Schule und Homeschooling in den USA

Der Aufbau des amerikanischen Schulwesens


Hausarbeit, 2005

19 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das amerikanische Schulsystem
2.1. Ein Überblick
2.2. Nursery School
2.3. Kindergarten
2.4. Elementary School
2.5. Intermediate School, Junior High School und Middle School
2.6. High School
2.7. Privatschulen (Private Schools) in den USA

3. Homeschooling in den USA
3.1. Gründe für Homeschooling
3.2. Gesetzliche Grundlagen
3.3. Wie funktioniert Homeschooling?
3.4. Sozialisation
3.5. Was denken Homeschooler?

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die USA – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Diese bieten sich dem amerikanischen Bürger auch hinsichtlich der Erziehung und Bildung seiner Kinder. Neben der üblichen Laufbahn an öffentlichen Schulen gibt es in den USA auch eine Vielzahl von Privatschulen und zusätzlich die Möglichkeit des Homeschoolings, bei dem die Kinder zuhause unterrichtet werden. Diese Freiheit in der Wahl des Bildungsweges ist dadurch möglich, dass die Vereinigten Staaten kein einheitlich-nationales Schulsystem aufweisen, sondern nur Richtlinien festlegen und somit jeder der 50 Staaten eigene Bildungsgesetze erlässt. Einige dieser Gesetze sind sehr unterschiedlich, jedoch gewähren alle Staaten durch die festgelegte Schulpflicht dem Schüler eine elfjährige Schulbildung.

Doch welche dieser Alternativen scheint die sinnvollere zu sein? Kann man dies überhaupt allgemein beurteilen und anhand welcher Kriterien kann man die Leistungs- und Sozialkompetenzen, die die verschiedenen Bildungseinrichtungen vermitteln, messen?

Im Folgenden möchten wir die einzelnen Schularten näher betrachten und Vor- und Nachteile herausarbeiten.

2. Das amerikanische Schulsystem

2.1. Ein Überblick

Wie bereits erwähnt, weist die USA in ihrem formalen Aufbau eine Grundstruktur auf, die aber von Staat zu Staat variieren kann. Die folgende Abbildung[1] stellt den Aufbau des amerikanischen Schulwesens in seinen Grundzügen dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Abbildung zeigt, dass alle Schüler bis zum Ende der High School dieselbe gesamtschulähnliche Laufbahn durchleben. Dabei muss erwähnt werden, dass es sich bei Intermediate, Middle und Junior High School nicht um verschiedene Schulformen, wie beispielsweise Hauptschule, Realschule und Gymnasium in Deutschland, handelt, sondern diese nur verschiedene Bezeichnungen für die Vorbereitungsschule zur High School sind. Hierzu wird im Punkt 2.5. näher eingegangen.

Zum amerikanischen Schulsystem im Allgemeinen ist noch folgendes zu sagen:

Während der Schulzeit schreiben die Schüler unzählige Tests, die mit den Noten A-F bewertet werden. Hierbei entspricht die A einer 1, F entspricht einem nicht besuchten Kurs. Sitzenbleiben kann man in den USA nicht, werden ein oder mehrere Kurse nicht bestanden, müssen lediglich diese Kurse im nächsten Schulhalbjahr wiederholt werden. Verwunderlich ist deshalb die hohe Zahl der „drop outs“ (geschätzte 25-30%), das sind diejenigen Jugendlichen, die die High School vorzeitig und ohne Abschluss verlassen.

Die schulische Erziehung ist in erster Linie darauf ausgerichtet, die Fähigkeiten und Eigenschaften zu entwickeln, die ein amerikanischer Staatsbürger, aus Sicht der USA, braucht, um im Leben erfolgreich zu bestehen („citizenship and ethical behaviour“).

2.2. Nursery School

Bereits ab einem Alter von zwei Jahren besteht für berufstätige Eltern die Möglichkeit, ihr Kind zur Betreuung in die so genannten Nursery Schools zu geben. Diese sind vergleichbar mit deutschen Kinderkrippen bzw. –horten.

2.3. Kindergarten

Mit vier Jahren findet dann der Eintritt bzw. der Wechsel von der Nursery School in den Kindergarten statt. Diese arbeiten in den USA eng mit den Grundschulen zusammen und werden von deren Schulleiter mitbeaufsichtigt.

Ziel des Kindergartens ist es, die Kinder auf die Schule vorzubereiten, weshalb sie bereits in jungen Jahren an das Lernen herangeführt werden sollen. Neben den Spielphasen werden den Kindern auch soziale Kompetenzen wie das Leben in der Gruppe oder Verkehrsregeln beigebracht. Ebenfalls sollen sie am Ende der Kindergartenzeit einfache Grundkenntnisse wie das Alphabet, die Ziffern von eins bis zehn, Farbenerkennung und Rechts-Links-Unterscheidung beherrschen. Der Einsatz von Computern setzt sich dabei immer mehr durch. Wie in Deutschland auch, besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Erziehern und Eltern, so dass diese bei Veranstaltungen oder ähnlichem oft als freiwillige Helfer fungieren.

2.4. Elementary School

Nach zwei Jahren Kindergarten beginnt für die Sechsjährigen das Schulleben in der Elementary School. Sie ist vergleichbar mit deutschen Grundschule, deren Hauptaufgabe es ist die Schüler intellektuell und sozial zu fördern. Im Klassenverband, der von einem Klassenlehrer geführt wird lernen sie hier lesen, schreiben und rechnen. Der Frauenanteil unter den Lehrkräften an amerikanischen Grundschulen beträgt ca. 80%. Unterstützt werden sie durch Hilfspersonal, die die Schüler bei Bastelarbeiten, Sport usw. betreuen. Ein weiterer Unterschied zu den deutschen Grundschulen ist die PTA (Parents-Teachers-Association), die es an vielen Schulen gibt und die durch Hausbesuche und Telefonate den engen Kontakt zwischen den Eltern und den Lehrern gewährleisten.

2.5. Intermediate School, Junior High School und Middle School

Wie in 2.1. erwähnt unterscheiden sich diese drei Schulen nur im Namen, welche in den einzelnen Staaten und Bezirken auf verschiedene Weise benutzt werden. Das Bildungsziel der dreijährigen Mittelschule ist jedoch bei allen das Selbe: Sie sollen die Schüler auf die High School vorbereiten.

Die Schule ist in ein halbjährliches Kurssystem gegliedert, bei dem es für jeden bestandenen Kurs eine bestimmte Zahl von Punkten (credits) gibt. In einem gewissen Rahmen darf jede Schule festlegen, welche Anzahl von credits ein Schüler sammeln muss, um auf einer High School zugelassen zu werden. Um diese Summe an credits zu erreichen steht jedem ein Schullaufbahnberater (counsellor) zur Seite, der bei der Auswahl von Pflicht- und Wahlkursen unter Berücksichtigung des Berufswunsches der individuellen Neigung berät.

2.6. High School

Die High School bildet das Kernstück des amerikanischen Schulsystems. Sie dauert drei Jahre und endet mit dem High School Diploma. Finanziert werden die High Schools lokal, einzel-, bundesstaatlich. Dies führt dazu, dass wohlhabende Gemeinden mehr Mittel pro Schüler zur Verfügung stellen können, als einkommensschwache Gemeinden und Bezirke, und dass sich die einzelnen Highschools dadurch sehr stark unterscheiden können .

Wie in den Mittelschulen besuchen die Schüler auch hier Pflicht- und Wahlkurse, bei denen sie wieder das Ziel haben, eine – von Schule zu Schule anders festgelegte – Anzahl von credits zu erlangen. Der selbst erstellte Stundenplan wiederholt sich während eines Schulhalbjahres jeden Tag. Da es keinen Klassenverband mehr gibt, übernimmt einer der Kurslehrer die Funktion des Klassenlehrers (classroom teacher), der für Koordinationsaufgaben und ähnliches zuständig ist.

Die High School ist eine Ganztagesschule und dauert von 8 bis 15 Uhr, in der Pause erhalten die Schüler dort ein warmes Mittagessen. Nach Schulschluss muss der Schüler noch umfangreiche Hausaufgaben erledigen. Außerdem bietet jede Schule zusätzlich zahlreiche Aktivitäten, wie Sport- und Freizeitmöglichkeiten, an denen rege teilgenommen wird. Dies dient nicht nur der individuellen Förderung, sondern auch der „Imagepflege“ auf der Schule und im späteren Leben, z.B. um ein Sportstipendium zu erhalten.

Der Traum eines jeden Amerikaners ist es, am Abschlussball - der Promnight – Ballkönig bzw. –königin zu werden, wobei der Footballkapitän und die Cheerleaderin hier die größten „Erfolgschancen“ haben.

In den USA wird die Schulzeit, anders als in den meisten Ländern, nicht etwa mit einer Abschlussprüfung beendet, sondern der Schüler erhält durch die Summe der gesammelten credits ein High School Diploma, welches jedoch nicht mit dem Abitur vergleichbar ist. Obwohl sich die für das High School Zertifikat erforderliche Zahl von Punkten von Schuldistrikt zu Schuldistrikt unterscheiden kann, ist dieses Diploma in jedem Bundesstaat der USA gleichermaßen anerkannt. Dieses Diploma berechtigt den Absolventen zu jeglicher Art der Weiterbildung, gleich ob College, Universität oder Arbeitsleben.

[...]


[1] Vgl. http://usa.usembassy.de/gesellschaft-bildung.htm, S.9

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Schule und Homeschooling in den USA
Untertitel
Der Aufbau des amerikanischen Schulwesens
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Bildungssysteme im internationalen Vergleich
Note
gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V34111
ISBN (eBook)
9783638344234
ISBN (Buch)
9783638866361
Dateigröße
970 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule, Homeschooling, Bildungssysteme, Vergleich
Arbeit zitieren
Isabelle Grob (Autor), 2005, Schule und Homeschooling in den USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34111

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