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Gewaltlegitimation durch Rhetorik? Analyse der medienpolitischen Darstellung der RAF anhand exemplarischer Bekennerschreiben

Titel: Gewaltlegitimation durch Rhetorik? Analyse der medienpolitischen Darstellung der RAF anhand exemplarischer Bekennerschreiben

Hausarbeit , 2012 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bis 1993 hat die RAF 35 Menschen ermordet und mehr als einhundert Personen als Geiseln genommen oder gefangen gehalten. Fast dreißig Jahre lang stellte sie eine Gefahr für die innere Sicherheit und Ordnung der Bundesrepublik dar. Es gab über diesen Zeitraum drei sogenannte Generationen der RAF. Wie gelang es der Rote Armee Fraktion die hier beschriebene Gewalt innerhalb eines großen Teils der Gesellschaft zu legitimieren?

„New Stammheim. Leve de RAF Solidair' (Neu Stammheim. Es lebe die RAF Solidarisch)." So steht es an einer Mauer der Strafanstalt "Bijlmer-Knast" in den Niederlanden. Mit welchen Mitteln gewann die RAF über die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland hinaus, trotz der von ihnen begangenen Gewalttaten, Sympathisanten mit ihrer Ideologie?

Diese Fragen der Gewaltlegitimation durch Rhetorik werden im Folgenden anhand einer literaturwissenschaftlichen Analyse von exemplarischen Bekennerschreiben der RAF behandelt. Dafür bietet sich eine chronologische Vorgehensweise an, da sich die RAF in drei Generationen gliedern lässt. Um eine fachliche Grundlage für diese Arbeit zu schaffen, wird vor der Analyse eine Definition zu Propaganda getroffen. Darauf folgt eine geschichtliche Einordnung der einzelnen Generationen, welche einen allgemeinen Wissensstand um die RAF gewährleisten soll. Auf Grundlage der Propagandadefinition schließt sich daran die Analyse an. Die verwendeten rhetorischen Mittel stehen unter besonderer Berücksichtigung, weil durch diese die Propaganda besonders bekräftigt wird. Die Ergebnisse werden in der Schlussbemerkung zusammengefasst und ein Fazit gezogen. Darüber hinaus werden sowohl die Schwierigkeiten als auch offen gebliebene Fragen, welche beim Verfassen dieser Arbeit aufgekommen sind, aufgezeigt, um Anregungen zu weiterer Forschung zu geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Propagandadefinition

3. Analyse von exemplarischen Bekennerschreiben unter besonderer Berücksichtigung der rhetorischen Mittel zur Propagandaführung

3.1 Die erste Generation

3.1.1 Geschichtliche Einordnung

3.1.2 Analyse der Erklärung zu den Anschlägen von Augsburg und München

3.2 Die zweite Generation

3.2.1 Geschichtliche Einordnung

3.2.2 Analyse der Erklärung zu dem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der US Air Force in Europa in Ramstein

3.3 Die dritte Generation

3.3.1 Geschichtliche Einordnung

3.3.2 Analyse der Erklärung zu dem Anschlag auf die Rhein-Main-Air Base

4. Schlussbemerkung

5. Literaturverzeichnis

5.1 Primärliteratur

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie es der Rote Armee Fraktion (RAF) gelang, trotz ihrer gewaltsamen Handlungen innerhalb eines Teils der Gesellschaft ideologische Sympathien zu gewinnen. Das primäre Forschungsziel ist eine literaturwissenschaftliche Analyse der rhetorischen Strategien in ausgewählten Bekennerschreiben, um deren propagandistische Wirkungsweise und die damit angestrebte Gewaltlegitimation aufzudecken.

  • Propaganda als Instrument der ideologischen Manipulation
  • Die drei Generationen der RAF in chronologischer Analyse
  • Rhetorische Mittel und Sprachgebrauch in Bekennerschreiben
  • Konstruktion von Feindbildern und dichotomischen Ideologien
  • Die Rolle der Medien als Multiplikatoren terroristischer Propaganda

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Analyse der Erklärung zu den Anschlägen von Augsburg und München

Die hier vorliegende Erklärung, welche von Ulrike Meinhof verfasst wurde, gilt den Anschlägen auf die Polizeidirektion in Augsburg und auf das Landeskriminalamt in München am 12.05.1972, welche die RAF als ‚Kommando Weisbecker‘ verübt hatte (Z.1-3). Dieser Tatbestand wird im ersten Abschnitt (Z.1-3) kurz und sachlich geschildert. Die Wahrheit ist dabei für die Propaganda von Bedeutung, da sonst „die Gefahr einer Aufdeckung von Lügen besteht“. Der folgende Abschnitt (Z.4-8) gilt der Kritik an der Polizei im Hinblick auf die Ermordung von Thomas Weisbecker. Dieser sei „im Zuge einer lange vorbereiteten Überraschungsaktion“ (Z.4-5) „ohne noch irgendwie reagieren zu können ermordet worden“ (Z.6). Die Verwendung der zitierten adverbialen Umstände dient der Verdeutlichung der Brutalität der Polizei und somit zur Legitimation ihrer Tat, indem auf propagandistische Weise „die subjektive Realitätskonstruktion der Menschen“ verändert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Gewaltlegitimation der RAF durch Rhetorik vor und skizziert das methodische Vorgehen mittels einer chronologischen Analyse.

2. Propagandadefinition: Dieses Kapitel definiert den für die Arbeit zentralen Propagandabegriff nach Thymian Bender als Instrument zur gezielten Veränderung der Realitätskonstruktion.

3. Analyse von exemplarischen Bekennerschreiben unter besonderer Berücksichtigung der rhetorischen Mittel zur Propagandaführung: Der Hauptteil untersucht chronologisch die Bekennerschreiben der drei RAF-Generationen hinsichtlich ihrer rhetorischen Mittel und propagandistischen Strategien.

3.1 Die erste Generation: Das Kapitel bietet eine historische Einordnung der Gründung und analysiert die rhetorische Legitimation der Anschläge durch das ‚Kommando Weisbecker‘.

3.1.1 Geschichtliche Einordnung: Kurze Darstellung der Anfänge der RAF ab 1968 und der ideologischen Ausrichtung als politisch-militärische Organisation.

3.1.2 Analyse der Erklärung zu den Anschlägen von Augsburg und München: Detaillierte Untersuchung der sprachlichen Manipulation und Täter-Opfer-Umkehr in den frühen Schriften.

3.2 Die zweite Generation: Fokus auf die historische Situation der 1970er Jahre und das Ziel der Befreiung der inhaftierten Mitglieder der ersten Generation.

3.2.1 Geschichtliche Einordnung: Beschreibung der verschiedenen Untergruppen der zweiten Generation und ihrer Intentionen.

3.2.2 Analyse der Erklärung zu dem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der US Air Force in Europa in Ramstein: Untersuchung der Feindbildkonstruktion gegenüber den USA und der Rechtfertigung von Gewalt.

3.3 Die dritte Generation: Analyse der späteren Phase der RAF, die sich durch Anschläge auf Topmanager und die Internationalisierung des Kampfes auszeichnete.

3.3.1 Geschichtliche Einordnung: Überblick über die Aktionen der dritten Generation und die Auflösung der RAF 1998.

3.3.2 Analyse der Erklärung zu dem Anschlag auf die Rhein-Main-Air Base: Analyse der rhetorischen Strategien zur Einbettung der Gewalt in einen globalen revolutionären Kontext.

4. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der propagandistischen Instrumentalisierung von Sprache.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

5.1 Primärliteratur: Auflistung der analysierten Web-Quellen der Bekennerschreiben.

5.2 Sekundärliteratur: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

RAF, Propaganda, Rhetorik, Gewaltlegitimation, Bekennerschreiben, Terrorismus, Politische Sprache, Ideologie, Guerilla, Rote Armee Fraktion, Manipulation, Mediale Darstellung, Sprachanalyse, Widerstand, Radikalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rhetorischen Strategien, die von der Rote Armee Fraktion (RAF) in ihren Bekennerschreiben genutzt wurden, um ihre terroristischen Gewalttaten vor der Öffentlichkeit zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Theorie der Propaganda, die medienpolitische Wirkung von Terrorismus sowie die rhetorische Konstruktion von Feindbildern innerhalb der deutschen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen spezifischen sprachlichen Mitteln die RAF ihre Ideologie verbreitete und es schaffte, trotz begangener Morde Sympathisanten zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von exemplarischen Primärtexten (Bekennerschreiben) unter Rückgriff auf medienwissenschaftliche Propagandatheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die drei Generationen der RAF und untersucht jeweils anhand historischer Hintergründe und spezifischer Bekennerschreiben die angewandten rhetorischen Mittel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Propaganda, Rhetorik, Gewaltlegitimation, Terrorismus und die mediale Inszenierung des revolutionären Kampfes.

Warum spielt die Unterscheidung der Generationen eine Rolle?

Die Unterteilung ermöglicht es, eine mögliche Entwicklung der propagandistischen Strategien und der Ideologie über den Zeitraum von drei Jahrzehnten hinweg differenziert zu betrachten.

Wie legitimiert die RAF laut der Analyse ihre Gewalt?

Die RAF nutzt eine „dichotomische Ideologie“, in der sie sich selbst als Rächer für das Volk inszeniert und die Polizei oder staatliche Institutionen durch sprachliche Abwertung (z.B. Faschismusvorwurf) als Angreifer darstellt.

Welche Rolle spielen die Medien in der Argumentation?

Medien werden als unabdingbare Basis für Propaganda betrachtet, da sie als Hauptmittel der Nachrichtenvermittlung den größten Teil der Gesellschaft erreichen und somit zur Verbreitung der RAF-Ideologie genutzt wurden.

Was ist das Fazit der Untersuchung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die systemische Nutzung von Rhetorik entscheidend zur Persuasion der Leser beitrug und mahnt an, Wörter und politische Botschaften kritisch zu hinterfragen, um einen Missbrauch zu verhindern.

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Details

Titel
Gewaltlegitimation durch Rhetorik? Analyse der medienpolitischen Darstellung der RAF anhand exemplarischer Bekennerschreiben
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V341100
ISBN (eBook)
9783668307711
ISBN (Buch)
9783668307728
Sprache
Deutsch
Schlagworte
RAF Terror Gewalt Legitimation Rhetorik Medien Bekennerschreiben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Gewaltlegitimation durch Rhetorik? Analyse der medienpolitischen Darstellung der RAF anhand exemplarischer Bekennerschreiben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341100
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Leseprobe aus  17  Seiten
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