Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theaterwissenschaft, Tanz

Krieg als extreme Form des Theaters

Titel: Krieg als extreme Form des Theaters

Seminararbeit , 2016 , 46 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Manuel Kröger (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die Frage gestellt: Kann Krieg eine extreme Form des Theaters sein? Daraus entwickeln sich weitere Fragen: Was ist Theater, Theatralität und Inszenierung? Mit welchen Mitteln und in welchen Formen kann Krieg zu einer theatralen Situation werden?

Das Ziel dieser Arbeit ist es, für das Thema „Krieg“ zu sensibilisieren und Manipulationen sichtbar werden zu lassen. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wird mit Fachliteratur über Krieg und Theater gearbeitet, außerdem werden zwei Spielfilme und eine Dokumentation analysiert.

Krieg wird in westeuropäischen Ländern vor allem durch die Medien erfahrbar, anhand von Videos, Fernsehnachrichten, Bildern, Zeitungsberichten, Büchern, Filmen, Theaterstücken. Und manchmal auch durch Erzählungen von Soldaten, Politikern oder Opfern des Krieges. Was davon Wahrheit ist, was davon Übertreibung oder Untertreibung und was davon gelogen ist, kann auf den ersten Blick oftmals nichts erkannt werden. Krieg erscheint als eine Tatsache, als eine Realität, die nicht manipulierbar ist, sondern brutal und nackt, pure Wahrheit.

Aber Krieg kann auch inszeniert werden. Mithilfe von Propagandafilmen oder anderen Propagandamedien wird der Krieg als ein Abenteuer voller Helden und Ruhm und Ehre dargestellt, Kriege werden aus Gründen der Profitgier begonnen, es werden aber andere Gründe vorgeschoben, die von den Menschen akzeptiert werden, zum Beispiel Verteidigung des Vaterlandes, Demokratisierung eines Landes, Suche nach Atom-, Chemie- und Biowaffen in einem Land, zum Schutz der Weltgemeinschaft. Kriege werden mit Bildern gesteuert, Politik kann mit Kriegen – oder Inszenierungen von Kriegen – gesteuert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theater und Film

2.1 Die Welt als Theaterbühne

2.2 Theater, Theatralität und Inszenierung

2.3 Unterschiede zwischen Theater und Film

3 Leib, Körper und Figur

3.1 Der (phänomenale) Leib

3.2 Der (kultivierte) Körper

3.3 Die (fiktive) Figur

4 Krieg

4.1 Definition des Begriffs „Krieg“

4.2 Das Genfer Abkommen – Spielregeln des Kriegs

5 Krieg als theatrale Situation

5.1 Die Kriegsikone

5.1.1 Die Rote Fahne auf dem Reichstag

5.1.2 Raising the Flag on Iwo Jima

5.1.3 Raising the Flag at Ground Zero

5.1.4 The Falling Soldier

5.1.5 The Napalm Girl

5.1.6 Aylan Kurdi

5.2 Kriegspropaganda

5.2.1 Der Informationskrieg

5.2.2 Theater und Film als Propagandainstrument der Nationalsozialisten

5.2.3 Propaganda durch die Medien im Irakkrieg

5.3 Inszenierte Kriege in Spielfilmen und in Dokumentationen

5.3.1 Inszenierung eines Krieges in dem Spielfilm Wag the Dog

5.3.2 Inszenierung einer Kriegsberichterstattung in dem Spielfilm Special Correspondents

5.3.3 Inszenierung von Kriegshandlungen in der ZDF-Dokumentation Machtmensch Putin

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob Krieg als eine extreme Form des Theaters betrachtet werden kann, indem sie die theatralen Mechanismen von Inszenierung, Performance und Bildkonstruktion analysiert. Ziel ist es, für die manipulative Kraft von (Kriegs-)Bildern zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie politisch instrumentalisierte Szenarien als Realität wahrgenommen werden.

  • Theatralität und Inszenierung als anthropologische Kategorien
  • Transformation des Krieges durch mediale Berichterstattung
  • Analyse von Kriegsikonen als theatrale Zeichen
  • Propagandamechanismen in Film und Fernsehen
  • Dekonstruktion fiktiver und realer Kriegsszenarien

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Die Rote Fahne auf dem Reichstag

Die Rote Armee eroberte zwischen dem 28.04. und dem 01.05.1945 den Reichstag in Berlin. Das Foto Die Rote Fahne auf dem Reichstag zeigt das Hissen der Fahne der Roten Armee als Zeichen der Eroberung. Es wurde von dem Fotografen Jewgeni Chaldei aufgenommen, am 02.05.1945. Allerdings ist das Foto nachgestellt. Es zeigt eine Szene, die sich am Abend dem 30.04.1945 abgespielt hatte, da wurde die sowjetische Fahne zum ersten Mal auf das Dach gesetzt. Das Bild symbolisiert den Sieg über Berlin und über Deutschland. Das Datum der Aufnahme stimmt nicht mit dem Datum überein, an dem die dargestellte Szene stattgefunden hatte. Auch die Namen der Soldaten, die am 30.04. die Fahne hissten, sind andere als die Namen der Soldaten auf dem Foto. Die Männer auf dem Foto heißen offiziell Meliton Kantaria, Michail Jegorov und Konstantin Samsonow, in Wirklichkeit aber waren es Alexei Kowaljow, Abdulchakim Ismailow und Leonid Goritschew.

Stalin erfand nach Aussage Chaldeis die offiziellen Namen, weil er einen georgischen Landsmann, nämlich Kantaria, auf dem Siegerfoto haben wollte. Des Weiteren ist diese Aufnahme nur eine von vielen, die in diesen Tagen von diesem gestellten Motiv gemacht wurden. Andere Soldaten waren ebenfalls auf dem Reichstagsdach und hissten Fahnen, sogar schon vor dem Abend des 30.04.1945, dem offiziellen Zeitpunkt des Fahnehissens. Und auch das Foto an sich wurde im Nachhinein verändert: Einem Soldaten wurde eine Armbanduhr wegretuschiert, um ihn nicht als Plünderer aussehen zu lassen. Es gibt auch Versionen, in die dunklere, dramatischere Wolken im Hintergrund hineinretuschiert wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage, ob Krieg als extreme Form des Theaters fungieren kann, und umreißt die methodische Herangehensweise anhand von Fachliteratur, Spielfilmen und Dokumentationen.

2 Theater und Film: Hier werden die zentralen Begriffe Theater, Theatralität und Inszenierung definiert und die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Medium Theater (Kopräsenz) und Film herausgearbeitet.

3 Leib, Körper und Figur: Das Kapitel differenziert zwischen dem phänomenalen Leib als Grundmaterial, dem kulturell aufgeladenen Körper und der fiktiven Figur innerhalb eines theatralen Rahmens.

4 Krieg: Es erfolgt eine Definition des Krieges als politisches Phänomen sowie eine Auseinandersetzung mit den völkerrechtlichen Rahmenbedingungen durch die Genfer Konventionen.

5 Krieg als theatrale Situation: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht Kriegsikonen, die Mechanismen von Kriegspropaganda und analysiert exemplarisch, wie Spielfilme und Dokumentationen Kriegsszenarien inszenieren.

6 Fazit: Das Fazit führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass Kriegssituationen durch mediale Inszenierungen theatrale Formen annehmen können.

Schlüsselwörter

Krieg, Theater, Theatralität, Inszenierung, Kriegsikone, Propaganda, Informationskrieg, Medienwirklichkeit, Performance, Dokumentation, Spielfilm, Manipulation, Realität, Wahrnehmung, Body-Studies

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Schnittmenge zwischen Krieg und Theater und geht der Frage nach, inwieweit kriegerische Ereignisse oder deren mediale Darstellung theatralen Gesetzmäßigkeiten folgen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Medialität des Krieges, die Konstruktion von Identitäten (Leib, Körper, Figur), die Analyse berühmter Kriegsikonen und die Rolle von Propaganda in modernen Konflikten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, für die manipulative Kraft medial vermittelter Kriegsbilder zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie durch Inszenierung eine "theatrale" Wahrnehmung von Gewalt erzeugt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kulturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Fachliteratur zu Theater- und Kriegstheorien mit der praktischen Untersuchung von Bildmaterial, Spielfilmen und Dokumentarfilm-Beispielen verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Theater und Identitätsbegriffen sowie eine detaillierte Analyse von Kriegsikonen und medienkritischen Fallbeispielen aus Spielfilmen und Dokumentationen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Krieg, Theatralität, Inszenierung, Informationskrieg und die Unterscheidung zwischen Körper und Figur sind die konstitutiven Begriffe für diese Untersuchung.

Inwiefern beeinflusst Bildbearbeitung die historische Wahrheit von Kriegsikonen?

Die Arbeit zeigt anhand von Beispielen wie dem "Roten Fahne"-Foto oder "The Falling Soldier", dass nachträgliche Retuschen und Inszenierungen die Beweiskraft verringern und historische Ereignisse in dramaturgisch optimierte Ikonen verwandeln.

Wie unterscheidet sich die Inszenierung im Spielfilm "Wag the Dog" von der ZDF-Dokumentation "Machtmensch Putin"?

Während "Wag the Dog" als fiktionale Satire die theoretische Möglichkeit einer vollkommenen Medieninszenierung durchspielt, dokumentiert das Beispiel "Machtmensch Putin" einen realen Fall, in dem Nachrichtensendungen durch die Einbindung eines bezahlten Schauspielers zu einer "filmisch-theatralen" Fälschung wurden.

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Krieg als extreme Form des Theaters
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Theaterwissenschaftliches Institut (TWM))
Veranstaltung
Forschungsseminar: Theatrale Extremfälle (Themen und Konzepte der Theatertheorie)
Note
1,0
Autor
Manuel Kröger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
46
Katalognummer
V341034
ISBN (eBook)
9783668305038
ISBN (Buch)
9783668305045
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krieg form theaters
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manuel Kröger (Autor:in), 2016, Krieg als extreme Form des Theaters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341034
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  46  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum