Im Rahmen des Seminars „Roma Christiana“ haben wir uns intensiv mit dem Apostel Paulus und dessen Briefe auseinander gesetzt. Während der Besprechung einiger Passagen aus diesen Briefen haben wir uns die Frage nach dem Hintergrund der Entstehung der Briefe gestellt. Ebenso wollten wir mehr über die Entstehung der Gemeinde wissen, an die sich Paulus in seinen Briefen wendet. Diese Hausarbeit ist der Versuch, die damaligen Umstände, unter denen Paulus lebte und wirkte, näher zu beleuchten. Auch soll der Römerbrief, ebenso wie die erste Gemeinde in Rom in unsere Betrachtung mit eingebunden werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Urchristentum
3. Die erste Gemeinde in Rom
4. Paulus: Der Apostel
5. Der letzte Brief des Paulus: Der Römerbrief
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Rahmenbedingungen der Entstehung der ersten christlichen Gemeinde in Rom sowie die Rolle des Apostels Paulus und seines letzten großen Schreibens, des Römerbriefs. Ziel ist es, die Umstände der damaligen Zeit, das Wirken des Paulus und die theologische Bedeutung dieses Briefes für das frühe Christentum beleuchtend darzustellen.
- Historische Entwicklung des Urchristentums
- Struktur und Ursprung der christlichen Gemeinde in Rom
- Biografie, Theologie und Missionstätigkeit des Apostels Paulus
- Analyse der paulinischen Theologie im Römerbrief
- Das Verhältnis zwischen jüdischen und heidenchristlichen Traditionen
Auszug aus dem Buch
4. Paulus: Der Apostel
Einer der bedeutendsten, gleichzeitig aber umstrittensten Personen des frühen Christentums ist Paulus aus Tarsus. An ihm scheiden sich bis heute die Geister. Für die einen war er der eigentliche Begründer des Christentums, ein religiöses Genie, für die anderen war er ein Verfälscher der frohen Botschaft Jesu. Dass der Mensch und Theologe Paulus in der einen wie der anderen extremen Deutung nicht angemessen erfasst wird, zeigt die historisch-kritische Erforschung seiner Briefe. Daneben ist auch seine Bedeutung für die Entwicklung des frühen Christentums oft überschätzt worden, so als hätte er im Alleingang seine Theologie entworfen und gleichzeitig durchgesetzt. Heute wissen wir, dass er viel aus den Gemeinden übernahm, in denen er nach seiner Bekehrung lebte. Zwei Quellen geben uns Auskunft über das Leben des Paulus, über sein Werk und seine Theologie: Die Apostelgeschichte und die Briefe, die er geschrieben hat. Historisch zuverlässig informieren uns allerdings nur seine Briefe und hier auch nicht alle Briefe, die unter seinem Namen in das Neue Testament aufgenommen wurden. Als echte Briefe gelten heute: 1. Thessalonicher-, Galater-, 1. und 2. Korinther-, Philipper-, Philemon- und Römerbrief.
Paulus wurde um die Zeitenwende in der Handelsstadt Tarsus geboren, der Hauptstadt der römischen Provinz Kilikien, in der heutigen Südosttürkei. Er stammte also nicht aus Palästina, sondern aus der jüdischen Diaspora. Seine Eltern waren praktizierende Juden aus dem Stamm Benjamin. Ob sie das römische Bürgerrecht besaßen, das dann auf Paulus übergegangen wäre, ist umstritten. Ihren Sohn, dem sie bei der Beschneidung den hebräisch-griechischen Doppelnamen Saulus-Paulus gaben, ließen sie eine solide Ausbildung zukommen. Er erlernte neben dem Beruf des Vaters, eines Zeltmachers, die griechische, aramäische und wohl auch hebräische Sprache. Obwohl Paulus nicht im eigentlichen Sinn philosophisch gebildet war, gebraucht er in seinen Briefen immer wieder Begriffe und Gedanken aus Philosophie und zeigt darüber hinaus, dass er die Regeln der antiken Rhetorik meisterhaft beherrscht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Hausarbeit ein und erläutert die Fragestellung bezüglich der Entstehung der Paulusbriefe und der ersten Gemeinde in Rom.
2. Das Urchristentum: Dieses Kapitel beschreibt die ersten Jahrzehnte des Christentums als jüdische Sekte, die Entwicklung nach der Auferstehung Jesu und die Ausbreitung der neuen Bewegung.
3. Die erste Gemeinde in Rom: Hier wird der Ursprung der römischen Gemeinde als gemischte Gruppe aus ehemaligen Heiden und Juden sowie deren Organisation in Hausgemeinden thematisiert.
4. Paulus: Der Apostel: Dieser Abschnitt beleuchtet das Leben, die Ausbildung, die Bekehrung und die missionarische Tätigkeit des Paulus von Tarsus.
5. Der letzte Brief des Paulus: Der Römerbrief: Das abschließende Kapitel analysiert den Römerbrief als Zusammenfassung der paulinischen Theologie und behandelt dessen Aufbau sowie zentrale theologische Probleme.
Schlüsselwörter
Apostel Paulus, Urchristentum, Römerbrief, Jerusalemer Urgemeinde, Heidenmission, Rechtfertigungstheologie, Hausgemeinde, Judentum, Diaspora, Auferstehung, Mission, Römisches Reich, Apostelkonzil, christliche Gemeinde, Tempelkritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den historischen Anfängen des Christentums, insbesondere mit der Rolle des Paulus und der Gründung der ersten christlichen Gemeinde in Rom.
Welche zentralen Themenfelder werden in dem Dokument behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das frühe Urchristentum, das Leben und Wirken des Paulus, die Entstehung der römischen Gemeinde und die inhaltliche Analyse des Römerbriefs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Lebensumstände des Paulus zu beleuchten und ein tieferes Verständnis für die Entstehung der Briefe und der spezifischen Gemeinden im frühen Christentum zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf eine historisch-kritische Analyse der biblischen Quellen, insbesondere der authentischen Briefe des Paulus, sowie auf religionsgeschichtliche Forschungsliteratur.
Was sind die Hauptinhalte des dritten Kapitels?
Kapitel 3 widmet sich der Gründung der römischen Gemeinde, deren Zusammensetzung aus Heiden- und Judenchristen sowie der Bedeutung der Hausgemeinden für das religiöse Leben in Rom.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie paulinische Theologie, Rechtfertigung, Urgemeinde, Missionsgeschichte und das Spannungsfeld zwischen Judentum und Christentum beschreiben.
Warum gilt der Römerbrief als untypisch im Vergleich zu den anderen Paulusbriefen?
Er ist untypisch, da Paulus die Gemeinde in Rom zum Zeitpunkt der Briefabfassung noch nicht persönlich kannte und nicht selbst gegründet hatte, weshalb der Brief eine Art zusammenfassende Theologie darstellt.
Welche Rolle spielte das Claudius-Edikt für die Christen in Rom?
Das Edikt von 49 n. Chr. führte zur Ausweisung jüdischer und heidenchristlicher Anstifter messianischer Unruhen aus Rom, was die Kontakte zwischen Christen und Synagogen dauerhaft unterband.
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- Kathrin Jackobs (Autor), 2005, Der Apostel Paulus, die Urgemeinde und die erste christliche Gemeinde Roms, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34119