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Mediävalisierungsstrategien bei antiken Stoffen. Motive im "Eneasroman" von Heinrich von Veldeke

Title: Mediävalisierungsstrategien bei antiken Stoffen. Motive im "Eneasroman" von Heinrich von Veldeke

Essay , 2014 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Dieser Essay behandelt die Mediävalisierung von antiken Stoffen und deren Funktion. Als Grundlage dient dazu der "Eneasroman", welcher um 1170 bis 1174 und nach 1183 von Heinrich von Veldeke verfasst worden ist. Im Hinblick auf die Mediävalisierung sollen sowohl die hier angewandten Strategien als auch die Motive im Antikenroman untersucht werden, wobei sich eine chronologische Vorgehensweise anbietet, um der Komplexität des Eneasromans gerecht zu werden.

Zur Erarbeitung historischer Grundlagen wird "Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter" von Joachim Bumke und hinsichtlich der Thematik der Antikenromane "Deutsche Antikenromane des Mittelalters" von Elisabeth Lienert verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mediävalisierung von antiken Stoffen

2.1 Definition und theoretischer Rahmen

2.2 Funktion der Mediävalisierung im Eneasroman

3. Strategien der Mediävalisierung

3.1 Soziale Rollen und höfische Lebenswelt

3.2 Kleidung, Prunk und materielle Kultur

3.3 Idealisierung des Rittertums

4. Zentrale Motive

4.1 Minne und ihre emotionale Wirkung

4.2 Antike Mythologie und christliche Adaption

4.3 Ehre, Rache und Lehenswesen

5. Fazit und Zusammenfassung der Funktionen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spezifischen Strategien der Mediävalisierung im Eneasroman von Heinrich von Veldeke. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, auf welche Weise antike Stoffe in den höfischen Kontext des Mittelalters übertragen wurden, um bestehende gesellschaftliche Normen, wie das Rittertum und die Minne, zu legitimieren und zu idealisieren.

  • Methodische Analyse der Mediävalisierung als literarische Projektion.
  • Untersuchung des höfischen Ideals und ritterlicher Tugenden.
  • Bedeutung des Motivkomplexes von Minne und Ehre.
  • Verhältnis von antiker Mythologie zur christlich geprägten Gegenwart.
  • Herrschaftslegitimation durch Genealogie und Geschichte.

Auszug aus dem Buch

Mediävalisierungsstrategien bei antiken Stoffen und Motive im Antikenroman

Nach Jean Bodels trois matière des Chanson de Saisnes lässt sich der Antikenroman dem matière de Romme zuordnen, bei dem Stoffe aus der Antike auf das mittelalterliche Leben projiziert werden, was als Mediävalisierung zu bezeichnen ist. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese im Eneasroman zum Tragen kommt und welche Funktion sie innehat. Anzunehmen ist, dass die Mediävalisierung dazu dient, die Antike als Ideal für Normen und Werte in der Projektion des antiken Stoffes an den Hof Teil der Realität zu machen. Die Antike stellt den Ursprung der Kultur dar und kann somit bestehende Verhältnisse legitimieren.

Als Grundlage der Mediävalisierung werden den Protagonisten höfische Rollen zugesprochen. Eneas wird als Herzog beschrieben, welcher über ein Heer von Rittern verfügt. Seine Geliebte Dido fungiert in Karthago als Landesherrin, die ebenso über Ritter und denen übergeordnete Grafen gebietet. Außerdem wird auch auf das Lehenswesen eingegangen, welches zu dieser Zeit Usus war. Darüber hinaus ist auffällig, wie detailliert Veldeke die Stadt Karthago beschreibt. Die Minne bildet ein zentrales Motiv der Mediävalisierung, welches im vorliegenden Roman zunächst hinsichtlich der Liebe von Dido und Eneas thematisiert wird. Auch hier kommt eine detaillierte Beschreibung zum Tragen, nicht nur im Hinblick auf die Beziehung der beiden Protagonisten, sondern im Entfernteren auch bezüglich deren Bekleidung. Er verdeutlicht damit, welch ein großer Aufwand betrieben wird, um sich dem Geliebten als äußerlich attraktiv zu zeigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Eneasromans und der grundlegenden Forschungsfrage bezüglich der Mediävalisierungsstrategien bei antikem Stoff.

2. Mediävalisierung von antiken Stoffen: Theoretische Einordnung des matière de Romme und der Funktion der Antike als Legitimation mittelalterlicher Verhältnisse.

3. Strategien der Mediävalisierung: Analyse der höfischen Ausstattung, des Prunks und der sozialen Rollenverteilung zur Veranschaulichung ritterlicher Ideale.

4. Zentrale Motive: Untersuchung der Minne, mythologischer Elemente sowie der Konflikte um Ehre und Rache im Roman.

5. Fazit und Zusammenfassung der Funktionen: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Mittelalters als Nachfolger der Antike und der Rolle der Minne als handlungsbestimmender Faktor.

Schlüsselwörter

Mediävalisierung, Eneasroman, Heinrich von Veldeke, Höfische Kultur, Minne, Rittertum, Antikenroman, Mythologie, Ehre, Lehenswesen, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Stoffgeschichte, Herrschaftslegitimation, Genre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie antike Stoffe im mittelalterlichen Eneasroman von Heinrich von Veldeke verarbeitet und für ein höfisches Publikum adaptiert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Mediävalisierung, das Ideal des Rittertums, das höfische Leben, die Minne sowie die Übertragung antiker Mythologie in einen christlich-mittelalterlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Strategien aufzuzeigen, mit denen Veldeke antike Stoffe modernisierte, um soziale Normen und herrschaftliche Legitimität im Hochmittelalter zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine textnahe, chronologische Analyse an, unter Rückgriff auf literaturhistorische Standardwerke wie die von Joachim Bumke und Elisabeth Lienert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Gestaltung der Protagonisten, der Beschreibung von Prunk und Kleidung, dem Einfluss der Minne auf das Handeln sowie dem Umgang mit antiken Götterfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mediävalisierung, Eneasroman, Minne, ritterliche Tugenden und Herrschaftslegitimation.

Inwiefern spielt der Prunk bei der Mediävalisierung eine Rolle?

Der Prunk dient als sichtbares Ausdrucksmittel höfischer Kultur, wobei Kleidung und materielle Ausstattung (z. B. Waffen) genutzt werden, um den sozialen Status und die Attraktivität der Charaktere zu unterstreichen.

Welche Bedeutung hat die Minne im Eneasroman?

Die Minne fungiert als zentrale Antriebskraft für die Charaktere; sie löst psychische und physische Krisen aus und fordert zur Selbstreflexion auf, wodurch die Helden ihre Tugenden unter Beweis stellen müssen.

Wie geht Veldeke mit der antiken Götterwelt um?

Aufgrund des christlichen Umfelds und der Problematik des Polytheismus reduziert Veldeke die Rolle der antiken Götter und konzentriert den Fokus stark auf die Liebesgötter wie Venus und Amor.

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Details

Title
Mediävalisierungsstrategien bei antiken Stoffen. Motive im "Eneasroman" von Heinrich von Veldeke
College
University of Wuppertal
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2014
Pages
11
Catalog Number
V341098
ISBN (eBook)
9783668305861
ISBN (Book)
9783668305878
Language
German
Tags
mediävalisierungsstrategien stoffen motive antikenroman eneasroman heinrich veldeke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2014, Mediävalisierungsstrategien bei antiken Stoffen. Motive im "Eneasroman" von Heinrich von Veldeke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341098
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