, welche die Fassaden der Gebäude zieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Entstehung des Konzepts der Postmoderne in der Kunst: Dieses Kapitel erläutert die Begriffsgeschichte sowie die philosophischen Fundamente durch Denker wie Lyotard und Fiedler und definiert die allgemeinen Merkmale postmoderner Kunst.

2 Theoretiker und Praktiker postmoderner Architektur: Hier werden die prägenden Konzepte und theoretischen Beiträge von Venturi, Jencks, Klotz und Ungers vorgestellt, welche die Abkehr vom Funktionalismus einleiteten.

3 Merkmale und ästhetische Strategien postmoderner Architektur am Beispiel ausgewählter Bauten: Anhand konkreter Bauwerke werden die theoretischen Ansätze der Postmoderne wie Zitat, Eklektizismus und die Öffnung für individuelle Wahrnehmung praktisch veranschaulicht.

4 Die Postmoderne Stadt: Dieser Abschnitt kontrastiert moderne, funktionalistische Stadtplanung mit postmodernen Ansätzen, die auf historischer Vielfalt, Kontextualität und pluralistischen Konzepten basieren.

Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass die Postmoderne zwar keine einheitliche Epoche darstellt, jedoch maßgeblich zur Überwindung des rationalistisch-funktionalen Einheitsstils beigetragen hat.

Schlüsselwörter

Postmoderne, Architektur, Funktionalismus, Moderne, Eklektizismus, Kontextualität, Städtebau, Ästhetik, Stilpluralismus, Dekonstruktion, Zeichen, Symbole, Kulturtheorie, Form follows Fiction, Historismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Übergang von der modernen zur postmodernen Architektur und analysiert, wie postmoderne Ansätze die theoretischen und praktischen Prinzipien des Bauens verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung des Postmoderne-Begriffs, die Architekturtheorie, die Bedeutung von Symbolik und Ornamenten in der Baukunst sowie städtebauliche Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kultursoziologische Rekonstruktion der Architektur der Postmoderne und die Einordnung der darin enthaltenen ästhetischen Strategien in den Kontext der kulturellen Diskussion des späten 20. Jahrhunderts.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und literaturbasierte Analyse, um die Positionen einflussreicher Theoretiker und Architekten sowie deren praktische Umsetzungen zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die philosophischen Grundlagen, die Ansichten bedeutender Theoretiker wie Venturi und Jencks, architektonische Fallbeispiele sowie den Vergleich moderner und postmoderner Stadtkonzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Postmoderne, Architektur, Eklektizismus, Funktionalismus, Städtebau, Stilpluralismus und Kontextualität.

Was bedeutet der von Venturi geprägte Begriff „decorated shed“?

Es bezeichnet ein Gebäude, bei dem die Fassade als Bedeutungsträger fungiert und durch Ornamente und Symbole eine Geschichte erzählt, während die Struktur selbst funktional bleibt – der Unterschied zwischen dem reinen Haus und dem Schuppen.

Warum wird die postmoderne Stadt als „Collage“ bezeichnet?

Da postmoderne Stadtkonzepte auf dem Prinzip der Vielfalt und der Kombination ungleicher Elemente verschiedener Epochen basieren, statt auf einem einheitlichen, idealistischen Entwurf wie in der Moderne.

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Details

Title
Architektur der Postmoderne
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Moderne, Postmoderne, Modernisierung - eine kultursoziologische Rekonstruktion
Grade
2,0
Author
Peter Neitzsch (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V34102
ISBN (eBook)
9783638344166
ISBN (Book)
9783638749039
Language
German
Tags
Architektur Postmoderne Seminar Moderne Postmoderne Modernisierung Rekonstruktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Neitzsch (Author), 2004, Architektur der Postmoderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34102
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