Ziel dieser Arbeit ist es, sich intensiv mit dem Thema: „Ernest Hemingway“ auseinanderzusetzen. Zu Beginn wird auf das Leben und Werk dieses bedeutenden Autors eingegangen. Neben der „lost generation“ soll hier auch Hemingways „Eisberg“-Theorie thematisiert werden. Daran anschließend soll ein Überblick über die Situation der westdeutschen Literatur nach 1945 gegeben werden. Als Vertreter eben jener Epoche soll dann der Schriftsteller Heinz Piontek kurz vorgestellt werden. Dies dient zur Vorbereitung der vergleichenden Textuntersuchung, deren Textbasis einerseits die Short Story 'The Short Happy Life of Francis Macomber' von Hemingway und andererseits die Kurzgeschichte 'Rote Pfeile' von Piontek bilden. Die Fragestellung in der vorliegenden Analyse ist darauf gerichtet, ob sich innerhalb des gewählten Untersuchungsmaterials eine Beeinflussung oder gar Übereinstimmung formaler Art feststellen lässt. Am Ende wird eine Schlussfolgerung zu der vorgestellten Thematik gezogen.
Ernest Hemingway - ein Mann, der durch seine unerschöpfliche Schaffenskraft die literarische Welt ins Staunen versetzte. Ein Schriftsteller, der die moderne Weltliteratur wie kaum ein anderer mitgeprägt hat. Durch seine zahlreichen Werke, in denen er eigenes Erleben sowie Ereignisse seiner Zeit verarbeitete, erlangte er weltweiten Ruhm. Neben seiner Tätigkeit als Literat, stand Hemingway aber auch immer wieder wegen seinem „abenteuerlichen Leben“ im Fokus der Öffentlichkeit. Er liebte die männliche Pose und trug damit viel zur Verfestigung des Mythos um ihn bei.
Auch heute noch, fast 50 Jahre nach seinem Tod, rechnet man Hemingway zu den populärsten Autoren der amerikanischen Moderne, an deren Rang kein Zweifel besteht. „Sein Leben ist bis ins Detail dokumentiert, der Kanon seiner Werke fest etabliert und Gegenstand einer kaum noch zu übersehenden Zahl von literaturwissenschaftlichen Abhandlungen.“
Inhaltsverzeichnis
1. Ernest Hemingway
1.1 „lost generation“
1.2 Werk
2. Situation der westdeutschen Literatur nach 1945
3. Heinz Piontek
4. Vergleichende Textuntersuchung
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist die intensive Auseinandersetzung mit Ernest Hemingway, insbesondere im Hinblick auf seine „Eisberg“-Theorie und die „lost generation“, um anschließend eine vergleichende literarische Analyse zwischen Hemingways Short Story 'The Short Happy Life of Francis Macomber' und Heinz Pionteks Kurzgeschichte 'Rote Pfeile' durchzuführen und mögliche formale Übereinstimmungen oder Beeinflussungen zu untersuchen.
- Biografie und Werk von Ernest Hemingway
- Die literarische Situation der westdeutschen Nachkriegsliteratur
- Vorstellung des deutschen Schriftstellers Heinz Piontek
- Vergleichende Analyse der Erzählstrukturen und Themen
- Untersuchung des Einflusses der Hemingway’schen Prosa auf die deutsche Kurzgeschichte
Auszug aus dem Buch
Vergleichende Textuntersuchung
Die vorliegende Kurzgeschichte 'Rote Pfeile' kann, wie die Short Story Hemingways, im weitesten Sinne in den Themenkreis der Mann-Frau Beziehung eingeordnet werden. Im engeren Sinne handelt es sich hierbei um eine Dreiecksgeschichte, in deren Verlauf durch äußere Umstände und die innere Entwicklung der Protagonisten eine der drei Personen ums Leben kommt. Damit liegt diesen beiden Geschichten das Todesmotiv zugrunde.
'The Short Happy Life of Francis Macomber', eine der längeren Short Stories Hemingways, erschien im Jahre 1936. Hemingway benutzte darin seine in Afrika erworbenen Land- und Jagdkenntnisse, um in diesem Milieu die Wandlung eines Menschen zu schildern, der, oberflächlich gesehen, seine Feigheit überwindet und so zum „wahren Mann“ wird. Geschichten wie diese haben nachhaltig zur Prägung eines bestimmten Hemingway-Images beigetragen, da die geschilderten Umstände ungewöhnlich, der dargestellte Lebensstil rauh und existentiell ist und zudem Autobiographisches in diesem Werk vermutet werden kann.
Auf dieser, die Geschichte von äußeren Merkmalen her betrachtenden, Ebene gibt es bereits Ähnlichkeiten mit Pionteks 'Rote Pfeile'. Auch hier geht es um eine dem Alltag entrückte Unternehmung, nämlich um eine gefährliche Bergwanderung, zu der drei junge Menschen gemeinsam aufbrechen. Während jedoch in Hemingways Geschichte die drei Hautfiguren in äußerlich festgelegten Beziehungen zueinander stehen – ein Ehepaar und der von diesem engagierte Safariführer – , sind die Verhältnisse in 'Rote Pfeile' weniger klar umrissen. Dennoch handelt es sich auch hier um ein Paar, nämlich um einen Studenten und seine Freundin, und um eine weitere Person, die als Freund und Führer für die Expedition auftritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ernest Hemingway: Biografischer Überblick über das Leben des Autors, seine Einbindung in die „lost generation“ und eine Analyse seines literarischen Schaffens sowie seiner „Eisberg“-Theorie.
2. Situation der westdeutschen Literatur nach 1945: Darstellung der literarischen Strömungen und Orientierungslosigkeit der Nachkriegsautoren in Deutschland nach der „Stunde Null“.
3. Heinz Piontek: Vorstellung des Lebens und Wirkens des Schriftstellers Heinz Piontek als wichtiger Vertreter der deutschen Nachkriegslyrik.
4. Vergleichende Textuntersuchung: Detaillierte Gegenüberstellung der Kurzgeschichten von Hemingway und Piontek hinsichtlich Themenwahl, Erzählstruktur, Symbolik und existentieller Problematik.
5. Schlussfolgerung: Synthese der Untersuchungsergebnisse über den Einfluss von Hemingways Stil auf die moderne deutsche Kurzprosa und die Bedeutung intertextueller Konfrontationen.
Schlüsselwörter
Ernest Hemingway, Heinz Piontek, The Short Happy Life of Francis Macomber, Rote Pfeile, Kurzgeschichte, Nachkriegsliteratur, lost generation, Eisberg-Theorie, literarische Beeinflussung, Existentialismus, Dreiecksgeschichte, Vergleichsanalyse, Erzählstruktur, Todesmotiv, Moderne Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den literarischen Einfluss Ernest Hemingways auf die deutsche Nachkriegsliteratur anhand eines direkten Vergleichs seiner Short Story 'The Short Happy Life of Francis Macomber' mit der Kurzgeschichte 'Rote Pfeile' des deutschen Autors Heinz Piontek.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der literarischen Moderne, die Bedeutung der „lost generation“, die „Eisberg“-Theorie sowie die thematische Auseinandersetzung mit menschlichen Beziehungen, existentieller Krise und Tod.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es, festzustellen, ob sich innerhalb der beiden untersuchten Kurzgeschichten formale Übereinstimmungen oder eine bewusste Beeinflussung durch den Stil Hemingways nachweisen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine vergleichende Literaturanalyse (Textvergleich), bei der Aspekte wie Erzählperspektive, Symbolik, Handlungsort und Charakterentwicklung der jeweiligen Werke gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Autoren Hemingway und Piontek, den historischen Kontext der deutschen Nachkriegsliteratur und die detaillierte vergleichende Textanalyse beider Kurzgeschichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Hemingway, Piontek, Kurzgeschichte, Nachkriegsliteratur, "lost generation" und literarischer Vergleich.
Wie spielt die „Eisberg“-Theorie in den Vergleich hinein?
Die Theorie dient als Maßstab für die Erzählweise beider Autoren: Während Hemingway für seine knappe, suggestive Art bekannt ist, wird untersucht, inwieweit Piontek ebenfalls diese Komplexität unter der Oberfläche erzählerisch umsetzt.
Gibt es signifikante Unterschiede in der Erzählweise der beiden Geschichten?
Ja, während Hemingway eine verschachtelte Erzählform nutzt, um die psychologische Entwicklung rückblickend darzustellen, wählt Piontek einen linear-chronologischen Erzählstrang.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Natur in beiden Geschichten?
Die Arbeit erkennt in beiden Geschichten die afrikanische Steppe bzw. die Alpenwelt als naturgewaltige Orte, die nicht nur Kulisse sind, sondern als Katalysatoren für die existentiellen Krisen der Protagonisten fungieren.
- Arbeit zitieren
- Anja Giffey (Autor:in), 2008, Hemingways Short Story "The Short Happy Life of Francis Macomber" und Pionteks Kurzgeschichte "Rote Pfeile". Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341187