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Antimuslimischer Rassismus in der Berichterstattung über Jugendliche

Eine qualitative Inhaltsanalyse

Title: Antimuslimischer Rassismus in der Berichterstattung über Jugendliche

Bachelor Thesis , 2015 , 94 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marianne Broeker (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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In dieser Bachelorarbeit gehe ich der Fragestellung nach, welche inhaltlichen Merkmale die Berichterstattung über Jugendliche mit muslimischem Migrationshintergrund aufweist.

Migration gehört, besonders in Zeiten globaler Krisen und Zuwanderung, zu unserer Gesellschaft. Deutschland mit einem Anteil von 16,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund sollte sich dabei als Einwanderungsland begreifen.

Migranten werden jedoch nicht selbstverständlich als Teil der Gesellschaft wahrgenommen. Erhebungen zeigen, dass gerade Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus zunehmende Tendenzen in der Gesellschaft sind. Dies verdeutlicht sich auch im Assimilationsparadox, das besagt, die Herkunftsdeutschen würden Einwanderern gegenüber zwar toleranter gegenübertreten, auf der anderen Seite jedoch fordern sie immer radikaler deren Anpassung an die hiesigen Verhältnisse. Dies trifft insbesondere auf Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund zu, die derzeit einen Anteil von 3,8 bis 4,3 Millionen Menschen in Deutschland ausmachen.

Medien haben die Aufgabe, gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten und sehen sich mit Forderungen nach besserer Integration, Normalität und Gleichwertigkeit in der Darstellung verschiedener Teilgesellschaften konfrontiert. Auch haben Medien eine hohe gesellschaftliche Deutungsmacht, da nur wenige Herkunftsdeutsche direkten Kontakt zu muslimischen und muslimisierten Menschen haben und sowohl ihr Wissen über diese Gruppe als auch ihr Islambild durch mediale Sekundärerfahrungen geprägt wird.Die gesellschaftliche Macht der Medien muss einer ständigen Beobachtung unterzogen werden, um zu reflektieren, wie und durch welche Bilder bestimmte gesellschaftliche Gruppen und Minderheiten repräsentiert werden. Die Berichterstattung über Menschen mit muslimischem und muslimisiertem Migrationshintergrund ist bereits umfassend untersucht worden.

Die Gruppe muslimischer und muslimisierter Jugendlicher wurde von der Forschung bisher jedoch kaum beachtet. Aufgrund der zunehmenden Flüchtlingszahlen aus Syrien und anderen muslimisch geprägten Ländern sowie der hohen Anzahl minderjähriger Flüchtlinge (BAMF 2015), wird diese Gruppe auch in Zukunft vermehrt mediale Aufmerksamkeit finden. Die mediale Repräsentation junger muslimischer und muslimiserter Personen spielt auch im Hinblick auf die Integration dieser Gruppe eine wichtige Rolle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theorie

1.1 Das Konzept der Cultural Media Studies

1.2 Die Funktionen der Medien

1.2.1 Medien als Wissensvermittler

1.2.2 Die Repräsentationsfunktion der Medien

1.2.3 Die Integrationsfunktion der Medien

1.2.4 Die Zeigefunktion der Medien

1.2.5 Die Identitätsfunktion der Medien

1.3 Rassismus in heutigen Diskursen

1.4 Antimuslimischer Rassismus in der deutschen Gesellschaft

1.4.1 Merkmale von antimuslimischen Diskursen

1.4.2 Effekte und Funktionen von antimuslimischen Diskursen

1.5 Forschungsstand zu Migrant_innen in den Medien

1.5.1 Forschungsstand zu Muslim_innen in den Medien

2. Empirische Untersuchung

2.1 Die Forschungsfrage

2.2 Das Untersuchungsinstrument: Die qualitative Inhaltsanalyse

2.3 Materialauswahl und Materialbeschreibung

2.4 Theoriegeleitete Differenzierung und Operationalisierung

2.5 Ablauf der Analyse

3. Ergebnisse der Untersuchung

3.1 Formale Aspekte der Analyseneinheiten

3.2 Markierung der Jugendlichen als „Andere“

3.3 Eigenschaftszuschreibungen und Attribute

3.4 Argumentative Zusammenhänge

4. Diskussion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob und in welcher Form in der medialen Berichterstattung über Jugendliche mit muslimischem Migrationshintergrund antimuslimischer Rassismus transportiert wird. Durch eine qualitative Inhaltsanalyse von Artikeln aus Regionalzeitungen aus dem Jahr 2015 werden Inhaltsmerkmale, Stereotypisierungen und argumentative Strategien herausgearbeitet, um das medial konstruierte Bild dieser Jugendlichen zu erfassen.

  • Qualitative Inhaltsanalyse medialer Repräsentationen
  • Antimuslimischer Rassismus in deutschen Medien
  • Othering und Konstruktion des „Anderen“
  • Kulturalisierung versus soziale Erklärungsmodelle
  • Identitätskonstruktion und mediale Stigmatisierung

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Konzept der Cultural Media Studies

Das Konzept der Cultural Media Studies bildet die Grundlage für weitere theoretische Überlegungen zu Rassismus und die Betrachtung der Bedeutungsfunktionen der Medien. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein trans- und interdisziplinäres Theoriekonzept zur „Analyse kultureller Praxen als Ausdruck gesellschaftlicher Machtstrukturen“ (Lünenborg 2005: 46). Im besonderen Fokus stehen die Wechselwirkungen zwischen Macht, Medien und Kultur. Den Medien wird dabei eine entscheidende Rolle bei der Etablierung und der Stabilisierung von hegemonialen Machtverhältnissen zugewiesen.

Dabei geht der Ansatz der Cultural Media Studies von einem radikalen Konstruktivismus im Verhältnis zwischen Medientext und Wirklichkeit aus (vgl. Lünenborg 2012: 48). Aufgrund dieser Annahme kommt den Medien in der Bedeutungsproduktion der sozialen Wirklichkeit eine entscheidende Rolle zu. Stuart Hall verweist auf den „konstruktivistischen Ansatz von Repräsentationen“ (Hall 1997: 15), die auch durch Medien geschaffen werden. Repräsentationen entsprechen dabei jeglicher Wirklichkeitskonstruktion, bei der „das Signifikant nicht gleich dem Signifikat“ ist (vgl. Hall 1997: 61).

Als ein Repräsentationsprozess gilt beispielsweise das „Othering“, bei dem aktiv ein Fremd- oder Feindbild durch bestimmte Repräsentationen geschaffen und konstruiert wird. Eng verzahnt sieht Hall die Repräsentation eines „Anderen“ mit der Konstruktion der eigenen kollektiven Identität. Da es in der weiteren Analyse um diese Repräsentationen des Anderen, des Selbst und ihren Zusammenhang zum Rassismus gehen soll, lohnt eine genauere Betrachtung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere das Konzept der Cultural Media Studies, die Funktionen der Medien, Rassismus-Diskurse sowie den Forschungsstand zur Darstellung von Muslim_innen in den Medien.

2. Empirische Untersuchung: Hier wird die Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse dargelegt, inklusive der Materialauswahl von 24 Zeitungsartikeln aus dem Jahr 2015 sowie der Operationalisierung der Forschungsfrage durch ein Kategoriensystem.

3. Ergebnisse der Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die Analyseergebnisse, unterteilt in formale Aspekte der Artikel, die Markierung der Jugendlichen als „Andere“, sowie die Identifizierung von Eigenschaftszuschreibungen und argumentativen Zusammenhängen.

4. Diskussion und Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die antimuslimischen Tendenzen in der Berichterstattung und reflektiert die Rolle der Medien bei der gesellschaftlichen Konstruktion und Stigmatisierung der untersuchten Jugendgruppe.

Schlüsselwörter

Antimuslimischer Rassismus, Cultural Media Studies, Qualitative Inhaltsanalyse, Medienberichterstattung, Jugendliche, Migration, Islam, Othering, Stereotypisierung, Kulturalisierung, Diskursanalyse, Integration, Medienmacht, Fremdbild, Identitätskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit analysiert die mediale Berichterstattung über Jugendliche mit muslimischem Migrationshintergrund in deutschen Regionalzeitungen des Jahres 2015.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die mediale Konstruktion von Jugendlichen als „Andere“, antimuslimische Rassismustendenzen, Funktionen der Medien in Inklusions- und Exklusionsprozessen sowie die Kulturalisierung von gesellschaftlichen Problemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Wird in der Berichterstattung über muslimische und muslimisierte Jugendliche antimuslimischer Rassismus transportiert und in welcher Form kommt dieser zum Ausdruck?“

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin wendete eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring an, um die 24 ausgewählten Zeitungsartikel theoriegeleitet zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Medien, Rassismus und Migration sowie einen empirischen Teil, in dem Artikel nach verschiedenen Kategorien wie Markierung, Eigenschaftszuschreibungen und Argumentationsstrategien ausgewertet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Antimuslimischer Rassismus, Cultural Media Studies, Qualitative Inhaltsanalyse, Migration, Identitätskonstruktion, Othering, Kulturalisierung.

Wie werden Jugendliche in den untersuchten Artikeln markiert?

Die Markierung erfolgt explizit durch Begriffe wie „Migranten“ oder „Muslime“ oder implizit durch den Kontext, etwa bei der Thematisierung von Radikalisierung, oder durch türkisch klingende Namen.

Welche Rolle spielt die „Kulturalisierung“ in der Argumentation der Zeitungen?

Die Analyse zeigt, dass Probleme der Jugendlichen oft auf den Islam oder die „muslimische Kultur“ zurückgeführt werden, wobei soziale, ökonomische oder psychologische Faktoren teilweise ausgeblendet oder abgewertet werden.

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Details

Title
Antimuslimischer Rassismus in der Berichterstattung über Jugendliche
Subtitle
Eine qualitative Inhaltsanalyse
College
Free University of Berlin  (Politik- und Sozialwissenschaften)
Grade
1,3
Author
Marianne Broeker (Author)
Publication Year
2015
Pages
94
Catalog Number
V341151
ISBN (eBook)
9783668306707
ISBN (Book)
9783668306714
Language
German
Tags
antimuslimischer rassismus berichterstattung jugendliche eine inhaltsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marianne Broeker (Author), 2015, Antimuslimischer Rassismus in der Berichterstattung über Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341151
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