Die Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus von Reich-Ranicki und die Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome von Jenninger. Ein Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
47 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Eine erste Annäherung an die Redebeiträge

3) Inhaltliche Skizzierung der Reden

4) Vorstellung der Redner Reich-Ranicki und Jenninger

5) Textebene der Reden
Umgang mit der jeweilig dargebotenen Vergangenheit

6) Rhetorische Ausführung der Reden durch Reich-Ranicki und Jenninger

7) Ort der Reden und historisch-gesellschaftspolitische Lage während der Reden

8) Publikum in den Redesettings

9) Kommunikationsgeflecht der Redesettings

10) Funktion und Wirkungsgeschichten der Reden

11) Bewertung der Redesettings: Gute Reden - schlechte rhetorische Ausführungen?

12) Resümee und Ausblick: Gibt es eine „ideale“ Gedenkrede zum Nationalsozialismus?

13) Literaturverzeichnis

1) Einleitung

Im Jahre 2012 wurde Marcel Reich-Ranickis Rede „Es gilt das gesprochene Wort“ zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus vom 27. Januar 2012 von dem Seminar für Allgemeine Rhetorik der Eberhard Karls Universität Tübingen zur „Rede des Jahres 2012“ gekürt mit den Juryworten: „[...] [Ranicki] entfaltet [...] auf eindringliche und äußerst unge- wöhnliche Weise die Macht des gesprochenen Wortes. [...] [Ihm] gelingt eine kunstvolle und ergreifende [...] Erzählung. [...].“1 Ebenso war die Presse jenen Jahres voll des Lobes gegen- über des Redebeitrags Ranickis, wie bspw. an den Headlines der Berichte der Frankfurter Allgemeinen und der SZ über die gehaltene Rede ersichtlich wird: „Mit seinen persönlichen Erinnerungen zog er den Bundestag in seinen Bann“2 und „Reich-Ranicki lässt das Parlament verstummen“3. All diese Würdigungen überraschen überaus, fällt doch auf dem Filmdoku- ment der Rede auf, dass Ranicki einen ungemein schlechten und auseinanderfallenden Vor- trag im Bundestag hält und das Auditorium von großen Müdigkeitserscheinungen gekenn- zeichnet ist. Nur zu erahnen ist, dass die textliche Ausgestaltung der Rede von gewissem rhe- torischen Können zeugt.4

Im Gegensatz dazu fielen die Reaktionen im Kontext der Rede zum 50. Jahrestag der Novem- berpogrome von Philipp Jenninger vom 11. November 1988 in der breiten Öffentlichkeit und vor allem auch auf politischer Bühne vernichtend aus, artikuliert bspw. durch Schlagzeilen wie „Eine Peinlichkeit sondergleichen - unakzeptabel“ in der „Basler Zeitung“ und „Das Re- sultat: eine Katastrophe“ in der französischen Tageszeitung „Le Monde“5. Im Verhältnis zu der Ehrerbietung gegenüber Ranicki erscheint dies gewissermaßen verwunderlich: Auch die Rede zum Jahrestag der Novemberpogrome wurde, von Jenninger, misslungen vorgetragen. Auf der Textebene können jedoch, vergleichbar mit Ranickis Rede, keine gravierenden Män- gel ausgemacht werden, ja muss auf den ersten Blick festgestellt werden, dass die Rede gut durchdacht und angemessen scheint.6

Diese Arbeit möchte aufgrund der ambivalenten Beurteilung der Reden der Fragestellung nachgehen, a) ob sowohl Ranickis als auch Jenningers Redetext wirklich als achtbar einge- schätzt werden können, b) ob die jeweiligen Vortragsstile wahrlich missglückt sind, c) ob Redetext und Vortragsstil, als alleinige Faktoren im Redesetting, tatsächlich das Urteil der Mitwelt im unmittelbaren Zeitgeschehen bedingten oder d) ob andere Ursachen (wie bspw. das Ansehen des Redners) oder Motive der Adressaten (wie z.B. aufgrund persönlicher Auf- stiegsbestrebungen etc.) hinzuziehen sind bzw. gar eine viel bedeutsamere Rolle bei der Kritik einnahmen.

Um sich der Fragestellung anzunähern, werden die beiden Reden von Marcel Reich-Ranicki und Philipp Jenninger in synchroner Methode verglichen. Zugrunde gelegt wird bei der Ana- lyse die historisch-kritische Methode, erweitert um eine Zusammenführung der Analyseraster für Reden von Tischner7, Grieswelle8 und Pandel9. Anzumerken ist, dass die einzelnen Analy- separameter und die davon abgeleiteten Analyseschritte nicht immer trennscharf voneinander abgegrenzt werden können und ineinander greifen, da diese sich auf die einzelnen Bestandtei- le im Redesetting, verstanden als Kommunikationsgeflecht10, beziehen, welche sich gegensei- tig bedingen und miteinander verknüpft sind. Überdies sei darauf verwiesen, dass im Rahmen einzelner Analyseparameter, auch Argumentationsansätze der Alltags- und Mentalitätsge- schichte herangezogen werden.

Selbsterklärend sind die Rede von Reich-Ranicki zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus aus dem Jahre 2012 und die Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpog- rome von Jenninger vom 11. November 1988 die Basis für den hier vorliegenden Beitrag. Zur Herleitung der Analysemethodik wurden die bereits bei der Arbeitsmethodik dieser Ausarbei- tung angeführten Publikationen „Historische Rede im Geschichtsunterricht“ von Tischner und „Politische Rhetorik. Macht der Rede, öffentliche Legitimation, Stiftung von Konsenz“ von Grieswelle sowie der Artikel „Reden als Quellengattung“ von Pandel zu Rate gezogen. Zu- dem wurden zur Rekonstruktion des historischen Forschungsstandes zu den in den beiden Reden jeweilig dargestellten historischen Sachverhalten und zum Zeitkontext, in dem die je- weiligen Redesettings stattfanden, vor allem Texte diverser Autoren der Bundeszentrale für politische Bildung verwendet. Zur Aufbereitung der Rede Ranickis lieferten noch einige Pres- seartikel11 ein paar aufschlussreiche Erkenntnisse, zur Analyse der Rede Jenningers vier wis- senschaftliche Arbeiten von Hoffmann & Schwitalla12 13, Siever14, Suzuki15 sowie Tischner16.

Die vergleichende Prüfung der Bestandteile des Redesettings der Reden von Ranicki und Jen- ninger erfolgt in dieser Arbeit zuerst mit einer allgemeinen Quellenkritik und einem inhaltli- chen Überblick über die beiden Reden. Daran anschließend folgt die Ideologiekritik, unter- gliedert in die Vorstellung der beiden Redner, die Analyse der verwendeten sprachlichen Mit- tel der Rhetoren, das Aufzeigen des Umgangs mit der jeweilig dargebotenen Vergangenheit in den Texten und der Untersuchung der rhetorischen Ausführungen der Reden durch Ranicki und Jenninger. Danach werden die beiden Redebeiträge der Historischen Kritik unterzogen, unterteilt in die Darlegung des Ortes der Reden und relevanter historischer Bedingungen, in die Analyse der Adressatenkreise und des Kommunikationsgeflechts der Redesettings an sich. In einem Zwischenfazit werden die Erkenntnisse mit der Konkretisierung von Funktion und Wirkungsgeschichten der Reden gebündelt zusammengeführt. Ihren Abschluss findet der vor- liegende Beitrag in der Beantwortung der aufgeworfenen Fragestellung und dem Ausblick darauf, ob es eine ideale Rede im Zusammenhang mit Gedenkveranstaltungen bezüglich des NS-Terrors geben kann.

2) Eine erste Annäherung an die Redebeiträge

Die Rede „Es gilt das gesprochene Wort“ wurde von Marcel Reich-Ranicki in einer Gedenk- stunde im Deutschen Bundestag in Berlin am 27. Januar 2012 gehalten, dem 67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die sowjetische Armee und dem seit 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Herzog durchgeführten offiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.17 Ranickis Beitrag steht als Text- und Filmdokument der Öffentlichkeit zur Verfügung.18 Aufgrund des Filmmitschnitts kann die Echtheit des Wortlauts belegt werden, hinsichtlich der Authentizität der Redesituation durch die Filmaufnahme sollte aber der Blickwinkel der Filmemacher und deren Filmsprache be- dacht werden.19 Zwar ist der Film ein Originaldokument, ein Live-Mitschnitt und eine Quel- le,20 jedoch wird die spezifische Filmsprache deutlich z.B. durch mehrmalige Großaufnahmen der andächtig schauenden, zum Rede-Ende immer müder werdenden Bundeskanzlerin Mer- kel,21 wodurch die Filmschaffenden dem eigentlichen Redesetting eine eigene Färbung geben. Gattungsspezifisch kann die Rede der Fest- bzw. Gelegenheitsrede zugeordnet werden, hier im Genaueren der Untergattung „Gedenkrede“.22 Als persönlich-anschauliche Vergegenwär- tigung der Begebenheiten der ersten beiden Tage der Deportation der Juden im Warschauer Ghetto zum Vernichtungslager nach Treblinka am 22. und 23. Juli 1942 entsagt die Rede sich aber üblicher Konvention von bspw. Mahnung sowie Erinnerung und ist daher eher ein Be- richt denn eine auf der politischen Bühne im Bundestag gängige Gedenkrede. Bezüglich der klassischen Rhetoriktheorie23 überwiegt so auch das aufrüttelnde bzw. bewegende Moment („movere“). Das belehrende Element („docere“) kann in der Schilderung Ranickis nur noch implizit herausgedeutet werden.

Es kann davon ausgegangen werden, dass der Redner als Adressat die breite (deutsche) Öffentlichkeit vorsah sowohl in der dem Redesetting gegenwärtigen Situation als auch in Bezug auf die nachkommenden Generationen, was allein schon aus dem mitteilungswürdigen Selbstverständnisses und -bewusstseins der Persönlichkeit Ranickis angenommen werden kann. Demgemäß kann der Bericht als Traditionsquelle identifiziert werden, da er bewusstabsichtlich Zeugnis für die Mit- und Nachwelt ablegen möchte.

In Hinblick auf die Nähe zum Geschehen der Rede zu den Ereignissen am 22. und 23. Juli 1942 in Warschau kann der Beitrag Ranickis als Sekundärquelle bestimmt werden, da dieser eine 70 Jahre später verfasste und vorgetragene Erinnerung des Rhetors an diese Tage ist.

Philipp Jenninger, als damaliger Bundestagspräsident, hielt seine Rede bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht am 10. November 1988 in der damaligen Regierungsstadt der BRD in Bonn als außerordentliches bzw. nicht jährlich wiederkehrendes Gedenken ab.24 Der Redebeitrag steht, wie der Beitrag Ranickis, als Textdo- kument zur Verfügung, oft (bspw. für den didaktischen Gebrauch) aufgrund seiner Länge gekürzt aufbereitet.25 Ein Filmdokument wie bei Ranicki ist nicht medial zugänglich, nur ein Tondokument existiert26. Es kann nur gemutmaßt werden, dass es sich hierbei um ein Origi- naldokument und einen Live-Mitschnitt handelt, da durch die fehlende optische Dimension, bei der durch geschulten Blick Bearbeitungen o.Ä. augenfällig werden würden, z.B. nicht erkennbar ist, ob Gesagtes fehlt oder anderweitig verändert wurde. Wird die Textquelle mit dem Tondokument verglichen, ist denn auch gleich wahrnehmbar, dass einige Passagen der Textquelle im Tondokument fehlen. Überdies kann das komplexe Redesetting mit bspw. Hal- tung und Mimik des Redners sowie Reaktionen und Handlungen des Publikums nur aus Se- kundärliteratur rekonstruiert werden, auf deren Darstellungen sich auch diese Arbeit verlassen muss.

Gleicherweise wie die Ranicki-Rede kann auch die Jenninger-Rede der Fest- bzw. Gelegen- heitsrede und deren Untergattung der Gedenkrede aufgrund ihres eben dargelegten Rahmens zugeordnet werden. Thematisch fokussiert die Rede die Motive, warum der Großteil der Deutschen ab den 1930ern ein System mitunterstützte und selbst mitgestaltete, welches den Terror gegenüber den Juden verübte, wie bspw. bei den Novemberpogromen 1938. Zudem bezieht Jenninger die während des Redesettings lebende und die kommenden Generationen von Deutschen mit ein, diesbezüglich Verantwortungsübernahme und Gedenken leisten zu müssen, im Kontinuum als Nachfahren der Deutschen des Dritten Reiches. In Bezug auf die klassische Rhetoriktheorie27 steht daher das belehrende bzw. unterrichtende („docere“) Mo- ment für Jenninger im Vordergrund, das bewegende („movere“), welches bei Ranicki domi- niert, und das verbindende („cociliare“) sind hierfür eher nur „die Würze in der Soße“. Als Adressaten hatte Jenninger, wie auch Ranicki, die breite deutsche Bevölkerung im Blick, viel stärker aber auch das Hauptaugenmerk darauf, mit seiner Rede auf politischer Bühne Erfolg haben zu wollen, so wie es zuvor Weizäcker 1985 mit der Rede zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs gesamtgesellschaftlich vergönnt war28. Daher kann der Beitrag Jen- ningers ebenso aufgrund des Mitteilungsbedürfnisses an die Mit- und Nachwelt als Traditi- onsquelle ausgewiesen werden.

Was die Nähe der Rede zu den Geschehnissen und zur Mentalität der Deutschen während der Zeit des Nationalsozialismus anbelangt, kann Jenningers Beitrag als Sekundärquelle ausgemacht werden. Werden jedoch die Einstellungsmuster der Deutschen in den 1980ern zu den Gräueltaten der Deutschen im Dritten Reich in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt, ist dafür die Rede eine Primärquelle.

3) Inhaltliche Skizzierung der Reden

Ranicki beschreibt in seinem Redebeitrag zwei Tage aus seinem Leben, in Zeiten als er als Jude den Repressionen der Nationalsozialisten ausgesetzt war. Er schildert seine persönlichen Erlebnisse sowie seine damit einhergehenden Gefühle und Wertungen im Kontext des 22. und 23. Juli 1942, den Tagen des Beginns der Deportation der Juden aus dem Warschauer Ghetto. Nach kurzer Begrüßungsformel29 und einer Selbstidentifizierung als „[...] Zeitzeuge [...]“30 steigt er unmittelbar in die Darstellung der Geschehnisse im Juli 1942 ein. In Abschnitt vier bis acht beschreibt er die Ankunft von ranghohen SS-Leuten im Hauptge- bäude des Judenrates des Warschauer Ghettos, aus seiner Sicht als überaus umtriebigen und rabiaten Vorgang. Ebenso legt Ranicki dar, wie er in das Amtszimmer von Adam Czerni- aków, dem Vorsitzenden des Rates, zitiert wurde, was ihn mit Angst vor Verhaftung durch die Nationalsozialisten erfüllte. Dort angekommen, so schildert Ranicki in Abschnitt sieben bis 16, wurde er in seiner Funktion als Leiter des Übersetzungs- und Korrespondenzbüros des Judenrates aufgefordert, die „Eröffnungen und Auflagen für den Judenrat“, laut Rhetor holp- rig vorgelesen durch SS-Sturmbannführer Höfle, zu stenografieren. Ebenfalls in diesen Ab- schnitten umreißt Ranicki den Inhalt dieses abgelesenen Schriftstücks: So skizziert er,

a) dass in diesem der Judenrat aufgefordert wurde, die komplette „Umsiedlung“ der Juden im Ghetto in den „Osten“ zu organisieren, einschließlich der damit verbundenen Andro- hung, bei Nichterfüllung umgebracht zu werden,
b) dass aufgezeigt wurde, welche wenigen Personenkreise Bleiberecht hatten und
c) dass aufgeführt wurde, welches Hab und Gut die Umzusiedelnden mitnehmen „dürften“. Von Abschnitt 17 bis 22 zeichnet Ranicki die beklemmende Hektik nach, die sich im An- schluss der Verlesung im Ghetto verbreitete. Zudem trägt er vor, wie er seiner Sekretärin die Worte Höflers für die auszuhängenden Plakate diktierte und wie er die Jüdin Tosia umgehend heiratete, um sie vor der Deportation zu schützen. In den folgenden Abschnitten 23 und 24 schiebt Ranicki ein, wie er Czerniaków beim Abholen der Unterschrift für die auszuhängen- den Bekanntgaben das letzte Mal sah. Im Anschluss stellt der Rhetor in Abschnitt 25 und 26 dar, dass am 22. und 23. Juli tausende Juden auf dem Umschlagplatz gewaltvoll zum Ab- transport zusammengetrieben wurden. Der Bericht Ranickis um die Ereignisse im Juli 1942 gipfelt schließlich in Abschnitt 27 bis 31 in der Vergegenwärtigung des Selbstmordes Czerni- akóws, der die massenhafte Vernichtung seines Volkes nicht weiter mitorganisieren wollte. Ranicki endet seine Rede im Bundestag in Abschnitt 32 mit lobenden Gesten an die Person Czerniaków und in Abschnitt 33 mit einer sehr betreffend machenden und lange nachhallen- den Begriffsbestimmung der „Umsiedlung“ der Juden: „Was die 'Umsiedlung' der Juden genannt wurde, war bloß eine Aussiedlung - die Aussiedlung aus Warschau. Sie hatte nur ein Ziel, sie hatte nur einen Zweck: den Tod.“

Jenninger spricht in seinem Redebeitrag 1988 alle zu der Zeit lebenden Deutschen als Nach- fahren der Deutschen des Dritten Reiches an und zeigt ihnen auf, wie sie mit diesem „Erbe“ in Gegenwart und Zukunft umzugehen hätten. Um diese Sichtweise zu fundieren, erläutert er die Motivlagen für das aktive und passive Mitwirken an sowie Annehmen von nationalsozia- listischer Herrschaft durch die Deutschen, vor allem im Kontext derer Vergehen an die Juden. Damit einhergehend erläutert er historische und mentalitätsgeschichtliche Entwicklungen vor dem Zweiten Weltkrieg, während jenem und nach jenem in Hinblick auf das Wirken der Deutschen.

In folgender Chronologie führt er diese Inhalte in seiner Rede aus:

Zu Beginn leitet Jenninger mit Begrüßungsgesten ein, vor allem auch gegenüber den jüdi- schen Vertretern, und betont die Erinnerungspflicht der Deutschen an die Novemberpogrome 1938 als Nachkommen der Täter.31 Sodann legt er den nationalsozialistischen Terror der Deutschen am 9. und 10. November 1938 gegenüber der jüdischen Bevölkerung dar und kennzeichnet die Reichspogromnacht als ersten großangelegten und offenkundigen Gewaltakt der deutschen NS-Diktatur gegenüber den Juden.32 Er verdeutlicht hiernach, dass der damals beschönigende Begriff der Reichskristallnacht zum Auftreten der Deutschen während der Pogrome passte, nämlich, weil sie die Gewalt gegenüber den Juden bagatellisierten und pein- lich berührt wegschauten.33 Im Weiteren führt Jenninger die Repressionen der Nationalsozia- listen gegenüber den Juden ab 1933 bis zu den Pogromen auf und nennt die radikalisierten Maßnahmen nach diesen.34 Vorbereitend für den nächsten Abschnitt der Rede markiert er die Jahre von 1933 bis 1938 in Deutschland als Entwicklungszeitraum, in dem die Deutschen ihr „Rechtsbewusstsein“ und den Rechtsstaat, der die Wahrung ethischer Werte zu gewährleisten versucht, aufgaben zugunsten von einer willkürlich-diktatorischen Rechtsetzung durch einen Führer und dessen Partei-Ideologie.35 Im Anschluss listet Jenninger, die Motive der Deut- schen für das Mitmachen, Zu- und Wegschauen gegenüber der NS-Diktatur und seiner Ge- walttaten gegenüber den Juden auf.36 So bewertete die damalige Bevölkerung als überaus positiv für sich, dass unter der Regierung Hitlers Deutschland außen- und innenpolitisch un- gemein erstarkte, Gebiets“zurückführungen“ und -erweiterungen erreicht wurden37 und sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen enorm verbesserten38. Jenninger schiebt ein, dass diese Faktoren die Ursache dafür waren, dass die parlamentarisch-demokratische Weimarer Repub- lik von den Deutschen als Misserfolgskonzept beurteilt und die eingeschränkte Freiheit des Einzelnen im NS-Reich akzeptiert wurde, zumal Großmächte wie Großbritannien und Frank- reich das Dritte Reich gutzuheißen schienen.39 Darauf stellt der Bundestagspräsident klar, dass ohnehin bei den Deutschen Ressentiments gegenüber den Juden bestanden aufgrund des in vielen Ländern seit vielen Jahrhunderten ausgeprägten Antisemitismus.40 Durch einen er- neuten Einschub hebt Jenninger hervor, dass es aber auch diverse Emanzipationsbestrebungen in diversen Kontexten vor der Zeit der NS-Herrschaft gab.41 Gleich hiernach führt er die Auf- listung der Motive der Deutschen für die Unterstützung Hitlers und der Gräueltaten an die Juden fort. So verweist er:42

- auf den über Jahrhunderte gefestigten spezifischen Nationalismus der Deutschen und der damit verbundenen Untertänigkeit vor Obrigkeiten,
- auf die Überforderung der Reizüberflutung durch scheinbar undurchschaubare kapitalis- tisch-industrielle Urbanisierungsprozesse, mit denen die Juden erfolgreich umgingen (was mit äußerstem Argwohn betrachtet wurde),
- auf die vielfältigen rassistischen Veröffentlichungen von Prominenz aus geisteswissen- schaftlichen und kulturellen Kreisen, die für eine intellektuelle Legitimierung der Abnei- gung gegenüber den Juden sorgten und
- auf das damalige Instrumentalisieren der Ansätze Darwins für die nationalsozialistische Rassenlehre und die Diskreditierung der Juden.

Jenninger bündelt anschließend, dass Hitler die schon bestehenden negativen Einstellungen gegenüber den Juden und der kapitalistischen Welt einfach nur aufgriff und sie aufgrund sei- nes Vermögens, Massen im wahnhaften Rausch zu begeistern, zu schüren vermochte.43 Her- nach charakterisiert der Bundestagspräsident die NS-Ideologie sowie -Rassenlehre und skiz- ziert die autobiografischen Gründe Hitlers für das Aufstellen dieser „Theorien“.44 Nach der Aufarbeitung der Motivlagen setzt Jenninger die zuvor begonnene Chronologie fort, welche Repressionen die Juden zu erleiden hatten, hier nun derjenigen Gewaltakte während des Zweiten Weltkrieges mit dem Gipfel der massenhaften Ermordung in Gaskammern.45 Dann zitiert Jenninger einen langen, nicht weiter bestimmten Augenzeugenbericht des Erschie- ßungsszenarios von Juden im Jahre 1942 und eine Rede des SS-Reichsführers Heinrich Himmler aus dem Jahre 1943, in der solche Vorgänge legitimiert, ja gar als ruhmreich gehul- digt werden, um dem deutschen Volk, seiner Ansicht nach, damit Gutes zu tun.46 Als Überlei- tung gedenkt der Bundestagspräsident den Opfern.47 Alsdann führt er seinen chronologischen Abriss fort, nämlich nun die Darstellung der erschütternden und schonungslosen Situation für die Deutschen nach dem verlorenen Krieg ab 1945 und der damit verbundenen Verleugnung der Täterschaft und abrupten Identifikation mit der zugeordneten Siegermacht, um für das persönliche Wohlergehen zu sorgen.48 Sprunghaft geht Jenninger zusammenfassend noch einmal darauf ein, dass das Konglomerat aus nationalsozialistischer Propaganda und der sich vormals über viele Jahrhunderte verfestigte Antisemitismus die Ursachen dafür waren, dass die Deutschen während der Zeit des Dritten Reiches die Juden tatsächlich als schuldhafte Problemgruppe allen Übels ansahen.49 Auch schreibt er den Deutschen der NS-Zeit zu, dass alle, im Großen und Ganzen, über die Judenvernichtung im Bilde waren, auch wenn dies nicht selten in Abrede gestellt wurde und wird.50 Im abschließenden Teil schließt Jenninger den Kreis zum Anfang seiner Rede und appelliert an die Deutschen im Jahre 1988, dass sie zwar ihre persönliche Schuldfrage vor sich selbst zu klären hätten, ein Leugnen der Gräueltaten gegenüber den Juden aber nicht akzeptabel ist, da die Opfer existierten und die Gewaltakte auf ewig erinnerbar sein werden.51 Die Schlussstrichdebatte hält Jenninger daher für nicht angemessen.52 Zudem untermauert er das Erinnern-Müssen des Nazi-Terrors durch die Deut- schen mit den Argumenten, a) dass notwendige Verarbeitungsprozesse nur mit der mitunter unangenehmen Begegnung mit der Vergangenheit in Gang gesetzt werden können, b) dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte entscheidend ist, um sich selbst in der Gegenwart und Zukunft verorten zu können und c) dass die Erinnerung unumgänglich ist, gemessen daran, dass der Mensch sich inzwischen ein Umfeld geschaffen hat, in welches ein Machtbegieriger, die Physis und Psyche aller Menschen komplett ausmergeln, manipulativ steuern oder gar auslöschen kann.53 Am Schluss skizziert Jenninger, welche humanethischen Haltungen und Bestrebungen sowohl das deutsche Volk als auch die Staatsmacht entwickeln sollen, um ein zweites Drittes Reich zu verhindern und die Würde jedes einzelnen Menschen zu sichern.54 Mit zwei eindrucksvollen Sätzen, vergleichbar mit den Schlussworten in Ranickis Rede, be- endet Jenninger seinen Beitrag: „Lassen wir niemals wieder zu, daß unserem Nächsten die Qualität als Mensch abgesprochen wird. Er verdient Achtung; denn er trägt wie wir ein menschliches Antlitz.“55

4) Vorstellung der Redner Reich-Ranicki und Jenninger

In Hinblick auf Marcel Reich-Ranicki als Redner des Beitrags „Es gilt das gesprochene Wort“ ist anzunehmen, dass er „material author“ ist, da die Stilistik des Textes jener von anderen Publikationen und Vorträgen des Rethors gleicht und die Schilderungen offenkundig den Be- schreibungen in seiner Autobiografie „Mein Leben“ ähneln56. „Intellectual author“ ist Norbert Lammert, seit 2005 Präsident des Deutschen Bundestages, der Ranicki laut Schirrmacher ein- lud, die Gedenkrede am 27. Januar 2012 im Plenarsaal in Berlin zu halten57. Ihm kann damit als Bundespräsident neben den weiteren anwesenden Bundestagsabgeordneten auch die Rolle des „juridical authors“ zugesprochen werden, obwohl Ranicki diese politisch-institutionelle Achtungsbekundung vor der breiten Öffentlichkeit aufgrund seiner eigenen Prominenz58 wohl kaum benötigte.

Betreffend der Autorenschaft der Jenninger-Rede, ist laut Benz der „material author“ „[...] ein Mitarbeiter, [...] [der sich] auf die Ergebnisse historischer Forschung [stützte], in langer Mühe ausgearbeitet [...].“59 Wird der klobige Vortrag Jenningers zugrunde gelegt, der darauf schlie- ßen lässt, dass der Rhetor dem Text nicht ganz gewachsen war60 61, kann diese Zuschreibung bestätigt werden. Als „intellectual author“ kann gemutmaßt werden, dass es sich wahrschein- lich ausschließlich um Jenninger handelte, da er nach der Rede von seiner Partei für seine Aussagen nicht gestützt wurde62. Als „juridical author“ erhob sich Jenninger selbst, da er, sich als Bundestagspräsident verstehend, unbedingt selbst die Ansprache während der Gedenk- stunde im Bundestag abhalten wollte, obwohl bspw. die Fraktion der Grünen wollte, dass Heinz Galinski, der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, spricht.63 Laut Suzuki stellte Jenninger diese Forderung aus „[...] der Überzeugung [heraus], daß im Bundestag nicht die Opfer, sondern die Erben der Täter über die Geschehnisse von 1938 sprechen sollten.“64

Marcel Reich-Ranicki tritt bezüglich seines Redebeitrags als Zeitzeuge der dargestellten his- torischen Situation auf, so wie er sich in seiner Rede anfänglich selbst auch ausweist (s. Punkt 3)). Er wurde am 2. Juni 1920 in Włocławek in Polen als Sohn einer deutsch-polnisch mittel- ständigen Familie jüdischer Abstammung geboren und verstarb am 18. September 2013 in Frankfurt am Main. Seine ersten Lebensstationen wurden begleitet von den Erlebnissen im Zusammenhang gewaltvoller Unterdrückung und Willkür der Nationalsozialisten:65 Derge- stalt wurde er bspw. im Rahmen der Polenaktion 1938 in Berlin verhaftet und nach Polen ab- geschoben, 1939 in das Warschauer Ghetto umgesiedelt und er erlebte hier 1942 den gewalt- tätigen Abtransport tausender Juden in das Konzentrationslager nach Treblinka mit, den er ja anhand zweier selbsterlebter Tage im Kontext dieser Situation in seiner Rede fokussiert. Dementsprechend ist Ranicki in die von ihm dargelegte, historische Begebenheit in der soge- nannten „Opferrolle“ persönlich besonders involviert, wobei in seiner Stellung als Leiter des Übersetzungs- und Korrespondenzbüros des Judenrates in diesem Zusammenhang beachtet werden muss, dass in seinem Bericht z.B. Perspektiven der „Täter“ und niedrig gestellter Ju- den fehlen. Bspw. könnte die Bewertung der Person Czerniakóws, er sei seinen „[...] Grund- sätzen und [hohen] Idealen [...] auch noch in unmenschlicher Zeit und unter kaum vorstellba- ren Umständen treu [geblieben]“66, in einer multiperspektivischen Sicht durchaus anders aus- gesehen haben.

Dieserart sei darauf verwiesen, dass zwar unumstritten ist, dass Ranicki im Verlaufe seines Lebens überaus schwierige Umstände zu bewältigen hatte, sein Handeln selbst aber bezüglich dieser Situationen nicht selten umstritten beurteilt wurde.67 Aufgrund seines Intellektes, seiner damit einhergehenden Fähigkeiten und seines günstigen taktischen Vorgehens war er stets imstande, sich erfolgreich, auch in lebensbedrohlichen Situationen, zu positionieren.

[...]


1 Ulrich et al., 2012.

2 Lovenberg, 2012.

3 Denkler, 2012.

4 Vgl. URL: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/37432080_kw04_gedenkstunde/207444 [20.08.2016].

5 URL: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13530797.html [20.08.2016].

6 Vgl. URL: http://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/juedisches-leben-13-jenninger/-/id=2847740/ did=14635988/nid=2847740/xmorih/index.html [20.08.2016].

7 Vgl. Tischner, 2008.

8 Vgl. Grieswelle, 2000.

9 Vgl. Pandel, 2002, S. 6-13.

10 Vgl. z.B. Tischner, 2008, S. 29.

11 Vgl. z.B. Schirrmacher, 2012.

12 Vgl. Hoffmann & Schwitalla, 1989, S. 5-9.

13 Argumente dieser Arbeit lieferten nur mit Einschränkung Aufschluss, vielmehr offenbarte der Text selbst, im Prinzip als Quelle, aufgrund der Nähe zum historischen Sachverhalt den Zeitgeist bzw. das Denken über die Rede in der historischen Situation.

14 Vgl. Siever, 2001.

15 Vgl. Suzuki, 2000.

16 Vgl. Tischner, 2008, S. 131-139.

17 Vgl. Deutscher Bundestag, 2012, S. 1ff.; vgl. Jochheim, 2012, S. 2.

18 Z.B. Textdokument URL: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/rede_ranicki/250616 & Film- dokument URL: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/37432080_kw04_gedenkstunde/207444 [20.08.2016].

19 Vgl. Tischner, 2008, S. 152-155.

20 Vgl. ebd., S. 149 & 153.

21 URL: http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/37432080_kw04_gedenkstunde/207444, z.B. 25:24-26:00min, 31:48-32:04min & 39:10-39:21min [20.08.2016].

22 Vgl. Tischner, 2008, S. 58 & 27ff.; vgl. Pandel, 2002, S. 7.

23 Vgl. Tischner, 2008, S. 13f.

24 Vgl. z.B. Benz, 2013.

25 Z.B. Tischner, 2008, S. 133-137.

26 Z.B. URL: http://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/juedisches-leben-13-jenninger/- /id=2847740/did=14635988/nid=2847740/xmorih/index.html [20.08.2016].

27 Vgl. Tischner, 2008, S. 13f.

28 Vgl. Benz, 2013.

29 Vgl. Reich-Ranicki, 2012, Abschnitt 1.

30 Ebd., Abschnitt 2.

31 Vgl. Jenninger, 1988, S. 1f.

32 Vgl. ebd., S. 2f.

33 Vgl. ebd., S. 3f.

34 Vgl. ebd., S. 4f.

35 Vgl. ebd., S. 5.

36 Vgl. Jenninger, 1988, S. 6ff.

37 Vgl. ebd., S. 6.

38 Vgl. ebd., S. 6f.

39 Vgl. ebd., S. 7.

40 Vgl. ebd., S. 7f.

41 Vgl. ebd., S. 8.

42 Vgl. ebd., S. 8-10.

43 Vgl. ebd., S. 10.

44 Vgl. Jenninger, 1988, S. 10f.

45 Vgl. ebd., S. 11f.

46 Vgl. ebd., S. 12f.

47 Vgl. ebd., S. 13.

48 Vgl. ebd., S. 13f.

49 Vgl. ebd., S. 14f.

50 Vgl. ebd., S. 15.

51 Vgl. ebd., 15f.

52 Vgl. ebd., S. 16.

53 Vgl. Jenninger, 1988, S. 16f.

54 Vgl. ebd., S. 17f.

55 Ebd., S. 18.

56 Vgl. Reich-Ranicki, 2001, S. 163-296.

57 Vgl. Schirrmacher, 2012.

58 Vgl. Autorengruppe bpb, 2013b); vgl. Weiland, 2012.

59 Benz, 2013.

60 Vgl. z.B. auch ebd.

61 Auf diesen Aspekt wird in folgenden Kapiteln noch näher eingegangen. 10

62 Vgl. z.B. Benz, 2013.

63 Vgl. ebd.

64 Suzuki, 2000, S. 96.

65 Vgl. Gnauck, 2009; vgl. Deutscher Bundestag, 2012, S. 22-25.

66 Reich-Ranicki, 2012, Abschnitt 32.

67 Vgl. Gnauck, 2009.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Die Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus von Reich-Ranicki und die Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome von Jenninger. Ein Vergleich
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Institut für Gesellschaftswissenschaften und Theologie)
Veranstaltung
Geschichte und Erinnerung II
Note
1,1
Autor
Jahr
2016
Seiten
47
Katalognummer
V341227
ISBN (eBook)
9783668307537
ISBN (Buch)
9783668307544
Dateigröße
840 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
öffentliche Reden, Rhetorik, Reich Ranicki, Jenninger, Gedenken
Arbeit zitieren
Nico Schloß (Autor), 2016, Die Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus von Reich-Ranicki und die Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome von Jenninger. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341227

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