Prekarisierung der Arbeitswelt. Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber


Bachelorarbeit, 2015

42 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Hintergrund der Arbeit
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2. Historischer Kontext der Prekarisierung

3. Theoretischer Rahmen der Beschäftigungsformen
3.1 Das Normalarbeitsverhältnis
3.2 Atypische Beschäftigung
3.3 Prekäre Beschäftigung

4. Gesamtübersicht über die Beschäftigungsstruktur am Arbeitsmarkt und Dienstleistungssektors in Deutschland
4.1 Situation des deutschen Arbeitsmarktes und Dienstleistungssektors
4.2 Niedriglohnsektor
4.3 Kategorische Betrachtung des Dienstleistungssektors bei Leiharbeitsverhältnissen

5. Einfluss und Auswirkungen prekärer Beschäftigungsverhältnisse auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber
5.1 Einfluss auf den Arbeitgeber
5.2 Einfluss auf den Arbeitnehmer

6. Handlungsfelder und Handlungsmöglichkeiten

7. Fazit und Ausblick

8. Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis

Eidesstaatliche Erklärung

1. Einleitung

1.1 Hintergrund der Arbeit

Die deutsche Arbeitslandschaft des 21. Jahrhunderts scheint einem stätigen Veränderungsprozess unterlegen zu sein. Neben der Globalisierung, der Digitalisierung, dem Wertewandel innerhalb unserer Gesellschaft, prägen die ständig wechselnden Anforderungen an Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt die Unternehmenswelt. ÄDie neue ‚Normalität‘ am Arbeitsmarkt wird die unsichere und turbulente Erwerbsbiographie mit höchst unterschiedlichen Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitsphasen sein.“1Der Wandel für Beschäftigte in Bezug auf zukünftige Beschäftigungsverhältnisse wird dadurch ausgedrückt.

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse werden seit den 1990er Jahren in Deutschland verstärkt thematisiert. Die Frage nach qualitativen Aspekten innerhalb der Debatte um die Zukunft der Beschäftigungsverhältnisse gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Durch Änderungen in der wohlfahrtsstaalichen Sicherung und der gleichzeitigen Deregulierung der Beschäftigungsverhältnisse hat Erwerbsarbeit für den Lebensunterhalt sowie die Frage nach Einkommenssicherheit immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland, besonders im Dienstleistungssektor, ermöglichen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine höhere Flexibilität und damit eine Zunahme der Beschäftigung insgesamt. Dies birgt jedoch einige Risiken, welche dem traditionellen Normalarbeitsverhältnis entgegenwirken und somit die Ausbreitung unsicherer Beschäftigungs- und Lebensverhältnisse fördern.

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

Die zunehmende Verwendung atypischer Beschäftigungsmodelle von Unternehmen zeigt eine Veränderung innerhalb der Beschäftigungsverhältnisse abseits des Normalarbeitsverhältnisses auf. Daraus resultieren zukünftige Änderungen in der Bedeutung von Humankapital für Unternehmen in einer modernen Arbeitswelt. Um als Unternehmen im zukünftigen internationalen Wettbewerb einer globalisierten Welt bestehen zu können, dienen atypische Beschäftigungsverhältnisse als kostengünstige Ausweichmöglichkeit abseits von traditionellen Beschäftigungsverhältnissen. Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren durch Schwankungen im Bedarf an Erwerbstätigen und Strukturverschiebungen dargestellt.

Ziel dieser Arbeit ist es den Einfluss prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Dienstleistungssektor, sowohl auf den Arbeitnehmer als auch auf den Arbeitgeber, zu untersuchen.

Ausgehend vom historischen Kontext der Prekarisierung und dessen Entstehungsgeschichte wird der verwendete Kontext des Begriffes der Prekarisierung verdeutlicht. Im Weiteren folgt eine Betrachtung der bestehenden sowie für die Arbeit relevanten Beschäftigungsverhältnisse. Im theoretischen Kontext werden einzelne Beschäftigungsformen hinführend zur ihrer Bedeutung innerhalb der Prekaritätsdebatte untersucht. Die Existenz prekärer

Beschäftigungsverhältnisse im deutschen Arbeitsmarkt und Dienstleistungssektors werden dargestellt. Anhand der Ergebnisse einer Betrachtung des deutschen Arbeitsmarktes und Dienstleistungssektors werden ausschlaggebende Faktoren und Sektoren sowie besonders von Prekarität betroffene Beschäftigungsverhältnisse aufgezeigt. Darauf aufbauend werden die Bedeutungen, sowie Auswirkungen prekärer Beschäftigungsverhältnisse auf den Arbeitgeber und Arbeitnehmer dargestellt. Nach der Betrachtung von einem spezifischen Fallbeispiel innerhalb des Dienstleistungssektors, erfolgt die Ableitung möglicher Handlungsfelder und Handlungsoptionen unter arbeitsmarktpolitischen und unternehmerischen Gesichtspunkten. Daraus folgt das Fazit und es wird ein Ausblick für eine genauere Betrachtung des Themenfeldes vorgenommen.

2. Historischer Kontext der Prekarisierung

Um die Entwicklung der Prekarisierung nachvollziehen zu können ist es wichtig zuerst den Zusammenhang des Kontexts und deren Begrifflichkeiten zu verstehen. Innerhalb der chronologischen Darlegung der Entwicklung der Prekaritätsdebatte, werden verschiedene Begriffsdefinitionen vorgenommen. Unter anderem werden die Begriffe ‚prekär‘ und ‚Prekarität‘ definiert und voneinander abgegrenzt, denn die Verwendung dieser Begriffe oftmals einer Gleichsetzung unterfallen. Das Wort Äprekär“ ist so vom lateinischen Äprecarius“, als auch vom französischen Äprécaire“ abzuleiten und wird als Äunbeständig“, Ävorrübergehend“, Älabil“ und Äunsicher“ übersetzt.2

Die traditionelle Arbeitsgesellschaft der Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre war geprägt durch den von Frederik W. Taylor geprägten Taylorismus, welcher eine klare Funktionstrennung von Kopf (Planung und Management) und Handarbeit (Produktion) forderte.3 Die durch Henry Ford eingeführte Fließbandproduktion und die daraus entstandene Massenproduktion förderte eine Erhöhung des Lohnniveaus sowie eine Zunahme des Konsums. Diese führten zur Vollbeschäftigung und somit zur Herausbildung des Normalarbeitsverhältnisses.

Seit 1957 die Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) verabschiedet wurden, hat jeder Arbeitnehmer in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraums sowie in der Schweiz die Möglichkeit, in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union zu arbeiten. Daraus folgend Äwuchs bis in die 1970 Jahre die Beschäftigung im sekundären Sektor, als auch im tertiären Sektor“.4Bis in die Mitte der 1990er Jahre war ein Auftreten des Begriffes ‚Prekarität‘ in Lohn- und Erwerbsarbeit noch nicht etabliert. Nur ein geringer Teil der Beschäftigten im primären Sektor der Landwirtschaft sowie des Einzelhandels und ertragsschwachen meist selbstständigen Produktions- und Handwerksgewerben waren von unsicheren oder nicht existenzsichernden Arbeitsverhältnissen betroffen. Geringe Arbeitssicherheit, schlechte Arbeitsbedingungen sowie eine hohe körperliche und psychische Belastung, hatten eine Flucht der Beschäftigten in den genannten Bereichen zu Unternehmen des sekundären und tertiären Sektors zur Folge. Kritik an Beschäftigungsverhältnissen in der Arbeitswelt fanden bisher nur auf Grund von inhumanen oder lebensgefährdenden Arbeitsbedingungen statt. Erst durch die Entstehung des Sozialstaates und sozialer Sicherungssysteme in den 1950 bis 1970er Jahren5, wie die Etablierung und Ausweitung des Arbeitsrechts als auch die Sicherung durch Tarifverträge, wurden die kollektiven Rechte der Beschäftigten gestärkt. Eine garantierte Beschäftigung und höhere Löhne führten zu einem Transfer der Beschäftigten aus den traditionellen Sektoren in die wachsenden Sektoren.6So entstanden im Dienstleistungssektor kurzfristig Normalarbeitsverhältnisse mit unbefristeter Vollzeitbeschäftigung mit tariflich geregelter Entlohnung.7

Mit steigenden Beschäftigtenzahlen, insbesondere im tertiären Sektor wurden atypische Arbeitsverhältnisse, wie geringfügige Beschäftigung und befristete Beschäftigungsverhältnisse etabliert. Besonders durch Änderungen in der Dienstleistungsfreiheit der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sowie der im EWG-Vertrag festgelegten vier Grundfreiheiten über die Freiheit des Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs und des am 01.01.1993 verabschiedeten europäischen Binnenmarktes, expandierte die Dienstleistungsbeschäftigung. Durch die Öffnung des Dienstleistungsmarktes in Deutschland für andere europäische Staaten wurde von einem allgemeinen Beschäftigungswachstum ausgegangen. Wirtschaftliche Potenziale für Dienstleistungsempfänger sowie ein starker Wettbewerb innerhalb des Dienstleistungsmarktes sind als Folgen dieser anzusehen.8 Vor diesem Hintergrund gewann nicht nur der Begriff der Prekarisierung allein an Bedeutung.

Das Interesse an den Auswirkungen prekärer Beschäftigungsverhältnisse auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber wurden zusätzlich in öffentlichen Debatten thematisiert. Ursprünge der Prekaritätsdebatte lassen sich in der Mitte der 1990er Jahren in den Arbeiten von Robert Castel und Pierre Bourdieu finden. In Bourdieus Buch ÄPrekarität ist überall“ aus dem Jahr 1997 beschreibt dieser eine wachsende Ausbreitung von Unsicherheit unter Arbeitnehmer und Arbeitgebern, welche sich in Teilzeit oder befristeten Beschäftigungsverhältnissen befinden. Nach Bourdieus Auffassung beschränkt die Unsicherheit sich nicht nur auf spezifische Teile der Gesellschaft, sondern ist in allen Teilen der Gesellschaft anzutreffen. Dabei resultiert aus der genannten objektiven Unsicherheit eine subjektive Unsicherheit in Bezug auf Handlungsoptionen und -fähigkeiten im Arbeitsmarkt, welche durch die Beschäftigten wahrgenommen wird. Dies betrifft jeden Beschäftigten, selbst wenn dieser nicht betroffen scheint oder betroffen ist.9

‚Prekarität‘ ist nach der Definition der Europäischen Kommission eine Grauzone in der die sozialen Schutzrechte der Arbeitnehmer sowie grundlegende Beschäftigungsverhältnisse und -standards reduziert werden können. Durch Unsicherheiten in der zukünftigen Erwerbsbiographie eines Arbeitnehmers, wird beispielsweise das Privatleben der Beschäftigten, wie zum Beispiel die Planung einer Familie, maßgeblich beeinflusst.10Moderne Beschäftigungsformen sowie Mischformen der Erwerbsarbeit eine tragen so zusätzlich zum Ursprung der Prekarisierung bei. Der Soziologe Castel sieht den Ursprung der Prekarisierung in ökonomischen Aspekten und als Äzentralen Prozess, der von neuartigen technologisch-ökonomisch Erfordernissen der Entwicklung des modernen Kapitalismus in Gang gehalten wird“.11 Castel ordnet von Prekarisierung betroffene Beschäftigte in drei verschiedene Kategorien ein:

- „Destabilisierung des Stabilen“

Hierzu zählen abhängig Beschäftigte und integrierte Arbeiternehmer, als Bestandteil der Mittelklasse, welche von einem sozialen sowie gesellschaftlichen Absturz bedroht sind und unter ÄDestabilisierung des Stabilen“ zu verstehen sind. Innerhalb der Erwerbs- und Lohnarbeit sei eine gegenläufige Entwicklung zum Wachstum der Beschäftigung bis in die 1970er Jahre zu beobachten. Wo gesicherte Beschäftigungsverhältnisse zu einem sozialen Aufstieg innerhalb der Gesellschaft verhalfen, befinden sich jetzt Aufstiegs- und Mobilitätsbarrieren innerhalb des Arbeitsmarktes.12

- „Sich-Einrichten in der Prekarität“

Hier steht der Fokus auf dem, laut Castel Äständigen Zeitarbeiters“. Darunter sind Personen zu verstehen, welche sich über einen langen Zeitraum hinweg in niedrig entlohnten, unsicheren, sowie gesellschaftlich schlecht angesehenen und diskontinuierlichen Beschäftigungsverhältnissen befinden. Also auch von kurzfristiger Arbeitslosigkeit zeitweilig betroffen sind und somit keine Grundlage zum Aufstieg in sicherere Beschäftigungsverhältnisse haben.13

- „Die Überzähligen“

Diese von Castel beschriebene Kategorie bezeichnet Beschäftigte, welche eine untergeordnete gesellschaftliche Position hinsichtlich des Beschäftigungsniveaus und Ihrer Qualifikation einnehmen. Besonders betroffen sind hier Langzeitarbeitslose, gering qualifizierte Personen und Personen welche als ‚nicht voll einsetzbar‘ für den Arbeitsmarkt erscheinen. Als ‚nicht voll einsetzbare‘ Personen gelten vor allem Personen mit Handicap und Personen die auf Grund physischer oder psychischer Einschränkungen nicht am Erwerbsleben teilnehmen können. Während der Industrialisierung Deutschlands wurden diese unter anderem als Hilfsarbeiter zur Produktion von Gütern eingesetzt. Da heutzutage keine gesellschaftliche Nützlichkeit, sowie Anerkennung hinsichtlich Ihrer Qualifikation besteht, ist es schwierig sich innerhalb des heutigen Arbeitsmarktes zu integrieren. Zu vermerken ist hierbei, dass diese Kategorie keine Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf Veränderung Ihres Umstandes haben.14 Zu betrachten ist hierbei der Identitätsverlust innerhalb der Erwerbssituation und niedere Platz der Personen innerhalb des Arbeitsmarktes.

Um die Entwicklung der Prekarisierung verstehen zu können, werden im folgenden bedeutende Beschäftigungsformen dargelegt, um eine bessere Einordnung prekärer Beschäftigungsverhältnisse vornehmen zu können.

3. Theoretischer Rahmen der Beschäftigungsformen

Globalisierung, technologische Innovationen und Wertewandel begründen die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Dies förderte in den letzten Jahren die Entwicklung zahlreicher Beschäftigungsverhältnisse außerhalb des Normalarbeitsverhältnisses. Gründe lassen sich im Strukturwandel des Dienstleistungssektors finden. Das erhöhte Aufkommen kleiner Dienstleistungs- betriebe innerhalb des Sektors verstärkt den Wettbewerbsdruck auf Mitbewerber. Auch der durch die Politik betriebene Abbau rechtlicher Beschränkungen, sowie die ÄTarifentbindung“ bei atypischer Beschäftigung, macht es Unternehmen möglich mehr flexible oder atypische Arbeitsplätze zu schaffen.15 Um die Entwicklung flexibler Erwerbsformen hin zu atypischen oder prekären Erwerbsformen zu verstehen, welche meist in Relation zu definieren sind, ist es wichtig einen allgemeinen Überblick über Beschäftigungsformen zu bekommen.

3.1 Das Normalarbeitsverhältnis

In der Wissenschaft gibt es verschiedene Definitionen darüber, welche die Kernelemente eines definitorischen Normalarbeitsverhältnisses ausmachen. Nach Dietz und Walwei ist dies eine unabhängige, sozialversicherungspflichtig abhängige Vollzeitbeschäftigung.16Schmid stellt das Normalarbeitsverhältnis als Vollzeitbeschäftigung ohne zeitliche Befristung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, welches sozialversichert ist und gleichzeitig alle üblichen gesetzlichen Regulationen bietet und beachtet dar.17 Auch Garantien des Kündigungsschutzes, eine bestehende betriebliche Interessenvertretung sowie eine feste Betriebszugehörigkeit sind Bestandteil des Normalarbeits- verhältnisses.18Unterscheidet man das Normalarbeitsverhältnis von atypischen Beschäftigungsformen, so gibt es unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der Einordnung von Beschäftigungsformen in diese Kategorie. So kann beispielsweise ein unbefristetes, sozialversicherungspflichtiges Vollzeitarbeits- verhältnis genauso unter dieser Kategorie eingeordnet werden, wie eine unbefristete Teilzeitbeschäftigung.

Ein besonderes Merkmal des Normalarbeitsverhältniss ist die sozialstaatliche Sicherung der Beschäftigten. Bei zeitweiliger Erwerbslosigkeit ist das existenzielle Einkommen der Beschäftigten durch staatliche Regularien abgesichert. Gleichzeitig besteht eine Interessenvertretung der Beschäftigten durch Gewerkschaften und Betriebsräte. Ein weiteres Merkmal von Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältniss ist die betriebliche Integration. Durch die Zugehörigkeit zur Stammbelegschaft wird die Möglichkeit gegeben, innerhalb der Beschäftigtenstruktur des Betriebes und daraus folgend auch in der Gehaltsstruktur aufzusteigen.19

3.2 Atypische Beschäftigung

Atypische Beschäftigungsverhältnisse sind schon seit langem ein zentrales Thema in der Debatte der Flexibilisierung und Prekarisierung des Arbeitsmarktes. Definitionen atypischer Beschäftigungsverhältnisse sind vielfältig. Aus diesem Grund sind diese immer in Relation zum abhängigen Normalarbeitsverhältnis zu betrachten. So ist die Eingrenzung eines atypischen Beschäftigungsverhältnisses und Ihrer Formen negativ von dem definitorischen Normalarbeitsverhältnis zu finden.20

Formen atypischer Beschäftigung sind dabei Teilzeitbeschäftigung, geringfügige Beschäftigung, befristete Beschäftigung, Leih-, Zeit- und Kurzarbeit sowie Formen der Selbstständigkeit. Auch Traineestellen, Praktika und nicht- standardisierte Arbeitsmodelle wie Honorartätigkeiten und freie Mitarbeit sind darunter zu verstehen. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wie Ein-Euro-Jobs zählen auch zu dieser Beschäftigungskategorie.

[...]


1Bonß, Wolfgang 2006: Beschäftigt - Arbeitslos. In: Stephan Lessenich und Frank Nullmeier (Hrsg.): Deutschland - eine gespaltene Gesellschaft. Frankfurt a. M./New York: Campus, S. 53-72.

2* Epple, Barbara (Hg.) (2014): Langenscheidt, Universal-Wörterbuch Französisch. Französisch-Deutsch;Deutsch-Französisch. Langenscheidt KG. Neubearb. 2014. München, Wien: Langenscheidt. ** Pleisteiner, Heike (Hg.) (2015): Langenscheidt, Schulwörterbuch Englisch. Englisch Deutsch, Deutsch-Englisch. Neubearb. München, Wien: Langenscheidt.

3Hebeisen, Walter (1999): F. W. Taylor und der Taylorismus. Über das Wirken und die Lehre Taylors und die Kritik am Taylorismus. Zürich: vdf Hochschulverl. an der ETH Zürich (Mensch, Technik, Organisation, 24), S.175.

4Bosch, Gerhard; Weinkopf, Claudia: Arbeitsverhältnisse im Dienstleistungssektor. In: WSI Mitteilungen, 2011, Heft (o.J.), S. 439.

5Bundeszentrale für politische Bildung: Sozialstaat, in: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202107/sozialstaat [Zuletzt geprüft am: 16.10.2015].

6Bosch, Gerhard; Weinkopf, Claudia: Arbeitsverhältnisse im Dienstleistungssektor. In: WSI Mitteilungen, 2011, Heft (o.J.), S. 439

7Vergl. Ebd., S.439.

8Europäisches Parlament: Dienstleistungsfreiheit, in: http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/Lexikon/Pdf/Dienstleistungsfreiheit.pdf [zuletzt geprüft am 16.10.2015].

9Bourdieu, Pierre (2004): Gegenfeuer. Konstanz: UVK Univ.-Verl. (UVK Soziologie, 37), S.108.

10Sander, Nadine (2011): Flexibilisierung, Prekarisierung und das Individuum, S.147, In: Kornelia Hahn und Cornelia Koppetsch (Hg.): Soziologie des Privaten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 147-167.

11Castel, Robert; Pfeuffer, Andreas (2008): Die Metamorphosen der sozialen Frage. Eine Chronik der Lohnarbeit. 2. Aufl., (Sonderausg.). Konstanz: UVK Univ.-Verl. Konstanz (Édition discours, 44), S.357.

12Sander, Nadine (2011): Flexibilisierung, Prekarisierung und das Individuum, S. 149, In: Kornelia Hahn und Cornelia Koppetsch (Hg.): Soziologie des Privaten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 147-167.

13Vgl. Ebd., S.153.

14Vgl. Ebd., S.154.

15Eichhorst, Werner; Tobsch, Verena (2014): Flexible Arbeitswelten. Research Report No. 59. In: IZA Research Report (59), S. 7-9.

16Dietz, Martin; Walwei, Ulrich (2006): Beschäftigungswirkungen des Wandels der Erwerbsformen. In: WSI Mitteilungen, S. 278.

17Schmid, Günther (2000): Arbeitsplätze der Zukunft: Von standardisierten zu variablen Arbeitsverhältnissen. In: Kocka, Jürgen/Offe, Claus (Hg.): Geschichte und Zukunft der Arbeit. Frankfurt/New York: Campus Verlag, S. 269-292.

18Mayer-Ahuja, Nicole (2003): Wieder dienen lernen? Vom westdeutschen "Normalarbeitsverhältnis" zu prekärer Beschäftigung seit 1973. Univ., Diss.-Göttingen, 2002. Berlin: Ed. Sigma, S. 34.

19Vergl. Ebd., S.39.

20Springer Gabler Verlag (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon: Atypische Beschäftigung, in: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/576005891/atypische-beschaeftigung-v3.html [zuletzt geprüft am 18.10.2015].

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Prekarisierung der Arbeitswelt. Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Hochschule
SRH Hochschule Berlin (früher OTA)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
42
Katalognummer
V341075
ISBN (eBook)
9783668305762
ISBN (Buch)
9783668305779
Dateigröße
1163 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prekarisierung, Arbeitsmarkt, Arbeitsverhältnisse, Abwertung, Arbeitsnehmer, Arbeitsgeber, Arbeitswelt
Arbeit zitieren
Tim Gerlach (Autor), 2015, Prekarisierung der Arbeitswelt. Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341075

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