Eignet sich das Thema HIV und Aids für die Grundschule?


Hausarbeit, 2009
11 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Krankheitsbild und Krankheitsverlauf

2. Übertragungswege

3. Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten

4. Epidemiologie
4.1 Deutschland
4.2 Weltweit

5. Aids im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik Deutschland 2007
5.1 Wahrnehmung der Krankheit Aids
5.2 Öffentliche und private Kommunikation über das Thema Aids
5.3 Einstellungen zu Menschen mit HIV und Aids

6. Aspekte der Prävention in Bezug auf HIV und Aids

7. HIV und Aids als Thema für die Grundschule?

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Juni 1981 wurde in den USA erstmals „über eine neue mysteriöse Krankheit“ (Corsten 2008, S. 487) berichtet, die später den Namen Aids erhielt. Ihr Auftreten löste weltweit eine gesellschaftliche Verunsicherung aus, die rückblickend oft als „Aids-Schock“ (Sielert 1993, S. 19) bezeichnet wird. Permanent wurde in den Medien über den neuen Immundefekt referiert. Es ergoss sich eine regelrechte Flutwelle an TV-Spots und Sensationsberichten (vgl. Ford 1999, S. 12). Hysterie und Panik prägten den Alltag. Plötzlich dachten die Menschen über jede Umarmung nach und waren sich über das Ansteckungsrisiko bei Toilettengängen oder Schwimmbadbesuchen unsicher (vgl. Corsten 2008, S. 488). Vielfach führte diese Unwissenheit zu Diskriminierungen im Umgang mit Betroffenen (ebd.). Aus diesem Grund leiteten die Regierung und andere Organisationen Präventionsmaßnahmen ein. Das vorrangige Ziel bestand darin, die Bevölkerung aufzuklären. Mit Hilfe von verschiedenen Kampagnen wurden die Menschen so über Aids und die Ansteckungsrisiken informiert.

Heute scheint die Präsens des Themas HIV und Aids nachzulassen. Berichte über die Immunschwäche sind mittlerweile „zur müden Pflichtübung“ (Ford 1999, S. 11) geworden. Vor allem die Jugendlichen stellen ihre Ohren bei diesem Thema auf Durchzug (vgl. Sielert 1993, S. 13). Sprüche wie: „Es wird schon nichts passieren!“ (Sielert 1993, S. 13) oder „Ich gehe nur in anständige Diskotheken.“ (ebd.) sind heute allgegenwärtig. Was die Erwachsenen betrifft, so sind diese in der Regel durchaus gut aufgeklärt. Allerdings „herrscht immer noch eine große Scheu und Unsicherheit, was den Umgang mit der Krankheit und den Kranken angeht“ (Ford 1999, S. 13).

Ziel dieser Arbeit ist es, sich intensiv mit dem Thema: „HIV und Aids“ auseinanderzusetzen. Zu Beginn wird auf das Krankheitsbild und den Verlauf dieses schweren Immundefekts eingegangen. Zudem sollen die Übertragungswege aufgezeigt werden. Daran anschließend werden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten vorgestellt. Desgleichen soll der gegenwärtige Stand der HIV-Epidemie in Deutschland und weltweit analysiert werden. Anschließend geht es um das Wissen und die Einstellungen der Öffentlichkeit zu Aids. Weiterhin sollen die Aspekte der Prävention thematisiert werden. Hierbei werden sowohl die unterschiedlichen Maßnahmen als auch deren Wirkungen ausführlich erläutert. Im Anschluss soll schließlich die Frage beantwortet werden, ob sich das Thema HIV und Aids für die Grundschule eignet. Hierzu werden eigene Überlegungen angestellt. Am Ende wird eine Schlussfolgerung zu der vorgestellten Thematik gezogen.

1. Krankheitsbild und Krankheitsverlauf

Das Wort Aids leitet sich von der englischen Bezeichnung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ (BZgA 2008a, S. 4) ab, was soviel bedeutet wie „erworbene Abwehrschwäche“. Gemeint ist damit das Endstadium einer Infektion mit dem „Human Immunodeficiency Virus“ (ebd.). Das HI-Virus befällt die Abwehrzellen des Immunsystems, vermehrt sich in ihnen und führt somit zu deren Zerstörung (vgl. ebd., S. 5). Folge davon ist der fortschreitende Verlust der Immunabwehr.

Nach einer HIV-Infektion können innerhalb weniger Wochen grippeähnliche Symptome wie zum Beispiel „Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Hautausschläge und geschwollene Lymphknoten“ (Corsten 2008, S. 494) auftreten. Zudem können starker Gewichtsverlust und ständige Müdigkeit vorkommen. Häufig werden diese Anzeichen als solche jedoch nicht erkannt. Über Jahre kann der weitere Krankheitsverlauf beschwerdefrei sein und dadurch vom Infizierten weiterhin unbemerkt bleiben. Während dieser Zeit schädigt das Virus das Immunsystem weiter. Unbehandelt wird der Körper immer anfälliger für jede Art von Krankheit. Sonst harmlose Infektionen rufen plötzlich schwere Erkrankungen hervor (vgl. ebd.). Plötzlich kommt es „zum Auftreten von Lungenentzündungen, Infektionen mit Pilzen und weiteren Viren sowie durch Viren verursachte Krebsarten“ (Corsten 2008, S. 494) – in diesem Stadium spricht man dann von Aids.

2. Übertragungswege

Die Übertragung von HIV ist durch Blut, Samen- und Scheidenflüssigkeit sowie Muttermilch möglich. Gelangen diese Flüssigkeiten in den Körper oder auf Schleimhäute, kann es zu einer Ansteckung kommen (vgl. Manos; Benkert 2003, S. 9). Der mit Abstand häufigste Infektionsweg ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Der Zweithäufigste ist hierzulande die gemeinsame Nutzung von Spritzbestecken bei Drogensüchtigen (vgl. Ford 1999, S. 35). „Hierbei kann HIV aus infektiösen Blutresten in der Spritze direkt in die Blutbahn eindringen.“ (BZgA 2008a, S. 14) Ein weiteres Ansteckungsrisiko stellt die Mutter-Kind-Übertragung dar. Während der Schwangerschaft und unter der Geburt können HIV-positive Frauen das Virus auf das Kind übertragen. Ebenso kann dieses beim Stillen infiziert werden. Im Wesentlichen hängt das Ansteckungsrisiko vom Gesundheitszustand der Mutter ab sowie von den vorbeugenden Maßnahmen. Durch die gezielte Einnahme von Medikamenten gegen HIV, die Entbindung durch Kaiserschnitt vor Einsetzen der Wehen und durch den „Verzicht auf die Gabe von Muttermilch“ (Corsten 2008, S. 495) kann das Risiko einer solchen Übertragung in Deutschland auf unter zwei Prozent gesenkt werden (vgl. BZgA 2008a, S. 14f.). In den Entwicklungsländern ist dies jedoch aufgrund der medizinischen und finanziellen Mängel nicht machbar.

Eine weitere Gefahr sich mit dem HI-Virus zu infizieren, besteht durch die Gabe von Transfusionen. In Deutschland werden die Blutspenden durchweg sehr genau überprüft. Allerdings bleibt ein geringes Restrisiko vorhanden, da sich eine HIV-Infektion erst nach 12 Wochen nachweisen lässt (vgl. Corsten 2008, S. 494). In vielen anderen Ländern sterben zahlreiche Menschen durch verseuchte Blutkonserven.

3. Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten

Der Krankheitsverlauf einer HIV-Infektion kann durch eine medikamentöse Behandlung verzögert werden. Ihr wesentliches Ziel besteht darin, das Immunsystem zu stabilisieren. Als sehr wirksam hat sich die so genannte „antiretroviralen Therapie“ (BZgA 2008a, S. 36) herausgestellt. Hierbei werden verschiedene Medikamente kombiniert, „um die Wirkung der Behandlung zu erhöhen“ (ebd.). Bei einer erfolgreichen Therapie bestehen gute Chancen, viele Jahre oder Jahrzehnte beschwerdefrei weiterleben zu können. Nach wie vor ist es heute noch nicht möglich, das Virus aus dem Körper zu entfernen. Eine HIV-Infektion ist demnach nicht heilbar. „Um das Auftreten lebensbedrohlicher Krankheiten zu verhindern, müssen die Medikamente daher lebenslang eingenommen werden.“ (ebd.) Alltagsbedingungen wie die ungenaue Einnahme oder „Störungen der Medikamentenaufnahme im Darm“ (Manos; Benkert 2003, S. 10) wirken sich negativ aus. Resistenzentwicklung bei den HI-Viren kann die Folge sein. Damit ist die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie meist zeitlich begrenzt. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Erscheinungsbild der Krankheit durch die heutigen medizinischen Möglichkeiten der Behandlung stark verändert hat. Das gegenwärtige Bestreben der Medizin besteht nun darin, ein effektives Heilmittel ohne Nebenwirkungen zu entwickeln.

4. Epidemiologie

Wie viele Menschen sind hierzulande und weltweit von HIV und Aids betroffen? Ist es bereits gelungen die HIV-Epidemie einzudämmen oder breitet sie sich – im schlimmsten Fall – noch weiter aus? Im Folgenden sollen diese Fragestellungen ausführlich beantwortet werden.

4.1 Deutschland

Gegenwärtig leben nach Einschätzung des Robert-Koch-Institutes rund 63.500 Menschen mit HIV und Aids in Deutschland (vgl. www.rki.de). Die größte Betroffenengruppe sind homosexuelle Männer. Ihre Zahl beträgt schätzungsweise 38.700 (ebd.). Die zweitgrößte Gruppe sind Menschen, die sich über heterosexuelle Kontakte infiziert haben. Etwa 8.700 Personen gehören hierzu (vgl. www.rki.de). Rückgängig sind seit Jahren die HIV-Infektionen bei intravenös Drogenabhängigen. Die Zahl wird derzeit auf circa 8.200 geschätzt (ebd.). Etwa 7. 300 Migrantinnen und Migranten, die aus so genannten Hochprävalenzregionen[1] kommen, haben sich ebenso mit HIV angesteckt (ebd.). Es wird angenommen, dass der überwiegende Teil dieser Personen sich bereits in den Herkunftsländern infiziert hat.

Seit 2007 scheint sich die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland – die nur geschätzt werden kann – weitgehend stabilisiert zu haben. Jährlich finden circa 3000 Ansteckungen mit HIV statt (ebd.). Unklar ist ob, es sich hierbei „um eine vorübergehende oder dauerhafte Stabilisierung oder gar um eine Trendwende nach unten handelt“ (www.rki.de). Betroffen von den HIV-Neuinfektionen sind vor allem Männer. Ihr Anteil beträgt circa 72 Prozent, bei den Frauen liegt er dagegen nur bei etwa 20 Prozent (vgl. ebd.).

Im Jahre 2008 haben sich bei rund 1.100 Menschen die HI-Viren so stark vermehrt, dass sie an Aids erkrankt sind (ebd.). Etwa 650 Personen sind im letzten Jahr an den Folgen der HIV-Infektion gestorben (ebd.).

4.2 Weltweit

Die aktuellste Studie zum Thema „Aids-Erkrankungen weltweit“ stammte aus dem Jahr 2007. Sie gibt an, dass international etwa 33 Millionen Menschen mit HIV und Aids leben (vgl. www.gruene-bundestag.de). Am schwersten von der HIV-Epidemie betroffen sind die Länder Afrikas südlich der Sahara. Dort sind etwa 22 Millionen Menschen mit HIV infiziert (ebd.). Problematisch ist, dass aufgrund der medizinischen Notlage viele Einwohner nicht mit den für sie nötigen Mitteln versorgt werden können. Daher sterben jährlich um die 1,6 Millionen Afrikaner an Aids (ebd.). Somit zerstört das Virus ganze Gemeinschaften und Regionen, und wirft zugleich viele afrikanische Länder in ihrer Entwicklung zurück.

Eine dramatische Zunahme der HIV-Infektion ist auch in Osteuropa / Zentralasien zu verzeichnen. „Während 1999 15 000 Neuinfektionen registriert wurden“ (Manos; Benkert 2003, S. 14), betrug die Zahl der Neuinfektionen für 2005 etwa 270 000 (vgl. www.3sat.de). Eine Entwicklung die in erster Linie auf eine explosionsartige HIV-Ausbreitung unter jungen Drogensüchtigen zurückzuführen ist (vgl. Manos; Benkert 2003, S. 14). Im schlimmsten Fall wird sich diese Epidemie in den nächsten Jahren durch ungeschützte Sexualkontakte in der Allgemeinbevölkerung ausbreiten.

[...]


[1] Hochprävalenzregionen sind Länder mit einer besonders starken HIV-Verbreitung.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Eignet sich das Thema HIV und Aids für die Grundschule?
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht)
Veranstaltung
„Lernbereich Gesundheitserziehung und Sexualität“
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V341184
ISBN (eBook)
9783668310032
ISBN (Buch)
9783668310049
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eignet, thema, aids, grundschule
Arbeit zitieren
Anja Giffey (Autor), 2009, Eignet sich das Thema HIV und Aids für die Grundschule?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341184

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