Ich beschäftige mich in meiner Hausarbeit „Wie entwickelt sich die Krisen-PR von Fußballvereinen im Zeitalter von Social Media Plattformen weiter?“ mit der Frage, wie die Krisen-PR auf die „neuen“ Social Media Plattformen aufspringen kann, inwieweit ihre bisherigen Strategien auch im Online-Bereich funktionieren und welche Unterschiede es zu offline Strategien gibt. Beginnen werde ich mit der Begriffsbestimmung und den Grundlagen der Public Relations. Zudem werde ich am Beispiel der Gerüchteküche im Netz den Stellenwert der Krisen-PR in den Sozialen Medien erläutern. Anschließend gehe ich auf die allgemeine Krisenkommunikation im Social Web ein und stelle sie im Fazit gegenüber. Dieses Thema erachte ich als sehr wichtigen Bestandsteil aktueller Krisen, da sogenannte „Shitstorms“ im Social Web schon einige Unternehmen in kleinere bis große Krisen gestürzt hat, diese zum Teil durch Fehler der PR-Abteilung zurückzuführen sind, aber meistens an der mangelnden Beobachtung der Zielgruppen im Web ausgelöst worden sind.
Der Stellenwert von Social Media Plattformen nimmt in der Gesellschaft immer mehr zu. Wer heutzutage als Unternehmen nicht auf Facebook oder Twitter vertreten ist, hinkt der digitalen Gesellschaft hinterher. Solch ein Vereins-Account auf Facebook und anderen sozialen Plattformen bedeuten aber auch einen erheblichen Mehraufwand für die PR-Abteilung. Dieser Mehraufwand ist aber nötig um den Vereinsmitgliedern und Fans Informationen direkt vermitteln zu können und somit auf die „redaktionellen Torwächter“, den sogenannten Gatekeepern, den Journalisten, verzichten zu können. Dabei erreichen sie in Teilen weit mehr Rezipienten als über den Einsatz und die Publikation von Informationen über die klassischen Medien. Da es Online aber keine Gatekeeper gibt, sollte man Informationen und Gerüchte auf solchen Plattformen mit einer gewissen Skepsis gegenüberstehen. Hier ist seitens der PR-Abteilung Feingefühl gefordert, um aus einem Gerücht keine Krise zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung und Definitionsdilemma
3. Grundlagen der Public Relations
4. Ziele und Aufgaben der Public Relations im Sport
5. Krisen-PR im Sport
5.1. Grundlagen der Krisenkommunikation
5.2. Kennzeichen und Entwicklungsphasen einer Krise
5.3. Strategien für den Krisenfall
5.4. Fehler in der Krisenkommunikation
5.5. Gerüchteküche: Externes Krisenfeld
6. Krisenkommunikation im Social Web
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Anpassung der Krisen-PR von Fußballvereinen im Zeitalter digitaler Social-Media-Plattformen. Dabei wird analysiert, inwiefern klassische Strategien im Online-Bereich Bestand haben, wie Vereine auf die Eigendynamik sozialer Netzwerke reagieren können und welche Rolle das Krisenmanagement bei der Bewältigung von Gerüchten spielt.
- Grundlagen und Definitionen der Public Relations im Sport
- Phasenmodelle der Krisenkommunikation und strategische Ansätze
- Die Rolle der sozialen Medien als Verstärker für Krisenszenarien
- Herausforderungen durch die gesteigerte Transparenz und Dynamik im Web
- Erfolgsfaktoren für einen dialogorientierten Krisen-PR-Ansatz
Auszug aus dem Buch
5.2. Kennzeichen und Entwicklungsphasen einer Krise
Jegliche Krise innerhalb eines Vereins setzt die PR-Abteilung, aufgrund des gestiegenen öffentlichen Interesses, unter Druck. Jeder dieser Krisen, ob Trainerentlassung, Spielerwechsel oder schlechtes Verhalten und Benehmen einer Person aus dem Verein, stellt die PR-Abteilung vor eine Herausforderung. Auf jede Situation muss man sich neu einstellen, meist unter enormen Zeitdruck, da die Gerüchte schon streuen und ein Stellungnahme seitens des Vereins erwartet wird. Schlimmstes Szenario solch einer Krise ist die mögliche Existenzgefährdung des Vereins (vgl. Suchy 2011: 46).
Aufgrund des Skandalfaktors bedarf es aus medienökonomischer Sicht die volle Aufmerksamkeit des Vereins und der Führungsebene. „Für die Redaktion folgt daraus, dass eine Berichterstattung über eine Krise auf jeden Fall über Einschaltquoten oder verkaufte Auflage öffentlich honoriert wird.“ (Suchy 2011: 46) Daraus wird deutlich, das Krise und Kommunikation zwei verbundene Prozesse sind, deren wechselseitige Bedingung und Abhängigkeit zunimmt (vgl. ebd.). Um den Ruf eines Vereins möglichst positiv über die Zeit hinweg zu erhalten oder zu stärken, wurde nach Krystek vier Phasen der Krise entwickelt (vgl. Krystek 2007: 36 f.):
Die potenzielle Krise: Die potenzielle Krise ist die erste Phase, hier hat die Krise seinen Anfang. Diese Stufe beschreibt eine mögliche, aber noch keine reale Krise. Durch das nicht Vorhandensein von wahrnehmbaren Krisensymptomen wird diese Phase auch als Quasi-Normalzustand bezeichnet. Jedoch kann durch fehlende oder falsche strategische Entscheidungen eine Basis für spätere Krisenausbrüche geschaffen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den steigenden Bedarf an effektiver Krisen-PR für Fußballvereine aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Social-Media-Plattformen.
2. Begriffsbestimmung und Definitionsdilemma: Dieses Kapitel beleuchtet die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Public Relations und ordnet PR als eigenständigen Bereich der Kommunikationspolitik ein.
3. Grundlagen der Public Relations: Es werden vier grundlegende Verständnisweisen von PR erläutert, darunter PR als Kommunikationsmanagement, Persuasion, Pressearbeit und Legitimation.
4. Ziele und Aufgaben der Public Relations im Sport: Hier wird die Rolle der internen und externen PR für Sportvereine beschrieben, mit Fokus auf Vertrauensaufbau, Imagepflege und Gewinnmaximierung.
5. Krisen-PR im Sport: Dieses Kapitel analysiert Phasen einer Krise, Strategien für den Krisenfall sowie die spezifischen Gefahren durch Gerüchte und Fehler in der Kommunikation.
6. Krisenkommunikation im Social Web: Der Fokus liegt auf dem Wandel des Kommunikationsmodells hin zum interaktiven Dialog und der Notwendigkeit einer aktiven Überwachung digitaler Kanäle.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ausblick, dass der direkte Dialog via Social Media unverzichtbar ist und zukünftig ein System zur Früherkennung von Krisen zentraler Bestandteil der Sport-PR sein muss.
Schlüsselwörter
Krisen-PR, Fußballvereine, Social Media, Krisenkommunikation, Public Relations, Gatekeeper, Krisenmanagement, Shitstorm, Dialogkommunikation, Reputation, Markenführung, Gerüchte, digitale Gesellschaft, Online-PR, Sport-PR
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Krisen-PR von Fußballvereinen durch den Einfluss und die Dynamik von Social-Media-Plattformen verändert hat und welche neuen Anforderungen daraus für Vereine entstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Grundlagen der Public Relations, das Krisenmanagement im Sport, die Mechanismen von Krisen im Web sowie Strategien zur Kommunikation bei Gerüchten und Shitstorms.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, wie bisherige offline-Strategien im Online-Bereich funktionieren und welche neuen Strategien notwendig sind, um in der digitalen Welt erfolgreich zu kommunizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur und der Analyse von Kommunikationsprozessen im Kontext der Sport-PR und digitaler Netzwerke.
Was ist der Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der PR, die spezifischen Herausforderungen von Krisen im Sport sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die interaktive Welt sozialer Medien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind Krisen-PR, Social Media, Sport-PR, Krisenkommunikation, Dialog, Reputation und Krisenmanagement.
Welche Rolle spielen Gatekeeper im Vergleich zwischen klassischen Medien und Social Web?
Während in klassischen Medien Journalisten als Gatekeeper fungieren, entfallen diese im Web, was dem Verein zwar direkte Kommunikation ermöglicht, aber auch die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung von Gerüchten erhöht.
Was bedeutet das "Sender-Empfänger-Sender"-Modell im Kontext der Arbeit?
Es beschreibt den Wandel vom klassischen Monolog (Verein zu Medien) hin zum interaktiven Dialog, bei dem auch die Empfänger (Fans) als Sender auftreten können, was eine neue Form der Krisenkommunikation erfordert.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Hoffmann (Autor:in), 2016, Wie entwickelt sich die Krisen-PR von Fußballvereinen im Zeitalter von Social Media Plattformen weiter?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341136